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Kulturnachrichten

Freitag, 26. März 2021

Belarus vom Eurovision Song Contest ausgeschlossen

Belarus ist vom Eurovision Song Contest (ESC) im Mai ausgeschlossen worden. Das entschied die Europäische Rundfunkunion, wie sie am Freitagabend mitteilte. Auch das neu eingereichte Lied verstoße gegen die ESC-Regeln, die sicherstellten, "dass der Wettbewerb nicht instrumentalisiert oder in Verruf gebracht wird". Die staatliche Rundfunkgesellschaft von Belarus habe es versäumt, "innerhalb der verlängerten Frist einen teilnahmeberechtigten Beitrag einzureichen", hieß es. Zunächst war der Song "Ja nauchu tebja" ("Ich werde dir beibringen") der Band Galasy ZMesta eingereicht worden. Die ESC-Organisatoren monierten bei diesem Lied, dass es "den nicht-politischen Charakter des Wettbewerbs" infragestelle. Es hatte Beschwerden gegeben, weil der Song in den Augen vieler Menschen die Protestbewegung gegen Machthaber Alexander Lukaschenko verhöhnt. Belarus reichte nach der Kritik einen neuen Song der Band ein, der nun ebenfalls von den ESC-Verantwortlichen abgelehnt wurde.

Pulitzer und Oscar: Schriftsteller Larry McMurtry ist tot

Der US-amerikanische Schriftsteller Larry McMurtry, der den Pulitzer-Preis, einen Oscar und einen Golden Globe gewann, ist tot. Das bestätigte seine Sprecherin der "New York Times" und dem "Hollywood Reporter". McMurtry wurde 84 Jahre alt. Der gebürtige Texaner verfasste Dutzende Romane und Drehbücher. 1986 wurde er für seinen Roman "Lonesome Dove" mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Die Geschichte über einen Viehtrieb im Wilden Westen Ende des 19. Jahrhunderts wurde später als preisgekrönte Mini-Serie verfilmt. McMurtry und seine Co-Autorin Diana Ossana gewannen 2006 den Golden Globe und den Oscar für ihre Drehbuch-Adaption von "Brokeback Mountain". Die Kurzgeschichte von Annie Proulx um die heimliche Liebe von zwei schwulen Cowboys war von Ang Lee verfilmt worden.

Genderstern wird keine Rechtschreibregel

Der Genderstern wird bis auf weiteres nicht in das Amtliche Regelwerk der deutschen Sprache aufgenommen. Dies geht aus einem Zwischenbericht hervor, den der Rat für deutsche Rechtschreibung am Freitag in Mannheim beschlossen hat. Demnach will das Expertengremium die Entwicklung des Schreibgebrauchs zunächst weiter beobachten. In dem Papier heißt es, der Rat wolle sich in seiner Bewertung geschlechtergerechter Schreibweisen an der Lesbarkeit und Verständlichkeit orientieren. Ziel sei es, "einem unkontrollierten Nebeneinander unterschiedlichster Variantenschreibungen entgegenzuwirken" und "die Einheitlichkeit der Rechtschreibung in allen deutschsprachigen Ländern zu erhalten". Die Verwendung der Sonderzeichen könne zu Folgeproblemen und grammatisch unkorrekten Lösungen führen. Seit 2004 ist der Rat für deutsche Rechtschreibung die maßgebliche Instanz in Fragen der Orthografie. Er hat rund 40 Mitglieder aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem Fürstentum Liechtenstein, der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Düsseldorf soll Franz Marcs "Füchse" restituieren

Im jahrelangen Streit um das Ölgemälde "Die Füchse" von Franz Marc hat die Beratende Kommission für Raubkunstfälle die Rückgabe des Werks an die Erben des ursprünglichen Besitzers Kurt Grawi empfohlen. Das wertvolle Kunstwerk war 1962 als Schenkung in den Bestand der Städtischen Kunstsammlung Düsseldorf eingegangen. Die Empfehlung zur Restitution sei mit einer Mehrheit von sechs Stimmen bei drei Gegenstimmen beschlossen worden, teilte die Kommission mit. Laut einer Mitteilung der Stadt Düsseldorf will das Kulturdezernat die Empfehlung in die nächste Sitzung des Kulturausschusses am 15. April einbringen. Anschließend werde sie in den Stadtrat eingebracht. Die Stadt Düsseldorf war ursprünglich der Ansicht, dass das Gemälde nicht zu restituieren ist, da der Verkauf 1940 außerhalb des NS-Machtbereichs stattgefunden hatte.

