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Kulturnachrichten

Samstag, 20. März 2021

Erneute Demonstration für spanischen Rapper Pablo Hasél

Wieder sind in mehreren spanischen Städten Menschen für den Musiker Pablo Hasél auf die Straße gegangen. Der 32-Jährige Rapper sitzt seit über einem Monat wegen Majestäts- und Polizistenbeleidigung im Gefängnis. Seine Unterstützer fordern, ihn sofort freizulassen. Wegen angeblich gewaltverherrlichender Twitterbotschaften und Kritik am früheren König Juan Carlos war er zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht hatte die Meinungsfreiheit in seinem Fall für nicht relevant erklärt.

20 Neueinträge beim Immateriellen Kulturerbe

Die deutsche UNESCO-Kommission hat 20 Neueinträge ins bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Darunter finden sich auch "Kaspertheater als Spielprinzip" und das "Papiertheater". Figuren wie der "Kasper", deren Tradition bis ins 14. Jahrhundert zurückgehe, verkörperten Charaktere, die immer und überall anzutreffen seien– "stets lustig, naiv, verwegen, schlagfertig, wortgewaltig und auch etwas hintersinnig", so die UNESCO. Im 19. Jahrhundert sei die Kasperfigur im Puppentheater eine gefürchtete kritische Stimme gewesen, die sich gegen Obrigkeit und boshafte Fabelwesen zur Wehr setzte. Das "Papiertheater" blicke in Deutschland auf eine gut 200-jährige Tradition zurück und besitze eine lebendige Szene in Deutschland und Europa, hieß es weiter. Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Deutschland gehört dem Vertrag seit 2013 an.

Dolly Parton bekommt eigenen Comic

Country-Superstar Dolly Parton wird zur Comicfigur. Das Buch über das Leben der Musikerin, Schauspielerin und Unternehmerin erscheint am 31. März bei "TidalWave Comics", wie der Verlag mitteilte. Parton wird damit Teil der Comicreihe "Female Force" (weibliche Kraft), die bereits unter anderem Graphic Novels über Michelle Obama, Cher, Barbra Streisand, Kamala Harris und Mutter Teresa umfasst. Nach Angaben des Verlags zeichnet der Comic Partons Aufstieg von "einfachen Verhältnissen" zur Country-Ikone nach. Die 75-Jährige wurde in Tennessee geboren und wuchs mit ihren elf Geschwistern in Armut auf. Nach ihrem Schulabschluss 1964 zog sie nach Nashville, um Musikerin zu werden. Heute unterstützt die elffache Grammy-Gewinnerin mit der Dollywood Foundation finanzschwache Regionen im Süden der USA.

Rotkehlchen ist "Vogel des Jahres"

Die Deutschen haben das Rotkehlchen zum "Vogel des Jahres" 2021 gekürt. Bei der ersten öffentlichen Abstimmung in der Geschichte der jährlichen Vogel-Kür entschied das Rotkehlchen mit knapp 60.000 Stimmen (17,4 Prozent) vor Rauchschwalbe und Kiebitz das Titelrennen für sich, wie der Naturschutzbund (Nabu) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Berlin mitteilten. Das Rotkehlchen ist nach Nabu-Angaben mit seiner orangeroten Brust und seiner zutraulichen Art besonders leicht zu erkennen und fast überall in Wäldern, Parks und Siedlungen zu Hause, der Bestand sei nicht gefährdet. Seit 50 Jahren vergeben Nabu und bayerischer Vogelschutzbund den Titel. Wegen der "überwältigenden Wahlbeteiligung" kündigte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller an, auch in Zukunft den "Vogel des Jahres" öffentlich zur Wahl zu stellen.

Marvel kündigt ersten LGBTQ+ Superhelden an

Ein homosexueller Teenager namens Aaron Fischer soll die erste LGBTQ+ Figur im Marvel Comics-Universum von "Captain America" werden. Das berichtet die britische Zeitung "The Guardian". Die Figur sei inspiriert von Helden der queeren Community, wie Aktivisten und Anführern, aber auch der allgemeinen Bevölkerung, die sich für ein besseres Leben einsetzt, erklärte der Autor der Reihe, Josh Trujillo. Er stehe für die Unterdrückten und die Vergessenen und man hoffe, dass die Geschichte den Lesern gefalle und dabei helfe, eine neue Generation von Superhelden zu inspirieren. Fischer werde "Captain America of the Railways" sein, ein furchtloser Jugendlicher, der Ausreißer und Obdachlose beschützt. Gezeichnet wurde die Figur vom transgender Illustrator Jan Bazaldua. Die neue limitierte Reihe soll im Juni veröffentlicht werden.

