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Kulturnachrichten

Freitag, 10. März 2017

Autor Robert James Waller gestorben

Waller schrieb "Die Brücken am Fluss" in elf Tagen

Der US-Schriftsteller Robert James Waller ist tot. Der Verfasser des Romans "Die Brücken am Fluss" sei im Alter von 77 Jahren in seinem Haus in Fredericksburg in Texas gestorben, sagte Wallers langjähriger Freund Scott Cawelti der Nachrichtenagentur AP. Er habe an einer bösartigen Tumorerkrankung gelitten. Waller hatte "Die Brücken am Fluss" 1992 in nur elf Tagen verfasst. Das Buch mit dem Originaltitel "The Bridges of Madison County" stand drei Jahr lang an der Spitze der US-Bestsellerlisten, verkaufte sich zwölf Millionen Mal und wurde in 35 Sprachen übersetzt. Der Roman über die Romanze zwischen einer Farmersfrau und einem Fotografen in Iowa wurde drei Jahre später mit Meryl Streep und Clint Eastwood verfilmt. Er spielte weltweit mehr als 170 Millionen Euro ein. Der Roman wurde auch Vorlage für ein Broadway-Musical.

Böhmermann legt Berufung ein

Schmähgedicht teilweise verboten

Der Fernsehsatiriker Jan Böhmermann hat Berufung gegen die Entscheidung des Landgerichts Hamburgs eingelegt, sein "Schmähgedicht" teilweise zu verbieten. "Man kann ein Kunstwerk nicht in Einzelteile sezieren" sagte sein Anwalt Christian Schertz der "Süddeutschen Zeitung". Das Gericht habe außerdem den aktuellen Gesamtkontext nicht berücksichtigt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Böhmermann wegen des Schmähgedichts verklagt. Die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Hamburg wird vermutlich erst in einigen Monaten stattfinden.

Bundesrat will Ende der "Majestätsbeleidigung"

Mehrheit für Abschaffung des Paragraphen 103

Der Straftatbestand der Beleidigung ausländischer Staatsoberhäupter ("Majestätsbeleidigung") könnte früher als geplant der Vergangenheit angehören. Der Bundesrat votierte mehrheitlich in Berlin dafür, die umstrittene Rechtsgrundlage unmittelbar aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Die Bundesregierung hatte das Aus des Paragrafen 103 im Strafgesetzbuch zum 1. Januar 2018 beschlossen. Hintergrund ist ein Satire-Gedicht des Moderators Jan Böhmermann in seiner ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" vor einem Jahr, in dem er den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan verunglimpfte. Erdogan hatte sich daraufhin auf Paragraf 103 des Strafgesetzbuchs zur "Beleidigung von Organen und Vertreter ausländischer Staaten" berufen und ein Verfahren gegen Böhmermann angestrengt. Die Staatsanwaltschaft Mainz stellte das Ermittlungsverfahren im Oktober 2016 ein, die Beschwerde Erdogans gegen die Einstellung wies die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz ab.

Bauhaus-Campus stellt "100-Euro-Wohnung" vor

Schlafen, kochen und arbeiten auf engstem Raum

Wohnen in der Großstadt für 100 Euro? In einem Museumsgarten in Berlin sollen in den nächsten zwölf Monaten bis zu 20 unterschiedliche "Tiny Houses" (Winzighäuser) entwickelt werden, die ein neues Wohnen in der Stadt möglich machen. Zum Start des Projekts stellte das Bauhaus-Archiv die "100-Euro-Wohnung" vor. Das kleine Holzhaus auf Rädern birgt Kochecke und Dusche, Schlafkoje und Arbeitsplatz auf engstem Raum. Veranstalter des sogenannten Bauhaus-Campus ist die Tinyhouse University, ein Berliner Kollektiv aus Gestaltern, Bildungsaktivisten und Geflüchteten. Es wurde 2015 von dem aus Laos stammenden Architekten Van Bo Le-Mentzel mit dem Ziel gegründet, soziale Nachbarschaft auf kreative Weise zu erforschen.

Leipzig: Forschungsprojekt zu Theater und Fremdenhass

Wie kann Amateurtheater zur transkulturellen Bildung beitragen?

