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Kulturnachrichten

Samstag, 28. März 2020

Bachmann-Jury gegen Aussetzung des Preises

Nach der Absage des Ingeborg-Bachmann-Preises für 2020 haben fünf von sieben Jury-Mitgliedern gegen die Aussetzung der diesjährigen "Tage der deutschsprachigen Literatur" protestiert. In einem offenen Brief an die Landesdirektorin des ORF Kärnten, Karin Bernhard, betonen die Unterzeichnenden die Wichtigkeit des Wettbewerbs als "Zeichen der Solidarität mit den Kulturschaffenden, aber auch mit den Kulturkonsumierenden" in der Corona-Krise. Man halte es für möglich, den Wettbewerb in alternativer Form auch 2020 im Fernsehen stattfinden zu lassen. Zu den unterzeichnenden Jurymitgliedern gehören Klaus Kastberger, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler, Michael Wiederstein und Insa Wilke. Die "Tage der deutschsprachigen Literatur", in deren Rahmen der Bachmann-Preis vergeben wird, sollten eigentlich ab dem 17. Juni stattfinden. Die nächste Ausgabe wird damit erst im Sommer 2021 veranstaltet.

Lausannes Nachtwächter läutet Warnglocke

Im schweizerischen Lausanne ertönt in diesen Tagen von der Kathedrale wieder eine jahrhundertealte Warnglocke. Sie wird nur dann geläutet, wenn der eher ruhigen Stadt Gefahr droht. Derzeit wird sie geläutet, um die Bewohner wegen der Corona-Pandemie zur Solidarität aufzurufen. Dabei steht der Nachtwächter mit Filzhut und Laterne mittelalterlich anmutend im Glockenturm und läutet die 3,4 Tonnen schwere Glocke mit drei Schlägen gefolgt von einer Pause, sechs weiteren Schlägen und einer erneuten Pause. Dann wiederholt er den Rhythmus, das Ganze geht über drei Minuten.

Staatliche Ballettschule Berlin in der Kritik

Nach der Ausschreibung zweier Spitzenposten an der Staatlichen Ballettschule Berlin gibt es Kritik aus der Szene. Die Proskenion Stiftung für Nachwuchsförderung kritisiert, dass nicht erst die Vorwürfe gegen den bisherigen Schulleiter und den künstlerischen Leiter der Ballettschule umfassend aufgeklärt würden. Die Lehrer und ihre Schüler hätten ein Recht auf eine objektive Aufarbeitung durch die bereits eingesetzte neutrale Expertenkommission, so der Leiter der Stiftung, Lars Göhmann in einer Erklärung. Nach anonymer Kritik am Umgang mit Schülerinnen und Schülern waren der Schul- und der künstlerische Leiter im Februar vom Dienst freigestellt worden.

Ohnsorg-Theater in Finanznot

Das Hamburger Ohnsorg-Theater ist durch die Corona-Krise in Finanznöte geraten. Intendant Michael Lang sagte der Bild-Zeitung, er mache sich Sorgen um den Fortbestand des Hauses. Das Theater setzt bis zum 30. April seine Aufführungen aus. Für seine Mitarbeiter habe er Kurzarbeit beantragt, so Lang. Das Hamburger Volkstheater wird seit mehr als 100 Jahren bespielt und ist eine Institution in der Hansestadt. Zu den Stars gehörten einst Heidi Kabel und Henry Vahl.

Woody Allens Autobiografie erscheint heute

Nach längerer Debatte um eine Veröffentlichung ist heute die Autobiografie des Filmemachers Woody Allen auch in Deutschland erschienen. Der Rowohlt-Verlag hatte das Buch bereits im elektronischen Formal in der vergangenen Woche herausgebracht. Der Termin für die Hardcover-Veröffentlichung wurde jetzt vorgezogen. Der 84-jährige US-Regisseur wird seit den 90er Jahren von seiner Adoptivtochter der sexualisierten Gewalt gegen sie beschuldigt. Aus diesem Grund hatte der US-Verlag Hachette davon abgesehen, das Buch herauszubringen. Auch in Deutschland hatten Autoren des Rowohlt-Verlags dagegen protestiert, dass ihr Verlag die Autobiografie veröffentlicht.

