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Mittwoch, 03.06.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 20. März 2020

Bundesregierung will Kulturschaffenden helfen

Die Bundesregierung will Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen mit einer Milliardenhilfe vor der Pleite bewahren. Dafür stelle die Regierung 40 bis 50 Milliarden Euro bereit, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters dem Rundfunk Berlin-Brandenburg. Ein Teil davon komme dem Kulturbereich zugute. Künstler seien in dieser Situation lebenswichtig, da sie Orientierung gäben und Sinn stifteten, so Grütters. Sie betonte, die Hilfe solle so schnell und unbürokratisch wie möglich kommen. Einzelheiten sollen bis Montag geklärt sein.

Festival "Theater der Welt" auf 2021 verschoben

Das Festival "Theater der Welt" in Düsseldorf findet nicht wie geplant im Mai 2020 statt. Das internationale Theaterfest wird auf Juni 2021 verschoben, teilten die Organisatoren mit. Vor dem Hintergrund der Entwicklungen durch das Coronavirus hätten Förderer und Veranstalter dies entschieden. Unter den derzeitigen Bestimmungen zum internationalen Reiseverkehr und für die Visa-Vergabe sei die weitere Planung und Umsetzung nicht mehr möglich. Vom 14. bis zum 31. Mai 2020 hatten in Düsseldorf 34 künstlerische Produktionen mit 400 Künstlern aus 48 Ländern an vielen Orten gezeigt werden sollen. Das Festival des Internationalen Theaterinstituts findet regulär alle drei Jahre statt.

Leipziger Theaterwerkstätten nähen Corona-Schutz

Alle Aufführungen sind abgesagt, die Theater geschlossen. Daher übernehmen die Kostümbildner in den Leipziger Theaterwerkstätten in Corona-Zeiten eine andere Aufgabe: Wie Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte, nähen sie ab Montag Masken und Schutzkleidung. Die Masken würden eine einfache Form haben, die Schutzkleidung solle jedoch allen medizinischen Ansprüchen genügen. Die Schutzkleidung aus der Theaterwerkstatt werde natürlich nur einen kleinen Beitrag leisten können, sagte Jung, aber man sollte die Kapazitäten und das handwerkliche Niveau nutzen.

Wegen Corona: Vatikan erlaubt Generalabsolution

Wegen der Corona-Pandemie hat der Vatikan den Priestern in allen betroffenen Gebieten die Möglichkeit zur Generalabsolution erteilt. Sie können damit den anwesenden Gläubigen auch ohne Einzelbeichte die Vergebung ihrer Sünden zusprechen. Am Osterfest zum vorgesehenen Datum am 12. April hält der Vatikan fest. Das entschied die zuständige Gottesdienstkongregation in einem Dekret. Wo entsprechende Versammlungsbeschränkungen von staatlichen oder kirchlichen Autoritäten in Kraft seien, könnten Bischöfe und Priester die Gottesdienste von Gründonnerstag bis Ostern aber ohne physische Teilnahme von Gläubigen feiern.
Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit und Prozessionen könnten auf den Herbst verschoben werden.

Serebrennikow gibt Tipps für Corona-Isolation

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow hat Tipps gegen die Corona-Einöde gegeben. Der 50-Jährige stand anderthalb Jahre unter Hausarrest und sagt nun in einem Video: Das ist die Chance, aus dieser Isolation als völlig neuer Mensch herauszukommen. Serebrennikow rät, Ordnung in das "tägliche Chaos" zu bringen und sich auf das Wesentliche zu besinnen und auf die Menschen, die einem am wichtigsten seien. Der Regisseur empfiehlt unter anderem Sex, Sport, Schreiben, Zeichnen, Sprachenlernen, Kochen und das Lesen dicker Bücher. Serebrennikow inszenierte Anfang März von Moskau aus am Deutschen Theater in Berlin das Stück "Decamerone". Er darf zwar inzwischen wieder an seinem Theater Gogol-Center arbeiten. Die Stadt verlassen darf er aber nicht. Sein Theater musste - wie alle in Moskau - nun wegen des Coronavirus bis 10. April schließen.

Evangelische Kirche erwägt Hilfen für freie Musiker

Angesichts der dramatischen Folgen der Corona-Krise für freiberufliche Musiker erwägt die evangelische Kirche Hilfen. "Es ist dringend notwendig, dass wir uns solidarisch zeigen", sagte der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Claussen. Er reagierte damit auf einen Appell des Deutschen Musikrats an die Kirchen, Musikern ihr Honorar auch im Falle gecancelter Veranstaltungen zu zahlen. In den Festgottesdiensten zu Ostern etwa, die nicht stattfinden dürfen, wären viele freiberufliche Musiker aufgetreten. Das Geld für deren Auftritte sei zumeist in den Haushalten der Kirchengemeinden schon eingeplant; daher müsse man jetzt nur "Kulanzregeln" finden, um die Musiker zu bezahlen, so Claussen. Er appellierte auch an das Pulikum Karten für ein nicht gegebenes Konzert zu kaufen und damit zu spenden.

Zugriffe auf Nachrichtenportale schnellen nach oben

In der Corona-Krise schnellen derzeit die Zugriffszahlen auf Online-Angebote überregionaler Nachrichtenmedien in Deutschland nach oben. Zu diesem Ergebnis kommt der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Er hat die Daten mehrerer großer überregionaler Zeitungen und Zeitschriften aus der ersten Märzhälfte ausgewertet. Insgesamt liege die Nutzung um 46 Prozent über der ersten Februarhälfte, teilte der VDZ in Berlin mit. Zugleich seien bereits 80 Prozent der Zugriffszahlen vom März vergangenen Jahres erreicht worden. In Krisenzeiten zeige sich "der besondere Wert vertrauenswürdiger Informationen journalistischer Pressemarken auf allen Kanälen", sagte VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer.

