Dienstag, 17.09.2019
 

Kulturnachrichten

Dienstag, 10. März 2015

"Israel Prize" für Literatur wird nicht vergeben

Der Oberste Gerichtshof hat entschieden

Ministerpräsident Netanjahu hatte zwei Mitglieder der Preis-Jury abgelehnt, wegen "extremer Ansichten". Daraufhin zogen sich Jury-Mitglieder und Nominierte reihenweise zurück. Jetzt hat der Oberste Gerichtshof entscheiden müssen: Zumindest in der Kategorie Literatur wird die begehrte Auszeichnung in diesem Jahr nicht vergeben. Der Israel-Preis wird bereits seit mehr als 60 Jahren für besondere Leistungen in verschiedenen Bereichen verliehen. Noch nie mischte sich eine Regierung in das Auswahlverfahren der Juroren ein

Grütters fordert Schutz des geistigen Eigentums im Urheberrecht

Künstler und Kreative müssen von ihrer Arbeit leben können

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat für die anstehende Novellierung des Urheberrechts einen nachhaltigen Schutz des geistigen Eigentums gefordert. "Technische Machbarkeit, Bequemlichkeit und Gratis-Mentalität dürfen nicht die Maßstäbe einer zeitgemäßen Urheberrechts- und Netzpolitik sein", heißt es in einem heute veröffentlichten Positionspapier der Staatsministerin. "Künstler und Kreative müssen von ihrer Arbeit leben - und nicht nur knapp überleben - können." Nach der Koalitionsvereinbarung soll das zuletzt 2007 überarbeitete Urheberrecht an die neuen digitalen Bedingungen angepasst werden. Grütters sprach sich dafür aus, illegale Angebote im Netz durch eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft auszutrocknen. EU-Pläne für eine Verpflichtung zu europaweiten Lizenzen lehnte sie ab. Auch einzelne Mitgliedsstaaten müssten die Möglichkeit behalten, Rechte zu kaufen oder zu verkaufen. An die Verlage appellierte sie, öffentlichen Bibliotheken die Ausleihe von E-Books zu erleichtern. Grütters betonte, sie werde auf eine kulturfreundliche Regelung des Urheberrechts drängen. Ein "ungebändigter digitaler Internetkapitalismus" sei mit der sozialen Marktwirtschaft nicht vereinbar.

Erstmals gemeinsames deutsch-russisches Geschichtsbuch

Die Entwicklung zwischen 1917/1918 bis zum Fall der Mauer

Erstmals haben deutsche und russische Historiker gemeinsam ein Geschichtsbuch geschrieben. Unter dem Titel "Deutschland - Russland: Stationen gemeinsamer Geschichte - Orte der Erinnerung" geht es um die Entwicklung zwischen 1917/1918 bis zum Fall der Mauer. Der erste Band einer dreiteiligen Reihe wende sich an eine breite geschichtlich interessierte Öffentlichkeit, teilte das Institut für Zeitgeschichte in München und Berlin mit. Kontroverse Themen wie der Hitler-Stalin-Pakt oder die Berlin-Krise 1948/49 würden aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. Herausgegeben wird die Reihe von der 1997 gegründeten Kommission für die Erforschung der deutsch-russischen Geschichte. Sie soll zu gegenseitiger Vertrauensbildung zwischen beiden Ländern beitragen.

Kieler Ex-Theater-Intendant Peter Dannenberg gestorben

Bis 2004 war er auch Intendant der Hamburger Symphoniker

Der frühere Generalintendant des Kieler Theaters, Peter Dannenberg, ist tot. Er starb in der Nacht zum Dienstag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren zu Hause in Kronshagen bei Kiel. Dannenberg war von 1990 bis 1995 Generalintendant in Kiel und anschließend bis 2004 Intendant der Hamburger Symphoniker. Der gebürtige Potsdamer hatte in Kiel und Freiburg studiert. Er arbeitete als Musikredakteur und Musikkritiker bei Zeitungen und beim Hörfunk, bevor er ans Theater wechselte.

