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Kulturnachrichten

Samstag, 14. März 2015

Valentin Rasputin ist tot

Der russische Schriftsteller starb gestern in Moskau

Rasputin starb in einem Moskauer Krankenhaus, meldete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf eine Enkelin Rasputins. Der Schriftsteller wäre heute 78 Jahre alt geworden. Ein Termin für die Beisetzung steht noch nicht fest. Rasputin gehörte zu einer Reihe von sowjetischen Autoren nach dem Zweiten Weltkrieg, die das Dorf in den Mittelpunkt ihres Schaffens stellten. Das harte Bauernleben in Sibirien lieferte den Stoff für seine Romane, mit denen er in den 70er Jahren in der Sowjetunion und im Ausland bekannt wurde. Sein Werk "Abschied von Matjora" gilt als ein Hauptwerk der sogenannten "Dorfprosa" in der neueren russischen Literatur. Darin erzählt Rasputin vom vergeblichen Widerstand einer alten Bäuerin gegen die Zerstörung ihrer Heimat durch einen Staudamm.

Börsenverein warnt vor Fall der Buchpreisbindung

Gefahr durch wirtschaftliche Interessen

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sieht bei den Verhandlungen über das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP zwischen Europa und den USA weiterhin die Buchpreisbindung in Gefahr. Wenn die EU-Kommission sage, die Preisbindung sei nicht verhandelbar, so sei das eher eine Nebelbombe, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, auf der Leipziger Buchmesse. Er fürchte, dass die Preisbindung am Ende doch wirtschaftlichen Interessen geopfert werden könnte. „Google, Apple, Amazon wollen die Preisbindung zu Fall bringen, weil es ihnen ermöglichen würde, den Buchmarkt in ihrem Sinne aufzurollen. Dann würde ein Buchhandlungs-Sterben einsetzen, wenn Bücher an Tankstellen verramscht werden könnten, so Skipsis weiter. Laut Skipis gibt es in den USA 1400 Buchhandlungen, in Deutschland gibt es 6000.

24-jährige Autorin gewinnt Indie-Autor-Preis mit Debüt

Erstlingsroman-Preis

Die 24-Jährige Farina de Waard aus Kiel hat auf der Leipziger Buchmesse den diesjährigen Indie-Autor-Preis gewonnen. Die gebürtige Freiburgerin wurde für ihrem Debütroman "Zähmung: Das Vermächtnis der Wölfe" ausgezeichnet. Der 788 Seiten starke Band soll Auftakt einer sechsteiligen Reihe werden. Die Jury lobte die Siegerin für ein spannendes Fantasybuch, das gut lektoriert und hervorragend vermarktet sei. Für den Sieg gab es 3000 Euro Preisgeld. Der Indie-Autor-Preis wurde zum dritten Mal von der Leipziger Buchmesse und der Selfpublisher-Plattform Neobooks verliehen. Der Preis richtet sich an unabhängige Autoren, die ihre Werke selbst herausbringen (Selfpublisher).

Karikaturen-Ausstellung mit islamkritischen Zeichnungen eröffnet

Gefährdete Zeichen-Schau

Eine Karikaturen-Ausstellung mit einigen islamkritischen Zeichnungen ist in Hanau ohne Zwischenfälle eröffnet worden. Es sei alles glatt gelaufen, sagte ein Polizeisprecher. Bei der Schau mit dem Titel "Das ist ja wohl ein Witz!" werden rund 220 Werke der Aschaffenburger Künstler Achim Greser und Heribert Lenz gezeigt. Unter den Exponaten in Schloss Philippsruhe sind auch eine Mohammed-Karikatur und Zeichnungen, die sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzen. Die Stadt Hanau hatte im Januar für Aufsehen gesorgt, weil sie nach den Attentaten von Paris die Schau erst absagte und nach Protesten die Planungen wieder aufnahm.

Sieger des 8. Internationalen Telemann-Wettbewerbs

Italiener gewinnt

Mit seinem Spiel auf der Traversflöte hat der Italiener Lorenzo Gabriele den 8. Internationalen Telemann-Wettbewerb in Magdeburg gewonnen. Der 32-Jährige erhält den mit 7500 Euro dotierten Preis der Mitteldeutschen Barockmusik, wie die Internationale Telemann-Gesellschaft mitteilte. Den zweiten und dritten Preis erkannte die internationale Jury der 29-jährigen Österreicherin Julia Fritz (Blockflöte) und der 23-jährigen Clara Geuchen (Barockoboe) zu. Den Publikumspreis erhielt Liv Heym (33, Barockvioline). Die Auszeichnungen werden morgen bei einem festlichen Abschlusskonzert verliehen. Beim Telemann-Wettbewerb spielen alle zwei Jahre 18- bis 34-Jährige auf historischen Instrumenten oder deren Nachbauten.

