Samstag, 24.10.2020
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 22. März 2020

Facebook und Instagram wollen Internet entlasten

Um das Internet in der Corona-Krise zu entlasten, werden nun auch Facebook und Instagram die Bildqualität von Videos in Europa verringern. Das teilte ein Sprecher des Mutterunternehmens der beiden Online-Netzwerke am Sonntag mit. Zuvor hatten bereits der Film- und Serien-Anbieter Netflix und das Video-Portal YouTube ähnliche Maßnahmen angekündigt.

In Jerusalem ist der Tempelberg geschlossen worden

Der Tempelberg in Jerusalem ist seit dem Abend für muslimische Beter geschlossen. Entsprechende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus veröffentlichte die zuständige islamische Wakf-Behörde laut örtlichen Medienberichten. Wakf-Mitarbeiter sollen demnach weiter ihrer Arbeit auf dem Areal nachkommen. Erstmals rief damit die Behörde Muslime auf, der drittheiligsten Stätte des Islam fernzubleiben. Die Entscheidung sei "bitter", aber zum Schutz des Lebens und der Sicherheit der Gläubigen unvermeidlich, hieß es. Israel verpflichtete sich laut Berichten, keine jüdischen Besucher und keine Touristen auf den Tempelberg zu lassen.

Opernsänger Plácido Domingo hat Coronavirus

Der spanische Opern-Star Plácido Domingo ist positiv auf das neue Coronavirus und die Erkrankung Covid-19 getestet worden. Er fühle sich moralisch verpflichtet, dies mitzuteilen, schrieb der 79-Jährige auf seiner Facebook-Seite. Er und seine Familie hätten sich vorerst von der Außenwelt isoliert. Ihnen gehe es gut. Vor dem Test habe er Fieber und Husten gehabt und sich deshalb überprüfen lassen. Domingo rief Fans und andere über Facebook zur Vorsicht auf, sich häufig die Hände zu waschen und Abstand zu anderen Menschen einzuhalten. "Zusammen können wir dieses Virus bekämpfen und hoffentlich bald zu unserem normalen Alltag zurückkehren." Domingo ist einer der größten Opern-Stars der Welt. Zuletzt hatten ihm mehrere Frauen sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen, weswegen er einige Auftritte abgesagt und sich entschuldigt hatte.

Gemeinsames Musizieren in der Krise vom Balkon aus

Zwischen Mailand und Sizilien erklingt seit Beginn der Corona-Epidemie die Musik von Balkonen und aus Fenstern, Menschen singen und musizieren gegen die Krise. Die Italiener machen es vor - jetzt ziehen die Deutschen nach. Profimusiker und Hobbyspieler haben heute Abend erstmals zeitgleich zum Instrument gegriffen und vor allem von ihren Privatwohnungen aus in einer Art gemeinsamem Konzert Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude" angestimmt. Posaunen in Gütersloh und Streicher in Ludwigslust, eine musizierende Familie auf einem Balkon in Weimar, der Bratschist der Dresdner Philharmonie und Querflöten und Trompeter in einem Bonner Mehrfamilienhaus, Klavierspiel, Akkordeon und Gesang auch an zahlreichen anderen Orten. "Alle Menschen werden Brüder, heißt es in Beethovens 'Ode an die Freude'. Das können wir in diesen Tagen alle brauchen", sagte Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor der Stadt Bonn und des Beethoven-Orchesters Bonn, im WDR-Fernsehen. "Wenn man den Geist mitnimmt in dieser schweren Zeit, dann ist das ja auch schon mal 'was wert."

Nik P. warnt vor Covid-19

Der österreichische Sänger Nik P. hat sich trotz Vorsichtsmaßnahmen mit dem Coronavirus angesteckt. Der für seinen Hit "Ein Stern" bekannte Künstler sei in seinem Haus bei Salzburg unter Quarantäne, sagte sein Manager der Deutschen Presseagentur. In einer Botschaft an seine Fans sagte der Sänger: "Es geht schneller, als man denkt, dass man sich infiziert - ohne, dass man es im ersten Moment überhaupt bemerkt". Er appellierte: "Bitte bleibt zu Hause, geht nicht mehr unnötig hinaus und haltet die vorgeschriebenen Maßnahmen ein!"

Disney verschiebt Start seines Streaming-Dienstes

Der Disney-Konzern verschiebt auf Bitten der französischen Regierung den Start seines Streaming-Dienstes in Frankreich, um in der Coronavirus-Krise keinen zusätzlichen Druck auf die Netze aufzubauen. Als neuen Termin nannte Disney den 7. April. In Deutschland und anderen europäischen Ländern soll der Service Disney+ unverändert am 24. März online gehen. In Europa gibt es insgesamt die Sorge, dass die verstärkte Heimarbeit und Nutzung von Unterhaltungsangeboten die Netze verstopfen könnten. Internet-Anbieter versicherten bisher, dass sie den Anstieg schultern können. Der EU-Kommission geht es darum, dass die Auslastung der Netze das Arbeiten von zu Hause und Zugang zu Bildungsangeboten erlaubt.

Regisseur Nolan sorgt sich um Kinos

Der britisch-amerikanische Regisseur Christopher Nolan ist über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinos und deren Mitarbeiter besorgt.
Kinos seien ein wichtiger Teil des sozialen Lebens, schrieb Nolan in einem Meinungsbeitrag für die "Washington Post". "Sie werden unsere Hilfe brauchen." Sie seien Orte, wo Menschen aufeinandertreffen. Gerade in diesen Zeiten, wo dies nicht möglich sei, würde dieser Wert von Gemeinschaft besonders deutlich. Wenn diese Krise vorbeigehe, sei es wichtiger denn je, "gemeinsam zu leben und lieben und lachen und weinen", erklärt Nolan in dem Beitrag.

