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Kulturnachrichten

Sonntag, 19. März 2017

Kanadische Lehrerin gewinnt "Global Teacher Prize"

Deutsche Kandidatin schaffte es unter die Top Ten

Der mit einer Million US-Dollar dotierte "Global Teacher Prize" geht in diesem Jahr nach Kanada. Die Jury zeichnete in Dubai Maggie MacDonnell für ihre vorbildliche Arbeit mit Schülern in der kanadischen Arktis aus. Der Preis wurde im Rahmen einer Bildungskonferenz verliehen und soll das Engagement außergewöhnlicher Lehrer stärken. Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in London will Bildungsstandards für arme und benachteiligte Kinder in der Welt verbessern. Die deutsche Kandidatin Marie-Christine Ghanbari aus dem Münsterland hatte es bis ins Finale unter die Top 10 geschafft. Die 34 Jahre alte Pädagogin und Lehrbeauftragte der Uni Münster unterrichtet an einer Gesamtschule in Gescher im Kreis Borken Sport, Mathematik und Deutsch. Bei ihrem Projekt "Sportpaten" begleiten Sportstudenten jüngere Schüler und stärken mit positiven Erfahrungen deren Selbstwertgefühl. Seit einem Forschungsprojekt 2009 in Nigeria setzt sich die Münsteranerin außerdem für Schüler in dem afrikanischen Land ein.

Archäologen finden 1400 Jahre alten Münzschatz

Münzfund belegt persische Invasion 614 n. Chr.

Bei Notgrabungen im Rahmen des Autobahnausbaus haben israelische Archäologen bei En Hemed westlich von Jerusalem einen Münzschatz aus dem 7. Jahrhundert gefunden. Die neun Münzen wurden unter den Resten eines mutmaßlichen christlichen Pilgerkomplexes auf der Strecke nach Jerusalem gefunden, teilte die Antikenbehörde mit. Die Münzen waren demnach in einem Stoffbeutel in einer Mauernische versteckt worden. Sie zeigen laut der Antikenbehörde die Bilder der byzantinischen Herrscher Justinian, Mauritius und Phocas und stammen von drei verschiedenen Prägeorten: Konstantinopel, Antiochia und Nikomedia. Nach Einschätzung von Grabungsleiterin Annette Landes-Nagar belegt der Münzfund die persische Invasion 614 nach Christus. Die Bewohner der Stätte hätten ihr Geld in den Wänden versteckt, um nach Ende der Gefahr zurückzukehren. Dazu sei es aber offenbar nicht gekommen. Stattdessen wurde die Stätte nach Meinung der Archäologin aufgegeben und schließlich zugeschüttet und archäologisch genutzt.

Geneviève Tschumi gewinnt Telemann-Wettbewerb

Jury würdigte anspruchsvolles und vielfältiges Programm

Die 28 Jahre alte Mezzosopranistin Geneviève Tschumi hat beim Internationalen Telemann-Wettbewerb in Magdeburg den Preis der Mitteldeutschen Barockmusik gewonnen. Die Schweizerin setzte sich in der dritten und abschließenden Wettbewerbsrunde unter sechs Sängerinnen durch, wie die Internationale Telemann-Gesellschaft mitteilte. Der Preis ist mit 7500 Euro dotiert. Die Jury würdigte das anspruchsvolle und vielfältige Programm des Wettbewerbs, das die außerordentliche Qualität der Kompositionen Telemanns unterstrichen habe. Der Wettbewerb hatte vor einer Woche mit 35 Teilnehmern begonnen. Erstmals waren nicht Instrumente gefragt, sondern der Gesang. Nach solistischen und kammermusikalischen Darbietungen mussten sich die Kandidatinnen am Samstag auch im Umgang mit einem Orchester beweisen. Vorgetragen wurden beispielsweise Arien und Szenen aus Opern des in Magdeburg geborenen Barockkomponisten Georg Philipp Telemann (1681-1767).

Besucherrekord bei Lit.Cologne

Auslastung habe bei 95 Prozent gelegen

Mit einem Rekord von 110 000 Besuchern ist das Literaturfestival Lit.Cologne zu Ende gegangen. Die Auslastung habe bei 95 Prozent gelegen, teilte Sprecherin Doro Zauner mit. Insgesamt gab es knapp 200 Veranstaltungen bei dem Kölner Literaturfestival. Vom 4. bis zum 8. Oktober dieses Jahres gibt es erstmals eine Lit.Ruhr - in Essen, Bochum, Dortmund und Duisburg. Als Festivalzentrum ist die Zeche Zollverein in Essen vorgesehen.

