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Kulturnachrichten

Mittwoch, 18. März 2015

"Theater ist kein Erbhof" sagt Volksbühnen-Intendant Frank Castorf

Das meldet vorab die Wochenzeitung Die Zeit.

Es sei "vielleicht die rechte Zeit für Veränderungen", so der 64jährige, der seit 1992 Intendant der Berliner Volksbühnen ist. "Von meiner Seite hätte ich, da ich nie ein Ende finden kann, auch an der Volksbühne keins gefunden", sagt Castorf, dessen Vertrag 2016 endet. Es gebe ein "großes Interesse in Berlin daran", dass er aufhöre; es sei "der Wunsch der neuen Berliner Kulturpolitik". Auf die Frage, ob Kulturstaatssekretär Tim Renner vollzogen habe, was schon der ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit wollte, antwortet Castorf: "Er hat nichts gemacht, auch nichts Schlechtes, und hat es finanziell unterstützt". Was Wowereit " säte sei "ein schönes kulturpolitisches Missverständnis". Es bestehe in der "Nichtprofessionalität", in der "Unkenntnis dessen, was dieser merkwürdige Ort Theater ist" und der nicht mehr existierenden "Grundkompetenz".

Schießerei in tunesischem Museum beendet

Elf Tote

Der Angriff auf das Nationalmuseum von Bardo in der tunesischen Hauptstadt Tunis ist nach einem Medienbericht beendet. Alle Menschen seien aus dem Museum in Sicherheit gebracht worden, berichtetdas tunesische Staatsfernsehen. Bei dem Anschlag starben nach bisherigen Erkenntnissen mindestens elf Menschen, darunter sieben Ausländer und zwei der Angreifer. Die Attacke fand im größten archäologischen Museum Tunesiens statt, dem Bardo-Museum. Der Bau liegt in unmittelbarer Nähe zum tunesischen Parlament. Auf der Website des tunesischen Magazins "Realites" hieß es, drei schwer bewaffnete Männer hätten den Angriff ausgeführt. Rund 100 Touristen wurden evakuiert.

Dieudonné wegen Terrorverherrlichung zu zwei Monaten auf Bewährung verurteilt

Damit blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Der Tatbestand der "Terrorverherrlichung" wurde nach den Anschlägen im Januar in Paris eingeführt. Die Morde an vier Kunden in einem koscheren Supermarkt hatte Dieudonné mit dem Satz kommentiert: "Je suis Charlie Coulibaly". Sein Anwalt hatte auch vor Gericht auf die Gleichbehandlung mit dem Satz "Je suis Charlie" gepocht. "Warum darf Dieudonné nicht, was Charlie Hebdo darf?" war denn auch die meist gestellten Frage der Fans des 49jährigen, dessen Vater aus Kamerun stammt. Die Begeisterung für den Antisemiten dürfte sich auch dadurch erklären, dass Dieudonné die Benachteiligung muslimischer Einwandererkinder anprangert. Er wurde bereits mehrfach wegen Antisemitismus und Rassenhass zu teilweise hohen Geldstrafen verurteilt und hat in Großbritannien Einreiseverbot.

Akademie der Künste ehrt russischen Filmregisseur Andrej Swjaginzew

Der 51jährige erhält in Berlin den Großen Kunstpreis für Film- und Medienkunst.

Sein Spielfilm "Leviathan", der im vergangenen Jahr in Cannes ausgezeichnet wurde, ist in seiner Heimat Russland umstritten. 2003 hatte Andrej Swjaginzew mit "Die Rückkehr" sein Kinodebüt abgeliefert und erhielt bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig prompt einen Goldenen Löwen. 2007 blieb es für "Die Verbannung" bei einer Nominierung, um mit "Jelena" 2009 den Sonderpreis der Jury von Cannes mit nach Hause zu nehmen. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, überreicht den Preis heute Abend gemeinsam mit Akademie-Präsident Klaus Staeck. Swjaginzews "Leviathan" läuft seit dem 12. März in den deutschen Kinos.

Gabriele Finaldi wird neuer Direktor der National Gallery

Vom Prado zur Londoner Nationalgalerie

Neuer Direktor der Londoner National Gallery wird der Brite Gabriele Finaldi. Der 49-Jährige Kunsthistoriker wechselt vom spanischen Museo del Prado in Madrid zur britischen Nationalgalerie, wo er bereits von 1992 bis 2002 als Kurator tätig war. Er fühle sich tief geehrt und freue sich, ein spannendes Ausstellungsprogramm zu entwickeln, sagte Finaldi laut Mitteilung des Museums am Mittwoch. Er übernimmt am 17. August die Stelle von Nicholas Penny, der im vergangenen Sommer seinen Rücktritt angekündigt hatte. Die National Gallery zieht jedes Jahr mehr als sechs Millionen Besucher an.

