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Kulturnachrichten

Samstag, 13. März 2021

Schaubühnen-Intendant zweifelt an dem Schnelltests-Pilotprojekt

Der Intendant der Berliner Schaubühne hat die Idee, nach erfolgten Corona-Schnelltests, wieder in Theater, Operhäuser und Clubs gehen zu dürfen, ausdrücklich begrüßt. Es sei "alles richtig und wichtig, was versucht, die Kunst- und Kulturinstitutionen in die Situation zu bringen, mit einem sicheren Konzept wieder zu spielen, wieder vor Publikum zu gehen", sagte Thomas Ostermeier im Deutschlandfunk Kultur. Er zweifle allerdings an der Umsetzung: "Fünf Teststationen in der Stadt sind zu wenig", sagte er. Ostermeier befürchtet, das Tests-Pilotprojekt werde weder "vor Mitte April ausgewertet" noch lande man "mit den Inzidenzen unter 50, wo man ohne Schnelltests spielen" könnte.

Volksbühne-Intendant des Sexismus beschuldigt

Mehrere Mitarbeiterinnen der Berliner Volksbühne haben ihrem Intendant Klaus Dörr sexualisierte Grenzüberschreitung vorgeworfen. Bereits im November 2020 reichten zehn Mitarbeiterinnen des Theaters ihre Beschwerde gegen Dörr bei Themis ein, der Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt, berichtet die Berliner Tageszeitung "taz". "Enge, intime, körperliche Nähe und Berührungen, unverhohlenes Anstarren auf die Brust, erotisierende Bemerkungen sowie unangemessene SMS, Upskirting, also heimliches Fotografieren unter dem Rock, drohende Gebärden und verbale Einschüchterungen", so die Liste der Vorwürfe, die aus den Dokumenten hervorgehen, die der "taz" vorliegen. Am 2. März 2021 hatte Dörr wegen der Beschwerde der zehn Frauen eine Anhörung bei der Senatsverwaltung für Kultur. Was bei der Anhörung herausgekommen ist, ist nicht bekannt.

Netflix testet härteres Vorgehen gegen die Weitergabe von Passwörtern

Der Streaming-Dienst Netflix hat Medienberichten zufolge in den USA einen strengeren Umgang mit der Weitergabe von Passwörtern getestet. Das solle sicherstellen, dass Menschen, die Netflix-Konten nutzten, dazu berechtigt seien, hieß es von Seiten des Unternehmens. Die Umfrage einer Beratungsfirma hatte ergeben, dass rund ein Drittel der Abonnenten von Streaming-Diensten ihre Passwörter an Menschen weitergeben, die nicht in ihrem Haushalt wohnen.

Kritik an Kultur-Lockdown bei der César-Verleihung

Zahlreiche Schauspielerinnen und Schauspieler haben die Verleihung der französischen César-Filmpreise zum Anlass genommen, den Kultur-Lockdown in Frankreich scharf zu kritisieren. So sagte Isabelle Huppert, es sei an der Zeit, jetzt so schnell wie möglich die Kinos zu öffnen. In Frankreich sind die Kinosäle, Schauspielhäuer und Museen wegen der Corona-Krise seit Ende Oktober geschlossen. Seit Tagen werden in Paris, Straßburg und anderen Städten des Landes aus Protest Theaterhäuser besetzt.

Forderung nach Öffnung des "Hitler-Balkons"

Der sogenannte Hitler-Balkon auf dem Wiener Heldenplatz sollte nach dem Willen der Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich, Monika Sommer, künftig für Besucher zugänglich gemacht werden. Ein Betretungsverbot wie bisher sei kein angemessener Umgang, sagte Sommer der Deutschen Presse-Agentur. Allein der Blick von dort auf das Kanzleramt, das Parlament, den Amtssitz des Bundespräsidenten und das Wiener Rathaus sei geeignet, über die Demokratie als Gegengewicht zu diktatorischen Entwicklungen aufzuklären. In einem ersten Schritt sollte es Führungen für angemeldete Interessierte geben, sagte Sommer. Von der rund 200 Quadratmeter großen Terrasse der Hofburg, die meist Balkon genannt wird, hatte der in Österreich geborene Diktator Adolf Hitler (1889-1945) am 15. März 1938 unter dem Jubel der Massen den "Anschluss" seiner Heimat an das Deutsche Reich verkündet. Der Schritt war eine wesentliche Etappe auf dem Weg in den Zweiten Weltkrieg.

Césars wurden vergeben

Im Olympia in Paris wurden zum 46. Mal die Césars verliehen. Der französische Filmpreis wurde in 21 Kategorien vergeben. Dabei wurde "Adieu les cons" von Albert Dupontel als bester Film ausgezeichnet. Dupontel erhielt auch den César für die beste Regie. Die beste Hauptdarstellerin war Laure Calamy in "Antoinette dans les Cévennes", der beste Hauptdarsteller Sami Bouajila in "Un fils". Als bester ausländischer Film wurde "Rausch" von Thomas Vinterberg prämiert.

