Seit 02:05 Uhr Tonart

Sonntag, 31.05.2020
 
Seit 02:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Sonntag, 8. März 2020

Nockherberg-Aufführung wegen Coronavirus verschoben

Der Starkbieranstich auf dem Nockherberg in München mit satirischer Bußpredigt und anschließendem Singspiel wird wegen des Coronavirus verschoben. Das teilte die veranstaltende Paulaner-Brauerei mit. Die Hoffnung, der Starkbieranstich könnte stattfinden, sei groß gewesen, sagte eine Sprecherin: "Da es keine öffentliche Großveranstaltung ist und es eine begrenzte Gästezahl von 560 gibt." Der Corona-Krisenstab in Bayern habe allerdings bei der Nockherberg-Veranstaltung zahlreiche Coronavirus-Infektionsrisiken gesehen und dazu geraten, den Starkbieranstich abzusagen oder zu verschieben.

Käßmann beklagt Frauenmangel bei Religionsführern

Anlässlich des internationalen Frauentags hat die evangelische Theologin Margot Käßmann einen Mangel an Frauen in religiösen Spitzenämtern bemängelt. Zwar freue sie sich, dass in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) heute Frauen alle Ämter wahrnehmen könnten. "Aber das ist die Ausnahme", schreibt Käßmann in der "Bild am Sonntag". Bei Treffen von Religionsführern seien dort meist ausschließlich Männer zu sehen. "Obwohl es in der Regel Frauen sind, die Religion praktizieren und an ihre Kinder und Enkel weitergeben", betonte die frühere EKD-Ratsvorsitzende. Auch heute noch brauche die Gesellschaft allgemein den Internationalen Frauentag. In ganz Asien sind unterdessen tausende Menschen für mehr Gleichstellung auf die Straße gegangen. In Thailand, Indonesien und auf den Philippinen beteiligten sich jeweils hunderte Frauen und Männer an den jährlichen Demonstrationszügen zum 8. März. Demonstranten in Bangkok forderten einen besseren Arbeitsschutz und mehr Rechte für Frauen. Die Demo in der philippinischen Hauptstadt Manila richtete sich auch gegen den Präsidenten Duterte, dem immer wieder Frauenfeindlichkeit vorgeworfen wird. In Jakarta forderten Demonstrantinnen Gesetze gegen sexuelle Gewalt.

Folkwang Museum zum "Museum des Jahres" gewählt

Deutschlands Kunstkritiker haben das Folkwang Museum in Essen zum "Museum des Jahres" gewählt. Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbands AICA begründete die Entscheidung damit, dass das Haus immer wieder seine bedeutende Sammlung mit thematisch aktuellen Sonderausstellungen verbinde. Zur "Ausstellung des Jahres" kürten die Kritiker die Schau "Palast der Republik" in der Kunsthalle Rostock. Dort werde die Geschichte des gleichnamigen einstigen und mittlerweile abgerissenen SED-Prachtbaus in Berlin leicht verständlich und wissenschaftlich sachlich dargestellt. Den Titel "Besondere Ausstellung" erhielt die Schau "The Making of Husbands: Christina Ramberg in Dialogue" am Berliner Ausstellungsort Kunst-Werke. Dort wurde das bislang wenig untersuchte Werk der Chicagoer Malerin Christina Ramberg gezeigt und in Bezug zu anderen Exponaten unterschiedlichster Formen gestellt.

Coronavirus macht auch Goethe-Instituten zu schaffen

Das grassierende Coronavirus macht auch den Goethe-Instituten zu schaffen. "Das beschäftigt uns natürlich sehr", sagte der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, der Deutschen Presse-Agentur. Als Ausweichmöglichkeit für das Lehrangebot nannte Lehmann digitale Kurse. "Wenn die Bildungs- und Kultureinrichtungen vor Ort schließen, schließen wir auch, so dass wir da keine Ausnahme machen. Wir können die Menschen nicht gefährden. Aber es trifft uns schon hart, das muss ich wirklich sagen." Wenn Sprachkurse ausfallen, gingen Einnahmen verloren, die für kulturelle Arbeit verwendet würden. Wie groß der Schaden wird, ist demnach noch nicht abzusehen. Derzeit seien Institute in China und Mailand geschlossen. Japan habe noch geöffnet. Aber das seien alles Dinge, die sich innerhalb einer Woche ändern könnten.

