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Kulturnachrichten

Dienstag, 28. März 2017

Raphael Gross tritt Direktorenamt an

Spezialist für deutsch-jüdische Geschichte soll DHM in Berlin neue Impulse geben

Raphael Gross, designierter Direktor des Deutschen Historischen Museums (DHM) in Berlin, übernimmt am 15. April sein Amt. Die Vertragsverhandlungen seien erfolgreich abgeschlossen worden, teilte das DHM mit. Der Historiker und Museumsfachmann werde dem Haus Unter den Linden neue Impulse geben, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Er wolle das Museum als zentralen Ort für gesellschaftliche Debatten etablieren und die Sammlung weiter ausbauen, erklärte Gross. Der 1966 in Zürich geborene Historiker war von 2001 bis 2015 Direktor des Leo Baeck Instituts in London, von 2007 bis 2015 zugleich Direktor des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt/Main. Zwischen 2006 und 2015 leitete er dort das Jüdische Museum. Seit April 2015 war Gross Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für Jüdische Geschichte und Kultur sowie Inhaber des Lehrstuhls an der Universität Leipzig. Gross war im November vergangenen Jahres vom Stiftungskuratorium einstimmig zum neuen Präsidenten berufen worden. Er hatte sich in einem mehrstufigen Verfahren gegen rund 30 Mitbewerber aus dem In- und Ausland durchgesetzt.

"Der Preis ist heiß" kommt wieder

Gilt als eine der erfolgreichsten Gameshows der Welt

RTLplus legt den Gameshow-Klassiker "Der Preis ist heiß" wieder auf. Moderator soll Wolfram Kons werden, teilte der jüngste Free-TV-Sender der Mediengruppe RTL mit. Die Spielshow lief bei RTL von 1989 bis Ende 1997. Dabei müssen Kandidaten den Preis vorgestellter Produkte möglichst genau schätzen. Das Publikum darf sie mit "Mehr!"- oder "Weniger!"-Rufen dabei unterstützen. Die neuen Folgen werden im Sommer in Köln produziert und sollen noch 2017 gezeigt werden. Insgesamt kam die Show bei RTL auf 1873 Folgen. Das US-Original "The Price Is Right" war von 1956 bis 1965 zuerst bei NBC, später bei ABC zu sehen. Seit 1972 läuft die Show den Angaben zufolge ununterbrochen bei ABC und zählt damit zu den erfolgreichsten Gameshows der Welt.

Einheitsdenkmal soll ohne Grütters gebaut werden

Zuständigkeit für Einheitsdenkmal wechselt ins Bundesbauministerium

Nach dem Grundsatzbeschluss der Koalition, das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin doch zu bauen, soll die Zuständigkeit für das Vorhaben zu Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) wechseln. Wie die SPD-Kulturpolitikerin Hiltrud Lotze mitteilte, haben sich darauf die Fraktionschefs Thomas Oppermann (SPD) und Volker Kauder (CDU) geeinigt. Hintergrund ist unter anderem die Frage der Finanzierung des Denkmals: Im Haushalt des Bauministeriums sind die 18,5 Millionen Euro für die zuletzt beschlossene Wiedererrichtung der historischen Kolonnaden vor dem Berliner Stadtschloss eingeplant. Weil nun anstelle der Kolonnaden doch das Einheitsdenkmal errichtet werden soll, soll auch das Geld umgewidmet werden und die Zuständigkeit wechseln. Lotze begründete die Entscheidung aber auch mit Kritik an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), der die Zuständigkeit für das Vorhaben damit entzogen wird. Grütters habe sich auch nach dem jüngsten Beschluss der Fraktionschefs der Koalition nicht so recht als Befürworterin des Denkmals gezeigt.

Amos Oz erhält Abraham-Geiger-Preis

Autor bekommt Ehrung im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Berlin

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll das Engagement des israelischen Autors Amos Oz für die Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern sowie mit dem heutigen Deutschland ehren, wie das an der Universität Potsdam angesiedelte Rabbiner-Seminar Abraham-Geiger-Kolleg am Dienstag mitteilte. Benannt ist der Preis nach dem Vordenker des liberalen Judentums, Abraham Geiger (1810-1874). Die Auszeichnung würdigt "Persönlichkeiten, die sich um den Pluralismus verdient gemacht haben und sich für Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit einsetzen". Oz wurde 1939 in Jerusalem als Amos Klausner geboren. Er gilt als der bedeutendste zeitgenössische Autor Israels. Für sein in gut drei Dutzend Sprachen übersetztes Werk erhielt er zahlreiche Ehrungen, unter anderem 1992 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2007 den Prinz-von-Asturien-Preis und 2008 den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf.