Sachsen-Anhalt sichert Bismarck-Museum

Bestände werden dem Museum als Dauerleihgabe überlassen

Sachsen-Anhalt sichert das Bismarck-Museum in Schönhausen an der Elbe und kauft dessen Bestände, die den Erben des früheren Reichskanzlers gehören. Entsprechende Verträge unterzeichneten Ministerpräsident Reiner Haseloff und der Vertreter der Erbengemeinschaft, Clemens von Oswald, in Schönhausen. Die Bestände sollen dem Museum dann als Dauerleihgabe überlassen werden, hieß es aus der Staatskanzlei in Magdeburg. Im Schlosspark werden künftig wieder sieben restaurierte barocke Skulpturen zu sehen sein - diese kauft das Land den Angaben zufolge für die Gemeinde an. Schönhausen ist der Geburtsort Otto von Bismarcks. Seit 1998 erinnert dort das Museum in einem restaurierten Seitenflügel des zu DDR-Zeiten gesprengten Bismarck-Schlosses an ihn. Zu sehen sind laut Museum Gaben von Kaisern und Diplomaten, Vereinen und Privatpersonen sowie einige persönliche Gegenstände, Ehrenbürgerurkunden und Glückwunschadressen.

Chuck Berry im Alter von 90 Jahren gestorben

Kollegen trauern um einflussreichen US-Musiker

Die Musikwelt trauert um Rock-'n'-Roll-Pionier Chuck Berry: Der US-Musiker starb im Alter von 90 Jahren in seinem Haus nahe St. Louis. Berry, der in den 50er Jahren mit Hits wie "Johnny B. Goode" und "Roll Over Beethoven" bekannt wurde, beeinflusste zahlreiche Bands wie die Beatles und die Rolling Stones. Der Sänger und Gitarrist gilt als einer der Gründungsväter des Rock 'n' Roll. Berry gehörte zu den ersten Musikern, die in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurden. Die Nachricht vom Tod der Ikone löste große Bestürzung in der Musikwelt aus. US-Rocker Bruce Springsteen würdigte Berry auf Twitter als den "größten" Interpreten und Gitarristen in der Geschichte der Rockmusik und den wichtigsten Komponisten des "puren Rock 'n' Roll". Die Rolling Stones ehrten Berry ebenfalls via Twitter als "wahren Pionier des Rock 'n' Roll". "Chuck, du warst unglaublich und wir werden deine Musik für immer in uns tragen", erklärte Sänger Mick Jagger. Auch Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr verneigte sich vor "Mr. Rock 'n' Roll". US-Musiker Lenny Kravitz erklärte: "Keiner von uns würde hier sein ohne dich." Beach-Boys-Gründer Brian Wilson bezeichnete Berry als "große Inspiration" für sein Schaffen. An seinem 90. Geburtstag im vergangenen Oktober hatte Berry die Veröffentlichung seines ersten Albums seit fast vier Jahrzehnten angekündigt. Die Platte mit dem schlichten Titel "Chuck" soll im Laufe des Jahres erscheinen. Sie ist seiner Frau gewidmet, mit der er fast sieben Jahrzehnte verheiratet war.

Festspielhaus Füssen gibt Vorgeschmack auf neue Saison

Ludwig-Musical wird wieder aufgeführt

Das Festspielhaus in Füssen startet nach der Insolvenz im vergangenen Jahr Anfang April in die neue Saison. Zum Auftakt wollen die neuen Betreiber des Hauses in der Nähe des Märchenschlosses Neuschwanstein am 1. und 2. April ein Drei-Gänge-Menü mit musikalischem Begleitprogramm sowie einen Jazz-Frühschoppen präsentieren. Später im Jahr ist die offizielle Wiedereröffnung geplant, der reguläre Spielbetrieb soll im Juni starten. Derzeit werde das Programm zusammengestellt, sagte Intendant Florian Zwipf. In Zukunft soll auch wieder das Musical "Ludwig²" gezeigt werden; dies werde aber nur ein Bestandteil des wechselnden Kulturangebots sein. Das Festspielhaus wurde im November 2016 vom Insolvenzverwalter an die Investoren Manfred Rietzler und Jan Dieter Leuze verkauft. Dem Theater stand damals die Zwangsversteigerung bevor. Diese konnte durch den Verkauf abgewendet werden. Der Insolvenzverwalter hatte zuvor den Spielbetrieb des Theaters eingestellt. Das Haus am Ufer des Forggensees war Ende der 1990er-Jahre eigens für ein Musical über den legendären Bayernkönig Ludwig II. gebaut worden. Mehrere Versuche, in Füssen ein Ludwig-Musical zu etablieren, sind seitdem aber gescheitert.

Schauspielerin Ingeborg Krabbe ist tot

Sie war eine der bekanntesten Film- und Theaterschauspielerinnen der DDR

Ingeborg Krabbe, eine der bekanntesten Film- und Theaterschauspielerinnen der DDR, ist tot. Sie starb am Freitag im Alter von 85 Jahren in Berlin, wie ihr langjähriger Agent Marc Rosenberg mitteilte. Zuerst hatte MDR 1 Radio Sachsen über Krabbes Tod berichtet. Die gebürtige Leipzigerin war in der Messestadt 1954 Mitbegründerin des Kabaretts "Die Pfeffermühle". Bekannt wurde sie mit Rollen in "Die Abenteuer des Werner Holt", im "Polizeiruf 110" und in "Der Staatsanwalt hat das Wort". Viele Jahre spielte sie auch eine der Hauptrollen in der Reihe "Drei reizende Schwestern". In den zurückliegenden Jahren war sie unter anderem in Fernsehserien wir "Pfarrer Braun", "Der Bulle von Tölz" und "In aller Freundschaft" zu sehen. Daneben arbeitete sie als Hörspiel- und Synchronsprecherin.

