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Samstag, 18.01.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 18. Januar 2020

Bayerischer Filmpreis verliehen

Beim Bayerischen Filmpreis gibt es in diesem Jahr besonders viele Gewinner. Nicht, weil es mehr Kategorien als zuvor gibt, sondern weil die Jury die Preise in gleich zwei Kategorien diesmal aufgeteilt hat. Bora Dagtekin und Lena Schömann, konnten sich über eine Hälfte des Produzentenpreises (100.000 Euro) für den Film "Das perfekte Geheimnis" freuen. Die zweiten 100.000 Euro gingen an Peter Hartwig und die Brüder Weydemann für ihren viel gelobten Film "Systemsprenger". Auch der Preis für den besten Darsteller wurde in diesem Jahr aufgeteilt und ging an die Film-Kollegen Bjarne Mädel und Lars Eidinger für ihre Rollen in "25 km/h". Als beste Darstellerin wurde Anne Ratte-Polle für "Es gilt das gesprochene Wort" ausgezeichnet.

Jury im Prozess gegen Weinstein steht

Die Jury im Prozess gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen steht. Der 12-köpfigen Jury, die über Schuld oder Unschuld Weinsteins entscheiden muss, gehören fünf Frauen und sieben Männer an. Sie wurden aus rund 700 potenziellen Kandidaten ausgewählt. Im Prozess beklagte sich Staatsanwältin Illuzzi-Orbon wiederholt beim Richter darüber, dass die Anwälte des Ex-Filmproduzenten systematisch junge weiße Frauen aussortieren wollten. Die Eröffnungsplädoyers sind auf kommenden Mittwoch angesetzt. Der Prozess soll bis zum 6. März dauern.

Dante bekommt in Italien Gedenktag

Italien wird am 25. März 2021 zum ersten mal im ganzen Land an Nationaldichter Dante Alighieri erinnern. Der Ministerrat in Rom beschloss den "Dantedì" 699 Jahre nach seinem Tod. Im Stile des "Bloomsday" für James Joyce und sein Epos "Ulysses" in Irland, solle künftig mit Initiativen in Schulen, Universitäten und Kultureinrichtungen an den Poeten erinnert werden, teilte das Kulturministerium mit. Der 25. März ist nach Meinung von Wissenschaftlern der erste Tag der Reise durch die drei Reiche des Jenseits, die Dante in seiner "Göttlichen Komödie" im Jahr 1300 beginnen lässt.

Wannsee-Gedenkstätte überarbeitet Dauerausstellung

Eine Debatte über das Zuschauen und Wegsehen sollte angestoßen, aber keine Vergleiche gezogen werden. Deshalb hat die Gedenkstätte zur Wannsee-Konferenz in Berlin ihre neue Dauerausstellung vor der offiziellen Eröffnung verändert. Eine Station, bei der die Besucher aufgefordert werden sollten, über Lehren aus der Verfolgung der Juden nachzudenken, wurde außer Betrieb gesetzt. Geplant war, Bilder mit einer Verbotstafel für junge, männliche Geflüchtete vor einem Schwimmbad 2016 in Bezug zur Vertreibung der Juden aus dem öffentlichen Leben zu setzen. Und den Publikumsandrangs vor einem Laden für Billigkleidung mit dem Verkauf von Besitz deportierter Juden in der NS-Zeit. Nach kritischen Nachfragen und internen Diskussionen habe man sich von dieser Form der Darstellung verabschiedet. Die Ausstellung wird am Sonntag eröffnet.

Brasiliens Kultursekretär imitiert Goebbels-Rede

Wegen einer Rede im Stil von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels ist der brasilianische Kultursekretär Roberto Alvim entlassen worden. Die Rede hatte in Brasilien Bestürzung ausgelöst. In einem Video sagte Alvim: "Die brasilianische Kunst des nächsten Jahrzehnts wird heroisch sein, und sie wird national sein. Oder sie wird nichts sein." Brasilianische Medien verglichen die Passage mit Aussagen Goebbels und stellten die beiden Stellen übereinander. Demnach hatte Goebbels 1933 vor Theaterleitern gesagt: "Die deutsche Kunst des nächsten Jahrzehnts wird heroisch, sie wird stählern romantisch sein, oder sie wird nichts sein." Später erklärte Alvim auf Facebook, die Übereinstimmung sei Zufall gewesen. Er habe nicht gewusst, woher der Satz stamme. Hätte er es gewusst, hätte er dies nie gesagt.

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Fazit

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