Bob Dylan: weiter kein Kontakt zu Nobelpreisjury

Musiker an diesem Wochenende in Stockholm

Literaturnobelpreisträger Bob Dylan kommt an diesem Wochenende für zwei Konzerte nach Stockholm. Darüber, ob er bei der Gelegenheit auch seinen Nobelpreis abholt, hat er die schwedische Jury aber bislang im Dunkeln gelassen. "In den vergangenen Monaten haben keine Telefongespräche mit Bob Dylan stattgefunden", schrieb die Chefin der Schwedischen Akademie, Sara Danius, in ihrem Blog. "Dylan weiß aber, dass er spätestens am 10. Juni eine Nobelvorlesung halten muss, damit das Preisgeld ausbezahlt werden kann." Die Auszeichnung hatte der Rocksänger im Oktober für seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Songtradition zuerkannt bekommen. Bei der Verleihung am 10. Dezember fehlte er jedoch. Um den Preis behalten zu dürfen, muss Dylan innerhalb eines halben Jahres nach der Feier die traditionelle Nobelvorlesung halten. Diese kann er aber zum Beispiel auch als Video einreichen. Danius kommentierte im Blog: "Für die Schwedische Akademie steht in jedem Fall fest, dass der Nobelpreisträger für Literatur 2016 Bob Dylan und niemand anderes ist."

Gemälde Da Vincis restauriert

"Anbetung der Könige aus dem Morgenland"

Leonardo da Vincis unvollendetes Meisterwerk "Anbetung der Könige aus dem Morgenland" ist nach sechs Jahren Restaurierung wieder öffentlich zu sehen. Bei einer Zeremonie in den Uffizien in Florenz wurde das Gemälde enthüllt. In einer bis September laufenden Sonderausstellung ist es neben einem Werk von Filippo Lippi zu sehen, das das gleiche Motiv zeigt. Experten zufolge hat die Restaurierung dem Gemälde eine neue Tiefe und Klarheit gebracht, die so bisher nicht zu sehen war. Es sei eine spektakuläre Wiederherstellung eines enorm wichtigen Gemäldes von Leonardo gelungen, sagte Uffizien-Direktor Eike Schmidt. Leonardo hatte das große Gemälde zwischen 1481 und 1482 gemalt, es aber nicht fertiggestellt, weil er von Florenz nach Mailand umzog. Restauriert wurde es von einem Team eines Forschungs- und Restaurationsinstituts des italienischen Kulturministeriums.

Christine Kaufmann gestorben

Schauspielerin wurde 72 Jahre alt

Die Schauspielerin Christine Kaufmann ist tot. Sie starb in der Nacht zum Dienstag im Alter von 72 Jahren, wie ihr Management der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zuletzt hatte sich die Familie sehr besorgt über den Gesundheitszustand der erkrankten Künstlerin geäußert. Christine Kaufmann war ein Kinderstar: Als Neunjährige eroberte sie 1954 in dem Film "Rosen-Resli" unter der Regie von Harald Reinl die Herzen der Kino-Zuschauer. Für ihr Hollywooddebüt in "Stadt ohne Mitleid" (1961) erhielt sie einen Golden Globe. Es folgten weitere Engagements in Hollywoodfilmen. Schlagzeilen machte 1963 ihre Heirat mit dem 20 Jahre älteren Hollywoodstar Tony Curtis. Nach fünf Jahren wurde die Ehe geschieden, Kaufmann kehrte mit den beiden Töchtern nach Deutschland zurück. Hier spielte sie in TV-Serien wie "Der Kommissar" und "Derrick" mit und arbeitete unter anderem mit Regisseuren wie Werner Schroeter und Rainer Werner Fassbinder. Als Olga brillierte sie Anfang der 80er Jahre in der bayerischen TV-Kultserie "Monaco Franze - Der ewige Stenz" neben Helmut Fischer und Ruth Maria Kubitschek.