Ägypten baut neuen Regierungssitz

Die neue Verwaltungshautpstadt soll östlich von Kairo entstehen

Auf einer Wirtschaftskonferenz in Scharm-el-Scheich kündigte Wohnungsbauminister Mustafa Madlubi an, dass Ägypten einen neuen Regierungssitz bauen wird. Dieser soll auf der halben Strecke zwischen Kairo und dem Suez-Kanal liegen. Fünf Millionen Menschen sollen dort leben. Die neue Hauptstadt soll nach den Worten Madlubis vom Aussehen Kairos Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts inspiriert werden. Der Großraum Kairo gehört heute mit rund 18 Millionen Einwohnern zu den größten Ballungszentren der Welt.

Kritik an Plänen für das Humboldt-Forum

Schau zur Geistes- und Ideengeschichte stößt auf Widerstand

Der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, hat die neuen Pläne von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller für das Humboldt-Forum kritisiert. "Es hatte gute Gründe, in einem Haus, das sich um Weltkultur drehen soll und auch noch den Namen Humboldt trägt, das Thema Sprache mit zu thematisieren", sagte Olbertz im Deutschlandradio Kultur. Müller hatte angekündigt, die geplante Ausstellung "Welt der Sprachen" der Zentral- und Landesbibliothek mit einer Schau zur Geistes- und Ideengeschichte Berlins zu ersetzen. Die Eröffnung des Forums ist für 2019 geplant, Richtfest im Schloss-Neubau soll laut "Tagesspiegel" am 12. Juni sein.

Einhard-Preis 2015 vergeben

Historiker Joachim Radkau ausgezeichnet

Radkau hat für seine Biografie des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss den Einhard-Preis 2015 erhalten. In Radkau habe Heuss einen kongenialen Biografen gefunden, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Historiker hätte eine Neugier auf die nur scheinbar beiläufigen Details der Lebensführung. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm heute in Seligenstadt überreicht. Der Einhard-Preis wird seit 1999 alle zwei Jahre für eine herausragende Biografie mit europäischem Bezug verliehen. Der Namensgeber des Preises Einhard (um 770-840) war Hofgelehrter, Vertrauter und Biograf Kaiser Karls des Großen.

ZDF-Intendant für Senkung des Rundfunkbeitrags

Öffentlich-rechtliche Medien erhalten 1,5 Milliarden mehr als geplant

Der ZDF-Intendant Thomas Bellut begrüßt angesichts der hohen Zusatzeinnahmen eine weitere Senkung des Rundfunkbeitrags.
"Die Mehreinnahmen resultieren ja mehrheitlich daraus, dass Personen, die bisher nicht gezahlt haben, jetzt zahlen müssen. Insofern würde man denen, die schon lange zahlen, wenigstens etwas zurückgeben", sagte Bellut nach einer Sitzung des ZDF-Fernsehrats in Mainz. Der Betrag wird seit 2013 nicht mehr pro Gerät, sondern pro Haushalt erhoben. Bis 2016 bringt das ARD und ZDF rund 1,5 Milliarden Euro mehr als geplant. Das Geld fließt in eine Rücklage.
Zum 1. April sinkt der Beitrag um 48 Cent auf 17,50 Euro im Monat.

"Tag des Willkommens" für Migranten ab 2016

Monika Grütters will "Willkommenskultur" auch in Kultureinrichtungn

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), will ab 2016 einen "Tag des Willkommens" für Migranten in Kultureinrichtungen einführen. Es sei ihr ein großes Anliegen, dass die "Willkommenskultur" auch in den Kultureinrichtungen mit Leben erfüllt werde, erklärte Grütters heute in Leipzig. Sie wolle dazu neben Vertretern der Länder und kommunaler Spitzenverbände auch künstlerische Dachverbände, Stiftungen und Migrantenorganisationen einladen, so Grütters. Die Kultusminister stimmten zu, dass mehr Wege zur Teilhabe von Migranten an kulturellen Angeboten eröffnet werden. Dabei sollten ergebnisoffen verschiedene Vorschläge geprüft werden.

Kunstmesse TEFAF eröffnet

Wichtigste Verkaufsschau für alte Kunst beginnnt in Maastricht

Höhepunkt der heute beginnenden Maastrichter Kunstmesse TEFAF ist das Aquarell "Die Mühle von Alphonse" von Vincent van Gogh für zehn Millionen Dollar. Vor allem Gemälde alter Meister werden von den 275 Galeristen aus 20 Ländern angeboten, aber auch Teppiche und Möbel. Insgesamt deckt die Messe 7000 Jahre Kunstgeschichte ab, das Spektrum reicht vom ägyptischen Sarkophag bis zum modernen Design. Eine Studie der TEFAF belegt, dass noch nie so viel Geld für Kunst ausgegeben wurde. Im letzten Jahr waren es 51 Milliarden Dollar.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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