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Kulturnachrichten

Donnerstag, 31. März 2016

Architektin Zaha Hadid mit 65 Jahren gestorben

Pritzker-Preisträgerin erlag Herzinfarkt

Die irakisch-britische Stararchitektin Zaha Hadid ist tot. Sie erlag überraschend in Miami (USA) einem Herzinfarkt, wie ihr Architektenbüro in London mitteilte. Sie sei zuvor in Miami wegen einer Bronchitis behandelt worden. Zaha Hadid zählt zu den weltweit erfolgreichsten Architekten. Hadid erwarb sich mit modernistischen, futuristischen Entwürfen wie dem Wassersportzentrum der Olympischen Spiele in London, der BMW-Fabrik in Leipzig und den Seilbahnstationen in Innsbruck internationale Anerkennung. Weitere bekannte Werke Hadids sind das Opernhaus in der chinesischen Metropole Guangzhou, das Nationalmuseum für Kunst des 21. Jahrhunderts - MAXXI - in Rom und das Alijew-Zentrum in Baku. Zweimal wurde Hadid mit dem britischen Stirling-Preis für Architektur ausgezeichnet. Königin Elizabeth II. ernannte sie zur "Dame of the British Empire". Hadid wurde in Bagdad geboren und wuchs dort auf. Sie studierte in Beirut und London, wo sie die Architekturfirma gründete, die ihren Namen trägt.

Eon steigt aus Finanzierung des Museums Kunstpalast aus

Ende der Finanzierung ist 2017

Angesichts seiner angespannten wirtschaftlichen Lage steigt der Energiekonzern Eon aus der langjährigen Finanzierung des Düsseldorfer Museums Kunstpalast aus. Nach rund 20 Jahren werde sich Eon mit Auslaufen des Vertrages Ende 2017 zurückziehen, teilte das Unternehmen mit. Hintergrund sei auch der Umzug von Eon nach Essen nach der Aufspaltung des Konzerns. 2018 und 2019 werde Eon den Kunstpalast noch bei zwei größere Ausstellungen unterstützen. Eon finanziert zusammen mit der Stadt Düsseldorf seit 1998 den Kunstpalast über eine öffentlich-private Partnerschaft, hatte aber sein finanzielles Engagement bereits zurückgefahren.

Literaturnobelpreisträger Imre Kertész gestorben

Der ungarische Schriftsteller wurde 86 Jahre alt

Nach Angaben seines Verlages starb Kertész heute nach langer Krankheit in Budapest. Der Romancier, Essayist und Übersetzer hatte 2002 den Nobelpreis für Literatur erhalten, als bislang einziger Autor seines Landes. Zu den wichtigsten Werken Kertész' zählen "Roman eines Schicksallosen", "Fiasko" und "Ich - ein anderer". Kertész war jüdischer Herkunft und hatte den Holocaust überlebt. Eine Erfahrung, die sein Schaffen prägte.

Michael Steinberg wird Präsident der American Academy

Der Kulturwissenschaftler folgt auf Gerhard Casper

Der Kulturwissenschaftler Michael Steinberg wird neuer Präsident der American Academy in Berlin. Der 59-Jährige folgt auf Gerhard Casper, der im August an die Universität Stanford zurückkehren wird. Die 1994 gegründete US-Institution hat das Ziel, den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland zu fördern. Dafür bietet sie in ihrer Villa am Wannsee Stipendien und Kurzbesuche für Wissenschaftler und Politiker an. Steinberg lehrte zuletzt an der Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island. Zwischen 2009 und 2013 wirkte der Historiker und Musikexperte als Dramaturg an einer "Ring"-Inszenierung der Berliner Staatsoper und der Mailänder Scala mit.

Orgelbau und Orgelmusik für Welterbe-Titel nominiert

Unesco entscheidet Ende 2017 über Aufnahme in Liste

Orgelmusik und Orgelbau haben Chancen auf den Titel „Kulturerbe der Menschheit. Die deutsche Unesco-Kommission hat das Handwerk samt Musik für die internationale Welterbe-Liste vorgeschlagen. In Deutschland gibt es mit etwa 50.000 Instrumenten die größte Dichte an Orgeln weltweit. 400 Orgelbau-Betriebe bauen jedes Jahr 100 Instrumente neu. Die UN-Kulturorganisation entscheidet Ende 2017 über eine Aufnahme des Orgelbaus als immaterielles Kulturerbe. Der Orgelbau ist die zweite deutsche Nominierung für die Liste, im vergangenen Jahr wurde bereits die Genossenschaftsidee vorgeschlagen.

ARD will Austausch mit der Wissenschaft fördern

Karola Wille fordert Begegnung in festen Strukuren

Kommunikationswissenschaftler und Journalisten müssen nach Ansicht der ARD-Vorsitzenden Karola Wille enger zusammenarbeiten. Vor allem sollte ein Austausch nicht nur zufällig, sondern in festen Strukturen und regelmäßig erfolgen, sagte MDR-Intendantin Wille auf einer Podiumsdiskussion in Leipzig. Die Gesellschaft sei im Umbruch und finde im Netz immer neue Räume der Öffentlichkeit. Wie dieser Veränderung begegnet werden kann, müssten Wissenschaft und Medienschaffende gemeinsam ergründen, forderte sie. Wille kündigte an, noch in diesem Jahr einen regelmäßigen Austausch innerhalb des Sendegebiets des MDR anzustoßen. Ihr schwebe zunächst ein jährliches Treffen von Vertretern der MDR-Landesfunkhäuser in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Angehörigen der universitären Kommunikationswissenschaft vor.
Die Podiumsdiskussion bildete die Eröffnung der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), die noch bis Freitag läuft.

Künstler Paul Nagel gestorben

Er schuf Kreuz auf Grabeskirche

Paul Nagel, Kölner Metallbildhauer und Kunstschmied, ist tot. Er starb bereits am 24. März in Köln im Alter von 90 Jahren, wie das Erzbistum Köln bekanntgab. Nagel schuf Skulpturen und Altäre sowie Schmiedekunst an Kirchentüren und Säulen. Seine Werke sind in aller Welt zu sehen. Zu seinen markantesten Aufträgen gehörte das große Golgathakreuz auf der renovierten Kuppel der Jerusalemer Grabeskirche. Das größte Schmiedewerk Nagels ist der Eisengitterzaun vor der südlichen Querfassade des Kölner Doms.

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Fazit

Fotografien von Susan MeiselasAnsichten eines Genozids
Auf diesem Bild sind Menschen zu sehen, die einer Exhumierung beiwohnen. (Susan Meiselas)

Zerfetzte Kleidungsstücke, Trümmer auf einem Hügel, Massengräber: Susan Meiselas zeigt in ihren Fotografien Spuren des Völkermords an den irakischen Kurden aus dem Jahr 1991. Ihre eindringlichen Bilder sind jetzt in Frankfurt am Main zu sehen.Mehr

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