Vergoldetes Zimmer als Protest gegen Wohnungsnot

Haustiere, Raucher, alte Menschen, Kinder und Studenten unerwünscht

Mit einem vergoldeten Zimmer will der Künstler Nabil Henid ein Zeichen gegen Wohnungsnot in München setzen. "Viele können sich die Mieten nicht mehr leisten, kleine Geschäfte müssen schließen. Die Entwicklung ist sehr problematisch", sagte der Münchner Künstler der Deutschen Presse-Agentur. Fünf Tage lang hat der 48-Jährige zusammen mit Freunden das Zimmer in einer goldschimmernden Folie eingewickelt. Am Eingang eine fiktive Wohnungsanzeige: Das 17 Quadratmeter kleine Zimmer sei für schlappe 1150 Euro Kaltmiete zu haben; die Miete steige vierteljährig. Haustiere, Raucher, alte Menschen, Kinder und Studenten seien ebenso unerwünscht wie Musik und Lebensfreude. "Es entstehen Stadtviertel ohne Herz und Seele", kritisiert Henid. "Aber wer möchte in so einem München leben?" Das Zimmer glänzt noch bis zum Wochenende vom 8. und 9. April. "Zum Abschied will ich eine Performance organisieren. Ich habe schon viele Ideen für die Abrissparty", verrät der Künstler.

Jelinek-Stück über Donald Trump vorgestellt

Nobelpreisträgerin kann sich vieles "nicht einmal mehr vorstellen"

In New York ist das neue Theaterstück der österreichischen Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek vorgestellt worden. "Am Königsweg" versteht sich als provokativer Kommentar zu US-Präsident Donald Trump. Grundlage für die einstündige Lesung im Martin E. Segal Theatre war eine stark gekürzte Version der von Gitta Honegger übersetzen Bühnenfassung. In dem Stück versucht eine an die Muppet-Figur "Miss Piggy" erinnernde blinde Seherin, aus dem wirren Verhalten Trumps die Zukunft abzuleiten. "Jeder von uns lehnt ihn ab. Der König weiß es, aber er glaubt es nicht", heißt es darin. "Ich schreibe nur, was ich mir vorstelle, und vieles kann ich mir nicht einmal mehr vorstellen", ließ die in Wien lebende Jelinek den etwa 70 Zuschauern in New York mitteilen. Vorgetragen wurden die Texte von der Schauspielerin Masha Dakic. Sie hatte sich dafür nach Jelineks Vorbild frisiert und geschminkt und sah der Autorin verblüffend ähnlich. Jelinek hatte die Arbeit an dem Stück am Tag nach Trumps Wahlsieg begonnen. Im Oktober soll es am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg uraufgeführt werden.

Ai Weiwei baut Metallzäune in New York

Konzeptkünstler setzt sich erneut für Flüchtlinge ein

Der chinesische Künstler Ai Weiwei will dutzende Zäune und Installationen in New York bauen. Ai Weiwei verwandele den Sicherheitszaun aus Metalldraht in ein kraftvolles künstlerisches Symbol, teilte der Public Art Fund mit, der das Projekt finanziert. Die Werke sollen ab Mitte Oktober bis Februar 2018 auf Hausdächern und Haltestellen, zwischen Gebäuden, aber auch als freistehende Skulpturen zu sehen sein. Der Titel der Werke ist "Good Fences Make Good Neighbors" - gute Zäune machen gute Nachbarn. Der heute 59-Jährige kam in den 1980er-Jahren selbst als Einwanderer nach New York und hat sich bereits mehrfach mit dem Schicksal von Flüchtlingen beschäftigt, zuletzt mit einem monumentalen Schlauchboot in der tschechischen Nationalgalerie. Die Zäune in New York sollen Metaphern sein in einer Stadt, die Millionen Einwanderern als Tor zu den Vereinigten Staaten diente, so der Public Art Fund. Ai Weiwei lebte von 1983 bis 1993 in New York, heute pendelt er zwischen Ateliers in Peking und Berlin.

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