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Kulturnachrichten

Mittwoch, 8. März 2017

Neue Leitung für den Martin-Gropius-Bau

Kunsthistorikerin Stephanie Rosenthal folgt auf Gereon Sivernich

Die Kunsthistorikerin Stephanie Rosenthal tritt am 1. Februar 2018 die Nachfolge von Gereon Sievernich als Direktorin des Martin-Gropius-Baus an. Das beschloss der Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Sievernich geht in den altersbedingten Ruhestand. Die promovierte Kunsthistorikerin Rosenthal ist seit 2007 Chefkuratorin der Hayward Gallery in London. Darüber hinaus hat sie die letzte Ausgabe der Sydney Biennale verantwortet. Zuvor war sie als Kuratorin und Projektleiterin am Münchner Haus der Kunst tätig.

Farah-Diba-Sammlung überraschend in Teheran eröffnet

In Berlin abgesagte Ausstellung wurde nun im Iran eröffnet

Eine für letzten Dezember geplante und dann abgesagte Ausstellung der Kunstsammlung von Farah Diba findet nun doch statt. Allerdings in Teheran und nicht wie geplant in Berlin. Die Pläne scheiterten damals an der fehlenden iranischen Ausfuhrgenehmigung für die Kunstwerke. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz kündigte den Kooperationsvertrag mit dem Teheraner Museum um weitere Verzögerungen in der Ausstellungsplanung zu vermeiden. Stiftungs-Präsident Hermann Parzinger hat nun vorsichtige Hoffnung, die Ausstellung doch noch nach Berlin zu bringen. Die lange unter Verschluss gehaltene Sammlung der Frau des persischen Schahs Reza Pahlavi gilt als eine der weltweit wertvollsten Sammlungen westlicher Kunst.

Yael Ronen erhält ITI-Preis 2017

Preisverleihung findet im Rahmen von Theater der Welt 2017 in Hamburg statt

Yael Ronen erhält den diesjährigen Preis des Internationalen Theaterinstituts (deutsches Zentrum). Die Entscheidung zugunsten der israelischen Regisseurin und Autorin teilte ITI-Präsident Joachim Lux im Anschluss an eine Vorstandsentscheidung des deutschen ITI in Berlin mit: "Yael Ronen betritt mit ihren Inszenierungen das verminte Gelände interkultureller Konflikte. Aber wie! Ihre Arbeit ist spielerisch, unbefangen, leicht, unideologisch, nie moralin oder politically correct. So etwas gibt es im deutschen Theater kaum." Mit Yael Ronen zeichnet das deutsche ITI eine Theater-Persönlichkeit aus, die als eine der wichtigsten und provokantesten Theatermacherinnen Israels gilt. Ronens Stücke "Common Ground" und "The Situation", die sie am Maxim Gorki Theater realisiert hat, wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Das deutsche ITI würdigt mit seinem Preis seit 1985 alljährlich Persönlichkeiten, die im deutschsprachigen Theaterraum tätig und deren Leistungen herausragend und von internationaler Ausstrahlung sind. Die Preisverleihung wird im Rahmen von Theater der Welt 2017 in Hamburg stattfinden.

Deutschlandfunk startet neues Medienmagazin

Magazin "@mediasres" ist Teil einer Reform des Nachmittagsprogramms

Der Deutschlandfunk startet das erste bundesweite Medienmagazin im Radio, das an jedem Werktag auf Sendung geht. Es heißt "@mediasres" und soll am 20. März Premiere haben. Zum Konzept gehört eine starke Onlinepräsenz, wie der Deutschlandfunk in Berlin mitteilte. Themen sollen zum Beispiel der Medienwandel, Pressefreiheit und Medienethik sein. Laut Deutschlandradio-Intendant Willi Steul soll "@mediasres" nicht nur Fakten zur Medienlandschaft präsentieren, sondern vor allem die Einordnung in den Zusammenhang. Der Programmdirektor des Deutschlandradios, Andreas Weber, kündigte an, das neue Medienmagazin werde Debatten kritisch begleiten, gleichzeitig aber auch selbstkritisch über die Arbeit von Journalisten im eigenen Haus berichten. Kolumnisten der Sendung werden Christian Ulmen, Silke Burmester, Matthias Dell und Marina Weisband sein. Das Magazin knüpft an die Sendung "Markt und Medien" an, die sich bisher jeweils samstags mit verwandten Themen beschäftigt. Sie läuft am 18. März zum letzten Mal. Den Programmplatz übernimmt die Sendung "Streitkultur", in der zwei Gäste zu einem aktuellen Thema aus der Kultur kontrovers diskutieren. Die Reform des Nachmittagsprogramms erfasst auch das tägliche Kulturmagazin "Corso", das künftig von Montag bis Samstag nur noch 25 Minuten - von 15.05 bis 15.30 Uhr - auf Sendung ist. Auch die Magazine "Campus und Karriere" und "Büchermarkt" bekommen ein Lifting.

