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Kulturnachrichten

Samstag, 9. März 2019

Ältestes Museum Algeriens bei Protesten geplündert

Unbekannte stehlen Exponate und legen Feuer im Gebäude

Am Rande der Massenproteste gegen den algerischen Staatschef Abdelaziz Bouteflika haben Unbekannte das älteste Museum des Landes zum Teil geplündert. Im Museum für Altertümer und Islamische Kunst in Algier seien "Gegenstände gestohlen und Büros der Museumsverwaltung angezündet" worden, erklärte das algerische Kulturministerium. Das Ministerium machte "Kriminelle" verantwortlich, die im Schutz der Massendemonstrationen zur Tat geschritten seien. Den Angaben zufolge wurden auch Dokumente und Aufzeichnungen zerstört. Das Ministerium sprach von einem "Verbrechen gegen unser geschichtliches Erbe". Nur dem schnellen Einsatz der Feuerwehr sei es zu verdanken, dass der Brand nicht weiter um sich gegriffen habe. Das 1897 eröffnete Museum ist eines der ältesten auf dem afrikanischen Kontinent.

Noch kein Konsens für Rückgabe von Kolonialobjekten

Kultusminister wollen sich in neuer Runde zusammenraufen

Für die neue Kultusministerkonferenz zeichnet sich keine einheitliche Haltung für den Umgang mit Objekten aus der deutschen Kolonialgeschichte ab. "Ich sehe jetzt noch keinen Konsens für gemeinsame Prinzipien für Rückgaben", sagte Berlins Kultursenator Klaus Lederer der Deutschen Presse-Agentur vor dem Treffen. "Aber ich rechne damit, dass ein Diskussionsprozess beginnen kann." Die Kultusminister kommen am Mittwoch in Berlin erstmals in dieser Runde zusammen. Das im vergangenen Jahr beschlossene Gremium ist organisatorisch an die Kultusministerkonferenz (KMK) angelehnt, Vereinbarungen der Kultusminister sollen als KMK-Positionen gewertet werden. Bei den Kolonialobjekten soll eine gemeinsame Position der Kultusminister den bisherigen Leitfaden des Museumsbundes weiterentwickeln und einen Rahmen für Restitutionen bieten.

Serebrennikow inszeniert trotz Hausarrest in Hamburg

"Nabucco" hat morgen Premiere, ohne das der Regisseur einmal vor Ort war

Dass die Staatsoper Hamburg am Sonntag Giuseppe Verdis große Freiheitsoper "Nabucco" heraus bringt, stößt bereits im Vorfeld auf internationales Interesse: Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow steht seit August 2017 in Moskau unter Hausarrest und hat trotzdem inszeniert. obwohl er während der gesamten Produktion kein einziges Mal vor Ort war. Serebrennikow darf mit kaum jemandem sprechen und das Internet nicht benutzen. Er kommuniziert über Videobotschaften, die aufgezeichnet und weitergeleitet werden. Für die Zusammenarbeit mit der Staatsoper Hamburg vermittelt Co-Regisseur Evgeny Kulagin von Hamburg aus beständig zwischen Serebrennikow und dem Ensemble. Die Ermittlungsbehörden werfen ihm vor, über seine Produktionsfirma "Siebtes Studio" Fördergelder in Millionenhöhe veruntreut zu haben. Die Inszenierung von Shakespeares "Sommernachtstraum" sei nie umgesetzt worden. Tatsächlich ist die Inszenierung mehrfach im In- und Ausland gezeigt worden.

Proteste bei Verleihung von Göttinger Friedenspreis

Der Preisträger "Jüdische Stimme" ist umstritten

Unter großem Medienandrang und begleitet von Protesten ist der Göttinger Friedenspreis 2019 an den Verein "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" vergeben worden. Durch seine Publikationen trage der Verein dazu bei, dass mehr Informationen aus den palästinensischen Gebieten an die deutsche Öffentlichkeit gelangten, sagte die deutsch-israelische Sängerin und Schauspielerin Nirit Sommerfeld in ihrer Laudatio vor mehr als 400 Zuhörern in Göttingen. Vor dem Gebäude demonstrierten mehrere Dutzend Menschen gegen den Preisträger. Die Vergabe des Göttinger Friedenspreises war schon vorab heftig umstritten. Unter anderen hatten der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, den Verein als antisemitisch kritisiert und das mit seiner Nähe zur Boykott-Kampagne BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) gegen Israel begründet.

R. Kelly kann auf freien Fuß

Ausstehende Unterhaltszahlungen wurden überwiesen

R&B-Musiker R. Kelly darf auf freien Fuß. Ausstehende Unterhaltszahlungen in Höhe von 161 000 Dollar seien überwiesen worden, teilte eine Sprecherin des Sheriffs von Cook County mit. Vor drei Tagen hatte ein Richter Kellys Inhaftierung angeordnet und bestimmt, er dürfe erst mit der Zahlung des Kindergeldes entlassen werden. Im vergangenen Monat war der "I believe I can fly"-Sänger unter Verdacht des sexuellen Missbrauchs von drei Minderjährigen und einer Frau angeklagt worden. Er hat ein Fehlverhalten abgestritten und auf nicht schuldig plädiert.