Bundesinstitut für Fotografie soll nach Essen gehen

Die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie für ein Deutsches Fotoinstitut spricht sich für den Standort Essen und gegen Düsseldorf aus. In der Begründung, die dem Deutschlandfunk vorliegt, heißt es, das Grundstück in Essen sei deutlich größer. Auch sei die Einbindung in vorhandene Institute besser, sagte Kulturstaatsministerin Grütters im Deutschlandfunk. Sie werde nun noch einmal versuchen, die Missverständnisse zwischen Essen und Düsseldorf auszuräumen, damit die Standortfrage nicht die Sachdebatte überlagere. Sie fühle sich aber zuallererst Essen und dem Ergebnis der Expertenempfehlung verpflichtet wie auch jetzt dem Standortgutachten. Sie wolle aber versuchen, die Düsseldorfer Initiativen mit einzubinden. Entstehen soll ausdrücklich kein neues Fotomuseum für ein breites Publikum, um anderen Häusern keine Konkurrenz zu machen. Das Institut sei eher vergleichbar mit dem Literaturarchiv in Marbach, so Grütters. Es soll 125 Millionen Euro kosten und bis Ende 2027 fertiggestellt sein.

Journalist der dpa in Myanmar festgenommen

Ein polnischer Journalist, der für die Deutsche Presse-Agentur in Myanmar tätig ist, ist von Einsatzkräften im Zentrum des Landes festgenommen worden. Robert Bociaga sei am Donnerstag in Taunggyi, der Hauptstadt des Shan-Staates, von Soldaten inhaftiert worden. Das berichteten übereinstimmend das Portal Myanmar Mix, das Nachrichtenunternehmen Khit Thit Media und zahlreiche User in sozialen Netzwerken. Der 30-Jährige soll dabei auch geschlagen und verletzt worden sein, so ein Reporter von Khit Thit Media auf Facebook. Die Deutsche Presse-Agentur hat derzeit keinen Kontakt zu Bociaga. Sie verurteile das Vorgehen und fordere die Verantwortlichen auf, den Journalisten umgehend freizulassen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte in Berlin, der Fall sei bekannt und man bemühe sich um konsularische Betreuung.

Jüdischer Fotowettbewerb zeichnet Preisträger aus

Zehn Fotografien sind beim Wettbewerb "Zusammenhalt in Vielfalt - Jüdischer Alltag in Deutschland" prämiert worden. "Die eingereichten Fotos illustrieren wie eine bunte Collage jüdisches Leben und damit auch das Miteinander in unserer Gegenwart in Deutschland im 21. Jahrhundert. Sie sind mal lässig, mal witzig, pointiert oder plakativ", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der digitalen Preisverleihung. Insgesamt waren 650 Beiträge zum Wettbewerb eingereicht worden. Der Fotowettbewerb war ein Jahr nach dem Anschlag auf die Synagoge von Halle als ein Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung ausgelobt worden.

Berlinale 2022 wieder im Februar

Nach einem Ausnahmejahr soll die Berlinale 2022 wieder wie üblich im Februar stattfinden. Die nächsten Filmfestspiele sind vom 10. bis 20. Februar 2022 geplant, teilten die Veranstalter mit. Wegen der Pandemie war das Filmfestival in diesem Jahr geteilt worden: Anfang März gab es einen digitalen Branchentreff, im Juni ist ein Festival fürs Publikum geplant. Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt.

Silberner Löwe der Biennale für Stuttgarter Musiker

Das Stuttgarter Musik-Ensemble Neue Vocalsolisten erhält einen Silbernen Löwen bei der italienischen Biennale di Venezia 2021. Das Ensemble sei ein "Labor für Experimente der stimmlichen Dramaturgie", begründeten die Veranstalter die Entscheidung. Damit treffen sie das Selbstverständnis der Musiker: die Neuen Vocalisten Stuttgart sehen sich als "Forscher und Entdecker". Sie arbeiten mit digitalen Medien und experimentieren mit verschiedenen Genres. Die Verleihung des Preises ist für den 20. September in der Lagunen-Stadt geplant.

Linden-Museum stellt schwieriges Erbe aus

Das Stuttgarter Linden-Museum stellt sich der eigenen umstrittenen Vergangenheit. Unter dem Ausstellungstitel „Schwieriges Erbe" widmet es sich vor allem den ersten Jahrzehnten seiner Geschichte und den Spuren, die der Kolonialismus auch in Württemberg und den Sammlungen des Hauses hinterlassen hat. „Wir werden mit Sicherheit unschöne Seiten des Museums aufdecken, aber es ist wichtig, sich damit zu beschäftigen", kündigte Museumsleiterin Ines de Castro an. Mit der Ausstellung öffnet das Linden-Museum nach dem Corona-Lockdown am 16. März. Das Linden-Museum beherbergt mehr als 160 000 Objekte aus allen Erdteilen außerhalb Europas. Bekannt ist es auch für seine fortgeschrittene Provenienzforschung.

"The Weeknd" will Grammys künftig boykottieren

Der kanadische R&B-Popstar The Weeknd hat angekündigt, die Verleihung der wichtigsten Musikpreise der Welt künftig zu boykottieren. Trotz seines weltweit erfolgreichen Songs "Blinding Lights" war er bei den Nominierungen für die diesjährigen Grammy-Preise leer ausgegangen. Die Grammys werden in rund 80 Kategorien vergeben, etwa 13 000 Mitglieder der Recording Academy entscheiden über die Preisträger. Die Intransparenz des Vergabeverfahrens und die Frage, inwieweit die Grammys der zunehmenden Diversität in der Musikszene gerecht werden, wird bereits seit Jahren öffentlich diskutiert. Zuletzt hatte die zuständige Recording Academy einige Verbesserungsvorstöße unternommen. Die Grammy Awards 2021 werden am 14. März 2021 in Los Angeles verliehen.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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