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Kulturnachrichten

Sonntag, 22. März 2015

Auftakt der Beisetzungsfeierlichkeiten für Richard III.

Gebeine waren 530 Jahre verschollen

In Großbritannien haben haben die fünftägigen Feierlichkeiten zur Beisetzung des englischen Königs Richard III. begonnen. Der Sarg mit den Gebeinen des 1485 auf dem Schlachtfeld gefallenen Königs wurde in der Universität von Leicester erstmals öffentlich gezeigt.
Die Gebeine des Königs waren 2012 bei Bauarbeiten für einen städtischen Parkplatz in Leicester gefunden wurden. Moderne Erbgut-Analysen konnten anhand von DNA-Spuren die Zuordnung zu dem vor mehr als 500 Jahren tödlich verletzten König klären.
Die Feierlichkeiten für die Bestattung sollen fünf Tage dauern und 3,5 Millionen Euro kosten.

Schweizer Maler Hans Erni mit 106 Jahren gestorben

Der Maler, Grafiker und Bildhauer hintertlässt ein umfangreiches Werk

Der Schweizer Maler und Grafiker Hans Erni ist tot. Er starb am Samstag mit 106 Jahren in einer Klinik seiner Heimatstadt Luzern, wie seine Familie bestätigte. Der Künstler hinterlässt ein umfangreiches Werk mit Lithografien, Buchillustrationen, mehr als 300 Plakaten und mehrere Wandbildern - darunter für die Vereinten Nationen und das Schweizerische Rote Kreuz.
Hans Erni sei eine Ausnahmeerscheinung gewesen, heißt es im Nachruf der Schweizer Nachrichtenagentur SDA. "Das breite Publikum liebte ihn als humanistischen Künstler mit virtuos-schönen Werken, die Kunstszene und vorübergehend auch die offizielle Schweiz schnitten ihn." Erni hatte sich angesichts des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs dem Marxismus zugewandt. Wegen seiner Überzeugungen war er einige Zeit lang als "Landesverräter" gebrandmarkt worden.

Ausgrabungen in Argentinien: Spekulationen über NS-Zufluchtsort

180 Nazis flüchteten nach Argentinien

Argentinische Archäologen haben im Urwald einen Baukomplex gefunden, der möglicherweise geflüchteten Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg als Versteck dienen sollte. In den drei Gebäuden in der nordostargentinischen Provinz Misiones seien deutsche Münzen aus den Jahren 1938 bis 1941 und Meißner Porzellan gefunden worden, sagte Daniel Schávelzon, Leiter des Archäologen-Teams der Universität Buenos Aires, der Zeitung "Clarín". Die Forscher vermuten, dass der Bau dazu gedacht war, Nazis als Zuflucht zu dienen.
Nach Angaben der staatlichen Kommission zur Aufklärung von Nazi-Aktivitäten (CEANA) flüchteten mindestens 180 Kriegsverbrecher nach Argentinien.
Zu prominentesten zählten Adolf Eichmann, Erich Priebke und Josef Mengele.

Ermittlungen gegen Hamburger Satire-Zeitschrift "Kot & Köter"

Herausgeber soll zum Hundevergiften aufgefordert haben

Dem Herausgeber und Chefredakteur der satirischen Hamburger Anti-Hunde-Zeitschrift "Kot & Köter", droht ein polizeiliches Ermittlungsverfahren. Dabei ghet es um den öffentlichen Aufruf zum Hundeveregiften, wie Wulf Beleites dem Evangelischen Pressedienst sagte. Beleites vermutet, dass den Anschuldigungen ein Artikel über den Liedermacher Georg Kreisler zu Grunde liegt. Ihm seien damals "die geheimen Tagebücher des Wiener Kabarettisten zugespielt worden" - und sie hätten "höchst brisante Details" enthalten: Kreisler habe in seinem berühmten Lied "Taubenvergiften" ursprünglich nicht Tauben, sondern Hunde im Park vergiften wollen. Beleites: "Diesen Originaltext konnten wir unseren Lesern nicht vorenthalten." Der Hamburger Satiriker will Rechtsschutz bei seiner Gewerkschaft beantragen. "Diesem massiven Angriff auf die Pressefreiheit müssen wir entschlossen entgegentreten", sagte er.