Hamburg eröffnet sein "Komponistenquartier"

Damit will die Stadt die Erinnerung an seine bedeutenden Musiker wachhalten.

Zwei Jahre dauerten Planungs- und Bauzeit in historischen Kaufmanns- und Bürgerhäusern in der Neustädter Peterstraße. Schirmherr ist der Dirigent Kent Nagano, der im September neuer Generalmusikdirektor an der Hamburgischen Staatsoper wird. Auf 200 Quadratmetern wird in den neu gestalteten Räumen über die Komponisten Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Adolph Hasse informiert. Die Ausweitung des Konzepts "KomponistenQuartier" mit Ausstellungsräumen für Gustav Mahler, Johannes Brahms, Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy ist in Planung.

"Körperwelten"-Ausstellung in Berlin bleibt offen

Das umstrittene Berliner Leichen-Museum des Präparators
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte in einem Eilverfahren die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin.

Zur Begründung hieß es: Die Wanderausstellung "Körperwelten" von Gunther von Hagens sei bereits gezeigt worden, ohne dass das Land Berlin Ausstellungsverbote oder Ausnahmegenehmigungen gefordert habe - weshalb die Beschwerde des zuständigen Bezirksamtes Mitte zurückzuweisen sei. Bei einer Abwägung der widerstreitenden Positionen überwiege das Interesse des Museumsträgers, die Mitte Februar eröffnete Schau vorerst weiter zu zeigen. Dem Hauptsacheverfahren bliebe es vorbehalten abschließend zu klären, ob die Zurschaustellung menschlicher Leichname nach dem Bestattungsgesetz genehmigungsbedürftig ist.

Anne Franks Cousin Buddy Elias gestorben

Der Schauspieler und Präsident des Anne Frank Fonds ist tot

Der letzte Verwandte des durch sein Tagebuch weltbekannten jüdischen Mädchens starb am Montag im Alter von 89 Jahren in Basel. Buddy Elias war in Frankfurt am Main mit seinen Cousinen Margot und Anne Frank aufgewachsen, bis seine Familie 1931 nach Basel emigrierte. Dort überlebte er die Nazizeit und machte nach dem Zweiten Weltkrieg Karriere als Clown und später als Theater- und Filmschauspieler. Buddy Elias leitete den Anne Frank Fonds, der bis heute die Rechte am literarischen Werk verwaltet und darüber hinaus weltweit Initiativen und Projekte unterstützt, die sich gegen Rassismus und Antisemitismus oder für Friedensarbeit einsetzen. 2012 hatte Elias in Frankfurt am Main das Familie Frank Zentrum gegründet, in dem die Archive der Familie Frank und ihrer Verwandten öffentlich zugänglich gemacht werden. In Deutschland wurde er durch TV-Auftritte bekannt, etwa im "Tatort" oder in der "Schwarzwaldklinik". Zuletzt spielte er in "The Monuments Men -
Ungewöhnliche Helden"unter der Regie von George Clooney.

Geheimnis um Gebeine von Cervantes bleibt ungelöst

Gebeine des spanischen Autors Miguel de Cervantes weiter nicht eindeutig zugeordnet

Zwar gehen Experten davon aus, dass sie die Gebeine des Autors Miguel de Cervantes ("Don Quijote") gefunden haben- aber die letzte Gewissheit blieb ihnen verwehrt. Man sei nicht in der Lage gewesen, seine Knochen zu isolieren und zu prüfen, welche ihm zuzuordnen seien, sagte der Anthropologe Francisco Etxeberria. In einer Krypta des Klosters der Barfüßigen Trinitarierinnen in Madrid waren die Überreste von 15 Menschen entdeckt worden. Darunter sollten auch die von Cervantes sein. Wissenschaftler hatten versucht, aus den Knochen DNS-Profile zu erstellen. Cervantes hat keine bekannten Nachfahren. Die Behörden hatten gehofft, dass die 160000 Euro teure und medienwirksame Suche ihnen ermöglichen würde, dem Autor eine geeignete und mit Schildern versehene Ruhestätte zuzuweisen. Im Januar hatte ein Team von Archäologen und Anthropologen mit der Untersuchung dreier unidentifizierter Gräber im Konvent des Klosters begonnen. Dort war Cervantes 1616 bestattet worden. Archäologen hatten mitgeteilt, sie hätten die Reste eines Sargs mit den Initialen "M.C." und Knochen entdeckt.
Sie bestätigten aber nicht, dass diese von Cervantes stammten. Fast ein Jahr lang hatten die Experten Zentimeter für Zentimeter die Gruft im Stadtviertel Las Letras durchkämmt.

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Fazit

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