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Sonntag, 25.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 1. März 2018

Markus Heinzelmann verlässt Museum Morsbroich

Rückzug aus "persönlichen Gründen"

Der Direktor des Museums Morsbroich in Leverkusen, Markus Heinzelmann, verlässt mit sofortiger Wirkung das Haus, das gab er in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Die Gründe für seinen Rückzug seien persönlicher Natur, schrieb er. Er wolle sich "in der nächsten Zukunft neu orientieren und sich wieder mehr wissenschaftlichen Themen zuwenden". Heinzelmann hatte das Haus seit Mai 2006 geleitet, es gehört zu den renommiertesten Museen für zeitgenössische Kunst in Nordrhein-Westfalen. Zuletzt war es in eine gravierende finanzielle Schieflage geraten; erst zu Beginn der Woche war vom Stadtrat in Leverkusen ein Konzept zur Zukunftssicherung beschlossen worden, an dem Heinzelmann maßgeblich mitgewirkt hatte.

Bochumer Prinzregententheater verliert Intendantin

Romy Schmidt beendet überraschend seit längerem schwelenden Konflikt

Romy Schmidt, die künstlerische Leiterin des Prinzregenttheaters in Bochum, verlässt das Haus überraschend. Sie beendet damit einen seit längerem schwelenden Konflikt. In einem offenen Brief, der auf der Facebook-Seite des Theaters veröffentlicht wurde, erklärten Schmidt und ihr künstlerisches Leitungsteam geschlossen den Rücktritt. Am Vortag war bekannt geworden, dass der Trägerverein Schmidts Vertrag zwar verlängern würde, allerdings nur um ein Jahr anstatt wie üblich drei. In dieser kurzen Zeit sei es nicht möglich, die geplanten Konzepte sinnvoll umzusetzen, kritisierte Schmidt. Der Trägerverein habe offenbar doch kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit.

Schadenssumme nach Einsturz des Kölner Stadtarchivs steigt weiter

In neuem Gutachten wird Gesamtschaden auf 1,3 Milliarden Euro beziffert

Der Schaden durch den Einsturz des Historischen Kölner Stadtarchiv im Jahr 2009 ist größer als bisher angenommen. Die Kosten für die Restaurierung der beschädigten Dokumente belaufen sich nach einem neuen Gutachten auf knapp 630 Millionen Euro, wie die Stadt Köln heute mitteilte. Bisher war sie von etwa 400 Millionen Euro ausgegangen. Damit erhöht sich der Gesamtschaden von 1,1 Milliarden auf 1,3 Milliarden Euro. Die vollständige Restaurierung könnte sich noch 30 bis 40 Jahre hinziehen. Das Archiv galt bis zu dem Unglück als das bedeutendste in ganz Deutschland. Derzeit läuft ein Strafprozess um den Einsturz. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft waren Fehler bei den Bauarbeiten für eine neue U-Bahn-Haltestelle die Ursache für die Katastrophe, zwei Menschen starben dabei.

Metropolitan Museum erhebt nun Eintrittsgeld

Kostenloser Eintritt nur noch für Kinder bis 12 Jahre

Das New Yorker Metropolitan Museum of Art erhebt seit Donnerstag von den meisten auswärtigen Besuchern einen festen Eintrittspreis von 25 Dollar. Kostenlos ist der Besuch des größten Kunstmuseums der Vereinigten Staaten für Kinder bis zwölf Jahre, während Studenten aus New York, New Jersey und Connecticut einen freiwilligen Beitrag in selbst gewählter Höhe zahlen können. Seit seiner Gründung im Jahr 1870 war der Eintritt in das Met für alle praktisch kostenlos. Das Museum bat die Besucher lediglich um eine Spende in Höhe von 25 Dollar. Die Zahl der Besucher, die dieser Empfehlung folgten, sank in den vergangenen Jahren deutlich, so dass das Museum sein Vorgehen nun änderte. Die Einwohner des Staates New York sollen weiterhin nur freiwillig Eintritt zahlen müssen.

Europäisches Kultursiegel für Leipziger Musikerbestätten

Ehrung auch für KZ-Gedenkstätte Natzweiler im Elsass

Die Musikerbe-Stätten Leipzigs und das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler werden mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Es handelt sich um die dritte Verleihung an eine deutsche Stätte, wie die Kultusministerkonferenz in Bonn mitteilte. 2015 hatten Münster und Osnabrück als Stätten des Westfälischen Friedens sowie das Hambacher Schloss als erste deutsche Orte das Siegel erhalten. Bei den Musikerbe-Stätten Leipzigs handelt es sich um einen Verbund aus neun Stätten, die durch die "Leipziger Notenspur" miteinander verknüpft sind. Sie stellen die einzigartige Tradition und das Erbe der Musikstadt dar, hieß es. Auch an der französischen Nominierung "Ehemaliges Konzentrationslager Natzweiler und seine Außenlager" war Deutschland beteiligt. Das KZ im Elsass war im Zweiten Weltkrieg wegen der Zwangsarbeit in den Steinbrüchen und für medizinische Versuche berüchtigt. Das Kultursiegel würdigt die deutsch-französische Vermittlungs- und Zusammenarbeit in der heutigen Gedenkstätte.