Avantgarde-Komponistin Neuwirth schreibt Stück für Wiener Staatsoper

Sie entwirft die Oper "Orlando" basierend auf Roman von Virginia Woolf

Die österreichische Avantgarde-Komponistin Olga Neuwirth komponiert für die als traditionell geltende Wiener Staatsoper ein Auftragswerk. Die 46-Jährige solle die Oper "Orlando" basierend auf dem gleichnamigen Roman der britischen Schriftstellerin Virginia Woolf (1882-1941) entwerfen, teilte die Staatsoper heute mit. Das Stück soll im Dezember 2019 in der Staatsoper - einem der renommiertesten Opernhäuser der Welt - uraufgeführt werden. Neuwirth hatte in der Vergangenheit unter anderem mit der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek Musiktheater produziert.
2010 wurde sie mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Das Libretto zu "Orlando" solle diesmal die französisch-amerikanische Bühnenautorin Catherine Filloux schreiben. Im Rahmen eines neuen Schwerpunktes zu zeitgenössischer Musik sollen in nächster Zeit vier weitere Auftragswerke bekanntgegeben werden, sagte Staatsoperndirektor Dominique Meyer. Kritiker hatten in der Vergangenheit oft das aus ihrer Sicht veraltete Repertoire der Staatsoper bemängelt.

Polarpreis für Countrystar Harris und Schlagzeugerin Glennie

Schlagzeugerin Evelyn Glennie hat Verständnis von Musik erweitert

Die US-amerikanische Countrysängerin Emmylou Harris und die seit ihrem 12. Lebensjahr gehörlose schottische Schlagzeugerin Evelyn Glennie teilen sich in diesem Jahr den schwedischen Polarpreis. Das verkündete die Jury des Musikpreises heute in Stockholm. Glennie habe "eine Mission, der Welt das Zuhören beizubringen", hieß es in der Begründung für den Preis. "Sie hat unser Verständnis davon, was Musik ist, erweitert und uns gezeigt, dass man nur teilweise mit den Ohren hört." Sie sei zudem eine der wenigen Musikerinnen, die eine Karriere als Solo-Schlagzeugerin geschafft hätten. Glennie habe mehr als 30 Solo-Alben auf den Markt gebracht. In ihrer Heimat Großbritannien habe sie die Kriterien für die Aufnahme an Musikschulen verändert und sei von der Queen geehrt worden. Über die Countrysängerin Harris erklärte die Jury: "Niemand in der Geschichte der Popmusik hat harmonisiert wie Emmylou Harris." Fünf Jahrzehnte lang habe sie die Aufnahmen anderer Künstler mit ihrer Stimme verschönert. Den größten Beitrag habe sie aber mit ihrer eigenen Kunst geleistet. Der Polar Music Prize ist mit je einer Million schwedischen Kronen (rund 105 000 Euro) dotiert und wird jedes Jahr an zwei Künstler vergeben. Ins Leben gerufen hat ihn der einstige Abba-Manager Stig "Stikkan" Anderson. Verliehen wird der Preis am 9. Juni in Stockholm durch den schwedischen König Carl XVI. Gustaf.

Zerstörung von Kulturgut durch IS-Kämpfer

Präsidentin des Unesco-Welterbekomitees beklagt Angriffe und illegalen Handel

Die Präsidentin des Unesco-Welterbekomitees, Maria Böhmer (CDU), hat die Zerstörung von Kulturgütern durch die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) verurteilt. "Die 'kulturellen Säuberungen' reißen tiefe Wunden in die Kultur, die Geschichte, die Tradition und die Seele der Menschen im Irak, in der Region und in der Welt", beklagte die Staatsministerin. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass der IS das kulturelle Gedächtnis der Region auslösche. Die terroristischen Angriffe und der illegale Handel mit Kulturgütern, mit dem sich die Terrorgruppe finanziere, müssten verhindert und beendet werden, betonte Böhmer. Wenn ein Staat dem Schutz der eigenen Kulturgüter nicht allein nachkommen könne, sei die gesamte Staatengemeinschaft gefragt. Die Bundesregierung wolle deswegen Maßnahmen unterstützen, um dem illegalen Handel einen Riegel vorzuschieben. Nach Berichten des arabischen Senders Al-Dschasira haben die Islamisten seit der Einnahme Mossuls im Juni mindestens 42 kulturell bedeutsame Stätten geplündert oder zerstört. Hauptsächlich handle es sich um Moscheen und Heiligtümer der Abbassidenzeit (ca. 750-1400) sowie jahrhundertealte Kirchen.

