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Kulturnachrichten

Donnerstag, 30. März 2017

Streit um Gastprofessur von Dieter Falk

Falks Vertrag an der Robert-Schumann-Musikhochschule läuft Ende des Sommers aus

Um die Gastprofessur des bekannten Musical-Komponisten und Produzenten Dieter Falk an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Musikhochschule ist ein politischer Streit entbrannt. Oberbürgermeister Thomas Geisel setzt sich für die Verlängerung der seit 2013 bestehenden Professur Falks ein. Es gehe um Kosten in Höhe 25 000 Euro pro Jahr, das sei ein "überschaubarer Betrag", sagte Geisel der Deutschen Presse-Agentur. Die Hochschule hatte bereits angeboten, die andere Hälfte der 50 000 Euro teuren Stelle zu übernehmen. Auch das Hochschulrektorat und die Studierenden machten sich für Falk stark. Dessen Nähe zur aktuellen Musikbranche, seine umfassende Stilkenntnis und musikalischen Fähigkeiten "sind nicht nur am Puls der Zeit, sondern auch richtungsweisend und zunehmend in unserem Berufsalltag gefragt", schrieben die Studierenden in einem Brief an Geisel. Falks Professur läuft mit dem Sommersemester aus. Die lokale Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP ist gegen die Verlängerung der Professur. Es sei nicht Aufgabe einer Kommune, eine Stelle für ein Landesinstitut zu bezahlen, hatten die Grünen erklärt. Geisel sagte, die Gastprofessur für Musikproduktion sei ein "Alleinstellungsmerkmal" der Musikhochschule.

Stellvertretender Leiter der Eremitage festgenommen

Gericht ordnet wegen Verdachts auf Unterschlagung Hausarrest bis 23. Mai an

Der stellvertretende Leiter der Eremitage in St. Petersburg, Michail Nowikow, ist wegen des Verdachts der Unterschlagung festgenommen worden. Dies war aus übereinstimmenden Quellen zu erfahren. Nach Angaben des Gerichts des Moskauer Bezirks Lefortowo wurde Nowikow "für die Zeit weiterer Ermittlungen" bis zum 23. Mai unter Hausarrest gestellt. Die genauen Gründe für seine Festnahme nannte das Gericht nicht. Russischen Medienberichten zufolge steht der Fall in Verbindung mit einer Betrugsaffäre um Bauprojekte des berühmten russischen Museums. Demnach sollen im großen Stil Gelder veruntreut worden sein, die für einen Anbau der Eremitage zur Restaurierung ihrer Kunstwerke bestimmt waren. Museumsleiter Michail Pjotrowski sagte der Zeitung "Rossiskaja Gaseta", bei größeren Bauprojekten seien immer wieder viel Geld und damit auch viele "unehrliche Unternehmer" im Spiel. Die Eremitage wollte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Berichten äußern. Sie erklärte lediglich, die Situation sei "noch nicht völlig geklärt".

BGH-Urteil zu Elternpflichten bei illegalen Downloads

Eltern müssen Schadenersatz für illegale Downloads ihrer Kinder leisten

Eltern müssen Schadenersatz für die illegale Teilnahme ihrer Kinder an Musik- oder Filmtauschbörsen im Internet leisten, wenn sie wissen, welches Kind die Tat begangen hat, dessen Namen aber gegenüber dem Rechteinhabern nicht preisgeben wollen. In solchen Fällen wiege das Eigentums- und Urheberrecht schwerer als der Schutz der Familie, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem verkündeten Urteil. Im Ausgangsfall hatte das Oberlandesgericht (OLG) München die Eltern dreier Kinder zu mehr als 3500 Euro Schadenersatz und Abmahnkosten verurteilt. Eines der Kinder hatte über den Internetanschluss der Familie das Album "Loud" der Sängerin Rihanna im Internet zum sogenannten Filesharing bereit gestellt. Welches Kind dafür verantwortlich war, fanden die Eltern zwar heraus, wollten es aber mit Blick auf den grundgesetzlich garantierten Schutz der Familie nicht bloßstellen. Wie der Bundesgerichtshof entschieden hat, sind sie dazu zwar nicht verpflichtet. Geben sie in einem Schadenersatz-Prozess den Namen aber nicht preis, kann das dazu führen, dass sie als Anschlussinhaber selbst für die verletzten Urheberrechte geradestehen müssen.