Kardinal Marx: Corona ist keine Strafe Gottes

Die Corona-Pandemie ist nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx keine Strafe Gottes. Die Botschaft Jesu sei, dass Gott die Menschen liebe und annehme, sagte er in einem Interview mit dem "Münchner Merkur". "Wir haben letztlich keine Antwort darauf, warum wir leiden. Wir sind Geschöpfe, wir sind endlich, wir sind sterblich." Christen hofften jedoch "auf den Gott, der sich selbst auf das Leiden und das Sterben eingelassen hat". Diese Botschaft sei gerade jetzt wichtig. Die Entscheidung, das kirchliche Leben herunterzufahren, sei ihm sehr schwer gefallen, räumte der Erzbischof ein. Es sei aber richtig, an dieser Stelle Verantwortung für die gesamte Gesellschaft zu übernehmen.

Der Star-Geiger Hellmut Stern ist tot

Der Geiger Hellmut Stern ist tot. Dies hat der RBB aus Familienkreisen erfahren. Stern war 34 Jahre Konzertmeister der Berliner Philharmoniker. 1928 in Friedenau geboren, konnte Stern nach den Novemberpogromen mit seinen Eltern nach China fliehen, bevor er Konzertmeister des Israel Philharmonic Orchestra wurde. 1961 kehrte er nach Berlin zurück, wo er bei den Berliner Philharmonikern als Konzertmeister und Orchestervorstand tätig war. Ihm ist es gelungen, das Orchester erstmals nach Israel zu führen, wo es unter dem Dirigat von Daniel Barenboim Triumphe feierte. Stern hat nach seiner aktiven Zeit als Geiger ab 1994 in unzähligen Schulklassengesprächen als Zeitzeuge gewirkt.

Berliner Schaubühne geht online

Die Berliner Schaubühne verlegt ihren Spielbetrieb auf die virtuelle Bühne. Auf der Webseite des Theaters stehe ab sofort täglich von 18.30 Uhr bis Mitternacht kostenfrei ein Online-Ersatzspielplan mit täglich wechselndem Programm bereit, kündigte das Theater an. Zu sehen seien Fernsehaufzeichnungen von Schaubühnen-Inszenierungen aus verschiedenen Jahrzehnten, darunter auch von Peter Stein, Luc Bondy, Klaus Michael Grüber und Andrea Breth. Es sei naheliegend, mit Henrik Ibsens "Volksfeind" zu beginnen, sagte der künstlerische Leiter Thomas Ostermeier. In dem Stück bedrohe das verseuchte Grundwasser eines Badeorts die Gesundheit der Menschen und es entbrenne ein Konflikt um die Frage, was vernünftigerweise zu tun sei. Die Ensemblemitglieder beteiligten sich an dem Programm mit kleinen Video-Botschaften aus der häuslichen Isolation. Der Online-Spielplan gelte erst einmal bis zum Ende der Osterferien. In Berlin sind - wie auch in anderen Städten - große Theater wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

Der Schauspieler Sascha Oskar Weis ist tot

Der Schauspieler Sascha Oskar Weis ist tot. Er starb mit nur 49 Jahren an einem Herzinfarkt. Das teilte das Landestheater Salzburg mit. Weis spielte neben vielen Paraderollen auch den "Mammon" im Salzburger "Jedermann". Der gebürtige Wiener war seit 2009 als festes Ensemblemitglied am Salzburger Landestheater engagiert. Zuvor arbeitete er zehn Jahre in Deutschland. Zu seinen Rollen gehörte Mozart in Peter Shaffers "Amadeus", Mercutio in "Romeo und Julia", Danny in "Grease" und Tony in "West Side Story". In der laufenden Spielzeit war er als Professor Higgins im Musical "My Fair Lady" am Salzburger Landestheater zu sehen. Intendant Carl Philip von Maldeghem reagierte mit Bestürzung auf den plötzlichen Tod des Schauspielers. Sascha Oskar Weis habe über zehn Jahre lang mit zentralen Partien das Landestheater wesentlich mitgeprägt. "Seine Leidenschaft für die Bühne und seine Präzision in der Gestaltung seiner Bühnenfiguren werden uns immer in Erinnerung bleiben", sagte Maldeghem.

Filmfest Dresden auf September verschoben

Das Filmfest Dresden wird wegen der Corona-Krise auf September verschoben. Die 32. Ausgabe soll nun vom 8. bis 13. September stattfinden, wie die Organisatoren am Samstag mitteilten. Ursprünglich sollte es vom 21. bis 26. April über die Bühne gehen. Die Veranstaltung zählt zu den höchst dotierten Kurzfilmfestivals Europas. Festivalleiterin Sylke Gottlebe erklärte, die Verschiebung sei "auch aus Verantwortungsgefühl unseren Gästen und Mitarbeitern gegenüber unumgänglich" gewesen. Die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) zeigte sich als Schirmherrin "sehr betrübt" über die notwendige Absage. Ob das Festivalprogramm im September wie geplant oder mit Einschränkungen stattfindet, werde noch geprüft. Im vergangenen Jahr standen beim 31. Filmfest Dresden knapp 400 internationale Kurzfilme, Workshops, Podiumsdiskussionen und selten gezeigte Filme auf dem Programm. Rund 500 Gäste aus 20 Nationen waren dabei. Vergeben wurden mehr als ein Dutzend Preise im Gesamtwert von über 67.000 Euro.

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