Seit 11:05 Uhr Tonart

Mittwoch, 26.06.2019
 
Seit 11:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Freitag, 1. März 2019

Shortlist für Preis der Nationalgalerie veröffentlicht

Preis zeichnet junge, internationale Kunst aus

Im Herbst wird der Preis der Nationalgalerie zum zehnten Mal verliehen. Heute hat die Jury in Hamburg vier Künstler für die Shortlist nominiert: Pauline Curnier Jardin aus Marseille,Simon Fujiwara aus London, Flaka Haliti aus Pristina und Katja Novitskova aus Tallinn haben sich gegenüber rund 70 weiteren Künstlern durchgesetzt. Eine gemeinsame Ausstellung der vier Künstler wird im August in Hamburg und Berlin zu sehen sein. Am 12. September wählt die Jury dann den oder die Gewinnerin für den Preis der Nationalgalerie 2019. Der Preis zeichnet wichtige, junge Positionen der internationalen Kunst aus. Der Sieger darf sich über eine Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie freuen.

Türkei verweigert deutschen Journalisten Akkreditierung

Zahlreiche internationale Journalisten haben noch keine aktuelle Akkreditierung

Die Türkei hat Auslandskorrespondenten von ZDF und "Tagesspiegel" die Pressekarte und damit die Arbeitsgenehmigung verweigert. Das teilten beide Medienhäuser am Freitag mit. Gründe für die Ablehnung wurden demnach nicht genannt. In der Benachrichtigungsmail, die der ZDF-Journalist Jörg Brase und der "Tagesspiegel"-Reporter Thomas Seibert erhielten, stand nach deren Angaben lediglich: "Ihre Pressekarten-Erneuerungsantrag für das Jahr 2019 wurde nicht bewilligt". Die stellvertretende ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten nannte die Entscheidung "nicht nur bedauerlich, sondern vollkommen unverständlich". Die Türkei entziehe dem Sender damit die Möglichkeit der Berichterstattung. "Das ZDF wird dagegen Widerspruch einlegen und kann nur hoffen, dass die türkischen Behörden ihre Entscheidung überdenken." Man stehe in engem Kontakt mit dem Auswärtigen Amt in Berlin. Die Erneuerung der Akkreditierung von internationalen Korrespondenten sorgt in diesem Jahr für erheblichen Ärger. Die Pressekarten laufen jedes Jahr Ende Dezember ab und müssen dann neu beantragt werden.
Doch noch immer haben zahlreiche deutsche Journalisten keine neuen erhalten. Die Karten gelten als Arbeitserlaubnis, sind aber auch Grundlage für die Ausstellung einer Aufenthaltserlaubnis.

Meisterfälscher Wolfgang Lämmle gestorben

Wolfgang Lämmle wurde 77 Jahre alt

Der Kunstmaler und frühere Meisterfälscher ist in Australien gestorben. Dies teilte seine Tochter am Freitag mit. Er sei am Mittwoch den Folgen einer schweren Krankheit erlegen. Seit 2006 lebte Lämmle in Australien. Er hatte sich selbst immer als "Maler des Lichtes" bezeichnet und war der breiten Öffentlichkeit wegen seiner fast perfekten Kopien berühmter Künstler bekannt geworden, die ihm dann zum Verhängnis geworden sind. 1992 war er zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart befand Lämmle damals für schuldig, zwischen 1985 und 1987 mindestens 118 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken berühmter Künstler gefälscht und davon 35 Werke über Galerien und Auktionshäuser verkauft zu haben. Die Werke - unter anderem von Max Liebermann, Käthe Kollwitz und Karl Schmidt-Rottluff - waren zum Teil so perfekt kopiert, dass sich selbst Fachleute täuschen ließen.

Bauer-Verlag stellt Lifestyle-Magazin "InTouch Style" ein

Magazin nicht mehr wirtschaftlich

Das Heft sei am 17. Januar zum letzten Mal erschienen, sagte eine Sprecherin der Bauer Media Group am Freitag in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. "Wir konnten mit 'InTouch Style' im Segment der serviceorientierten Fashion-Magazine nicht in dem Maße Impulse setzen und Marktwachstum schaffen wie wir es uns vorgenommen hatten." Auf Grund eines deutlich veränderten Marktes habe der Titel "nicht mehr die Entwicklungsperspektive, die notwendig ist, um unserem eigenen hohen Anspruch an die Wirtschaftlichkeit gerecht zu werden". Zuletzt habe das Heft noch eine Gesamtauflage von rund 88 000 Exemplaren gehabt.
Die Redaktionsleiterin - die frühere "Bravo Girl"-Chefredakteurin Iris Wöhrle - werde den Verlag verlassen.