Frankreich meldet Baguette für Weltkulturerbe an

Die französische Regierung hat das Baguette als immaterielles Kulturerbe bei der UN-Kulturorganisation Unesco angemeldet. Das teilte das Kulturministerium in Paris mit. Es folgte damit einer Forderung der französischen Bäckerinnung. Das Stangenweißbrot gehöre zur "täglichen Ernährung", die Kunst seiner Herstellung zum nationalen Erbe, so das Ministerium. Die französischen Boulangers hatten zuvor bereits Präsident Emmanuel Macron für ihren Vorschlag gewonnen. Seine "Vorzüglichkeit" und die dafür nötigen "Fachkenntnisse" müssten bewahrt werden, und deshalb gehöre es auf die Welterbe-Liste, so Macron.

Notre-Dame-Gebälk wird nicht ganz originalgetreu

Die Restaurierungspläne für den zerstörten Dachstuhl der Pariser Kathedrale Notre-Dame werden konkreter. Das Balkenwerk des Kirchenschiffes und des Chors solle zwar nicht komplett originalgetreu aber sehr ähnlich nachgebildet werden. Dafür habe sich die Behörde für Erbe und Architektur entschieden, teilte das für den Wiederaufbau zuständige Établissement Public mit. Lediglich die für die Struktur und das Erbe relevanten Elemente würden wiederhergestellt. Die Kathedrale wurde im Frühjahr 2019 bei einem Brand schwer beschädigt. Anschließend wurde heftig darüber diskutiert, ob sie möglichst originalgetreu oder modern restauriert werden sollte. Präsident Macron hatte zunächst auf eine "zeitgenössische architektonische Geste" gesetzt, dann aber eingelenkt.

Regisseur Spielberg spendet Preisgeld für Aktivisten

US-Filmregisseur Steven Spielberg will das Preisgeld für seine kürzliche erhaltene Ehrung in Israel an zehn Organisationen spenden, die gegen Rassismus und Ungleichheit kämpfen. Amerika sei mit einer Krise konfrontiert und unsere Verantwortung sei es, jetzt zu handeln, erklärte der 74-jährige Filmemacher. Im Februar war Spielberg der mit einer Million US-Dollar dotierte israelische Genesis-Preis verliehen worden. Das Preisgeld und eine zusätzlich Million aus der eigenen Tasche will der Regisseur an Gruppen wie Avodah, Black Lives Matter, die Jews of Color Initiative und Justice for Migrant Women spenden. Spielberg und seine Frau Kate Capshaw riefen dazu auf, die Arbeit der Gruppen zu unterstützen. US-Präsident Joe Biden beglückwünschte Spielberg zu der Ehrung und würdigte seine Spende.

US-Schauspielerin Jessica Walter gestorben

Die US-Schauspielerin Jessica Walter ist tot. Wie der Branchendienst "Deadline" unter Berufung auf Walters Tochter mitteilte, starb die Schauspielerin am vergangenen Mittwoch im Alter von 80 Jahren in New York. Sie war unter anderem mit Rollen in der Comedy-Serie "Arrested Development" und mit dem Hollywood-Film "Grand Prix" von 1966 berühmt geworden. Für ihre Rolle an der Seite von Clint Eastwood in dem Thriller "Sadistico" von 1971 wurde sie für die Golden Globes nominiert. Für ihre Serienrollen bekam Walters mehrere Preise, darunter auch einen Emmy.

Venedig erteilt Kreuzfahrtschiffen Anlegeverbot

Kreuzfahrtschiffe dürfen in Venedig künftig nicht mehr in der Nähe des Markusplatzes anlegen. Sie müssen im Industriehafen der norditalienischen Stadt vor Anker gehen. Mit dieser Entscheidung solle ein kulturelles und historisches Erbe geschützt werden, das nicht nur Italien, sondern der ganzen Welt gehöre, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Ministerien für Kultur, Tourismus, Umwelt und Infrastruktur. Vor der Corona-Pandemie waren mit den Kreuzfahrtschiffen jedes Jahr Millionen Besucher in die Lagunenstadt gekommen. Von den Schiffen verursachte Wellen schaden aber den Fundamenten der zum Weltkulturerbe gehörenden Stadt schwer.