Rolf-Dieter Krause erhält Karlsmedaille

Der Fernsehjournalist wird für seine Verdienste um europäische Einigung gewürdigt

Der deutsche Fernsehjournalist Rolf-Dieter Krause erhält in diesem Jahr die Karlsmedaille für europäische Medien. Mit der "Médaille Charlemagne pour les Médias Européens" würden seine Verdienste als ehemaliger Leiter des Brüsseler ARD-Studios gewürdigt, teilte die Landesanstalt für Medien (LfM) NRW in Düsseldorf im Namen des Stiftervereins "Médaille Charlemagne" mit. Der Preis wird am 18. Mai in Aachen im Vorfeld der Verleihung des Internationalen Karlspreises vergeben. Rolf-Dieter Krause sei es in hervorragender Weise gelungen, seinen Zuschauern die teils komplexen Sachverhalte, Hintergründe und Strukturen der europäischen Politik verständlich zu machen, hieß es in der Preisbegründung. Mit seinen Analysen und seiner Art der Kommentierung habe Krause "wesentlich dazu beigetragen, den Menschen die Idee eines vereinigten Europas näher zu bringen". Mit der Medaille wird seit dem Jahr 2000 eine europäische Persönlichkeit oder Institution ausgezeichnet, die sich auf dem Gebiet der Medien in besonderer Weise um die europäische Einigung und die Herausbildung einer europäischen Identität verdient gemacht hat.

Sahara-Forscher erhält Communicator-Preis

DFG will Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit stärken

Der diesjährige Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft geht an den Geologen Stefan Kröpelin. Der Wissenschaftler der Universität Köln erhält die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung für die langjährige Vermittlung seiner Forschung über die Sahara sowie Klima- und Naturschutzthemen, wie die DFG mitteilte. Durch sein mediales Engagement und Beiträge in Magazinen, Fernsehdokumentationen und im Internet mache der Geologe seit Beginn seiner wissenschaftlichen Arbeit die Erkenntnisse einem größeren Publikum bekannt. In diesem Jahr wählte eine Jury, darunter Wissenschaftsjournalisten, den Kölner Geologen unter 51 Bewerbungen und Vorschlägen aus. Mit dem Preis wollen DFG und Stifterverband den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit stärken.

Schloss Wörlitz nach 200 Jahren komplett zugänglich

Gebäude gilt als Gründungsbau des Klassizismus in Deutschland

Das Schloss Wörlitz im Unesco-Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt) erstrahlt mit originaler Einrichtung in neuem Glanz. Nach der Restaurierung sei das Schloss aus dem 18. Jahrhundert mit seinem Saal erstmals seit 200 Jahren in allen Etagen vom Souterrain bis zum Belvedere zu besichtigen. Rund 11 Millionen Euro wurden von Bund, Land und EU in den vergangenen fast 20 Jahren investiert, wie die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz mitteilte. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert gilt als Gründungsbau des Klassizismus in Deutschland. Es ist das Aushängeschild des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs.

Alessandro Alessandroni gestorben

Der Komponist war bekannt für sein Pfeiftalent in Italowestern und den Song "Mah Nà Mah Nà"

Alessandro Alessandroni, Komponist der Filmmusik vieler Italowestern, ist am Montag in Rom im Alter von 92 Jahren gestorben. Dies teilte sein Sohn mit. Bekannt war Alessandroni unter anderem als Kunstpfeifer und Multiinstrumentalist: Alessandroni steuerte zu den Soundtracks verschiedener Italowestern mehrere originelle Musikinstrumente bei, unter anderem die Mandoline, das Akkordeon, die Flöte und auch Händeklatschen. Ennio Morricones Melodien in Italowestern wie "Für ein paar Dollar mehr", "Zwei glorreiche Halunken" und "Spiel mir das Lied vom Tod" sind auch dank der Pfeifmotive Alessandronis bekannt geworden. Der gebürtige Römer hatte seine Karriere in der Filmproduktionsgesellschaft Fonolux begonnen, wo er den Filmmusikkomponisten Nino Rota kennenlernte. Rota griff wie Morricone auf Alessandroni zurück, wenn er lautes Pfeifen für seine Musik brauchte. Das Pfeifen wurde zum Markenzeichen Alessandronis, der als Autodidakt mit vielen Instrumenten vertraut war. Sein legendäres Soloalbum "Industrial" wurde erst vor zwei Jahren wieder neu aufgelegt.