Frankreich ehrt Berlinale-Chef

Höchste Auszeichnung der Kulturszene für Kosslick

Der scheidende Berlinale-Chef Dieter Kosslick ist von Frankreich ausgezeichnet worden. Kulturminister Franck Riester ernannte Kosslick in Berlin zum Kommandeur im Orden für Kunst und Literatur, die höchste Auszeichnung für eine Persönlichkeit der Kulturszene. Kosslick habe "einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Kinos" auf internationaler Ebene geleistet, twitterte die Botschaft. Er habe die Berlinale zudem zum wichtigsten Kulturereignis der deutschen Hauptstadt gemacht. Kosslick leitete 18 Jahre lang die Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Im Juni übernehmen der Italiener Carlo Chatrian und die gebürtige Niederländerin Mariette Rissenbeek das Festival. Den Orden gibt es seit 1957. Verliehen wurde er bisher zum Beispiel an Geigerin Anne-Sophie Mutter und Schauspieler Bruno Ganz.

Deutschlands beste Schülerzeitung aus Unterfranken

PEERplus setzte sich unter 1.900 Einsendungen durch

Mit dem Titel "Ehe für alle" ist die Schülerzeitung des Egbert-Gymnasiums der Benediktiner im unterfränkischen Münsterschwarzach als Deutschlands beste Schülerzeitung ausgewählt worden. Unter rund 1.900 Einsendungen setzte sich "PEERplus" in der Kategorie Gymnasium durch, wie die Benediktinerabtei mitteilte. Die Preisverleihung findet am 20. und 21. Juni in Berlin statt. Dotiert ist die Auszeichnung mit 1.000 Euro und einem Workshop.

Museen in Paris und Prag wollen kooperieren

"Wir wollen eine Art mitteleuropäische Niederlassung des Centre Pompidou sein"

Die Prager Nationalgalerie strebt eine enge und langfristige Kooperation mit dem französischen Centre Pompidou an. "Wir wollen in Prag eine Art mitteleuropäische Niederlassung des Centre Pompidou sein", sagte der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis der Agentur CTK zufolge. Bis Mai solle ein entsprechendes Memorandum unterzeichnet werden. Die beiden Institutionen hatten im vorigen Jahr bei einer Ausstellung des tschechischen Abstraktionspioniers Frantisek Kupka zusammengearbeitet. Geplant ist bereits, dass 2021 im Prager Palais Salm rund 70 Höhepunkte aus der Pompidou-Sammlung gezeigt werden. Das staatliche Centre Pompidou wurde 1977 eröffnet und beherbergt eine der größten Sammlungen moderner Kunst in Europa.

Italien und Frankreich streiten um Da-Vinci-Werke

Italienische Kulturministerin sieht ihr Land an den Rand gedrängt

Der Verleih mehrerer Werke von Leonardo da Vinci belastet die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien. Die Bilder sollen für eine Retrospektive im Herbst zum 500. Todestag des Renaissance-Genies von italienischen Museen an den Pariser Louvre verliehen werden. Ausgelöst wurden die Spannungen von einer Unterstaatsekreträrin, die in einem Interview mit der Zeitung „Corriere della Sera" sagte: "Leonardo ist Italiener, er ist nur in Frankreich gestorben." Der Verleih der Gemälde an den Louvre würde Italien "an den Rand eines großen Kulturereignisses drängen". Gestern trafen sich die beiden Kulturminister in Mailand – der Ausgang des Treffens ist noch nicht bekannt. Spannungen zwischen den beiden Ländern hatte es zuletzt schon wegen eines Treffens des italienischen Vizeministerpräsidenten mit Vertretern der „Gelbwesten-Bewegung gegeben.

Bühnenbildner-Preis für Katrin Brack

Hein-Heckroth-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert

Die Bühnenbildnerin Katrin Brack wird mit dem Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis 2019 ausgezeichnet. Das teilte das Hessische Kunstministerium in Wiesbaden mit. Brack überzeuge mit "ihren minimalistischen, kraftvollen Arbeiten", heißt es in der Begründung. In der Theaterwelt sei die Preisträgerin etwa mit Räumen bekannt geworden, in denen permanent Konfetti rieselt oder Nebel über die Bühne kriecht. Katrin Brack ist Professorin für Bühnenbild und Kostüm an der Akademie der Bildenden Künste München und lebt in Wien. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro verbunden und wird seit 2003 alle zwei Jahre verliehen. Sie geht zum zweiten Mal in ihrer Geschichte an eine Frau. Ausgelobt wird der Preis vom Kunstministerium, der Hein-Heckroth-Gesellschaft in Gießen und der Stadt Gießen.

Kultserie "Pumuckl" wieder im TV

Ab heute bei Amazon, nächstes Jahr im BR

Viele Jahre lang war Pumuckl aus dem Fernsehen verschwunden. Jetzt kehrt der freche, rothaarige Kobold wieder zurück. Ab heute ist die Serie "Meister Eder und sein Pumuckl" über die Bezahl-Plattform Amazon Prime Video zu sehen. 2020 zeigt das BR Fernsehen die 52 digital restaurierten Folgen, die im Jahr 1982 mit Gustl Bayrhammer als Schreinermeister Eder und der Pumuckl-Stimme von Hans Clarin zur Kultserie wurden. Seit 2012 waren Pumuckls Streiche nicht mehr im Fernsehen zu sehen. Der Grund: Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen über Urheberrechte zwischen den Beteiligten, darunter die Pumuckl-Autorin Ellis Kaut, die 2015 starb, samt Familie und Pumuckl-Zeichnerin Barbara von Johnson.

