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Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. März 2019

Minister einigen sich auf Umgang mit kolonialem Erbe

Kulturgüter aus kolonialem Kontext sollen an die Herkunftsländer zurückgegeben werden. Vorrang bei der Aufarbeitung des Sammlungsgutes soll den menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten zukommen, heißt es in einer am Mittwoch in Berlin verabschiedeten gemeinsamen Eckpunktepapier der Kulturminister. Besonders relevant seien Kulturgüter, die im Rahmen formaler Kolonialherrschaften des Deutschen Reiches nach Deutschland verbracht wurden. Museen sollen selbstständig und proaktiv Sammlungsgut identifizieren, für das eine Rückführung infrage kommt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach von einer Anerkennung der historischen Verantwortung Deutschlands für sein koloniales Erbe. Mit den Herkunftsstaaten werde ein Dialog der Partnerschaft und Würde angestrebt.

Bürgerpreis für Eltern ermordeter Studentin

Friederike und Clemens Ladenburger haben für die nach ihrer ermordeten Tochter benannten Stiftung den "Bürgerpreis der deutschen Zeitungen" erhalten. Die Stiftung sei aus Mut und Kraft und wirklicher menschlicher Größe entstanden, würdigte die Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender, das Engagement des Ehepaares. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) werde ihnen verliehen, weil sie mit der Stiftung dem Dunklen, das sie erlebten, trotzten, "weil sie nicht zulassen, dass der Hass von ihnen Besitz ergreifen, weil sie Marias Licht weiter leuchten lassen", so Büdenbender. Die Tochter Maria war Ende 2016 in Freiburg von einem afghanischen Asylbewerber getötet worden. Mit der Stiftung setzte das Ehepaar in "lauten Zeiten leise Töne entgegen", betonte Büdenbender. Nach dem Mord an Maria habe das Ehepaar immer zu Besonnenheit aufgerufen und nicht zugelassen, dass laute Stimmen das Schicksal ihrer Tochter instrumentalisierten.

Italiens Regierung schmückt sich mit Leonardo da Vinci

Italien will Leonardo da Vinci zu dessen 500. Todestag mit Hunderten Veranstaltungen im In- und Ausland würdigen. "Er ist ein Unsterblicher (...), er macht uns stolz", sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte bei der Vorstellung des Programms zum Todestag des italienischen Universalkünstlers am 2. Mai. Das Jubiläum sei eine Gelegenheit, "unser Genie zu feiern", das in der ganzen Welt anerkannt und wertgeschätzt werde. Der Renaissance-Künstler wurde 1452 in der Toskana geboren und starb am 2. Mai 1519 in Frankreich. Er ist für seine Meisterwerke wie die Mona Lisa oder den Vitruvianischen Menschen genauso bekannt wie für seine vielen technischen Studien.

Ungarn ehrt antisemitischen Schriftsteller

Ungarns rechts-nationaler Ministerpräsident Viktor Orban hat einem für antisemitische Äußerungen bekannten Schriftsteller eine hohe staatliche Ehrung zukommen lassen. Der Dichter und Essayist Kornel Döbrentei (72) erhielt den Lorbeerkranz Ungarns, berichteten ungarische Medien. Die Auszeichnung wird für schriftstellerische Leistungen vergeben, die Zuerkennung schlägt der Ministerpräsident vor. Döbrentei hatte unter anderen 2004 in einer Rede bei einem Protest der Rechten erklärt: "Falsche Propheten in Verkleidungen und Masken - nur ihr Bart ist echt - dirigieren den moralischen Holocaust am Ungartum." Als sich der Ungarische Schriftstellerverband damals nicht von Döbrentei distanzierte, führte dies zum Austritt von mehr als 100 Mitgliedern, unter ihnen Imre Kertesz, Peter Nadas, Peter Esterhazy, Magda Szabo und György Konrad.

Frau schimpft im ZDF-"Morgenmagazin"

Ein Zwischenfall im ZDF-"Morgenmagazin" sorgt für Aufregung: Während der Livesendung lief eine Frau aus dem Publikum zu Moderatorin Dunja Hayali vor die Kamera und schimpfte auf die vermeintliche "Lügenpresse". Nach einem Nachrichtenblock teilte Hayali mit, dass sie im Anschluss an die Sendung mit der Frau über deren Anliegen sprechen werde. Sie sei "dialogbereit, nicht nur hier", sagte die Moderatorin.

Tschechischer Politiker empört mit Holocaust-Vergleich

Der tschechische Parlamentsabgeordnete Vaclav Klaus junior hat mit einem Holocaust-Vergleich für Empörung gesorgt. Der Sohn des früheren Präsidenten Vaclav Klaus zog nach einem Zeitungsbericht eine Parallele zwischen der Umsetzung europäischer Richtlinien in nationales Recht und der Arbeit eines "jüdischen Ausschusses", der die Leute habe aussuchen müssen, die mit dem nächsten Transport ins KZ fahren werden. "Wir entscheiden nur, dass wir die kranken Frauen noch nicht schicken, sondern erst mit dem nächsten Zug - aber ansonsten machen wir einfach das, was man uns sagt", erklärte Klaus in der Debatte über die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU. Der Vorsitzende der Bürgerdemokraten (ODS), Petr Fiala, bat daraufhin für den unpassenden Vergleich seines Parteikollegen um Entschuldigung.

Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen vorgestellt

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, und der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann, haben ein Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen vorgestellt. Danach soll auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg ein "Archivzentrum zur SED-Diktatur" entstehen. Opfer, Wissenschaftler und Journalisten sollen dort künftig nicht nur die Papiere des Ministeriums für Staatssicherheit auswerten können, sondern auch die Akten der SED. Die Bestände liegen derzeit im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde. Einen Bundesbeauftragten wird es künftig nicht mehr geben.

