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Kulturnachrichten

Freitag, 31. März 2017

Bund ermöglicht Ankauf eines Kirchner-Gemäldes

Das Bild im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen gehörte ursprünglich jüdischem Kunstsammler

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat mit 1,2 Millionen Euro den Ankauf des Gemäldes "Urteil des Paris" des Malers Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) für das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen ermöglicht. Der Bund sei neben der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Stiftung der größte Förderer des Ankaufs, wie das Büro der Kulturstaatsministerin in Berlin mitteilte. Grütters erklärte, der Ankauf zeige auf vorbildliche Weise, wie ein öffentliches Museum seiner Verantwortung im Umgang mit NS-Raubkunst gerecht werde. Dass es gelungen sei, mit der Erbin der früheren Eigentümer einvernehmlich "eine faire und gerechte Lösung" gefunden zu haben, sei besonders begrüßenswert. Das Gemälde "Urteil des Paris" war ursprünglich Eigentum des jüdischen Kunstsammlers Hans Hess, dem es in der NS-Zeit unrechtmäßig entwendet wurde. 1979 kam das Werk als Teil der Stiftung von Wilhelm Hack in das gleichnamige Museum in Ludwigshafen.

Hans Sachs-Nachlass wird digitalisiert

Die Digitalisierung erfolge im Rahmen eines Landesprogrammes in Sachsen

Der Nachlass des Nürnberger Schuhmachers und Dichters Hans Sachs (1494-1576) wird digitalisiert. Große Teile des wertvollen Erbes verwahrt das Zwickauer Stadtarchiv. Die Digitalisierung der Autographe, darunter acht Bände Meistergesänge und sechs Bände Spruchgedichte, erfolge im Rahmen eines Landesprogramms, teilte das Archiv in Zwickau mit. Hans Sachs gilt als bedeutender deutscher Dichter, Meistersinger und Dramatiker. Er schuf mehr als 6.000 einzelne Werke. Im Zuge der Nachlassregelung seines Urenkels Johann Pregels gelangte im Jahre 1633 ein Großteil der Bände durch Ankauf in den Besitz der Stadt Zwickau.

Neuer Schatzfund mit 200 Silbermünzen in Kalkriese

Münzen stammen aus der Zeit zwischen dem 2. und 1. Jahrhundert vor Christus

Archäologen haben auf dem Gelände der historischen Varusschlacht in Bramsche bei Osnabrück mehr als 200 Silbermünzen aus römischer Zeit ausgegraben. Der neue Schatzfund sei die bisher größte an einem Fleck entdeckte Ansammlung von Münzen auf dem antiken Schlachtfeld im Stadtteil Kalkriese, sagte der Geschäftsführer der Varusschlacht-Gesellschaft, Joseph Rottmann: "Hier hat ohne Zweifel ein großes Ereignis stattgefunden." Im vergangenen Sommer waren in Kalkriese acht römische Goldmünzen ausgegraben worden. Nach den bisherigen Erkenntnissen stammten die zuletzt geprägten Münzen aus der Zeit zwischen dem 2. und 1. Jahrhundert vor Christus. Sie zeigten die kaiserlichen Prinzen Gaius und Lucius Caesar.

Deutsches Museum in Bonn ist gerettet

Stadtrat beschließt erhöhten Zuschuss

Die Zukunft des Deutschen Museums in Bonn ist gesichert. Nach der Zusage einer finanziellen Förderung durch die Dr. Hans-Riegel-Stiftung (Haribo) und den Rhein-Sieg-Kreis Mitte März hat als entscheidende Instanz auch der Bonner Stadtrat einem höheren Zuschuss zugestimmt. Das teilte die Stadt mit. Der jährliche Zuschuss zur Basisfinanzierung des Museums wird nun von der Stadt auf bis zu 400 000 Euro erhöht. Damit ist die Grundsicherung von 600 000 Euro pro Jahr vollständig. Das Deutsche Museum in Bonn ist seit 1995 eine Außenstelle des Deutschen Museums in München. Es stellt Exponate und Experimente von Wissenschaftlern, Technikern und Erfindern vor und ist auch eine Forschungsstätte für Universitäten und Schulen im Bonner Raum. Dem Museum drohte die Schließung, weil die Stadt 2015 beschlossen hatte als Sparmaßnahme den Vertrag über die Basiskosten zu kündigen.

Neuer Name: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Die Stiftung Dome und Schlösser ändert ab dem 1. April ihren Namen

Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt heißt künftig Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Die Neuerung gelte ab dem 1. April, sagte Stiftungsvorstand Christian Philipsen in Leitzkau. Der alte Name habe für die Aufgaben Denkmalpflege und Bauerhalt bei Domen und Schlössern gestanden. Zuletzt seien aber neue Aufgaben und Bauten hinzugekommen, etwa das Landeskunstmuseum Moritzburg Halle und die Musikakademie, das Museum Kloster Michaelstein sowie die Lyonel-Feininger-Galerie. Die Stiftung mit einem Etat von 20 Millionen Euro in diesem Jahr und 170 Mitarbeitern ist zuständig für 18 historische Bauten. Darunter sind die Dome in Havelberg, Halberstadt, Magdeburg und Halle, vier mittelalterliche Burgen und zwei Klöster. Rund 7 Millionen Euro aus dem Haushalt fließen in den Erhalt von Bausubstanz, aber auch die Erneuerung technischer Anlagen wie Lüftungen, Heizungen und Brandmeldeanlagen.