"Focus" schließt Büros und entlässt Mitarbeiter

Das Nachrichtenmagazin hat mit deutlichem Auflagenrückgang zu kämpfen

Das Nachrichtenmagazin "Focus" schließt seine Redaktionsbüros in München und Düsseldorf. Das Heft wird ab dem kommenden Mai komplett in Berlin entstehen, wie der Medienkonzern Hubert Burda Media in München mitteilte. Voraussichtlich neun Mitarbeitern müsse deshalb betriebsbedingt gekündigt werden, weiteren werde das Angebot unterbreitet, die Redaktion gegen die Zahlung einer Abfindung freiwillig zu verlassen. "Focus" will den Angaben zufolge künftig stärker auf ein bereits vorhandenes Netzwerk aus freien Autoren, Korrespondenten und Experten setzen. Der "Focus" hat seit Jahren mit einem deutlichen Auflagenrückgang zu kämpfen. Nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) verkaufte das Nachrichtenmagazin im vierten Quartal 2016 noch 480.339 Exemplare. Das waren 4,2 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Im Jahr 2008 hatte die verkaufte Auflage noch bei rund 740.000 Exemplaren gelegen.

DJV fordert gesetzliche Garantien für Deutsche Welle

Angesichts amerikanischer Fake News und russischer Propaganda wachse deren Bedeutung

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) spricht sich dafür aus, die gesetzlichen Garantien für die Deutsche Welle auszuweiten. "Es muss Schluss damit sein, dass die Deutsche Welle und ihre Journalisten Jahr für Jahr mit Sorge auf ihren Etat aus dem Bundeshaushalt gucken müssen", sagte der DJV-Vorsitzende Frank Überall in Berlin beim medienpolitischen Dialog der SPD-Bundestagsfraktion. Das Fundament des deutschen Auslandssenders müsse ausgebaut werden. Planungssicherheit und Verlässlichkeit seien unverzichtbar. Der DJV-Vorsitzende betonte, dass gerade vor dem Hintergrund russischer Auslandspropaganda und amerikanischer Fake-News-Parolen die der kritischen Berichterstattung verpflichtete deutsche Stimme in der Welt eine wachsende Bedeutung habe. Der Bundestag solle das dadurch unterstreichen, dass er Bestand und Entwicklung der Deutschen Welle verbindlicher und dauerhafter garantiere als bisher.

Ebersbach bekommt Max-Pechstein-Ehrenpreis

Sein Werk gehöre zu den wichtigsten Positionen in der deutschen Malerei

Zwickau vergibt den Max-Pechstein-Ehrenpreis 2017 an den in Leipzig lebenden Künstler Hartwig Ebersbach. Sein Werk gehöre zu den wichtigsten und eigenständigsten Positionen innerhalb der deutschen Malerei, die schon zu DDR-Zeiten überregionale Resonanz erfahren habe, teilte die Stadt zur Begründung mit. Das künstlerische Talent des gebürtigen Zwickauers (Jahrgang 1940) entwickelte sich in der von Bergbau und Industrie bestimmten Arbeitergegend. Als Student von Bernhard Heisig gehörte Ebersbach zur "Leipziger Schule". Den Max-Pechstein-Ehrenpreis, der erstmals 1947 im Beisein des Mitbegründers der Künstlergruppe "Die Brücke" vergeben wurde, erhielten bisher der Wiener Alfred Hrdlicka (1993), der Publizist und Sammler Lothar-Günther Buchheim (1999) und der Verleger Klaus Staeck (2011). Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 10. November in den Kunstsammlungen Zwickau verliehen.

