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Kulturnachrichten

Montag, 18. März 2019

Steinmeier lobt Arbeit der Kunstvereine

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit von Kunstvereinen betont. "Kunstvereine und Freundeskreise von Museen leisten Unschätzbares für die bildende Kunst in Deutschland", sagte Steinmeier am Montagabend während der Mitgliederversammlung der Freunde der Nationalgalerie. Der Verein sorge "mit viel Geld, viel Arbeit und viel Kennerschaft dafür, dass die Nationalgalerie heute wieder das ist, was sie schon einmal war: ein international bedeutendes Museum". Nicht nur die Kunst brauche ein solches bürgerschaftliches Engagement. Die Demokratie insgesamt lebe vom Engagement ihrer Bürger. Demokratie sei angewiesen auf Interesse und praktische Mitarbeit ihrer Bürger. "In der Gesellschaft wird die Demokratie gelebt, und wir wissen, es geht ihr dann am besten, wenn sie als eine Gesellschaft von Bürgern gelebt wird."

Kunstpreis Berlin für Architektin Gailhoustet

Die französische Architektin und Stadtplanerin Renée Gailhoustet ist mit dem Großen Kunstpreis Berlin ausgezeichnet worden. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am Montag in der Akademie der Künste an die 1929 in Algerien geborene Gailhoustet vergeben. Die Jury zeichnete Gailhoustet nach Akademie-Angaben dafür aus, dass sie in den 1970er Jahren im Großraum Paris mit begrünten Terrassenhäusern dem Massenwohnungsbau eine "zukunftsweisende Alternative" entgegensetzte. Sie plante mehrere Wohntürme in Ivry-sur-Seine mit Läden, Ateliers oder Gärten. Was ihr Werk heute so aktuell und exemplarisch mache, seien zum Beispiel Fragen der nachhaltigen Entwicklung. Auch 2019 gehe es um Verdichtung, bezahlbare Mieten, soziale Durchmischung und urbanes Grün, so die Jury.

Ungleiche Bezahlung auch auf der Bühne

Der Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne, vermutet, dass er auch im Schauspielbereich ein "Pay Gap", eine ungleiche Bezahlung gibt. Im Interview mit dem Deutschlandfunk erklärte Grandmontagne zum "Equal Pay Day", dass bei Solisten die Gage "frei verhandelt wird" und "Erfahrung, Ausbildung und die Verhandelbarkeit" eine Rolle spielten. "Wir sind nicht so arrogant zu glauben, dass die Probleme, die für den Rest der Gesellschaft gelten, da nicht zu finden seien. Positiv sei jedoch, dass Orchester, Chöre und Tanzgruppen durch einen Tarifvertrag unabhängig von Geschlecht gleiche Bezahlung bekämen. Genauso sei es auch bei der Mindestgage. Dennoch seien viele Führungspositionen noch männlich besetzt, die schlechter bezahlten Positionen mit Frauen, so Grandmontagne. "Soziokulturelle Normen und Rollenbilder" müssten auch am Theater noch verändert werden. Der "Equal Pay Day" am 18. März steht symbolisch für die unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen. Über alle Branchen und Berufe hinweg bestand laut Statistischem Bundesamt zuletzt ein Lohnunterschied von 21 Prozent.

Protest gegen rechte Verlage auf Buchmesse

Das Aktionsnetzwerk "Leipzig liest weltoffen" ruft zum Protest gegen die Präsenz rechter Verlage auf der Leipziger Buchmesse auf. Dazu sei vor der offiziellen Eröffnungsveranstaltung des Branchentreffs am Mittwochabend eine Kundgebung auf dem zentralen Augustusplatz geplant, teilte das Netzwerk in Leipzig mit. Die Buchmesse wird am selben Abend mit der Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung offiziell eröffnet. "Auch in diesem Jahr werden wieder rechte und rechtsoffene Verlage auf der Leipziger Buchmesse versuchen, ihre Ideologien der Ungleichwertigkeit zu verbreiten", erklärte Irena Rudolph-Kokot für das Netzwerk. In den vergangenen Jahren hatten die Messestände etwa des Antaios-Verlags von Götz Kubitschek und des "Compact"-Magazins von Jürgen Elsässer für Aufregung gesorgt und Debatten auf der Messe und darüber hinaus ausgelöst. Während das Magazin auch in diesem Jahr vertreten ist, hat sich der Antaios-Verlag nicht zur Messe angemeldet.

Mailänder Scala will doch kein Geld aus Saudi-Arabien

Die Mailänder Scala will nach einer wochenlangen Debatte nun doch kein Geld aus Saudi-Arabien. Der Aufsichtsrat stimmte heute einstimmig gegen die Vereinbarung. Die 3,1 Millionen Euro, die Saudi-Arabien bereits überwiesen hatte, würden zurückgezahlt, sagte Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala.
Der österreichische Intendant Alexander Pereira hatte eine Kooperation mit Saudi-Arabien ins Auge gefasst, wonach die Saudis in den kommenden fünf Jahren 15 Millionen Euro an die Scala zahlen und im Gegenzug einen Platz im Aufsichtsrat bekommen. Die geplante Kooperation hatte in Italien vor allem wegen der Menschenrechtslage in dem erzkonservativen arabischen Land große Empörung ausgelöst. Zuletzt hatte der brutale Mord an dem Regimekritiker Jamal Khashoggi weltweit Entsetzen ausgelöst.