Neuer Chefredakteur bei "Buzzfeed Deutschland"

Correctiv-Mitbegründer Daniel Drepper folgt auf Sebastian Fiebrig

"Buzzfeed Deutschland" bekommt einen neuen Chefredakteur. Daniel Drepper, Mitbegründer des Recherchezentrums "Correctiv", übernimmt diese Aufgabe am 1. April. Bislang habe sich der deutsche Ableger des US-Portals in Berlin vor allem auf Entertainment konzentriert, sagte der 31-jährige Journalist, der 2013 mit dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet wurde. "Wir haben aber keine Ambitionen, etablierten Nachrichtenmedien Konkurrenz zu machen", sagte Drepper. Stattdessen werde das Newsteam einen Schwerpunkt auf Themen legen, die wenig Aufmerksamkeit erhielten, etwa soziale Ungerechtigkeit und Rassismus. In den kommenden Monaten will er für das neue Team drei Journalisten einstellen. Drepper kündigte an, eng mit den "Buzzfeed"-Chefredakteuren in London, Janine Gibson, und Paris, Cecile Dehesdin, zusammenzuarbeiten. "Wir wollen Themen auch gemeinsam über Ländergrenzen hinweg aufbereiten." Der bisherige Chefredakteur Sebastian Fiebrig bleibt verantwortlich für das Entertainment-Team.

Bundesförderung für Potsdamer Garnisonkirche bleibt

Antrag der Linken gegen finanzielle Beteiligung des Bundes am Wiederaufbau gescheitert

CDU/CSU und SPD stehen zur finanziellen Unterstützung für den umstrittenen Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche. Der Bundestag stimmte am späten Donnerstagabend mit der Koalitionsmehrheit gegen einen Antrag der Linken, die den Verzicht auf eine Beteiligung des Bundes gefordert hatte. Nach Ansicht der Linksfraktion wäre eine Bundesbeteiligung ein "völlig falsches politisches Signal". Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte hingegen erst vor wenigen Wochen einen Zuschuss von zwölf Millionen Euro für die Rekonstruktion freigegeben. Der Aufbau des 90 Meter hohen Turms der Garnisonkirche soll voraussichtlich im Herbst starten und bis zum Jahr 2020 fertiggestellt werden. Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ist wegen ihrer Geschichte als preußische Militärkirche und ihrer Nutzung zur NS-Inszenierung der Reichstagseröffnung 1933 umstritten.

Musikautorenpreis der GEMA vergeben

Komponisten und Songtexter wurden in Berlin ausgezeichnet

Die Verwertungsgesellschaft Gema hat mit einer Gala in Berlin zum 9. Mal den Musikautorenpreis vergeben. In zehn Kategorien wurden 18 Komponisten und Textdichter geehrt. Die Auszeichnung für das erfolgreichste Werk nahm Kerstin Ott für ihren Song "Die immer lacht" entgegen. Weitere Gewinner sind u.a die Komponistin Olga Neuwirth für ihr sinfonisches Schaffen, die irische Musikerin Wallis Bird, die Schlagertexterin Irma Holder und der Liedermacher Sebastian Krämer. Für ihren großen Einfluss auf die zeitgenössische Musik erhielt die Künstlerin Sofia Gubaidulina die Auszeichnung für ihr Lebenswerk. Sie verbinde Religiosität mit fernöstlicher Kultur, erklärte die aus sieben Juroren bestehende Jury. Die zwei Nachwuchspreisträger (Brigitta Muntendorf, Julian Hölting) erhalten 10.000€, alle anderen Kategorien des Musikautorenpreises sind undotiert.

Grimme-Preise werden verliehen

Zu den Preisträgern gehört erneut Jan Böhmermann

Im westfälischen Marl werden am Abend zum 53. Mal die Grimme-Preise an herausragende Fernsehproduktionen verliehen. Der undotierte Preis gilt als wichtigste deutsche Fernsehauszeichnung. Insgesamt werden zwölf Preise, zwei Spezialpreise sowie eine Auszeichnung für eine besondere journalistische Leistung in den vier Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Information und Kultur sowie Kinder und Jugend vergeben. Zu den Preisträgern gehört wieder der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann, der für die Beiträge #verafake und "Einspielerschleife" in seinem "Neo Magazin Royale" ausgezeichnet wird. Gleich zwei Auszeichnungen gehen an die ARD-Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU".