Bieber verlässt NRW-Forum wegen fehlenden Rückhalts

Der Direktor des NRW-Forums Düsseldorf, Alain Bieber, will seinen 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Grund sei mangelnder politischer Rückhalt für sein Programm, teilte das Ausstellungshaus mit. "Aus mutigen und ungewöhnlichen Projekten entstehen Kontroversen. Aber nur daraus kann etwas Neues erwachsen", sagte Bieber. In einem Interview der "Rheinischen Post" beklagt der 40-Jährige: "Ich vermisse in Düsseldorf den Mut zur Erneuerung, die Aufgeschlossenheit gegenüber ungewöhnlichen Experimenten, zeitgenössischen Kulturdiskursen und der Digitalisierung." Es gebe nicht den Mut, "auch mal Wege abseits des Mainstreams auszuprobieren".

KNV-Insolvenzverwalter gibt sich zuversichtlich

Eine Woche vor Eröffnung der Leipziger Buchmesse hat sich der Insolvenzverwalter des Zwischenbuchhändlers KNV zuversichtlich geäußert. Der Auftritt des Grossisten in Leipzig solle "ein klares Signal in Richtung Zukunft" setzen. KNV wolle in Leipzig auch eine neue Kooperation mit dem Buchhandel vorstellen. Der Betrieb des bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeten Grossisten habe sich wieder stabilisiert. "Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hoch motiviert, engagiert und ziehen an einem Strang." KNV und zwei weitere Grossisten machen es möglich, dass ein Buch über Nacht an rund 5600 Buchläden in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugestellt wird.

Schauspieler sollen US-Eliteunis bestochen haben

Dutzende wohlhabende und prominente Amerikaner sollen US-Hochschulen bestochen haben, um einen Studienplatz für ihre Kinder zu ergattern. Unter den 46 Beschuldigten sind unter anderem die Schauspielerinnen Felicity Huffman ("Desperate Housewives") und Lori Loughlin ("Full House"), wie die Staatsanwaltschaft in Boston mitteilte. Beide Schauspielerinnen wurden Berichten zufolge festgenommen und sollten vor Gericht erschienen. Über einen Mittelsmann flossen in den Jahren von 2011 bis zum Februar dieses Jahres 25 Millionen Dollar an Sporttrainer und Verwaltungsangestellte von Eliteunis wie Stanford oder Yale.

Säule von Cape Cross soll an Namibia zurückgehen

Deutschland will eine von Namibia als koloniales Objekt zurückgeforderte Kreuzsäule an das westafrikanische Land zurückgegeben. Die Säule von Cape Cross gehört seit 1953 zu den Beständen des Museums für Deutsche Geschichte, das nach der Wiedervereinigung im Deutschen Historischen Museum aufgegangen ist. Museumspräsident Raphael Gross will nun dem Kuratorium des Hauses die Rückgabe vorschlagen. Eine Zustimmung gilt als Formsache.

Biennale Venedig will offen und grenzenlos sein

In Zeiten zunehmender nationaler Abschottung setzt die Kunstausstellung Biennale Venedig auf einen offenen Diskurs. Die Ausstellung müsse "offen und grenzenlos" bleiben, sagte Biennale-Präsident Paolo Baratta in Berlin während der Vorstellung des diesjährigen Konzeptes. Ziel der Biennale sei, Künstlern einen Ort des Dialogs zu bieten, der so frei wie möglich sei, und den Besuchern eine intensive Begegnung mit der Kunst zu ermöglichen. Diesjähriger Kurator der Kunstausstellung unter dem Motto "May You Live In Interesting Times" ist der US-Amerikaner Ralph Rugoff. Die Biennale dauert vom 11. Mai bis 24. November und präsentiert sich in diesem Jahr zum 58. Mal. Sie gilt neben der documenta in Kassel als weltweit wichtigste Kunstschau.

Türkei gibt doch Arbeitserlaubnis für ZDF-Reporter

Die Türkei erlaubt nun doch dem ZDF-Korrespondenten Jörg Brase die Arbeit im Land. Ankara sei nun zur jüngst verweigerten Akkreditierung bereit, teilte das ZDF auf seiner Homepage mit. Der Journalist selbst schrieb bei Twitter, er werde nun doch eine Pressekarte bekommen. "Ich werde in den kommenden Tagen nach Istanbul zurückkehren", schrieb er. Das Presseamt in Ankara hatte Brase sowie dem «Tagesspiegel»-Reporter Thomas Seibert und dem nicht ständig in der Türkei lebenden NDR-Reporter Halil Gülbeyaz vor rund zehn Tagen ohne Angabe von Gründen mitgeteilt, dass ihnen eine neue Pressekarte nicht bewilligt werde. Am Sonntag mussten Brase und Seibert deswegen die Türkei verlassen.

Theaterkritiker Andrzej Wirth gestorben

Der Theaterkritiker, Übersetzer und Gründer des Gießener Theaterinstituts Andrzej Wirth ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren in Berlin. Wirth war Dozent an Universitäten wie Stanford, Harvard, Yale und Oxford bevor er 1982 das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen gründete. „Das war ein Grandseigneur, Gentleman und eine Erscheinung, die in diesem Kleinstadt-Uni-Kontext natürlich wahnsinnig rausstach, erinnert sich Lisa Lucassen vom Performance-Kollektiv She She Pop im Deutschlandfunk Kultur an ihre Begegnung mit Wirth während ihrer Studienjahre. Wirth leitete das Gießener Theaterinstitut bis zu seiner Emeritierung 1992 und prägte in dieser Zeit eine ganze Generation von Theatermachern.

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