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Kulturnachrichten

Dienstag, 16. März 2021

Pritzker-Preis für Architektur-Duo Lacaton und Vassal

Das französische Architektur-Duo Anne Lacaton and Jean-Philippe Vassal erhält den diesjährigen Pritzker-Preis. Das teilte die Jury in Chicago mit. Beide sind als Pioniere der Maxime "Umbau vor Neubau" bekannt und ihre Projekte stehen für klimagerechtes Bauen. Zu ihren bekanntesten Projekten gehört das Ausstellungsgebäude Palais de Tokyo in der französischen Hauptstadt. Beide lehren immer wieder an verschiedenen Universitäten, auch in Deutschland. Ihr Architektur-Ansatz erneuere das Erbe des Modernismus, hieß es in der Jury-Mitteilung. Sie seien in der Lage dem Individuum sozial, ökologisch und wirtschaftlich zu nützen und der Entwicklung einer Stadt zu helfen. Der Pritzker-Preis gilt als renommierteste Auszeichnung der Architektur-Branche und ist mit 100 000 Dollar dotiert.

China blockiert Messenger-Dienst Signal

Die chinesische Zensur hat auch den Messenger-Dienst Signal ins Visier genommen. Die App, die als alternative zu Whatsapp bekannt ist, kann von China aus nicht mehr aufgerufen werden. Nur mit einem speziellen VPN-Tunnel, mit dem Chinas "Große Firewall" umgangen werden kann, ist es noch möglich, über Signal Nachrichten zu empfangen. Ein Grund für die Sperrung ist nicht bekannt. Signal teilt damit das Schicksal von Google, Twitter, Youtube, Facebook, Whatsapp und anderen Internet-Plattformen, die in China nicht erreicht werden können. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte, dass ihm die Angelegenheit nicht bekannt sei. Grundsätzlich sei Chinas Internet offen. Die chinesische Regierung regele das Netz gemäß geltender Gesetze und Vorschriften.

Erste Staatliche Museen in Berlin öffnen wieder

Nach Monaten im kulturellen Lockdown öffnen erste Staatliche Museen in Berlin heute wieder. Die Museen setzen dabei strenge Hygiene-Maßnahmen um. Im ersten Schritt dabei sind die Musseen auf der Museumsinsel: das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, die James-Simon-Galerie, das Pergamonmuseum und das Panorama. Außerdem öffnet auch das Museum Europäischer Kulturen in Dahlem. Weitere Häuser sollen am 1. April folgen. Im Jahr vor der Pandemie hatten knapp 3,1 Millionen Menschen die Häuser der Museumsinsel besucht.

Bibel-Fragmente in Israel entdeckt

In Israel sind erstmals seit Jahrzehnten Fragmente einer Schriftrolle mit biblischen Texten entdeckt worden. Sie sei in einer Höhle in der Nähe des Toten Meeres gefunden worden, teilte die nationale Altertumsbehörde mit. Die Fragmente seien auf Griechisch verfasst und stammten aus der Zeit um 130 nach Christus. In ihnen enthalten sind demnach Auszüge aus dem Zwölfprophetenbuch. Außerdem wurden auch ein 6000 Jahre altes, mumifiziertes Skelett eines Kindes, Münzen, Pfeilspitzen, Kleidung, Sandalen, Lauskämme und ein großer Korb gefunden. Letzterer sei mehr als 10 000 Jahre alt und damit wohl der älteste der Welt. In den 1940er Jahre waren in Höhlen am Toten Meer die sogenannten Qumran-Rollen gefunden worden. Die antiken Schriften gehören zu den wichtigsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts.

Wegen Corona: Gedenkstätten machen Verluste

Die Brandenburger Gedenkstätten haben im vergangenen Jahr Verluste gemacht, weil coronabedingt wesentlich weniger Besucher gekommen sind. Allein die sechs Einrichtungen, die in der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten zusammengefasst sind, haben im vergangenen Jahr rund 255 000 Euro weniger eingenommen. Das teilte das Kulturministerium in Potsdam mit. Mehr als eine halbe Million weniger Menschen besuchten die Gedenkstätte Sachsenhausen im vergangenen Jahr. Um die Verluste auszugleichen, erhielten die Gedenkstätten erhöhte Fördermittel für 2020. Seit Montag sind die Gedenkstätten wieder geöffnet, einige nur eingeschränkt.

