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Kulturnachrichten

Sonntag, 15. März 2015

Leipziger Buchmesse geht mit Besucherrekord zu Ende

Neuer Spitzenwert

Die Leipziger Buchmesse hatte in diesem Jahr erneut einen Besucherrekord. Zur Frühlingsschau der Buchbranche kamen von Donnerstag bis heute nach Veranstalterangaben 186 000 Besucher- 11 000 mehr als im Vorjahr. Aussteller aus 42 Ländern hatten sich auf der Messe präsentiert. "Die Buchbranche begegnet der Digitalisierung optimistisch und selbstbewusst, das war auf der Messe deutlich zu spüren", erklärte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Buchmesse gab es zusammen mit dem messebegleitenden Literaturfestival "Leipzig liest" an 410 Orten in der Stadt. Auf der Leipziger Buchmesse wird es im nächsten Jahr keinen Länderschwerpunkt geben. Sie wird vom 17. bis 20. März veranstaltet.

Ungewöhnlichster Buchtitel des Jahres

18 Wörter lang

Der neue "Ungewöhnlichste Buchtitel des Jahres" stammt von dem Poetry-Slammer Thomas Spitzer. Er nahm die Auszeichnung der Buchcommunity WasLiestDu? auf der Leipziger Buchmesse entgegen. Der Regensburger setzte sich für 2014 mit seinem Buch "Wir sind glücklich, unsere Mundwinkel zeigen in die Sternennacht, wie bei Angela Merkel, wenn sie einen Handstand macht" gegen neun weitere Kandidaten durch. Mit Spitzer gewinnt zum zweiten Mal ein Autor aus der Slammer-Szene. Zur Premiere im vergangenen Jahr hatte Volker Strübing für 2013 mit dem Titel "Das Mädchen mit dem Rohr im Ohr und der Junge mit dem Löffel im Hals" gewonnen.

Valentin Rasputin ist tot

Der russische Schriftsteller starb in Moskau

Rasputin starb gestern in einem Krankenhaus des Landes, meldete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf eine Enkelin Rasputins. Der Schriftsteller wäre heute 78 Jahre alt geworden. Ein Termin für die Beisetzung steht noch nicht fest. Rasputin gehörte zu einer Reihe von sowjetischen Autoren nach dem Zweiten Weltkrieg, die das Dorf in den Mittelpunkt ihres Schaffens stellten. Das harte Bauernleben in Sibirien lieferte den Stoff für seine Romane, mit denen er in den 70er Jahren in der Sowjetunion und im Ausland bekannt wurde. Sein Werk "Abschied von Matjora" gilt als ein Hauptwerk der sogenannten "Dorfprosa" in der neueren russischen Literatur. Darin erzählt Rasputin vom vergeblichen Widerstand einer alten Bäuerin gegen die Zerstörung ihrer Heimat durch einen Staudamm.

Staatsministerin Grütters würdigt Städelmuseum

200. Geburtstag

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters hat das Frankfurter Städelmuseum als "Schmuckstück am Main" gewürdigt, "auf das ganz Deutschland stolz sein kann". Es gebe kaum ein anderes Museum von Weltrang, das über so viele Jahrzehnte vom Bürgersinn kunstbegeisterter Zeitgenossen getragen wird, sagte Grütters bei einem Festakt zum 200. Geburtstag des Museums. Daneben beging das Museum seinen Geburtstag mit einem Bürgerfest, bei dem die Besucher zu einem kostenlosen Rundgang durch die Sammlungen und die große Jubiläumsausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus" eingeladen waren. Als Kunstführer fungierte unter anderem der Berliner Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Städel-Museum gilt als die älteste Museumsstiftung Deutschlands. Ein Großteil der Kosten wird auch heute noch durch mäzenatische Zuwendungen und Spenden der Frankfurter Bevölkerung bestritten

US-Enthüllungsjournalist Greenwald erhält Siebenpfeiffer-Preis

Brachte NSA-Skandal ins Rollen

Der US-Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald und Vertraute des früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden ist mit dem diesjährigen Siebenpfeiffer-Preis ausgezeichnet worden. Greenwald, der mit den Informationen Snowdens die NSA-Spähaffäre ins Rollen gebracht hatte, nahm den mit 10.000 Euro dotierten Preis im saarländischen Homburg entgegen. Die Laudatio hielt Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Greenwald hatte Snowden nach dessen Flucht Ende Mai 2013 in der chinesischen Verwaltungszone Hongkong getroffen und die brisanten Dokumente im "Guardian" veröffentlicht. Der Journalist habe sich im Zusammenhang mit dem NSA-Skandal "in vorbildlicher Weise um Pressefreiheit, demokratische Transparenz und politische Willensbildung" verdient gemacht, begründete die Stiftung ihre Entscheidung.

Regisseur Donnersmarck fordert Quote für deutsche Filme

Deutsche Kinochancen

Oscarpreisträger Florian Henckel von Donnersmarck ("Das Leben der Anderen") setzt sich für eine deutsche Kulturquote ein. Häufig kämen deutsche Filme gar nicht richtig in die Kinos, sagte der Regisseur auf der Leipziger Buchmesse. Das Publikum habe dann gar nicht die Chance, diese Filme zu entdecken. Der 41-Jährige, der seit einigen Jahren in Los Angeles lebt, zeigte sich beeindruckt von dem "kraftvollen Marketing" der Amerikaner für ihre Produktionen. Auf der Buchmesse stellte Henckel von Donnersmarck sein Buch "Kino" vor.