Welfenschatz soll nicht zurück nach Braunschweig

Kunstwerk bleibt in Berlin

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, in deren Obhut sich der Welfenschatz befinden, hat Forderungen nach dem Werk aus Braunschweig zurückgewiesen. Der ehemalige Domprediger von Braunschweig, Joachim Hempel, will die Goldschmiedearbeiten aus dem 11. bis 15. Jahrhundert nach Braunschweig zurückholen, weil sie ursprünglich für den dortigen Dom zusammengetragen worden seien. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wies darauf hin, dass schon in der Vergangenheit immer wieder Teile des Schatzes vorübergehend in Braunschweig ausgestellt wurden. Das sei auch in Zukunft denkbar. Derzeit wird ein großer Teil des Welfenschatzes im Berliner Kunstgewerbemuseum ausgestellt. Ende Februar wurde bekannt, dass Erben jüdischer Kunsthändler Deutschland verklagen, weil sie den Schatz für NS-Raubkunst halten. Auch den Anspruch der Erben lehnt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ab.

Bahngleis erinnert an Prager Holocaust-Opfer

"Gedenkstätte der Stille" soll um das Mahnmal herum entstehen

Ein neues Mahnmal erinnert in Prag an die unter nationalsozialistischer Besatzung im Holocaust ermordeten Juden. Es besteht aus einem Bahngleis, das in den Himmel führt. "Für mich ist das ein Dienst an den Opfern", sagte der Bildhauer Ales Vesely der Zeitung "Pravo". Das rund 20 Meter hohe und tonnenschwere Gleisstück erinnere an die biblische Jakobsleiter zwischen Himmel und Erde. Das Mahnmal steht am ehemaligen Bahnhof Prag-Bubny, von dem Tausende Prager Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden. Langfristig soll dort nach dem Willen eines Vereins eine dauerhafte "Gedenkstätte der Stille" entstehen.

Selfie-Sticks in vielen deutschen Museen tabu

Beliebte Stäbe zählen zu "scharfkantigen Gegenständen"

Das Fotografierverbot hat sich gelockert, Selfie-Sticks sind jedoch in vielen deutschen Museen verboten. In den staatlichen Museen zu Berlin etwa oder in den Häusern der Bayerischen Staatsgemäldesammlung dürfen die Stangen, an denen Handys zum Fotografieren befestigt werden können, nicht mitgenommen werden. "Jeder spitze Gegenstand ist verboten, auch ein Regenschirm", sagte Pressesprecherin Tine Nehler in München. Die künstlichen Armverlängerungen sind vor allem bei Touristen in aller Welt beliebt. Mit ihrer Hilfe gelingen Selbstporträts mit dem Handy besser. Inzwischen verkaufen Händler die Stäbe häufig auf Plätzen vor Sehenswürdigkeiten. Auch in den USA haben dutzende Museen den Selfie-Stick bereits verboten, zu ihnen gehören das Getty Center in Kalifornien oder das Museum of Modern Art in New York. Dabei geht es sowohl um den Schutz der kostbaren Ausstellungsobjekte als auch um die Sicherheit der Besucher.

Frankreich liebt Madonna - Pariser Konzert blitzschnell ausverkauft

US-Popstar legte sich mehrfach mit Rechtsextremer Le Pen an

Innerhalb von fünf Minuten ist das Konzert von US-Popstar Madonna in Paris im Dezember ausverkauft gewesen. Die mehr als 15.000 Tickets waren gestern Abend für Preise zwischen 51 und 205 Euro angeboten worden, wie die Veranstaltungsfirma mitteilte. Das Konzert am 9. Dezember in der Bercy Arena von Paris ist das bisher einzige, das die US-Sängerin in diesem Jahr in Frankreich angekündigt hat. Madonna kämpft seit den Anschlägen in Paris für die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo", zuletzt vergangene Woche in einer französischen TV-Talkshow. Die 56-jährige Madonna hatte sich zudem wiederholt mit der rechtsextremen Parteichefin Marine Le Pen angelegt. Einst zeigte sie die Vorsitzende der Partei Front National (FN) in einem Videoclip sogar mit einem Hakenkreuz auf der Stirn. Ende Februar bezeichnete sie die FN als "faschistisch" und sagte, angesichts des wachsenden Antisemitismus erinnere sie Europa derzeit an "Nazi-Deutschland". Vor wenigen Tagen schlug sie aber versöhnlichere Töne an und schlug Le Pen vor, gemeinsam bei einem Gläschen über deren politische Einstellungen zu sprechen.

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