Demo in Magdeburg gegen Upload-Filter

Rund 1000 Menschen demonstrieren gegen geplante EU-Urheberrechtsreform

In Magdeburg haben nach Polizeiangaben rund 1000 Menschen gegen die geplante Urheberrechtsreform der Europäischen Union demonstriert. Mit Plakaten und Slogans wie "Stoppt die Zensur" oder "Artikel 13 tötet unsere Katzenbabyvideos" zogen sie durch die Innenstadt. Auch Politiker wie der Europaabgeordnete Arne Lietz (SPD) oder der Landtagsabgeordnete Wulf Gallert (Linke) mischten sich unter die überwiegend sehr jungen Demonstranten. Vertreter des EU-Parlaments und der Mitgliedsstaaten hatten sich Mitte Februar auf eine Urheberrechtsreform geeinigt. Die Kritiker befürchten, dass die Plattformen den geforderten Urheberschutz durch automatisiertes Blockieren von Inhalten, also durch Upload-Filter, realisieren könnten. Dabei könnten auch unverfängliche Inhalte versehentlich mit heraus gefiltert werden. Die Reform soll Ende März vom EU-Parlament verabschiedet werden.

Barbie feiert 60. Geburtstag

Kult-Puppe ist multikulturell geworden

Barbie feiert ihren 60. Geburtstag. 1959 wurde sie erstmals auf einer New Yorker Spielzeugmesse präsentiert und seither ist für sie viel passiert. 1961 wurde ihr Ken zur Seite gestellt, 1965 flog sie auf den Mond, sie wurde Ärztin und Managerin. Weil sie dabei immer gertenschlank, blond und blauäugig blieb, erreichten den US-Spielzeughersteller Mattel jahrelang Vorwürfe. Mit Barbie werde ein ethnisch-kulturell einseitiges und stereotypes sowie für die meisten Mädchen völlig unerreichbares Schönheitsideal propagiert. Das Unternehmen reagierte schließlich vor drei Jahren mit einer Neuerfindung seiner Plastiklady. Heute hätten 55 Prozent der weltweit verkauften Barbies "weder blonde Haare noch blaue Augen", sagt Barbie-Generaldirektorin Lisa McKnight. Es gibt neue Körperformen, asiatische und schwarze Barbies, eine Maori-Barbie und Barbies im Rollstuhl oder mit Kopftuch. Seitdem steigen die Verkaufszahlen auch wieder.

Steven Spielberg trauert um Filmmogul Sheinberg

"Er gab mir 'Der weiße Hai', ich gab ihm 'E.T.'"

Hollywood-Regisseur Steven Spielberg trauert um seinen Entdecker und Förderer Sidney Sheinberg. "Für den Rest meines Lebens schulde ich ihm mehr, als ich je ausdrücken kann", schrieb Spielberg in einer Mitteilung. Er habe Sheinberg den Start seiner Karriere zu verdanken. "Er gab mir 'Der weiße Hai', ich gab ihm 'E.T.' und er gab mir 'Schindlers Liste'", erklärte Spielberg. Der frühere Filmmogul und Produzent Sheinberg, der einst die Unternehmen MCA und Universal Studios leitete, war am Donnerstag im Alter von 84 Jahren gestorben. In den frühen 1970er Jahren hatte Sheinberg den jungen Spielberg unter Vertrag genommen. "Der weiße Hai" war 1975 ihr erster gemeinsamer Hit von vielen.

"Airwolf"-Schauspieler Jan-Michael Vincent gestorben

Vincent starb bereits am 10. Februar

Der amerikanische Schauspieler Jan-Michael Vincent, der durch die Fernsehserie "Airwolf" bekannt wurde, ist tot. Er starb bereits am 10. Februar in einem Krankenhaus im US-Staat North Carolina, wie die Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" unter Berufung auf den amtlichen Totenschein berichteten. Vincent wurde 73 Jahre alt. In den 1960er Jahren war der gut aussehende Amerikaner von einem Talentsucher entdeckt worden. Nach kleineren Rollen in TV-Serien wie "Lassie" und "Bonanza" wirkte er in Spielfilmen an der Seite von Stars wie John Wayne ("Die Unbesiegten"), Robert Mitchum ("Nach Hause") und Charles Bronson ("Kalter Hauch") mit. Ab 1984 trat er zwei Jahre lang in der Hit-Serie "Airwolf" in der Rolle eines Hubschrauber-Piloten auf. Danach ging es mit seiner Karriere bergab. Vincent geriet durch Suchtprobleme und häusliche Gewalt in die Schlagzeilen.

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