Rammstein-Sänger Lindemann war auf Intensivstation

Rammstein-Sänger Till Lindemann wird nach einer Nacht auf der Intensivstation weiter im Krankenhaus behandelt. Lindemann sei am Donnerstag vom Arzt der Band in ein Krankenhaus eingewiesen worden, teilte die Band am Freitagabend auf ihrer Homepage mit. "Till hat eine Nacht auf der Intensivstation verbracht und wird heute auf eine andere Station verlegt, weil es ihm besser geht", hieß es. "Der Test auf das Corona-Virus war negativ." Nähere Angaben machte die Band nicht. In wenigen Wochen steht die Fortsetzung der erfolgreichen Stadiontour von Rammstein in Europa und Nordamerika auf dem Programm. Bisher gibt es von Seiten der Band und des Tourveranstalters keine Angaben, ob die Tour wie geplant stattfinden kann und soll. Rammstein gilt mit ihrem martialischen Auftreten als international erfolgreichste deutsche Band.

Zebrastreifen Abbey Road wurde neu gestrichen

Der berühmte Zebrastreifen der Abbey Road in London hat einen neuen Anstrich bekommen. Der Fußgängerüberweg sei erneuert worden, schrieb die Zeitung "Guardian". Der Zebrastreifen ist ein Touristenmagnet und eine beliebte Pilgerstätte für Fans der Beatles, seit die britische Band die Straße im Jahr 1969 für das Coverfoto ihres Albums "Abbey Road" überquerte. Mit nachgestellten Fotos und Selfies strapazieren Touristen und Fans an der Abbey Road regelmäßig die Nerven der Autofahrer. Wegen der Coronavirus-Pandemie gilt momentan in Großbritannien aber eine Ausgangsbeschränkung. Deshalb herrscht an der sonst so belebten Straße im Londoner Stadtteil St John's Wood ungewohnte Ruhe. Das nutzten Mitarbeiter der Stadt, um die berühmten Streifen mit frischer weißer Farbe nachzuziehen.

Mehrstündiges Benefiz-Konzert im Livestream

Internationale Popstars veranstalten in der Corona-Krise ein 13-stündiges Benefiz-Konzert, das am Samstag im Livestream übertragen wird. Die Einnahmen des Events mit dem Titel "Stream Aid 2020" sollen einer Stiftung der Weltgesundheitsorganisation zugute kommen, mit der die WHO den weltweiten Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie unterstützt. Das Gemeinschafts-Konzert soll von 5.00 bis 18.00 Uhr deutscher Zeit auf der Streamingplattform Twitch übertragen werden. Unter anderem wollen die Popsängerinnen Rita Ora und Ellie Goulding, der Sänger John Legend sowie zahlreiche andere Stars aus der internationalen Musikszene teilnehmen.

Hilfsprogramm für Filmbranche

Die Filmförderungen der Länder und des Bundes wollen die von der Corona-Krise betroffene Film- und Medienbranche mit einem Hilfsprogramm in Höhe von 15 Millionen Euro unterstützen. Die Maßnahmen sollen gemeinschaftlich geförderten Projekten zugutekommen, für die andere Hilfsprogramme nicht greifen, teilte die Film- und Medienstiftung NRW mit. Unter anderem gibt es Sonderhilfen für entstehende Mehrkosten bei Unterbrechung und Verschiebung von Dreharbeiten wegen der Corona-Pandemie. Aus diesem Grund abgebrochene Produktionen müssen den Angaben zufolge bereits ausgezahlte Fördermittel nicht zurückzahlen. Auch der Filmverleih und die Kinos sollen Unterstützung erhalten, etwa durch die Stundung von Abgaben und Darlehensrückzahlungen. An dem Hilfsprogramm beteiligt sind neben der Film- und Medienstiftung NRW der FilmFernsehFonds Bayern, die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, HessenFilm, Medienboard Berlin-Brandenburg, die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg, die Mitteldeutsche Medienförderung, nordmedia sowie die Filmförderungsanstalt und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Deutscher Podcast Preis an sieben Preisträger verliehen

Der Deutsche Podcast Preis hat zum ersten Mal die besten Formate der deutschen Podcast-Landschaft in insgesamt sieben Kategorien ausgezeichnet. Charlotte Roche und ihr Ehemann Martin Kess wurden als "Bestes Talk-Team" für ihren Podcast "Paardiologie" ausgezeichnet wie auch als "Bester Newcomer/beste Newcomerin". Für die beste journalistische Leistung ist der Podcast "Zeit Verbrechen" ausgezeichnet worden. Der Publikumspreis ging an "Gemischtes Hack", eine Koproduktion von Comedian Felix Lobrecht und Fernseh-Autor Tommi Schmitt. Initiatoren des Deutschen Podcast Preises sind 13 Akteure der Audiobranche, darunter Deutschlandradio.

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