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Samstag, 15.05.2021
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 18. März 2021

Pariser Buchmesse erneut wegen Corona abgesagt

Die Pariser Buchmesse wird auch im laufenden Jahr wegen der Corona-Krise abgesagt. Der Salon du livre, das größte französische Branchenereignis, sollte ursprünglich Ende Mai stattfinden, wie der Branchenverband mitteilte.Die Veranstaltung war bereits im vergangenen Jahr wegen der Covid-19-Pandemie ausgefallen. Frankreich ist heftig betroffen. Wegen stark gestiegener Corona-Infektionszahlen verhängt das Land bereits zum dritten Mal seit Beginn der Pandemie einen Lockdown über den Pariser Großraum und andere Landesteile. Dort müssen ab dem Wochenende für mindestens vier Wochen alle Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs schließen, wie Premierminister Castex am Abend in Paris ankündigte.

Bauhaus Museum in Dessau öffnet

Das Bauhaus Museum Dessau und das Bauhausgebäude sollen ab dem 30. März wieder für Besucher öffnen. Das teilte die Stiftung Bauhaus Dessau mit. Ein Besuch sei nur möglich, wenn vorab eine Eintrittskarte erworben wurde. Innerhalb der Gebäude müssen die Gäste den Mindestabstand von zwei Metern einhalten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Außerdem werden Kontaktdaten der Besucher zur Kontaktnachverfolgung erfasst. Das Bauhaus Museum Dessau beherbergt mit rund 50 000 katalogisierten Exponaten die nach eigenen Angaben weltweit zweitgrößte Sammlung zum Thema Bauhaus.

Ministerin will Ende der Fotoinstitut-Standortdebatte

Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hat davor gewarnt, mit einer andauernden Standortdiskussion den Bau des geplanten Bundesinstituts für Fotografie in Nordrhein-Westfalen zu behindern. Die Standortdebatte dürfe die Konzeptentwicklung und die Umsetzung nicht überlagern, sagte die parteilose Ministerin im Kulturausschuss des Landtags. Um das Institut ringen Essen und Düsseldorf. Eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie favorisiert Essen als Standort. Eine Initiative um den weltbekannten Fotokünstler Andreas Gursky macht sich dagegen für ein nationales Fotoinstitut in Düsseldorf stark. Sie habe sich mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Gursky getroffen, sagte Pfeiffer-Poensgen. Durch die "in Teilen unglückliche Gleichzeitigkeit verschiedener Aktivitäten" sei es zu Missverständnissen gekommen. Diese wolle man angesichts der Bedeutung eines zentralen Instituts, das auch die Bedeutung der Fotografie in Deutschland unterstreiche, ausräumen.

Finaltitel für den Jugendliteraturpreis ausgewählt

33 Titel gehen ins Finale für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2021. Die Auswahl der Nominierungen wurde von drei unabhängigen Jurys getroffen. Sie stellten ihre Kandidaten online vor. Die Kritikerjury prüfte 667 Titel und nominiert jeweils sechs Bücher in den Sparten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch. Sechs Leseclubs hätten sich durch rund 200 Jugendbücher gearbeitet, teilte der Arbeitskreis für Jugendliteratur in München mit: In Büchern gebe es keine Reisebeschränkungen, selbst in Pandemiezeiten lasse sich mit ihnen lesend die Welt umrunden. Der Preis ist mit insgesamt 72 000 Euro dotiert, die Sieger werden am 22. Oktober 2021 auf der Frankfurter Buchmesse verkündet.

US-Prominente kritisieren Hass gegen Asiaten

Als Reaktion auf die tödlichen Attacken in drei Massage-Salons nahe Atlanta haben US-amerikanische Prominente zunehmenden Rassismus gegen asiatischstämmige Menschen angeprangert. Die koreanisch-amerikanische Schauspielerin Ashley Park (29, "Emily in Paris") äußerte in einem Video auf Instagram, dass viele Menschen nicht verstünden, wo diese Taten von Hass und Gewalt gegenüber asiatischstämmigen Menschen herkämen. Sie und die Schauspielerin Shannon Lee - die Tochter der Kung-Fu-Legende Bruce Lee - kritisierten die Bezeichnung "Kung Flu" für das Coronavirus. An dieser Bezeichnung hatte der ehemalige Präsident Trump festgehalten. Er und seine Anhänger hatten auch immer wieder vom "China-Virus" gesprochen. Ähnlich äußerten sich weitere Prominente in den sozialen Medienund teilten den Hashtag #StopAsianHate. Am Dienstag waren im Bundesstaat Georgia acht Menschen erschossen worden. Medienberichten zufolge handelte es sich bei sechs der Toten um asiatischstämmige Frauen.
 