FAZ trennt sich von Mit-Herausgeber Steltzner

Der Journalist Holger Steltzner ist nicht mehr Mit-Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Die Grundlage für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den anderen Herausgebern sei nicht mehr gegeben, teilte die Zeitung mit. Steltzner war einer von vier Herausgebern, die das Blatt journalistisch führen. Zu den Gründen für das Ausscheiden Steltzners aus dem Führungsquartett machte der Verlag auf Nachfrage keine näheren Angaben. Der 56-Jährige war seit 1993 bei der FAZ, seit August 2002 in der Rolle des Herausgebers, der für den Wirtschafts- und Sportteil verantwortlich war. Zu seiner Nachfolge machte die FAZ zunächst keine Angaben.

Stiftung gibt entwendete Zeichnung zurück

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat eine Zeichnung des Romantikers Carl Philipp Fohr aus dem Berliner Kupferstichkabinett an die Erben des früheren Eigentümers Karl Mayer zurückgegeben. Der Eisenwarengroßhändler und Sammler Mayer (1894-1976) war noch vor Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler aus dem bereits von Judenfeindlichkeit geprägten Deutschland ins Exil gegangen. Er verlor seinen Betrieb in Darmstadt durch Zwang, die Sammlung wurde ausgeschlachtet. Das Blatt, das die Berliner Museen 1941 auf dem Kunstmarkt erwarben, war nach Angaben der Stiftung vom Montag aufgrund eines Stempels zweifellos der Sammlung Mayers zuzuordnen. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, freute sich über die Restitution: "Die systematische Erforschung der Provenienzen unserer Sammlungen ist essenziell, um das in der NS-Zeit geschehene Unrecht aufzuarbeiten."

Großer Bibliothekskongress in Leipzig

Die Bibliotheken wollen sich stärker als Kommunikations-, Interaktions- und Erlebnisräume positionieren. Das hat der Präsident des Dachverbands "Bibliothek und Information Deutschland", Heinz-Jürgen Lorenzen, zum Auftakt des 7. Bibliothekskongresses in Leipzig mit mehr als 4.000 Teilnehmern deutlich gemacht. Bibliotheken seien Orte der Integration, des Dialogs und der gelebten Demokratie und könnten als solche populistischen und antidemokratischen Tendenzen der Gesellschaft entgegenwirken, so Lorenzen. Sie vermittelten auch digitale Medienkompetenz, die in Zeiten von 'Fake News' immer wichtiger werde. Der Direktor der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille, sagte, nur wer sich früh mit Geschichten auseinandersetze, werde sie reflektieren. Deshalb seien die Bibliotheken einer der wichtigsten Partner, um diese Aufgabe zu erfüllen - eben weil Arbeit, Schule oder das Zuhause es nicht allein leisten könnten.

Surf-Musik-Legende Dick Dale mit 81 Jahren gestorben

Der US-amerikanische Gitarrist Dick Dale, ein Pionier der Surf-Musik, ist tot. Der Musiker sei am Samstagabend gestorben, teilte Dales Bassist Sam Bolle am Sonntag dem britischen "Guardian" mit. Der "King of the Surf Guitar" wurde 81 Jahre alt. In den frühen 1960er Jahren war er durch Instrumental-Hits wie "Misirlou" bekannt geworden. Regisseur Quentin Tarantino setzte den Titel zum Auftakt seines Films "Pulp Fiction" ein und machte ihn damit 30 Jahre nach der Original-Aufnahme wieder populär. Dale stand bis zuletzt in den USA auf der Bühne. Der in Boston unter dem Namen Richard Anthony Monsour geborene Künstler spielte schon als Kind Gitarre. Als Teenager zog er in den 1950er Jahren mit seiner Familie nach Kalifornien und entdeckte dort seine Leidenschaft fürs Wellenreiten. Mit seiner Band The Del-Tones begründete er die Surf-Rock-Szene.

See-Astrolabium Vasco da Gama-Zeit im Guinness-Buch

Ein Astrolabium von einem Schiffswrack aus der Flotte des Entdeckers Vasco da Gama wird als ältestes nautisches Gerät dieser Art ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Die Bronze-Scheibe mit einem Durchmesser von 17,5 Zentimetern war bei einer Archäologischen Exkursion vor dem Sultanat Oman 2014 zutage gekommen. Die wissenschaftlichen Untersuchungen der Scheibe beschreiben Experten der britischen Universität von Warwick im "International Journal of Nautical Archeology". Demnach stammt das Astrolabium aus dem Zeitraum zwischen 1496 und 1501. Das Astrolabium ist eine Art drehbare Sternkarte, mit dem der Himmel in ebener Form nachgebildet werden kann. Damit ist es möglich, die Uhrzeit und die Himmelsrichtungen zu bestimmen. Heute gibt es nur noch 104 bekannte Exemplare.

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