Filippa Gojo Quartett siegt bei Neuem Deutschen Jazzpreis

Höchstdotierte Auszeichnung für Jazzbands

Das Filippa Gojo Quartett hat den Neuen Deutschen Jazzpreis gewonnen. Bei einer Publikumswahl in Mannheim konnte sich das Ensemble aus dem Kölner Raum gegen zwei andere Bands durchsetzen, wie der Veranstalter IG Jazz mitteilte. Der mit insgesamt 10 000 Euro dotierte Preis gilt als höchstdotierte Auszeichnung für professionelle deutsche Jazzbands. Die Vorauswahl für die Abstimmung traf der US-Saxofonist Kenny Garrett. Die Sängerin Filippa Gojo gewann außerdem den Solistenpreis, der mit 1000 Euro dotiert ist. Bei den Konzerten in der Alten Feuerwache waren etwa 500 Jazzfans, etwa 400 nutzten am Ende ihre Stimmkarte.

Bundespräsident ehrt Chöre und Orchester

Auszeichnung für Kirchenchor St. Lambertus Erkelenz

Bundespräsident Joachim Gauck hat in Celle bei den Tagen der Chor- und Orchestermusik den Kirchen- und Projektchor St. Lambertus Erkelenz geehrt. Die Musiker erhielten die Zelter- und Pro-Musica-Plakette. Der Chor besteht seit über 100 Jahren und sorge dafür, dass die Tradition der Amateurmusik in Deutschland mit Leben erfüllt wird, heißt es zur Begründung. In seiner Rede zum Festakt sagte Gauck, dass nicht nur das Singen und Musizieren wichtig seien, sondern auch das Miteinander. In einer Migrationsgesellschaft werde es von herausragender Bedeutung sein, ob und wie Migranten einen Zugang zu diesem wesentlichen und unverwechselbaren Bestandteil der Kultur finden. Der Festakt war der Abschluss der Tage der Chor- und Orchestermusik vom 13. bis 15. März.

Träger immateriellen Kulturerbes werden ausgezeichnet

Zeremonie in Berlin

Der Rheinische Karneval, die deutsche Brotkultur und die Flößerei - diese Traditionen und Wissensformen stehen auf der bundesweiten Liste des immateriellen Kulturerbes in Deutschland. Die ersten 27 Träger immateriellen Kulturerbes werden morgen (16. März) bei einer Zeremonie in Berlin ausgezeichnet. Geehrt werden Vereine und Initiativen, die sich zum Beispiel um die Tradition der Morsetelegraphie, um das Reetdachdecker-Handwerk, die Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben und die Passionsspiele Oberammergau kümmern. Auch die Tradition der Sächsischen Knabenchöre, des vogtländische Musikinstrumentenbaus und das Biikebrennen stehen auf der Liste. Bei der Feierstunde nimmt Kulturstaatsministerin Monika Grütters teil, wie die Deutsche Unesco-Kommission mitteilte. In diesem Jahr reicht Deutschland erstmals Vorschläge für die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit bei der Unesco ein.

Besucherrekord beim Kurt Weill Fest in Dessau

Mehr als 16 500 Menschen kamen

Mit einem hohen Jazzanteil, neuen Spielstätten und Prominenten wie Cornelia Froboess, Ute Lemper und Katharina Thalbach hat das Kurt Weill Fest Dessau einen Besucherrekord geschafft. Insgesamt kamen an den 17 Festivaltagen mehr als 16 500 Besucher, teilte die Organisatoren mit. Etwas mehr als im vergangenen Jahr. Zum 23. Mal wurde das Fest zu Ehren des in Dessau geborenen Komponisten Weill (1900-1950) gefeiert. Knapp 550 Künstler boten 57 Veranstaltungen an 22 verschiedenen Spielstätten. Erstmals gab es auch Veranstaltungen in Halle und Magdeburg.

Franziskaner gründen Institut für asiatische Theologie in Rom

Neue Forschungseinrichtung

Der Orden der Franziskaner-Minoriten hat in Rom ein eigenes Institut für Asiatische theologische Studien (FIATS) gegründet. Die neue Forschungseinrichtung soll die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der asiatischen Kultur in der katholischen Kirche fördern. Angesiedelt ist das Institut an der ordenseigenen Päpstlichen theologischen Fakultät "San Bonaventura". Die neue Einrichtung sei ein "weiterer Schritt zur Förderung des interkulturellen Dialogs", sagte dessen Leiter Domenico Paoletti. Papst Franziskus hatte die katholischen Orden aufgefordert, die Inkulturation der christlichen Botschaft zu fördern und Elemente außereuropäischer Kulturen in ihr Ordensleben zu integrieren.

Ausstellung zeigt "Deutsche im Heiligen Land"

Deutsche Auswanderer in Palästina

Die Ausstellung in der Stuttgarter Leonhardskirche illustriert die Wirkungsgeschichte von Deutschen in Palästina und ihren Einfluss auf die landwirtschaftliche, industrielle und gesellschaftliche Entwicklung in dem Land. Zusammengestellt wurde die Schau mit dem Titel "Deutsche im Heiligen Land" von dem jüdischen Historiker Jakob Eisler vom Landeskirchlichen Archiv Stuttgart. Deutsche Siedler haben nach Eislers Angaben eine modernisierte Landwirtschaft, Städteplanung und den Anfang der Industrialisierung nach Palästina gebracht. Bis heute gälten deutsche Schulen im Nahen Osten als herausragende Bildungseinrichtungen, sagte er. Waren es anfangs vor allem protestantische Missionare, so hätten später auch katholische Christen etwa durch ihre Bautätigkeit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Region geleistet.

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