Münchner Gasteig-Sanierung wird teuer

Laut Medienberichten belaufen sich geplante Kosten aus bis zu 450 Millionen Euro

Bis zu 450 Millionen Euro Kosten und ein provisorischer Konzertsaal am Stadtrand: Die Pläne zur Sanierung des Münchner Gasteig werden laut Medienberichten konkreter. Am 5. April wolle der Stadtrat eine erste Grundsatzentscheidung treffen, berichteten "Abendzeitung", "Münchner Merkur" und "Süddeutsche Zeitung" am Wochenende. Kritik an den Plänen kommt demnach vor allem aus der Kämmerei der Landeshauptstadt. Die Arbeiten an dem Kulturzentrum seien nicht alle baulich notwendig und zu teuer, hieß es. Allein die Sanierung der Philharmonie soll etwa 137 Millionen Euro kosten, meldete die "Süddeutschen Zeitung" unter Berufung auf eine Stadtratsvorlage. Zudem sind Konzertveranstalter und Musiker den Berichten zufolge noch nicht vom geplanten Ausweichquartier für die Philharmonie überzeugt. Das Kulturreferat schlägt einen hölzernen Konzertsaal auf einer Brachfläche in der Messestadt Riem vor - deutlich weniger zentral als der Gasteig. Nach derzeitiger Planung soll der Stadtrat das Projekt Mitte 2019 endgültig freigeben. Tatsächlicher Baubeginn wäre dann frühestens Ende 2021.

Vatikan gibt 1 Mio. Euro für Geburts- und Grabeskirche

Mittel stammen aus dem Haushalt der römischen Ostkirchenkongregation

Der Vatikan schießt für Restaurierungsarbeiten in der Geburtskirche in Bethlehem sowie in der Jerusalemer Grabeskirche jeweils 500.000 US-Dollar (466.000 Euro) zu. Wie das Presseamt des Heiligen Stuhls mitteilte, stammen die Mittel aus dem Haushalt der römischen Ostkirchenkongregation und werden über die franziskanische Verwaltung der christlichen Stätten im Heiligen Land, die sogenannte Kustodie, bereitgestellt. Die Geburtskirche und die Grabeskirche erheben sich über den heiligsten Stätten der Christenheit und zählen zugleich zu den bedeutendsten frühchristlichen Kirchenbauten. Beide gehen auf Gründungen durch Kaiser Konstantin zurück.

NS-Opfer Mayr-Nusser seliggesprochen

Die katholische Kirche würdigte den NS-Widerständler als "Märtyrer des Glaubens"

Der wegen seines Widerstands gegen den Nationalsozialismus zum Tode verurteilte Südtiroler Josef Mayr-Nusser (1910-1945) ist in Bozen zum Seligen der katholischen Kirche erklärt worden. Der Präfekt der römischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, würdigte ihn bei einem Festgottesdienst im Bozener Dom als "Märtyrer des Glaubens in der dunklen Zeit der Nazi-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs". Der aus Bozen stammende Mayr-Nusser war nach dem deutschen Einmarsch 1944 zum Dienst bei der Waffen-SS eingezogen worden. Wegen seiner Weigerung, den SS-Eid abzulegen, wurde er zum Tod verurteilt. Auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau starb er am 24. Februar 1945 an den Folgen der Misshandlungen und der Entkräftung während seiner Haft. Nach einem rund elfjährigen kirchenamtlichen Verfahren hatte Papst Franziskus im Juli 2016 Mayr-Nusser als Märtyrer anerkannt. Der Gedenktag für Mayr-Nusser soll künftig der 3. Oktober sein, der Jahrestag seiner Eidesverweigerung.

Unis werben um Geld für Spitzenforschung

Exzellenzstrategie von Bund und Ländern verteilt die Fördergelder neu

Die drei großen Berliner Universitäten und die Charité wollen ab April beim neuen millionenschweren Wettbewerb um Fördergelder für Spitzenforschung mitmischen. Für die neue Runde, die nun Exzellenzstrategie heißt, stellen Bund und Länder ab 2019 jährlich dauerhaft 533 Millionen Euro zur Verfügung. Bis zum 3. April können die Unis bundesweit Anträge für Projekte (Cluster) bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einreichen. Wer gewinnt, erhält die Gelder ab 2019. Ein Cluster hat ein Fördervolumen zwischen drei und zehn Millionen Euro - sie sind dementsprechend heiß begehrt. Im Dezember waren bei der DFG bereits 192 Absichtserklärungen deutscher Unis eingegangen. Darunter waren 16 Skizzen aus Berlin. Der Wettbewerb ist die Fortsetzung der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, bei der die Freie und die Humboldt-Universität bereits den Titel "Elite-Universität" erhielten. Alle großen Unis warben außerdem Gelder für Forschungscluster ein. Die damit verbundenen Mittel sind aber nicht von Dauer und müssen mit Konzepten neu erobert werden.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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