ARD-Radiowellen bauen Vorsprung auf Private aus

Allerdings haben beide an Hörerschaft verloren

Auf dem deutschen Radiomarkt ist der Vorsprung der ARD-Sender gegenüber der privaten Konkurrenz weiter gewachsen. Von Montag bis Freitag schalten täglich 38,17 Millionen Menschen die gebührenfinanzierten Wellen ein. Die Privatsender kommen auf 31,14 Millionen Hörer. Wie aus der in Frankfurt veröffentlichten Media-Analyse hervorgeht, haben jedoch sowohl Öffentlich-Rechtliche als auch Private an Hörerschaft verloren. Die ARD-Sender haben der Umfrage zufolge 0,9 Prozent weniger Hörer als bei der jüngsten Erhebung vom vergangenen Juli. Das Minus der Privaten liegt bei 1,2 Prozent. Das Interesse am Hörfunk ist insgesamt gesunken. Unter der Woche hören 78,1 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab zehn Jahren (56,627 Millionen) täglich Radio, das sind fast 380 000 weniger als bei der jüngsten Erhebung. Die tägliche Hördauer liegt im Schnitt bei 189 Minuten.

Rineke Dijkstra bekommt Hasselblad-Preis

Auszeichnung wird am 9. Oktober in Göteborg verliehen

Die niederländische Fotografin Rineke Dijkstra bekommt den schwedischen Hasselblad-Preis für Fotografie. Sie sei "eine der bedeutendsten zeitgenössischen Künstlerinnen, die mit fotografischen Porträts arbeiten", hieß es in der Preisbegründung der Hasselblad-Stiftung. "Ihre großformatigen Fotografien konzentrieren sich auf die Facetten der Identität." Dijkstra fange mit ihren Bildern Momente des Übergangs oder der Verwundbarkeit ein. Sie sei die erste Niederländerin, die den Preis bekomme. Die mit 105 000 Euro dotierte Auszeichnung bekommt sie am 9. Oktober in Göteborg überreicht.

Grimme-Preis für ProSieben-Show entzweit Jury

Erneute Auszeichnung für Satiriker Jan Böhmermann

NSU-Terror, Flucht und Abschiebung, Kampf gegen den IS, Pädophile im Internet: In diesem Jahr gehen Grimme-Preise an Produktionen über brisante aktuelle Themen. Auch ZDF-Satiriker Jan Böhmermann ist wieder unter den Preisträgern. Für Streit in der Jury Unterhaltung sorgte die Auszeichnung der ProSieben-Show "Applaus und Raus!" mit Moderator Oliver Polak. Während die Jury-Mehrheit in der Begründung lobte, Polak gelinge es, das "ausgeleierte" Fernsehgesprächsformat "in die Sphären des Interessanten und Unerwarteten zurückzuholen", distanzierten sich zwei Jury-Mitglieder von der Entscheidung. Insgesamt wurden zwölf Preise, zwei Spezialpreise sowie eine Auszeichnung für eine besondere journalistische Leistung in den vier Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Info und Kultur sowie Kinder und Jugend vergeben. Gleich zwei Auszeichnungen gibt es in diesem Jahr bei den fiktionalen Produktionen: Einen für die Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU" (ARD) und einen an den Fernsehfilm "Das weiße Kaninchen" (ARD/SWR) über die Gefahren des Internet für Kinder und Jugendliche. In der Kategorie Information und Kultur entschieden sich die Juroren für die "mutige" NDR-Reportage "45 Min: Protokoll einer Abschiebung". Die Auszeichnung für die "besondere journalistische Leistung" in der Kategorie Information & Kultur ging an den Journalisten und Dokumentarfilmer Ashwin Raman für seine Produktionen "Im Nebel des Krieges - An den Frontlinien zum Islamischen Staat" (ARD/SWR) und "An vorderster Front" (ZDF).

John Malkovich in der Elbphilharmonie

Hollywoodstar mit Musiktheaterstück in Hamburg

Weltpremiere mit John Malkovich ("Being John Malkovich") in der Hamburger Elbphilharmonie: Unter dem Titel "Just Call Me God" (Nennen Sie mich einfach Gott) bringt der Hollywoodstar am 10.3. im Großen Saal ein Musiktheaterstück über Gewaltherrschaft und Manipulierbarkeit zur Uraufführung. Der Untertitel des Abends, an dem auch die Schauspielerin Sophie von Kessel mitwirkt, lautet: "A Dictator's Final Speech" (Letzte Rede eines Diktators). Urheber ist das Produktionstrio Malkovich, Michael Sturminger (Buch, Regie) und Martin Haselböck (musikalisches Konzept und Leitung). Die Drei haben bereits mit den Projekten "The Infernal Comedy - Confessions Of A Serial Killer" (2010) und "Giacomo Variations" (2011) nicht nur in Hamburg Furore gemacht hat.