Ausstellungen in Italien wegen Virus geschlossen

Am ersten Tag einer großflächigen Quarantäne wegen des Corona-Virus im Norden Italiens sind auch manche weiter südlich gelegenen Touristenattraktionen geschlossen. In Rom ist die vielbeachtete Ausstellung zum 500. Todestag des Künstlers Raffael geschlossen, nur drei Tage nach der Öffnung für das Publikum. Die Ausstellung mit 120 Werken bleibe bis zum 3. April geschlossen, stand auf ihrer Internetseite. Die vatikanischen Museen bleiben ebenfalls bis zum 3. April geschlossen. Auch die Ruinen von Pompeji können nicht mehr besichtigt werden. Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte kurz nach Mitternacht weitreichende Reisebeschränkungen für große Teile Norditaliens ausgewiesen.

Papst-Auftritte wegen Corona nur per Liveübertragung

Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Italien wird Papst Franziskus das heutige Angelus-Gebet nicht am Fenster vor den Menschen direkt sprechen. Das traditionelle Gebet am Sonntagmittag soll stattdessen per Video live aus dem Papstpalast übertragen werden. Das teilte das Pressebüro des Vatikans mit. Es werde zudem auf Bildschirmen auf dem Petersplatz zu sehen sein. Die nächste Generalaudienz am Mittwoch solle ebenfalls auf ähnliche Weise verändert werden. Es gehe darum, die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit Covid-19 zu bremsen und die Sicherheit zu erhöhen. Das Angelusgebet des Papstes wird in der Regel von Tausenden Besuchern auf dem Petersplatz verfolgt. Große Menschenansammlungen gelten aber als Risiko für eine Ansteckung. Italien ist in Europa das am stärksten von Corona-Infektionen betroffene Land.

lit.COLOGNE trotzt dem Coronavirus

Das Literaturfestival Lit.Cologne soll trotz der Ausbreitung des Coronavirus wie geplant am Dienstag starten. Die Lit.Cologne sei nicht mit Großveranstaltungen wie der Leipziger Buchmesse zu vergleichen, sagte Festivalchef Osnowski der Deutschen Presse-Agentur. Die Veranstaltungen seien kleiner und verteilten sich auf zwölf Tage. Damit seien sie mit Theater-, Konzert- und Kinoveranstaltungen vergleichbar, die tausendfach in Deutschland stattfänden. Eine Absage wäre unverhältnismäßig und würde auch den Fortbestand des Festivals gefährden, sagte Osnowski. Einige Veranstaltungen wurden aber auf Wunsch der Autoren und Autorinnen verschoben oder ganz abgesagt.

Frauenrechtsorganisation erhält Göttinger Friedenspreis

Die Frauenrechtsorganisation Amica hat den Göttinger Friedenspreis 2020 erhalten. Mit der Unterstützung von Frauen in Krisengebieten wie Syrien, Libyen und der Ostukraine leiste der Verein einen entscheidenden Beitrag zur Versöhnung und einer nachhaltigen Friedensordnung in den Konfliktländern, hieß es zur Begründung bei der Verleihung in Göttingen. Gewürdigt werde die langjährige Tätigkeit einer Organisation, die nicht laut, dafür aber effizient an der Basis von Gesellschaften arbeite. Amica setzt sich seit mehr als 25 Jahren für von Gewalt betroffene Frauen ein.

Umstrittenes Mediengesetz in Polen verabschiedet

Gut zwei Monate vor der Präsidentenwahl in Polen hat Staatsoberhaupt Andrzej Duda ein umstrittenes Mediengesetz unterzeichnet, das hohe Subventionen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorsieht. Regierungsgegner hatten zuvor vergeblich an den Präsidenten appelliert, sein Veto einzulegen. Sie kritisieren die Subventionen als Wahlkampfhilfe für ihn. Duda sagte dagegen, er habe keine Zweifel, dass diese Mittel für die Funktion der Radio- und Fernsehsender nötig seien. Laut Gesetz erhalten die Sender im laufenden Jahr Subventionen in Höhe von umgerechnet 454 Millionen Euro. Die nationalkonservative Regierungspartei PiS hatte dies damit begründet, dass die Öffentlich-Rechtlichen massive Ausfälle bei den Rundfunkgebühren haben, die in Polen kaum jemand zahlt. Die PiS hat seit ihrer Machtübernahme im Jahr 2015 den öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter ihre Kontrolle gebracht. PiS-Gegner werfen besonders dem Fernsehsender TVP vor, Propaganda für die Nationalkonservativen zu machen.

Kulturnachrichten hören

März 2020
MO DI MI DO FR SA SO
24 25 26 27 28 29 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur