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Kulturnachrichten

Sonntag, 17. März 2019

Buchpreis zur Verständigung an Masha Gessen

Die russisch-amerikanische Journalistin und Schriftstellerin Masha Gessen erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2019. Sie wird für ihr Buch "Die Zukunft ist Geschichte. Wie Russland die Freiheit gewann und wieder verlor" ausgezeichnet. Gessens Hinweis auf das Fehlen des demokratischen Instrumentariums der postsowjetischen Gesellschaft schärfe den Blick für die Gefährdung der eigenen demokratischen Institutionen, heißt es in der Begründung der Jury. Der Preis wird zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse (21. bis 24. März) verliehen. Er ist mit 20 000 Euro dotiert und wird seit 1994 vergeben. Für das Buch erhielt Gessen 2017 den National Book Award, einen der renommiertesten Buchpreise in den USA.

Einhard-Preis an Emmanuelle Loyer verliehen

Die Pariser Historikerin Emmanuelle Loyer ist mit dem Einhard-Literaturpreis 2019 ausgezeichnet worden. Sie habe die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre Biografie des französischen Ethnologen Claude Lévi-Strauss (1908-2009) erhalten, teilte die Einhard-Stiftung in Seligenstadt mit. Die Laudatio hielt die Malerin und Schriftstellerin Anita Albus. Sie hob besonders "den Reichtum an Information, den Scharfsinn der psychologischen Analyse und die Richtigkeit der Schlussfolgerungen" hervor, durch die das Buch Loyers ergreife, überrasche und bezaubere. Die Autorin lasse in ihrem Werk eine ganze Epoche wiederaufleben. In ihrer Dankesrede sagte die Preisträgerin Loyer, sie habe nicht versucht, "das Tun und Lassen eines großen Mannes zu schreiben, sondern das Jahrhundert von Lévi-Strauss zu durchqueren". Der Ethnologe sei ein "ernster und exzentrischer, unruhiger und träumerischer Intellektueller" gewesen, der seinen Blick auf viele Probleme der Welt von heute gerichtet habe: auf die Beziehungen zwischen Mensch und Tier, die neuen Elternschaften, die ökologischen Fragen und die Probleme der Entwicklung.

Neuer Deutscher Jazzpreis an Shreefpunk plus Strings

Die von dem Trompeter Matthias Schriefl gegründete Band Shreefpunk plus Strings hat den mit 10.000 Euro dotierten Neuen Deutschen Jazzpreis gewonnen. Die Gruppe um den 37-jährigen Musiker wurde im Finale in Mannheim vom Publikum gewählt. Kern der 2003 gegründeten Band sind ein Trio mit Trompete, Bass und Gitarre, das je nach Bedarf erweitert wird. Bei der Preisverleihung kündigte die Gruppe nach Angaben der Veranstalter an, dass das Preisgeld unter allen Teilnehmerbands aufgeteilt werde. Schriefl selbst wurde als bester Solist mit 1000 Euro geehrt. Den Neuen Deutschen Kompositionspreises in Höhe von 2000 Euro gewann Benjamin Schaefer. Der Stadtverwaltung von Mannheim zufolge ist die von der IG Jazz Rhein-Neckar und der Alten Feuerwache verliehene Auszeichnung der einzige Publikumspreis der deutschen Jazzszene. Die Ehrung gilt als höchstdotierte Auszeichnung für deutsche Jazzbands.

Gitarre von Bob Dylan aus den 60ern versteigert

Eine von Bob Dylan in den 60er Jahren gespielte Gitarre ist für 187 000 Dollar bei einer Auktion in Dallas versteigert worden. Über den neuen Besitzer wurde nichts bekannt. Dylan benutzte die Fender-Electric 12 String (Baujahr 1965) unter anderem bei Aufnahmen für sein legendäres Album "Blonde on Blonde". Das Musikfachblatt "Rolling Stone" listete das Album unter den Top 100 der Liste mit den "500 besten Alben aller Zeiten" auf. "Dies ist ein großartiges Stück Rock-Geschichte", sagte Garry Shrum von Heritage Auctions in einer Mitteilung. Nach Angaben des Auktionshauses wurden nur wenige Gitarren dieser Machart - mit einer Sunburst-Lackierung und einem Schlagbrett aus Perloid - hergestellt.

SPD gegen CDU-Vorschlag zum Urheberrecht

Die SPD hat den Vorschlägen der CDU zur Umsetzung des geplanten europäischen Urheberrechts im Internet eine Absage erteilt. Die umstrittene Einigung der EU sieht vor, Plattformen wie Youtube stärker in die Pflicht zu nehmen. Videos sollen vor dem Hochladen überprüft werden. Dies gehe nach Auffassung von Kritikern nur über Upload-Filter. Die CDU will nun laut dpa-Informationen bei der nationalen Umsetzung völlig auf den Einsatz dieser Filter verzichten. Stattdessen sollen die Plattformen für geschützte Werke in der Regel Lizenzen erwerben. Unterhalb einer zeitlichen Grenze sollen Uploads von Lizenzgebühren frei sein. Die SPD hingegen fordert, die Uploadfilter europaweit zu verhindern. "Dafür ist es noch nicht zu spät", sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol der dpa. Der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil forderte auf Twitter: "Wir sollten nicht auf nationale Regelungen warten, sondern jetzt eine Lösung im Europa-Parlamemt hinbekommen."

Venedig will Werbung an Kirchen zulassen

Laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung „La Stampa sollen zukünftig in Venedig großformatige Werbebanner an Kirchenfassaden zur Finanzierung der nötigen Restaurierungsarbeiten beitragen. Damit sollen 50 Kirchen in der Altstadt vor dem Verfall gerettet werden. Die Stadtverwaltung hat dem Bericht zufolge bereits das Einverständnis des Ministeriums erhalten, „angemessene Werbebotschaften an den Fassaden anzubringen. Eine Sonderkommission soll die Plakate zuvor überprüfen. Der italienische Kunsthistoriker Tomasso Montanari kritisierte das Vorhaben. Die Kirche könne nicht einen „Gott des Geldes verurteilen und sich dann selbst in den Dienst des Geldes stellen. Die Bistumsleitung hätte seiner Meinung nach die Öffentlichkeit informieren und zu Spenden aufrufen sollen.

Länderpapier zur Restitution von Kolonialraubkunst

Fünf Bundesländer haben sich auf eine eigene Erklärung zum Umgang mit Kulturgütern aus ehemaligen Kolonien geeinigt - gemeint sind Berlin, Hamburg, Thüringen, Brandenburg und Bremen. Dazu sagte Berlins Kultursenator Klaus Lederer im Deutschlandfunk: "Mir hat ein unmissverständliches Bekenntnis zum systematischen Gewaltcharakter des Kolonialismus gefehlt." Außerdem hätten sich der Bund und einige Länder gescheut, völkerrechtlich relevante Begriffe in die Erklärung aufzunehmen, die zu Rechtstreitigkeiten führen könnten. Wenn man es tatsächlich ernst meine mit der Restitution, dürfe man nicht so lange mit der Rückgabe von Kulturgütern warten, bis lückenlos nachgewiesen sei, dass der Erwerb unrechtmäßig war. In dem verabschiedeten Papier heißt es dazu, Restitutionen sollten ermöglicht werden, wo sie gewünscht werden. "Es ist über die Provenienzforschung hinaus die Frage zu diskutieren, ob es einen rechtmäßigen Erwerb unter einem Gesamtunrechtskontext überhaupt gibt. Und gibt es nicht mitunter auch ethisch-moralische Pflichten, die uns abverlangen, Werke zurückzugeben?"

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