Deutsche Welle startet Nachrichtenseite für Flüchtlinge

Angebot will Tricks "der Schlepper und Menschenhändler entlarven"

Die Deutsche Welle (DW) hat mit Partnern aus Frankreich und Italien ein Nachrichtenangebot für Flüchtlinge gestartet. "InfoMigrants" informiert online über Herkunfts-, Transit- und Zielländer von Migranten. Das Projekt richte sich vor allem an Menschen, die europäischen Boden noch nicht betreten haben, sagte DW-Programmdirektorin Gerda Meuer in Paris. "Wir wollen die falschen Geschichten der Schlepper und Menschenhändler entlarven." Die Artikel erscheinen auf Englisch, Arabisch und Französisch. Partner der DW sind Frankreichs Auslandsrundfunk France Médias Monde und die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Cardinale versteht Aufregung um retuschiertes Foto nicht

Leinwandlegende wurde für Plakat des Filmfestivals von Cannes dünner gemacht

Die italienische Leinwandlegende Claudia Cardinale versteht die Aufregung um ein für das Festivalplakat von Cannes retuschiertes Foto von ihr nicht. Dass sie durch Bildbearbeitung nachträglich dünner gemacht worden sei, verletze nicht den weiblichen Körper, erklärte die Schauspielerin am Mittwochabend. Es handle sich vielmehr um "künstlerische Arbeit". Die 78-Jährige kritisierte eine "falsche Polemik" um das offizielle Plakat des diesjährigen Filmfestivals - und fügte hinzu, sie sage das als "überzeugte Feministin". An dem am Mittwoch vorgestellten Poster hatte sich rasch Kritik entzündet: Dass der Schlankheitswahn offenbar auch vor einem fast 60 Jahre alten Foto nicht haltmacht, sorgte für Kopfschütteln - zumal Cardinale ("Der Leopard", "Spiel mir das Lied vom Tod", "Der rosarote Panther") als eine der schönsten Frauen der Filmgeschichte gilt.

Nach Oscar-Patzer neue Regeln bei der Trophäen-Vergabe

Handys hinter den Kulissen in Zukunft verboten

Nach dem Patzer mit vertauschten Umschlägen bei der Oscar-Verleihung im Februar hat die Filmakademie Vorkehrungen gegen solche Pannen beschlossen. US-Medien zitierten aus einem Brief der Academy-Vorsitzenden Cheryl Boone Isaacs, dass der Verband weiterhin mit der Prüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zusammenarbeiten werde. Allerdings sollten zukünftig nicht nur zwei, sondern drei Mitarbeiter vorab die Gewinnernamen kennen, um im Falle einer Verwechslung sofort einzuschreiten. Zudem sind elektronische Geräte wie Handys im Backstage-Bereich in Zukunft verboten. In diesem Jahr hatte einer der beiden zuständigen PwC-Mitarbeiter, Brian Cullinan, eine Twitter-Mitteilung abgesetzt, bevor er den Laudatoren den falschen Umschlag übergeben und damit das Debakel ausgelöst hatte. Bei der letzten Show am 26. Februar wurde erst "La La Land" statt "Moonlight" als Gewinner in der Sparte "Bester Film" auf der Bühne verlesen. Die Oscar-Akademie gab wenig später bekannt, dass Cullinan und seine Kollegin Martha Ruiz bei zukünftigen Shows nicht mehr dabei sein werden.

G7-Ministerkonferenz startet in Italien

Kultur als Vermittler - G7-Konferenz in Florenz

Es ist eine Premiere - erstmals treffen sich auf Initiative der italienischen Regierung die Kulturminister der sieben führenden Industrienationen, um über den Schutz von Kulturgütern und den Kampf gegen den illegalen Handel zu beraten. Im Mittelpunkt soll Kultur als Instrument der Verständigung stehen - aber auch die Zerstörung von Kulturgütern durch Terrormilizen treibt die Politiker um. Interkultureller Dialog wird in Zeiten zunehmender Krisen nach Ansicht der Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer, immer wichtiger. Die Kultur- und Bildungspolitik könne einen Brückenschlag zwischen den Kulturen leisten und damit zu Verständigung und größerem Zusammenhalt innerhalb eines Landes und zwischen den Staaten beitragen, sagte die CDU-Politikerin anlässlich der G7-Kulturministerkonferenz, die heute in Florenz beginnt. Am Ende des zweitägigen Treffens soll eine gemeinsame Erklärung zum Thema Kultur als Instrument des Dialogs verabschiedet werden.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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