Die Universität Leipzig startet ein Forschungsprojekt zur Toleranzförderung durch das Theaterspiel. Unter dem Titel "Fremde spielen - Amateurtheater als Medium informeller und non-formaler transkultureller Bildung" befassen sich Wissenschaftler und Theaterpraktiker am Centre of Competence for Theatre mit der Frage, wie das Amateurtheater zur transkulturellen Bildung beitragen kann. Dies teilte die Universität Leipzig mit.

Jens Groß wird neuer Schauspieldirektor am Theater Bonn

Vorgängerin hatte Vertrag aufgrund der anhaltenden Sparpolitik nicht verlängert

Das Theater Bonn hat einen neuen Schauspieldirektor gefunden. Jens Groß wird die Position ab der Spielzeit 2018/19 übernehmen, teilte das Theater in Bonn mit. Groß arbeitet bereits seit zwei Jahren als leitender Dramaturg am Theater Bonn. Aufgrund seines Erfahrungsschatzes in der deutschen Theaterszene und seiner Vertrautheit mit dem Theater Bonn sei Groß "geradezu prädestiniert", die vakante gewordene Leitung zu übernehmen, sagte Generalintendant Bernhard Helmich zu der Personalie. Bis 2015 war Groß am Schauspiel Köln Chefdramaturg und stellvertretender Intendant. Zu seinen Stationen gehören außerdem das Staatsschauspiel Dresden und das Berliner Maxim Gorki Theater. Die derzeitige Schauspieldirektorin am Theater Bonn, Nicola Bramkamp, hatte im Dezember angekündigt, ihren Vertrag aufgrund der anhaltenden Sparpolitik nicht verlängern zu wollen.

Geert Mak: Niederlande vor politischem Umbruch

"Chaos, aus dem vielleicht etwas Neues zum Vorschein kommt"

Der niederländische Schriftsteller Geert Mak ("In Europa") sieht sein Heimatland in einem tiefgreifenden politischen Umbruch. "Wir erleben gerade das Ende eines alten Systems", sagte der 70-Jährige dem Berliner "Tagesspiegel". "Es ist ein Chaos, aus dem vielleicht etwas Neues, Festes zum Vorschein kommt." Die Niederländer wählen am 15. März ein neues Parlament. Die Parteienlandschaft ist total zersplittert, vermutlich werden die 150 Sitze der Zweiten Kammer auf mehr als ein Dutzend Parteien verteilt. Mak zählt zu den wichtigsten niederländischen Publizisten und Autoren. 2008 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

Streit um Stelle für Bauhaus-Beauftragte

Bewerbungsverfahren muss weitergeführt werden

Das Bewerbungsverfahren um die Stelle eines Beauftragten für das Bauhausjubiläum bei der Magdeburger Staatskanzlei wird fortgesetzt. Das Landesarbeitsgericht in Halle gab einer Bewerberin Recht, die gegen den Stopp des Verfahrens geklagt hatte. Die Auswahl werde nun mit allen Bewerbern unter Berücksichtigung der Urteilsgründe weitergeführt, sagte Regierungssprecher Matthias Schuppe. Staatsminister Rainer Robra (CDU) hatte den Posten mit seiner früheren Büroleiterin Antje Buschschulte besetzt und das Bewerbungsverfahren im November gestoppt. Dagegen hatte eine Bauhaus-Expertin geklagt, die den Job ebenfalls wollte. Das Gericht sah keine nachvollziehbaren Gründe für den Stopp des Verfahrens. Schuppe wies eine bevorzugte Vergabe der Stelle an Buschschulte zurück. Die ehemalige Schwimmerin habe sich regulär beworben.