Cirque du Soleil schickt Mitarbeitende in Zwangsurlaub

Das kanadische Zirkusunternehmen Cirque du Soleil schickt fast sämtliche Mitarbeitende in den Zwangsurlaub. Betroffen sind 95 Prozent aller Angestellten. Das teilte das kanadische Unternehmen am Donnerstag mit. Wegen des Coronavirus sind sämtliche 44 Shows des Cirque du Soleil weltweit derzeit ausgesetzt. Das Unternehmen habe keine andere Alternative, als seine sämtlichen Aktivitäten einzustellen, bis die Pandemie unter Kontrolle sei und Kunstschaffende, Mitarbeitende und Publikum nicht mehr in Gefahr seien, hieß es weiter. Die Tourplanung und der Kartenverkauf für das kommende Jahr liefen aber weiter.

Metropolitan Opera streicht alle Konzerte

Die Metropolitan Opera in New York hat alle Konzerte bis zum Ende des laufenden Spielplans abgesagt. Gehaltszahlungen an das Orchester, den Chor und andere Angestellte würden Ende März wegen des Coronavirus eingestellt, teilte die Oper mit. Generaldirektor Peter Gelb sagte, er verzichte auf sein Gehalt von umgerechnet 1,3 Millionen Euro, bis das normale Geschäft wieder anlaufe. Auch andere hochbezahlte Mitglieder der Führungsriege müssen Einbußen von 10 bis 50 Prozent des Gehalts in Kauf nehmen. Die Met startete eine Notfall-Spendenaktion von 50 bis 60 Millionen Dollar und erhielt von ihrem Vorstand Zusagen für 11 Millionen Dollar.

Filmfestspiele von Cannes verschoben

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird das Filmfestival von Cannes in diesem Jahr nicht wie geplant im Mai stattfinden. Möglicherweise werde es auf Ende Juni oder Anfang Juli verschoben, teilten die Organisatoren am Abend mit. Es gebe aber auch noch andere Überlegungen, wie sich das diesjährige Festival retten ließe. Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes zählen zu den weltweit bedeutendsten Filmfestivals.

Gallery Weekend in den Herbst verlegt

Das für Mai geplante Gallery Weekend Berlin wird mit Blick auf die Corona-Krise auf Herbst verschoben. In Absprache mit den teilnehmenden Galerien wird die Präsentation überwiegend zeitgenössischer Kunst auf das Wochenende vom 11. bis 13. September verlegt, wie die Veranstalter mitteilten. Dann würden mehr internationale Gäste erwartet. Gleichzeitig wollen einige Galerien wie vorgesehen ihre Ausstellungen im Mai zeigen.

"Fidelio"-Premiere im TV statt auf der Bühne

Nachdem die Wiener "Fidelio"-Premiere unter der Regie von Hollywood-Star und Oscar-Preisträger Christoph Waltz der Coronavirus-Krise zum Opfer gefallen ist, kommt die Inszenierung nun stattdessen ins Fernsehen. Da die letzten Proben aufgezeichnet worden waren, können die Klassikplattformen fidelio.at und medici.tv und ORF2 die Arbeit von Waltz am Freitag als Aufzeichnung zeigen. "Das Theater an der Wien wurde kurzfristig für die finalen Proben zu einem Filmstudio umfunktioniert, mit Kameras, einem großen Kamerakran und technischem Equipment", erklärte Dirigent Manfred Honeck.

Oberammergauer Passionsspiele auf 2022 verschoben

Die Passionsspiele von Oberammergau werden wegen der Corona-Pandemie um zwei Jahre verschoben. Da die Gesundheit von Gästen und Mitwirkenden höchste Priorität habe, werde die für den 16. Mai geplante Premiere im Mai 2022 stattfinden, teilten die Veranstalter mit. 1633 hatten die Oberammergauer gelobt, das Epos alle zehn Jahre zu spielen, wenn niemand mehr an der Pest sterbe. Seither mussten die Spiele nur zweimal ersatzlos gestrichen werden: 1770 wegen eines Generalverbots und 1940 wegen des Zweiten Weltkriegs.

PEN fordert Grundeinkommen für Künstler

Die Schriftstellervereinigung PEN fordert angesichts von Corona ein sechsmonatiges bedingungsloses Grundeinkommen für Solo-Selbstständige in der Kulturbranche. Viele Freiberufliche in der Kreativwirtschaft seien wegen der Veranstaltungsabsagen existenziell bedroht und bräuchten staatliche Hilfe, erklärte das deutsche PEN-Zentrum in Darmstadt. Ersten Umfragen zufolge fielen bei vielen Künstlern, die auf Honorarbasis arbeiteten, 80 bis 100 Prozent der Einnahmen weg.

Ruhrtriennale soll wie geplant stattfinden

Trotz Corona-Krise laufen die Planungen für das bekannte Kulturfestival Ruhrtriennale. Das "Festival der Künste" soll vom 14. August bis 20. September stattfinden, wie die Veranstalter in Bochum mitteilten. In der letzten Spielzeit von Intendantin Stefanie Carp seien 33 Produktionen und Projekte an 17 Spielstätten in Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gladbeck und Wuppertal geplant. 700 Künstler aus 40 Ländern präsentierten Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Konzerte und bildende Kunst in den Industriehallen des Ruhrgebiets. Bei einer Absage der Veranstaltungen werde der Ticketpreis zurückerstattet.

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