Frankreich gibt von Nazis geraubtes Klimt-Bild zurück

Frankreich will ein von den Nazis geraubtes Kunstwerk von Gustav Klimt zurückgeben. Es handele sich um das Ölgemälde "Rosen unter Bäumen", das derzeit im Pariser Musée d'Orsay aufbewahrt wird, sagte die französische Kulturministerin Roselyne Bachelot-Narquin. Das Bild stammt aus dem Besitz der jüdischen Österreicherin Nora Stiasny. Es ist das einzige Werk Klimts in Frankreichs Besitz und gelangte in den 1980er Jahren ins Musée d'Orsay. Noch kann das im August 1938 in Österreich zwangsverkaufte Werk aber nicht an die Nachkommen Nora Stiasnys übergeben werden, da es Teil einer staatlichen Sammlung ist. Ein Gesetzentwurf soll die Herausgabe nach den Worten der Ministerin bald ermöglichen.

Schatz der Wittelsbacher versteigert

Lange verloren geglaubte Kunstgegenstände der Wittelsbacher, der einstigen bayerischen Königsfamilie, sind in München versteigert worden. Die Gemälde, das Porzellan und Silber stammen aus Schloss Nádasdy in der westungarischen Stadt Sárvár. Die Adelsfamilie musste auf der Flucht vor der Roten Armee zahlreiche Kunstgegenstände im Schloss zurücklassen, wie das Auktionshaus Neumeister mitteilte. Vieles sei eingemauert worden und erst 1952 wieder zum Vorschein gekommen. Nach dem EU-Beitritt Ungarns 2004 nahmen die Erben Restitutionsverhandlungen mit dem ungarischen Staat auf. Das meiste Geld bei der heutigen Auktion brachten vier Porträts des Hofmalers Joseph Stieler ein.

Richter gibt über 100 Werke an Nationalgalerie

Der Künstler Gerhard Richter stellt der Berliner Nationalgalerie für das künftige "Museum des 20. Jahrhunderts" mehr als 100 Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen zur Verfügung. Ein entsprechender Vertrag zwischen der Gerhard Richter Kunststiftung und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz werde in Kürze unterzeichnet, teilte die Stiftung in Berlin mit. Zentrales Werk der langfristigen Kooperation sei der vierteilige Zyklus "Birkenau" (2014), der ab morgen bis zum 3. Oktober in der Alten Nationalgalerie gezeigt wird. Ab 2023 sollen dann wesentliche Teile des Gerhard-Richter-Konvoluts zunächst in der Neuen Nationalgalerie ausgestellt werden. Das "Museum der Moderne" soll bis 2026 am Kulturforum in Berlin entstehen.

Volksbühnen-Intendant Klaus Dörr beendet Tätigkeit

Nach Vorwürfen von mehreren Frauen gibt der Intendant der Berliner Volksbühne, Klaus Dörr, seinen Posten ab. Er werde seine Tätigkeit beenden, teilte das Theater mit. Darauf hätten sich Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und Dörr geeinigt. Ein Sprecher der Senatskulturverwaltung bestätigte die Angaben. Für die gegen ihn erhobenen Vorwürfe übernehme er die komplette Verantwortung und gebe sein Amt im Einvernehmen mit der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa auf, wurde Dörr in der Mitteilung zitiert. Er bedaure zutiefst, wenn er Mitarbeiterinnen mit seinem Verhalten, mit Worten oder Blicken verletzt habe. Dörr hatte die Leitung der Volksbühne vor drei Jahren übernommen. Er sollte das Theater nach Querelen um seinen Vorgänger vorübergehend führen. In diesem Jahr ist ohnehin ein Wechsel geplant - dann soll Regisseur René Pollesch übernehmen.

Oscar-Nominierungen wurden bekannt gegeben

Das Netflix-Drama "Mank" geht als Favorit ins Oscar-Rennen. Es wurde in zehn Kategorien nominiert, darunter für den besten Film. Dort konkurriert es unter anderem mit dem Film "Minari" über eine koreanisch-amerikanische Familie, dem Road-Movie "Nomadland" und dem Gerichtsthriller "The Trial of the Chicago 7". Der deutsche Komponist Volker Bertelmann, bekannt unter dem Künstlernamen Hauschka, und der deutsche Regisseur Max Lang hatten es zuvor auf die Shortlist geschafft, wurden letztendlich aber nicht mehr nominiert.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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