Berlin erweitert Förderung für digitale Filmproduktion

Berlin will die digitale Filmproduktion noch stärker fördern. Ein 2020 gestartetes Sonderprogramm des Medienboards Berlin-Brandenburg wird deshalb um eine Million auf insgesamt fünf Millionen Euro für 2020/2021 aufgestockt. Das teilte die Senatsverwaltung für Wirtschaft mit. Die Produzenten können einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent für in Berlin oder Brandenburg anfallende Herstellungskosten erhalten, maximal 500 000 Euro. Grund für die Ausweitung des Förderprogramms ist nach Angaben der Wirtschaftsverwaltung die große Nachfrage trotz der Produktionseinschränkungen durch die Corona-Pandemie. So seien bereits 15 Anträge mit einem Volumen von 4,8 Millionen Euro eingegangen. Mit der Aufstockung des Förderprogramms wolle man diese Zukunftsbranche weiter unterstützen und ausbauen, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. Durch digitale Effekte könnten auch Szenen erstellt werden, die aufgrund von Infektionsschutzvorgaben nicht real gedreht werden könnten.

Erzbistum Köln: Missbrauchs-Gutachten zählt 202 Beschuldigte

Das Erzbistum Köln hat sein lange erwartetes Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen katholischer Kirchenmitarbeiter in der Zeit von 1975 bis 2018 veröffentlicht. Nach Angaben des dafür verantwortlichen Strafrechtlers Björn Gercke gab es 314 Opfer von sexuellem Missbrauch, darunter 178 männliche und 119 weibliche. Bei 17 Opfern gab es keine Angabe zum Geschlecht. Insgesamt wurden rund 202 Beschuldigte im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch ermittelt, 63 Prozent von ihnen Kleriker. Erzbischof Rainer Maria Woelki, der das Gutachten in Auftrag gegeben hatte, wird entlastet. Es seien keine Pflichtverletzungen bei dem Kölner Kardinal feststellbar gewesen, sagte Gercke. Die Untersuchung belastet dagegen unter anderen den Hamburger Erzbischof Stefan Heße sowie die bereits verstorbenen Erzbischöfe Joseph Höffner und Joachim Meisner. Unmittelbar nach der Vorstellung des Gutachtens entband Kardinal Woelki Weihbischof Dominikus Schwaderlapp und Offizial Günter Assenmacher, gegen die ebenfalls Vorwürfe erhoben werden, von ihren Aufgaben.

Erster Freizeitpark um "Super-Mario" öffnet

Nach langer Verzögerung wegen der Corona-Pandemie ist in Japan der weltweit erste Freizeitpark rund um das Kult-Videospiel "Super Mario" eröffnet worden. Der Themenpark "Super Nintendo World" ist Teil des schon bestehenden Vergnügungsparks der Universal Studios im westjapanischen Osaka. Mit der neuen Attraktion sei "die Welt des Spiels perfekt nachgebildet" worden, erklärte ein Sprecher von Universal Studios Japan. Die Gebäude des umgerechnet rund 460 Millionen Euro teuren Parkprojekts sind kastenförmig und damit der Optik des Nintendo-Videospiels nachempfunden. Außerdem läuft die aus dem Spiel bekannte Musik und Besucher können per Smartphone virtuelle Münzen sammeln. Das erste "Super Mario Bros"-Spiel war 1985 für die Nintendo-Spielkonsole NES herausgekommen. Klempner Mario muss darin über Hindernisse springen, Münzen sammeln und Prinzessin Peach vor bösen Schildkröten retten.

Musikräte dringen auf Probeerlaubnis für Amateure

Der Deutsche Musikrat, der Bundesmusikverband Chor & Orchester und die Konferenz der Landesmusikräte appellieren vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen bei weiteren Öffnungsschritten die Amateurmusik zu berücksichtigen. "Die aktuelle Benachteiligung des Musikbereichs gegenüber dem Sport ist weder wissenschaftlich nachvollziehbar noch gesellschaftlich hinnehmbar", sagte der Präsident des Deutschen Musikrates, Martin Maria Krüger, in Berlin. Die Interessensverbände fordern, den mehr als 100.000 Amateurmusikensembles unter Einhaltung entsprechender Hygienekonzepte und Abstandsregeln baldmöglichst wieder das Proben zu ermöglichen. 14 Millionen Menschen musizierten in ihrer Freizeit, sagte Krüger. Damit sei die Amateurmusik das Fundament des "weltweit einzigartigen Musiklands Deutschland" und bilde die ökonomische Basis für die Musikwirtschaft.