Museum lässt Palmyra aufleben

Museum in Hannover stellt frühere und aktuelle Zeugnisse gegenüber

Nach der Zerstörung Palmyras durch die Terrormiliz IS lässt das Museum August Kestner in Hannover die antike Oasenstadt wiederaufleben. Die Ausstellung "Palmyra. Was bleibt? - Syriens zerstörtes Erbe" stellt Zeichnungen der antiken Tempel und Säulen aus dem 18. Jahrhundert aktuellen Fotografien der Ruinenstadt gegenüber. Es gehe darum, mit den Mitteln, die Museumsmachern zur Verfügung stehen, auf den unerträglichen Kulturgutverlust zu reagieren, sagte Kuratorin Anne Viola Siebert. Zu sehen sind außerdem Grabreliefs, Münzen und andere archäologische Objekte aus Syrien. Die Ausstellung läuft bis zum 9. Juli.

Beglau und Noethen mit Hörbuchpreis ausgezeichnet

Zugleich eröffnete das Kölner Literaturfestival Lit.Cologne

Als beste Interpreten wurden in diesem Jahr die Schauspieler Bibiana Beglau und Ulrich Noethen ausgezeichnet. Der Preis für das beste Hörspiel ging an "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" nach dem Roman von Frank Witzel. In der Kategorie "Bestes Sachhörbuch" wurde Hans Sarkowicz für "Geheime Sender. Der Rundfunk im Widerstand gegen Hitler" geehrt. Insgesamt wurde der Deutsche Hörbuchpreis in sechs Kategorien verliehen. Bei der Gala im Kölner WDR-Funkhaus eröffnete zugleich das Kölner Literaturfestival Lit.Cologne. Mit dem 2003 vom WDR ins Leben gerufenen Deutschen Hörbuchpreis werden herausragende deutschsprachige Hörbuchproduktionen ausgezeichnet.

Bürgerpreis der Zeitungen für Navid Kermani

Jury aus Chefredakteuren würdigt Engagement für Toleranz

Der Schriftsteller und Essayist Navid Kermani bekommt den Bürgerpreis der deutschen Zeitungen. Die Jury aus 259 Chefredakteuren im Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat ihn zum "Bürger des Jahres" gewählt und würdigt damit sein Engagement für Toleranz und eine zivile Gesellschaft. Kermani werbe als Schriftsteller, Essayist und Redner leidenschaftlich für die Wahrung und Verteidigung zwischenmenschlicher Standards. Die Laudatio auf den Preisträger hält der Soziologe und Autor Wolf Lepenies. Der BDZV verleiht den Bürgerpreis bereits seit 2010 für "herausragendes bürgerschaftliches Engagement". Er ist mit 20 000 Euro dotiert.

Lange vergessene Liszt-Oper restauriert

Wissenschaftler entdeckte unbekanntes Werk

Es ist eine kleine Sensation: Ein Wissenschaftler der Universität Cambridge hat eine Oper des ungarischen Komponisten Franz Liszt restauriert. Dabei war nur ein Akt aus dem Werk erhalten. Und es gab ein zweites Problem: Liszt hatte eine äußerst unleserliche Handschrift. "Die Musik ist eine atemberaubende Mischung aus Lyrik im italienisierenden Stil und harmonischer Innovation", sagte der Wissenschaftler David Trippett. Er hatte die Oper namens "Sardanapale" in einem Weimarer Archiv entdeckt und mehr als zwei Jahre lang restauriert. Liszt war ein sehr produktiver Komponist, doch seine Anhänger kannten ihn vor allem für seine Klavierstücke. Bis die "Sardanapale" wiederentdeckt wurde, war nur seine französische Oper "Don Sanche oder Das Schloss der Liebe" bekannt.

Schweizer Zoll beschlagnahmt Werke bei Kunstsammler

Streit um Abgaben in Millionenhöhe für kostbare Sammlung

Wertvolle Bilder eines Kunstsammlers sind vom Schweizer Zoll bei einer Razzia in einem Schweizer Luxushotel beschlagnahmt worden. Der Sammler habe zahlreiche Kunstgegenstände in die Schweiz eingeführt, ohne die Abgaben dafür zu zahlen, sagte ein Sprecher der Zollverwaltung. Allein bei der Mehrwertsteuer handle es sich um einen zweistelligen Millionenbetrag. Die Werke seien nun eingezogen worden. Die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) schrieb von 30 konfiszierten Kunstwerken im Wert von knapp 47 Millionen Euro. Unter den Kunstschätzen sollen sich Werke des kolumbianischen Malers und Bildhauers Fernando Botero, von Jean Dubuffet und Niki de Saint Phalle sowie eine Skulptur von Joan Miró befinden. Der Kunstsammler wehrt sich gegen die Vorwürfe. Alle Werke seien rechtmäßig in die Schweiz eingeführt worden.

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März 2017
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Fazit

"Comeback" in der Kunsthalle TübingenDas Neue im Alten
Eine Marmorstatue mit Sonnenbrille und Handy, Bild von Léo Caillard: Hipster in Stone XII, 2017 (Léo Caillard)

Aneignen, Zitieren, Kopieren, Verfremden – der kreative Rückgriff auf kunsthistorische Vorbilder hat Konjunktur. Die Tübinger Kunsthalle greift die Retrowelle auf und versammelt rund hundert Werke zu einem aufschlussreichen "Comeback". Mehr

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