Gründgens-Preis für Musicalproduzent

Stage-Entertainment-Grüpnder Joop van den Ende in hamburg ausgezeichnet

Musicalproduzent Joop van den Ende hat den Gustaf-Gründgens-Preis erhalten. Der niederländische Produzent und Gründer von Stage-Entertainment, das Musicals habe es immer verstanden, künstlerischen Anspruch mit wirtschaftlichem Erfolg zu verbinden, sagte Laudator Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant von Laeiszhalle und Elbphilharmonie, am Sonntag im Schauspielhaus. Die Auszeichnung ist mit 15 000 Euro dotiert und wird vom Schauspielhaus und dem Hamburger Lions Club vergeben. Der erstmals 2012 vergebene Preis erinnert an den Schauspieler, Regisseur und Intendanten Gründgens, der das Schauspielhaus von 1956 bis 1963 leitete.
Van den Ende, Gründer des führenden Musicalunternehmens Stage Entertainment, holte Produktionen wie "Der König der Löwen", "Tarzan" und "Das Wunder von Bern" in die Hansestadt. Seine Musicals locken nach Angaben der Stage Entertainment pro Jahr zwei Millionen Besucher nach Hamburg.

Abgesagte Ausstellung: Juan-Carlos-Parodie wird doch gezeigt

Kuratoren: Absage war "Akt der Zensur"

Die Gruppenausstellung "Die Bestie und der Souverän" im Museum für zeitgenössische Kunst (Macba) in Barcelona wurde gestern doch noch eröffnet. Macba-Direktor Bartomeu Marír hatte die zusammen mit dem Württembergischen Kunstverein konzipierte Schau kurzfristig abgesagt, weil er eine Skulptur der österreichischen Künstlerin Ines Doujak nicht ausstellen wollte. Sie zeigt einen am Boden hockenden Mann, der an den spanischen Ex-König Juan Carlos erinnert, beim Sex mit einer bolivianischen Aktivistin und einem Schäferhund. Die Absage hatte Proteste in der Kunstszene ausgelöst. Die Kuratoren bezeichneten die Absage der Ausstellung als einen "Akt der Zensur". Die Ehefrau von Juan Carlos, die spanische Ex-Königin Sofía, ist Ehrenpräsidentin der Macba-Stiftung.

Islamrat-Vorsitzender: Lehrerin mit Kopftuch positives Rollenmodell

Kontroverse Debatte über Folgen des Kopftuch-Urteils hält an

Der Vorsitzende des Islamrats für Deutschland, Ali Kizilkaya, hat nach dem Kopftuch-Urteil des Bundesverfassungsgerichts eine Kopftuch tragende Lehrerin als "positives Rollenmodell für muslimische Mädchen" bezeichnet. Eine solche Pädagogin verdeutliche, "dass in unserem Land auch im Staatsdienst Platz ist für Muslime", sagte Kizilkaya der "Welt am Sonntag". Er geht davon aus, dass es "bundesweit Hunderte von muslimischen Frauen" gebe, die gern auf Lehramt studieren wollten und nur durch die bisherigen Kopftuchverbote davon abgehalten würden.
Die designierte Nachfolgerin des Berliner Bezirksbürgermeisters Heinz Buschkowsky, Franziska Giffey (SPD), berichtete dagegen von Sorgen an den Schulen über die Konsequenzen der Entscheidung.

Barrierefreiheit bedeutet für Museen Herausforderung

Vereinbarung mit dem Denkmalschutz ist schwierig

Der Museumsverband Sachsen-Anhalt sieht sich bei der Umsetzung der Barrierefreiheit vor große Herausforderungen gestellt. "Für die Museen und deren Träger bedeutet die Barrierefreiheit einen Spagat", sagte Verbandsvorsitzende Kristin Otto im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Denn auf der einen Seite sollen sie Behinderten unverstellen Zugang zu ihren Sammlungen und damit die von den Vereinten Nationen verlangte "kulturelle Teilhabe für alle" gewährleisten. Andererseits müssen sie Denkmalschutzbelange berücksichtigen.

Rückgabe von Bild aus Gurlitt-Sammlung in Sicht

Max-Liebermann-Gemälde wird zurückgegeben

Die Rückgabe des ersten Bildes aus der Sammlung Gurlitt steht nach "Spiegel"-Informationen kurz bevor. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat eine entsprechende Restitutionsvereinbarung unterschrieben, wie ihr Sprecher bestätigte. Damit steht der Rückgabe des Max-Liebermann-Gemäldes "Zwei Reiter am Strand" aus dem Nachlass des umstrittenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt an die rechtmäßigen Eigentümer nichts mehr im Weg. Anspruchsberechtigt ist ein New Yorker Anwalt. Er ist ein Großneffe des früheren Eigentümers und hat den Holocaust überlebt.
Nach "Spiegel"-Informationen zeichnet sich auch die Rückgabe des Gemäldes "Sitzende Frau" von Henri Matisse an die Erben des jüdischen Kunsthändlers Paul Rosenberg ab.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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