Benin-Bronzen: Grütters plant nationales Spitzentreffen

Kulturstaatsministerin Grütters sucht nach einer nationalen Strategie im Umgang mit den legendären Benin-Bronzen. Daher soll noch im April ein Gespräch der betroffenen Kulturminister der Länder mit den Museumsdirektionen stattfinden, kündigte die CDU-Politikerin an. Auch das Auswärtige Amt solle hinzugezogen werden. Der Umgang mit den Benin-Bronzen sei ein Prüfstein für den Umgang Deutschlands mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Das gelte für das Humboldt Forum, aber auch für die anderen betroffenen Museen, die in der Trägerschaft von Ländern und Kommunen liegen, erklärte Grütters. Der Rat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz hatte gestern den Weg für mögliche Rückgaben der umstrittenen Benin-Bronzen aus Berlin geebnet. Außenminister Maas hatte sich für eine Restitution der als Raubgut geltenden Objekte nach Nigeria stark gemacht.

Van Gogh-Gemälde in Paris zu Rekordpreis versteigert

Ein Werk aus der Pariser Zeit des niederländischen Malers Vincent van Gogh hat für einen Rekordpreis von mehr als 13 Millionen Euro den Besitzer gewechselt. Es handelt sich um das 1887 entstandene Gemälde "Scène de rue à Montmartre". Am Donnerstag wurde es in Paris versteigert. Das Bild gehörte gut 100 Jahre lang einer französischen Familie. Laut dem Auktionshaus Sotheby's befinden sich nur sehr wenige Werke, die van Gogh in Montmartre schuf, in Privatbesitz. Die meisten Gemälde, die er dort malte, würden heute in internationalen Museen ausgestellt.

Französischer Regisseur Bertrand Tavernier gestorben

Der französische Regisseur Bertrand Tavernier ("Um Mitternacht") ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Institut Lumière für die Erhaltung und Verbreitung des französischen Filmerbes mit Sitz in Lyon. Tavernier wanderte in seiner Karriere zwischen Krimis, Psychothrillern, Historienfilmen, Science-Fiction, Romanzen und Satire. Er führte bei mehr als 50 Filmen Regie. Für sein umfassendes Repertoire erhielt der französische Filmemacher 2015 beim Filmfest in Venedig den Goldenen Ehrenlöwen für sein Lebenswerk. Die Begründung der Jury: Er sei ein nonkonformistischer und couragierter vielseitiger Autor. Der 1941 in Lyon geborene Tavernier starb nun einen Monat vor seinem 80. Geburtstag.

Kulturstiftung fördert zwei neue Projekte

Zur Wiederbelebung der Kultur hat die Kulturstiftung des Bundes zwei neue Projekte auf den Weg gebracht und mit rund 52 Millionen Euro Fördermitteln ausgestattet. Das bundesweite Programm Kultursommer 2021 solle zu einer Rückkehr zum kulturellen Leben im öffentlichen Raum beitragen, während die zweite Runde des Förderprogramms "Dive in" die Digitalisierung im Kultursektor voranbringen solle, teilte die Kulturstiftung in Halle mit. "Nach einem Jahr der Pandemie setzen wir alles daran, die Künste überall in unseren Städten wiederzubeleben", betonte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Die Mittel stammen aus dem Hilfsprogramm "Neustart Kultur" und wurden vom Haushaltsausschuss des Bundestags bereits freigegeben.

Abgeordnetenhaus: harte Linie gegen Hohenzollern

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat die Senatsverwaltung auf eine harte Linie in der Auseinandersetzung mit den Hohenzollern um mögliche Entschädigungen, Rückgabe von Kulturgütern und den Umgang mit Leihgaben verpflichtet. Der Beschluss, der mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken zustande kam, verlangt vom Senat, alles für eine zügige gerichtliche Klärung der Ansprüche zu tun – diese seien aller Wahrscheinlichkeit nach ungerechtfertigt, weil die Hohenzollern beim Aufstieg der Nationalsozialisten kräftig mitgeholfen hätten. Dafür jedenfalls sprächen viele Indizien, heißt es in dem Beschluss. Bei den seit Jahren schwelenden Gesprächen geht es um die Rückgabe von Kunstwerken an die Nachfahren des letzten deutschen Kaisers und eine Entschädigung für Enteignungen nach 1945. Brandenburgs Linke hatte einen ähnlichen Antrag in den Landtag in Potsdam eingebracht. Der hat sich aber noch nicht positioniert.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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