Chamisso-Preis für Abbas Khider

Der Preis wurde in diesem Jahr letztmals vergeben

Der Schriftsteller Abbas Khider ist mit dem 33. Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnet worden. Der deutsch-irakische Autor sei für sein bisheriges Gesamtwerk geehrt worden, teilte die Stiftung mit. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wurde in der Münchner Allerheiligen-Hofkirche verliehen. Der Preis wurde in diesem Jahr letztmals vergeben. Künftig will sich die Robert Bosch Stiftung auf die Literaturvermittlung an Jugendliche konzentrieren, wie Geschäftsführerin Uta-Micaela Dürig sagte. Ein Förderpreis in Höhe von 7.000 Euro ging an die gebürtige Serbin Barbi Markovic für ihr jüngstes Buch "Superheldinnen". Einen weiteren, ebenfalls mit 7.000 Euro dotierten Förderpreis erhielt Senthuran Varatharajah für sein Debütwerk "Vor der Zunahme der Zeichen". Mit der Auszeichnung werden laut Robert Bosch Stiftung herausragende auf Deutsch schreibende Autoren geehrt, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist.

Preis der Nationalgalerie: Nominierungen bekannt

Erstmalig nur Künstlerinnen nominiert

Vier in Berlin lebende internationale Künstlerinnen sind für den diesjährigen Preis der Nationalgalerie nominiert. Aus rund 90 Vorschlägen wählte die Jury Sol Calero (Venezuela), Iman Issa (Ägypten), Jumana Manna (USA) und Agnieszka Polska (Polen) als Kandidatinnen aus, wie der Verein Freunde der Nationalgalerie mitteilte. Erstmals sind damit nur Frauen für den inzwischen zum neunten Mal ausgelobten Preis nominiert. Die renommierte Auszeichnung ist mit einer Einzelausstellung in einem der Häuser der Berliner Nationalgalerie verbunden. Über die Gewinnerin wird am 20. Oktober entschieden. Vom 29. September an ist im Gegenwartsmuseum Hamburger Bahnhof eine Gemeinschaftsausstellung der Nominierten geplant.

Sinfonieorchester Pittsburgh spielt Drake

Rap vermischt mit Klassik

Das Sinfonieorchester in Pittsburgh im US-Staat Pennsylvania will drei Sätze aus Peter Tschaikowskis 5. Sinfonie mit mehr als einem Dutzend Titeln des kanadischen Rappers Drake vermischen. "Für einige mag es eine ungewöhnliche Mischung sein, für andere geradezu abstoßend", sagte Dirigent Steve Hackman zu dem für den 22. März geplanten Konzert. "Diese zwei Komponisten haben mehr gemeinsam, als es scheint, vor allem ihre durchdringende Sentimentalität und die fesselnde und authentische Weise, mit der sie sie ausdrücken." Drei Vokalisten und ein Rapper sollen gemeinsam mit dem Orchester auftreten, um Texte und Melodien des dreifachen Grammy-Gewinners über die Musik des klassischen Komponisten der Romantik zu legen. Hackman hat Klassik und Popmusik als Gastdirigent verschiedener US-Orchester schon häufiger kombiniert. Darunter waren Kompositionen von Johannes Brahms mit der Musik von Radiohead, Ludwig van Beethoven mit Coldplay, Béla Bartók mit Björk und Aaron Copland mit Bon Iver.

Jojo Moyes ist süchtig nach Nachrichten

Schwierigkeiten beim Schreiben

Die Bestsellerautorin Jojo Moyes bekennt sich zu einer Art News-Abhängigkeit. "Mein Mann sagt, ich sei süchtig nach Nachrichten geworden - obwohl ich die Weltlage nicht ertrage", sagte die britische Schriftstellerin ("Im Schatten das Licht", "Ein ganzes halbes Jahr") dem "Süddeutsche Zeitung Magazin". "Für gewöhnlich beginne ich jeden Tag damit, um sechs Uhr, wenn er mir meinen Kaffee bringt, im Bett zu lesen und zu korrigieren, was ich am Vortag geschrieben habe. In letzter Zeit verliere ich mich aber in Artikeln über Trump oder den Brexit." Ihr Mann habe ihr eine Software installiert, die sie nun offline halte, sagte die 47-Jährige. "Das ist gut, denn ich muss gerade ein Buch zu Ende bringen. Andererseits fällt es mir angesichts der Weltpolitik richtig schwer zu schreiben." Die frühere Journalistin spricht sich im SZ-Magazin gegen "nationalistische, reaktionäre, rassistische, frauenfeindliche, antiintellektuelle Kräfte" aus, die in vielen westlichen Demokratien gerade versuchen, gesellschaftliche Fortschritte wieder abzubauen.

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