Drei Frauen gewinnen Stipendium für Nichtstun

Drei Frauen sind die Gewinnerinnen der mit jeweils 1600 Euro dotierten Stipendien für Nichtstun der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Das Projekt ist Teil der Ausstellung "Übungen für ein anderes Leben", die im Sommer im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg gezeigt wird. Initiator Friedrich von Borries sagte der Deutschen Presse-Agentur, er freue sich über das weltweite Echo. Rund 2900 Bewerber aus 70 Ländern - darunter Wissenschaftler, Künstler, aber auch Kinder und Rentner - hätten an dem Projekt teilgenommen. Alle Gewinnerinnen hätten ein eigenes Vorhaben: Integrationsberaterin Hilistina Banze will eine Woche ihr Kopftuch nicht tragen und so ihr kurzrasiertes Haar zeigen, um Rollenklischees entgegenzutreten. Studentin Mia Hofner will für 14 Tage keine personenbezogenen Daten über sich generieren. Und Lebensmitteltechnikerin Kimberley Vehoff will ihren Beruf nicht mehr ausüben, da ihre sozialen Beziehungen unter wechselnden Schichten leiden.

Klage gegen Schließung von bayerischen Kulturorten

Prominente Musiker wie die Geigerin Anne-Sophie Mutter und der Bariton Christian Gerhaher haben eine Popularklage gegen die coronabedingten Schließungen kultureller Einrichtungen erhoben. Man habe die Klage am Donnerstag beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof eingereicht, teilte die Initiative "Aufstehen für die Kunst" laut der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Künstler wenden sich gegen eine Regelung in der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Das darin enthaltene Verbot von Kulturveranstaltungen sei rechtswidrig und verletze die von der Bayerischen Verfassung geschützten Rechte auf Kunstfreiheit und freie Berufsausübung, argumentierten sie. Stellvertretend für die Initiative haben unter anderem auch die Dirigenten Hansjörg Albrecht und Thomas Hengelbrock geklagt.

Seltene Porzellanschale für 605.000 Euro versteigert

Vom Flohmarkt zu Sotheby's: Eine seltene Schale aus dem China des 15. Jahrhunderts ist für rund 605.000 Euro versteigert worden. Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, gibt es nach aktuellem Wissensstand nur sechs weitere solcher Schalen in der Welt, die zumeist in Museen ausgestellt sind. Das weiße Porzellangefäß mit kobaltblauen Blumenverzierungen und anderen Zeichnungen aus der sogenannten Ming-Dynastie hatte laut Sotheby's ein Antiquitätenliebhaber bei einem Hinterhofverkauf in Connecticut entdeckt. Die Person habe sich gedacht, dass die Schale etwas Besonderes sein könnte. Später schickte sie per E-Mail Informationen und Fotos an Sotheby's und bat um eine Schätzung.

Theaterregisseur Françon bei Angriff schwer verletzt

Der französische Theaterregisseur Alain Françon ist laut Medienberichten bei einem Angriff schwer verletzt worden. Demnach ereignete sich der Vorfall im Zentrum der südfranzösischen Stadt Montpellier. Der 76-Jährige soll mit einem Messer angegriffen worden sein. Die genauen Umstände waren zunächst unklar. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf die Polizei schrieb, wurde Françon operiert und war am Abend nicht mehr in Gefahr. Nach Berichten einer Lokalzeitung gehen die Ermittler nicht von einem terroristischen Motiv aus.

James Levine mit 77 Jahren gestorben

Der Dirigent und Pianist James Levine ist tot. Wie heute bekannt wurde, starb er bereits am 9. März im Alter von 77 Jahren. Levine galt als einer der vielseitigsten und einflussreichsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Mit gerade einmal 29 Jahren wurde er 1973 Chefdirigent der Metropolitan Opera in New York und drei Jahre später auch ihr musikalischer Direktor. Jahrzehntelang prägte er das weltberühmte Opernhaus. Außerdem war er u. a. Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra und verfolgte eine internationale Karriere mit zahlreichen Gastverpflichtungen. In den vergangenen zehn Jahren litt Levine an gesundheitlichen Problemen. Außerdem wurden Missbrauchsvorwürfe gegen ihn laut, weshalb er 2018 von der Met suspendiert und schließlich entlassen wurde.

Hass-Kampagnen in den USA stark gestiegen

Hass-Kampagnen von Rechtsextremisten und weißen Suprematisten sind in den USA stark gestiegen. Das berichtet die Anti-Diffamierungs-Liga in New York. Viele von ihnen hätten die Stimmung während der Corona-Pandemie genutzt, um neue Anhänger ihrer extremistischen Ideen zu finden. Patriotische und nationalsozialistische Gruppierungen hätten während der Regierung von Ex-Präsident Donald Trump Zulauf und Rückendeckung bekommen. Im vergangenen Jahr sind nach dem Bericht 5.125 Fälle von rassistischen, antisemitischen und anderen Hassbotschaften erfasst worden - so viele wie seit zehn Jahren nicht. Die Hass-Propaganda sei über Flugblätter, Banner oder Poster gelaufen. Damit würden die Gruppen auf ihre Online-Aktivitäten hinweisen, sagt eine Direktorin der Anti-Diffamierungs-Liga.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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