Siegfried-Lenz-Preis an US-Schriftsteller Richard Ford

Dritter Preisträger nach Amos Oz und Julian Barnes

Der mit 50 000 Euro dotierte Siegfried- Lenz-Preis geht in diesem Jahr an den US-amerikanischen Erzähler Richard Ford. Der 74-Jährige sei ein Meister der Beobachtung und der Beschreibungskunst, teilte die Lenz-Stiftung in Hamburg mit. Ford hatte für seinen Roman "Unabhängigkeitstag" 1996 sowohl den Pulitzer-Preis als auch den PEN/Faulkner Award erhalten. Die Auszeichnung in Erinnerung an den Hamburger Schriftsteller Siegfried Lenz (1926-2014) wird alle zwei Jahre verliehen, in diesem Jahr am 28. September im Hamburger Rathaus.

Facebook nimmt Verbot für nackte Venus zurück

Abbildung falle unter Ausnahme für Verbot von Nacktabbildungen

Das Online-Netzwerk Facebook hat sich für die Zensur einer Abbildung der altsteinzeitlichen Statuette "Venus von Willendorf" entschuldigt. Nacktabbildungen seien nach den Werbevorschriften auf dem Portal verboten, es gebe "aber eine Ausnahme für Statuetten", sagte eine Facebook-Sprecherin. Deshalb hätte der Eintrag mit dem Foto der Statuette erlaubt werden müssen. Der Inserent sei informiert worden, dass sein Beitrag zugelassen werde. Zuvor hatte Facebook die Abbildung der "Venus von Willendorf" als "gefährlich pornografisch" zensiert. Die elf Zentimeter kleine Figur einer üppigen nackten Frau wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im österreichischen Ort Willendorf entdeckt und gilt als das wichtigste Objekt des Naturhistorischen Museums in Wien. Die etwa 30.000 Jahre alte Figur ist nach Angaben des Museums die weltweit bekannteste prähistorische Darstellung einer Frau.

Bundesbürger vertrauen den Medien wieder mehr

Öffentlich-rechtliche Radiosender laut Umfrage am glaubwürdigsten

Die Mehrheit der Bundesbürger hält die deutschen Medien für glaubwürdig. Wie eine in Köln veröffentlichte Umfrage im Auftrag des WDR ergab, vertrauen 65 Prozent der Deutschen den Informationen aus Radio, Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften. Im Vergleich zu 2016 ist das ein Anstieg um acht Prozent, im Vergleich zu 2015 sogar um 13 Prozent. Dennoch glauben der Umfrage zufolge 40 Prozent der Deutschen, dass die Politik Einfluss auf die Berichterstattung nimmt; mehr als die Hälfte, 53 Prozent, glaubt das jedoch nicht. 82 Prozent vertrauen am meisten dem öffentlich-rechtlichen Radio, gefolgt vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit 77 Prozent. Die wenigsten, fünf Prozent, vertrauen dem Wahrheitsgehalt von sozialen Medien wie Facebook.

Picasso-Gemälde für 56 Millionen Euro versteigert

Werk aus dem Jahr 1937 zeigt Muse Walter und spätere Geliebte Maar

Ein Gemälde von Pablo Picasso, auf dem sich dessen spätere Geliebte Dora Maar versteckt, hat bei einer Auktion in London die Erwartungen übertroffen: Das surrealistische Werk "Femme au béret et à la robe quadrillée (Marie-Thérèse Walter)" aus dem Jahr 1937 wechselte für umgerechnet 56 Millionen Euro den Besitzer. Das Auktionshaus Sotheby's hatte mit einem Erlös von 41 Millionen Euro gerechnet. Der Sotheby's-Abteilungsleiter für impressionistische und moderne Kunst, James Mackie, sagte, Picassos "langjährige Geliebte und Muse" Marie-Thérèse Walter sei Hauptthema des Bildes. Aber im Schatten hinter Walter tauche Dora Maar auf, die der Maler 1936 kennenlernte und die seine Geliebte wurde.

Spotify kündigt Gang an New Yorker Börse an

Streamingdienst will Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Dollar ausgeben

Der weltgrößte Musikstreamingdienst Spotify hat seinen mit Spannung erwarteten Börsengang angekündigt. Das schwedische Unternehmen will an der New Yorker Börse zunächst Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Dollar ausgeben, wie es mitteilte. Es war seit geraumer Zeit erwartet worden, dass Spotify an die Börse geht. Der Musikstreamingdienst hat nach eigenen Angaben mittlerweile 159 Millionen monatliche Nutzer, davon 71 Millionen zahlende Abonnenten. Spotify ist damit doppelt so groß wie der stärkste Rivale Apple Music.

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