Wiederaufbau der Franckeschen Stiftungen beendet

Der Wiederaufbau der historischen Franckeschen Stiftungen in Halle ist nach 30 Jahren offiziell abgeschlossen. Bei einem digital übertragenen Festakt nannte Kulturstaatsministerin Grütters die sanierte barocke Schulstadt ein Musterbeispiel für den Aufbau Ost. Das mehr als 50 Gebäude umfassende Architekturensemble gelte heute als eines der bedeutendsten Baudenkmäler aus der Zeit um 1700 und sei ein "Kleinod von Weltrang". Die Franckeschen Stiftungen wurden 1698 als pietistisches Sozial- und Bildungswerk von dem evangelischen Theologen und Pädagogen August Hermann Francke gegründet. Nach Angaben der Stiftungen wurden seit der Wiedervereinigung etwa 157 Millionen Euro in die Sanierung des zu DDR-Zeiten abrissreifen Ensembles investiert. Künftig werden sie unter anderem von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Kulturstiftung des Bundes genutzt.

SPD will Kultur als Staatsziel im Grundgesetz verankern

Die SPD will die Kultur als Staatsziel im Grundgesetz festschreiben. Das sieht ein Konzept des Parteivorstands vor. Kulturpolitik müsse in den kommenden Jahren tiefgreifende Veränderungsprozesse gestalten, heißt es darin. Die Künste seien eine wesentliche Werte- sowie Identitätsressource und für den Zusammenhalt in der Demokratie unverzichtbar. Der aktuelle Verlust sei enorm und müsse politisch abgefedert werden. Das Konzept sieht unter anderem Hilfen vor, um Kultur- und Kunstschaffenden notwendige Räume zu sichern. Der Bund solle eine moderierende Rolle spielen und alle in der Kulturpolitik Tätigen wie Kommunen, Stiftungen, Institutionen und die Zivilgesellschaft zusammenbringen. So sollen Finanzen und Förderungen besser koordiniert und unnötige Konkurrenzen vermieden werden. Vorgeschlagen werden auch Mindestgagen. Die sozialen Sicherungssysteme sollen weiter geöffnet werden. Für mehr Diversität und Geschlechtergerechtigkeit fordert die SPD Quoten in Jurys und Gremien. Außerdem schlägt sie ein bundesweites Register für umstrittene Kolonialfiguren vor, um besser mit historisch belasteten Denkmälern umgehen zu können.

Deutsche Bischöfe üben scharfe Kritik am Vatikan

Nach zahlreichen katholischen Gremien und Verbänden haben sich auch zwei katholische Bischöfe gegen das "Nein" des Vatikans zur Segnung homosexueller Paare gewandt. Die Entscheidung der Kurie habe großen Schaden angerichtet, sagte der Aachener Bischof Dieser bei einer Diskussionsveranstaltung. Zuvor hatte der Essener Bischof Overbeck in einem Brief an alle Pfarreien eine "ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität" verlangt. Die römische Glaubenskongregation hatte am Montag klargestellt, dass jede Segnungsform, die eine homosexuelle Partnerschaft anerkenne, unzulässig sei. Dagegen bemüht sich die Katholische Kirche in Deutschland derzeit im Rahmen des "Synodalen Wegs" um einen Reformprozess. Dazu gehört auch eine Erneuerung der kirchlichen Sexualmoral.

Der Akt- und Landschaftsfotograf Klaus Ender ist tot

Der ostdeutsche Akt- und Landschaftsfotograf Klaus Ender ist tot. Das meldet die Nachrichtenagentur dpa und beruft sich dabei auf Angaben seiner Frau Gabriela. Ender sei am Donnerstag im Alter von 81 Jahren gestorben. Der auf der Insel Rügen lebende Künstler wurde Anfang der 1970er Jahre als Fotograf bekannt. 1975 war er einer der Initiatoren der ersten DDR-Akt-Ausstellung. Die Wanderschau "Akt und Landschaft" zählte mehr als 100.000 Besucher und galt damit als erfolgreichste Fotoausstellung der DDR. Auch in den DDR-Zeitschriften "Eulenspiegel" und "Das Magazin" wurden die Aufnahmen von Ender veröffentlicht. Zudem verfasste er Aphorismen und Gedichte. Aufgrund eines Augeninfarktes konnte der Künstler seit dem vergangenen Jahr nicht mehr fotografieren. Auf dem linken Auge hatte er nach Angaben seiner Witwe schon in der Jugend keine Sehkraft mehr gehabt.

Schriftstellerin Cornelia Funke verlässt USA

Die Bestseller-Autorin Cornelia Funke kehrt der USA den Rücken und kommt zurück nach Europa. Sie tauscht ihre Avocadofarm in Malibu im US-Bundesstaat Kalifornien gegen eine Olivenfarm in der Toskana in Italien. Dass sie nach fast 16 Jahren in den USA das Land wieder verlässt, habe mehrere Gründe, sagte die Kinder- und Jugendbuchautorin der Deutschen Presse-Agentur. Die zwei wichtigsten seien der Klimawandel und die ständige Waldbrandgefahr in Kalifornien. Die 62jährige mache sich schon sehr lange Sorgen wegen der Klimakatastrophe dort. Funke ist Autorin von preisgekrönten Kinder- und Jugendbüchern wie "Drachenreiter", "Herr der Diebe" und der "Tintenwelt-Trilogie".

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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