Dresdner Bus-"Monument" zieht nach Berlin

Das Kriegsmahnmal geht als Leihgabe ans Berliner Maxim-Gorki-Theater

Am kommenden Dienstag werde das temporäre Kunstwerk des deutsch-syrischen Künstlers Manaf Halbouni auf dem Dresdner Neumarkt abgebaut und nach Berlin gebracht, sagte die Künstlerische Leiterin des Kunsthauses Dresden, Christiane Mennicke-Schwarz. In Berlin will das Maxim-Gorki-Theater die drei hochkant stehenden ausrangierten Linienbusse dann als Leihgabe zum 3. Herbstsalon im November aufstellen. Der genaue Standort des Kunstwerks sei aber noch offen, sagte die Sprecherin des Theaters, Xenia Sircar. Bis dahin sollen die Busse in Berlin zwischengelagert werden. Nach Berlin soll das Bus-"Monument" auch in anderen Städten und Gegenden aufgestellt werden, kündigte Mennicke-Schwarz an.

Flüchtlingskomödie "Homohalal" in Dresden uraufgeführt

Wegen Fremdenfeindlichkeit war das Theaterstück 2016 nicht in Wien aufgeführt worden

Das als Komödie angelegte Flüchtlingsstück "Homohalal" des syrischen Autors Ibrahim Amir ist am Donnerstag in Dresden uraufgeführt worden. Regisseurin Laura Linnenbaum und der Autor präsentierten das Stück im Kleinen Haus des Staatsschauspiels in einer auf die Stadt zugeschnittenen Fassung. Diese beinhaltete auch Seitenhiebe auf die asyl- und islamfeindliche Pegida-Bewegung. Im von Regie und Autor im Jahre 2037 angesiedelten Stück versammeln sich nach 20 Jahren bei einer Trauerfeier ehemalige Flüchtlinge und ihre einstigen Helfer. "Homohalal" sollte ursprünglich schon vor einem Jahr am Wiener Volkstheater aufgeführt werden. Aus Angst vor fremdenfeindlichen Reaktionen war damals das Stück wieder vom Spielplan gestrichen worden.

Stellvertretender Leiter der Eremitage festgenommen

Gericht ordnet wegen Verdachts auf Unterschlagung Hausarrest bis 23. Mai an

Der stellvertretende Leiter der Eremitage in St. Petersburg, Michail Nowikow, ist wegen des Verdachts der Unterschlagung festgenommen worden. Dies war aus übereinstimmenden Quellen zu erfahren. Nach Angaben des Gerichts des Moskauer Bezirks Lefortowo wurde Nowikow "für die Zeit weiterer Ermittlungen" bis zum 23. Mai unter Hausarrest gestellt. Die genauen Gründe für seine Festnahme nannte das Gericht nicht. Russischen Medienberichten zufolge steht der Fall in Verbindung mit einer Betrugsaffäre um Bauprojekte des berühmten russischen Museums. Demnach sollen im großen Stil Gelder veruntreut worden sein, die für einen Anbau der Eremitage zur Restaurierung ihrer Kunstwerke bestimmt waren. Museumsleiter Michail Pjotrowski sagte der Zeitung "Rossiskaja Gaseta", bei größeren Bauprojekten seien immer wieder viel Geld und damit auch viele "unehrliche Unternehmer" im Spiel. Die Eremitage wollte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Berichten äußern. Sie erklärte lediglich, die Situation sei "noch nicht völlig geklärt".

Streit um Gastprofessur von Dieter Falk

Falks Vertrag an der Robert-Schumann-Musikhochschule läuft Ende des Sommers aus

Um die Gastprofessur des bekannten Musical-Komponisten und Produzenten Dieter Falk an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Musikhochschule ist ein politischer Streit entbrannt. Oberbürgermeister Thomas Geisel setzt sich für die Verlängerung der seit 2013 bestehenden Professur Falks ein. Es gehe um Kosten in Höhe 25 000 Euro pro Jahr, das sei ein "überschaubarer Betrag", sagte Geisel der Deutschen Presse-Agentur. Die Hochschule hatte bereits angeboten, die andere Hälfte der 50 000 Euro teuren Stelle zu übernehmen. Auch das Hochschulrektorat und die Studierenden machten sich für Falk stark. Dessen Nähe zur aktuellen Musikbranche, seine umfassende Stilkenntnis und musikalischen Fähigkeiten "sind nicht nur am Puls der Zeit, sondern auch richtungsweisend und zunehmend in unserem Berufsalltag gefragt", schrieben die Studierenden in einem Brief an Geisel. Falks Professur läuft mit dem Sommersemester aus. Die lokale Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP ist gegen die Verlängerung der Professur. Es sei nicht Aufgabe einer Kommune, eine Stelle für ein Landesinstitut zu bezahlen, hatten die Grünen erklärt. Geisel sagte, die Gastprofessur für Musikproduktion sei ein "Alleinstellungsmerkmal" der Musikhochschule.

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Fazit

"Comeback" in der Kunsthalle TübingenDas Neue im Alten
Eine Marmorstatue mit Sonnenbrille und Handy, Bild von Léo Caillard: Hipster in Stone XII, 2017 (Léo Caillard)

Aneignen, Zitieren, Kopieren, Verfremden – der kreative Rückgriff auf kunsthistorische Vorbilder hat Konjunktur. Die Tübinger Kunsthalle greift die Retrowelle auf und versammelt rund hundert Werke zu einem aufschlussreichen "Comeback". Mehr

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