Margot Käßmann bekommt eine eigene Zeitschrift

"Mitten im Leben" ab April monatlich

Margot Käßmann, Theologin und ehemalige Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland, veröffentlicht eine eigene Zeitschrift. "Mitten im Leben" kommt ab April monatlich im Freiburger Herder-Verlag heraus. Käßmann schreibe dabei über "Persönliches und Politisches", gehe biblischen Geschichten nach und suche das Gespräch mit Weggefährten. Der Verlag spricht von einem "Notizbuch von Margot Käßmann, das ihre Freunde und Fans abonnieren können". Das Heft kostet 5,95 Euro. Zur geplanten Auflage wollte sich der Verlag nicht äußern.

Hallstatt beschließt Limit für Touristen

Österreicher Ort muss jährlich 20.000 Reisebusse verkraften

Angesichts von einer Million Touristen pro Jahr zieht die kleine Gemeinde Hallstatt in Österreich die Notbremse. Von 2020 an sollen Busse den besonders bei Asiaten beliebten malerischen Ort am Hallstätter See nur noch anfahren dürfen, wenn sie eines der begrenzt verfügbaren Zufahrtstickets gekauft haben, beschloss der Gemeinderat des 770-Seelen-Orts. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, sagte Bürgermeister Alexander Scheutz. Die Zahl der Busse, die in kurzer Frist von 8000 auf rund 20 000 im Jahr gestiegen war, soll mit dieser Maßnahme um rund ein Drittel verringert werden. Außerdem soll mit dem Verkauf der Slots die Verweildauer der Gäste gesteigert werden. "Unter 150 Minuten kann man als Bus-Tourist Hallstatt nicht besuchen", sagte Scheutz.

YouTube stellt Kommentarfunktion bei Kindervideos ab

Werbekunden hatten sich von der Plattform zurück gezogen

Die Internet-Videoplattform YouTube will bei den meisten Videos mit Minderjährigen die Kommentarfunktion abschalten. Die Ankündigung kam, nachdem sich Werbekunden in der vergangenen Woche mit der Begründung von der Plattform zurückgezogen hatten, es gebe unangemessene Kommentare zu Videos mit Kindern. YouTube begann bereits in der vergangen Woche damit, die Kommentarfunktion bei Millionen von Videos mit Kindern abzuschalten. Insbesondere der Telekommunikationskonzern AT&T und Epic Games hatten auf Berichte mit Werbeboykott reagiert, wonach Pädophile Kommentare zu harmlosen Videos von Kindern verbreiteten. Nur bei wenigen von Minderjährigen betriebenen Kanälen sollen Kommentare hinterlassen werden können, deren Inhalte aber aktiv überwacht werden sollen, hieß es.

Neuer Standort für thüringisches Bratwurstmuseum

Baupläne auf ehemaligem KZ-Außenlager hatten Proteste ausgelöst

Der Stadtrat von Mühlhausen hat einen neuen Standort für ein Thüringer Bratwurstmuseum beschlossen. Nach Angaben von Bürgermeisterin Sill soll es nun am Rand des Stadtwaldes entstehen. Zunächst war für den Neubau des Museums ein ehemaliges Außenlager des KZ Buchenwald vorgesehen. Das hatte heftige Diskussionen und Proteste ausgelöst, woraufhin der Plan verworfen wurde. Das "1. Deutsche Bratwurstmuseum" steht in Holzhausen bei Arnstadt. Wegen der hohen Besucherzahlen muss es in ein größeres Gebäude umziehen.

Chef von "Game of Thrones"-Sender HBO tritt zurück

Neuer Besitzer will HBO zum Streamingdienst umbauen

Der Chef des US-Bezahlsenders HBO, Richard Plepler, hat nach fast 28 Jahren im Unternehmen seinen Rücktritt eingereicht. Es falle ihm zwar schwer, doch es sei der richtige Zeitpunkt, die Firma zu verlassen, schrieb Plepler in einem vom US-Sender CNBC veröffentlichten Memo an die Mitarbeiter. Unter dem 59-Jährigen wurde HBO mit Serien wie "The Games of Thrones", "The Wire" oder "Sex and the City" weltberühmt. Inzwischen erschweren der Streaming-Boom und der Konkurrenzdruck etwa durch Netflix das Geschäft jedoch. Der neue HBO-Besitzer, der Telekomriese AT&T, will einen neuen eigenen Streaming- Service starten.

Kulturnachrichten hören

März 2019
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

Kritik an Karl-May-FestspielenDebatten statt Verbote
Die Schauspieler Sascha Gluth (l-r), Harald Wieczorek und Alexander Klaws spielen eine Szene aus "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" der Karl-May-Spiele in der Freiluft-Arena am Kalkberg.  (Frank Molter / dpa)

"Professorin will diesen Winnetou abschaffen" titelte eine Boulevardzeitung nach Kritik an den Karl-May-Festspielen. So weit will niemand gehen, aber es gibt gute Gründe, die Darstellung von native americans zu verändern, findet Noa Ha von der Uni Dresden.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur