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Kulturnachrichten

Donnerstag, 5. März 2015

Athen selbstbewusst als zweite documenta-Stadt

Kunstschau 2017 zum ersten Mal an zwei Schauplätzen

Athen will als zweiter Standort bei der Kunstausstellung documenta 14 im Jahr 2017 als gleichberechtigter Partner von Kassel auftreten. "Die documenta kommt nicht nach Athen, um dort einzufallen. Sie kommt, um dort an dem reichen kulturellen Leben in Athen teilzunehmen", sagte der Bürgermeister der griechischen Metropole, Yiorgos Kaminis, heute bei der Vorstellung des Konzepts in Berlin. Der polnische Kurator Adam Szymczyk hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die weltweit wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst 2017 erstmals an zwei Schauplätzen zu inszenieren. Der Kasseler Bürgermeister Bertram Hilgen sagte, er verstehe die Sorgen mancher hessischer Bürger, ihre Stadt könne an Bedeutung verlieren. Er erwarte aber eher eine Verdoppelung der Aufmerksamkeit.

Hollyoods Bühnenbildnerin: Patricia Norris gestorben

Der Oscar blieb ihr verwehrt

Patricia Norris, eine der bekanntesten und erfolgreichsten Kostümbildnerinnen Hollywoods, ist bereits am 20. Februar verstorben, wie das Magazin "Variety" jetzt unter Berufung auf das Art Directors Council und das Fachblatt "Costume Designer Magazine" meldet. Norris hatte viele Preise gewonnen - nur keinen Oscar. Allerdings war sie sechs Mal nominiert. Ihre Kostüme und Ausstattungen sind neben anderen in den Filmen "Unternehmen Capricorn", "Der Elefantenmensch" und "Victor/Victoria" zu sehen - außerdem in der Serie "Twin Peaks". Zu ihren letzten Arbeiten gehörte der Oscar-Gewinner "12 Years a Slave". Patricia Norris wurde 83 Jahre alt.

Tarifeinheitsgesetz bedroht Theaterschaffende

Bühnenangehörige kritisieren Pläne der Bundesregierung

Das geplante Tarifeinheitsgesetz, das heute in erster Lesung im Parlament behandelt wurde, werde absehbar im Bereich der deutschen Theaterlandschaft "zu chaotischen Zuständen führen und den Betriebsfrieden gefährden". Das teilte der Präsident der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBH), Jörg Löwer, mit. Zahlreiche Details des Gesetzes seien unklar und auf Stadt- und Staatstheater in der Realität nicht anwendbar. Es bestünde die Gefahr, dass Schauspieler, Sänger, Tänzer, Dramaturgen und Regieassistenten nur noch kurzfristige Gast- oder Stückdauerverträge bekämen. Die GDBA ist die gewerkschaftliche Organisation der Bühnenangehörigen. In ihr sind Mitglieder des künstlerischen und künstlerisch-technischen Bereiches der deutschen Theater organisiert.

"Gift Horse": Hans Haacke-Skulptur in London enthüllt

Riesiges Bronze-Skelett eines trabenden, reiterlosen Pferdes

Das Werk "Gift Horse" des deutschen Konzeptkünstlers Hans Haacke steht seit heute auf dem Londoner Trafalgar Square. Am Vorderbein des völlig abgemagerten Pferdes ist ein elektronisches Laufband installiert, das aktuelle Börsendaten überträgt. Ein klarer Hinweis auf das Lieblingsthema des Künstlers: Die Verbindung von Geld, Kunst und Macht. Der vier Meter hohe Gaul löst den blauen «Hahn/Cock» der deutschen Künstlerin Katharina Fritsch ab.

Stadt Hanau: Karikaturen-Schau wird doch eröffnet

Schutzkonzept kostet 120 000 Euro

Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen wird in Hanau eine Ausstellung mit teils religionskritischen Zeichnungen nun doch gezeigt. Die Stadt hatte die Schau im Januar nach den Attentaten von Paris zunächst abgesagt, weil sie erhöhte Kosten für die Sicherheit befürchtete. Zu sehen sind rund 220 Werke der Karikaturisten Achim Greser und Heribert Lenz. Darunter befinden sich auch eine Mohammed-Karikatur und Zeichnungen, die sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzen. "Ich kann nicht ausschließen, dass sich irgendjemand beleidigt fühlt", sagte Kurator Claudio Hils heute in Hanau. Die Stadt investiert 120 000 Euro für ein Schutzkonzept mit einem privaten Sicherheitsdienst. Die Ausstellung wird vom 14. März an im Schloss Philippsruhe gezeigt.

Architekt Libeskind plant 24-Stunden-Konzert in Frankfurt

Die Aktion soll im Mai 2016 stattfinden

Die Alte Oper Frankfurt plant in der nächsten Saison Ungewöhnliches: Für eine spektakuläre Aktion hat Intendant Stephan Pauly den Star-Architekten Daniel Libeskind eingeladen. Der Erbauer unter anderem des Jüdischen Museums in Berlin plant in Frankfurt ein Projekt mit dem Titel "One Day in Life - Ein musikalischer Tag in einer wohltemperierten Stadt". 24 Stunden lang soll im Mai 2016 an verschiedenen Orten - vom spektakulären Wolkenkratzer bis zur verdreckten Fußgängerunterführung - Musik zu hören sein. Die aufgeführten Werke - aus allen Epochen und Stilrichtungen - sollen einerseits in Zusammenhang mit den Spielorten stehen, andererseits "die Grunddimensionen menschlichen Daseins" erfahrbar machen, wie Libeskind heute in Frankfurt berichtete. Bevor er Architekt wurde, war er selbst Musiker.

Prächtiges Fürstengrab aus der Eisenzeit entdeckt

Große Grabkammer östlich von Paris

Seit Oktober graben Archäologen in Lavau in der Aube-Region ein monumentales, keltisches Hügelgrab vom Anfang des fünften Jahrhunderts vor Christus aus. Das berichtet das französische Forschungsinstituts Inrap. Im Zentrum der großen Grabkammer befänden sich der bestattete Fürst und sein Streitwagen, außerdem reichhaltige Grabbeigaben aus Bronze und Keramik. Vor allem Etrusker und Griechen hätten damals auch in Frankreich und Italien Stadtstaaten gegründet.

EuGH: Keine verminderte Mehrwertsteuer für E-Books

Nur für gedruckte Bücher gilt der reduzierte Steuersatz

E-Books in der Europäischen Union dürfen nicht mit dem verminderten Mehrwertsteuersatz verkauft werden, der für gedruckte Bücher gilt. Das hat der Europäische Gerichtshof heute entschieden. Anlass für das Urteil war eine Klage der europäischen Kommission gegen Frankreich und Luxemburg, die bereits den reduzierten Mehrwertsteuersatz für E-Books eingeführt hatten. Nach EU-Recht ist eine verringerte Umsatzsteuer zulässig für die "Lieferung von Büchern auf jeglichen physischen Trägern". Wie nun der EuGH betont, würden zwar auch E-Books auf einem "physischen Träger" gelesen, "jedoch wird ein solcher Träger nicht zusammen mit dem elektronischen Buch geliefert". Daher sei die Anwendung des ermäßigten Satzes ausgeschlossen. In Deutschland werden damit weiterhin 19 Prozent Mehrwertsteuer auf E-Books und Hörbücher erhoben.

Musik-Streamingdienste bescheren Musikbranche ein Plus

Jeder vierte Euro wird durch Streaming erwirtschaftet

Das Geschäft mit Musikstreaming aus dem Internet wächst auch in Deutschland stark. Mit einer Steigerung von 78,6 Prozent im vergangenen Jahr seien diese Angebote entscheidend für das Wachstum des Musikmarktes gewesen, berichtete der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) heute. Mit Diensten wie Spotify, Deezer, Juke oder Soundcloud wurde 2014 ein Umsatz von insgesamt 371 Millionen Euro erzielt. Damit erlöst die Musikbranche in Deutschland inzwischen jeden vierten Euro mit Streamingdiensten. Insgesamt wurde - ob auf digitalem Weg oder durch den Verkauf von physischen Tonträgern - ein Umsatz von 1,48 Milliarden Euro und damit ein Plus von 1,8 Prozent erzielt.

"Luchs"-Kinderbuchpreis 2014 für Finn-Ole Heinrich

Trilogie "Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt" ausgezeichnet

Der Hamburger Schriftsteller Finn-Ole Heinrich und die norwegische Illustratorin Rán Flygenring bekommen den "Luchs"-Preis für Kinder- und Jugendliteratur 2014, wie die "Zeit" heute mitteilte.
Die Geschichten entfalteten ein «grenzenlos mirakulöses, spektakulär buntes und tief trauriges Universum», sagte die Schauspielerin und Laudatorin Karen Köhler. Der "Luchs" ist mit 8.000 Euro dotiert und wird nächsten Mittwoch in Leipzig überreicht. Die "Zeit" und Radio Bremen vergeben den Preis monatlich und einmal im Jahr den "Jahres-Luchs".

World-Press-Photo-Award aberkannt

Manipulationsvorwürfe beim Wettbewerb um Pressefotos des Jahres

Die Organisatoren der renommierten World Press Photo Awards haben ihre Auszeichnung für eine Foto-Serie über die belgische Industriestadt Charleroi zurückgezogen. Dem italienischen Fotografen Giovanni Troilo werde sein erster Preis in der Kategorie "Zeitgenössische Themen" wegen "irrführender Angaben" und einem Verstoß gegen die Teilnahmebedingungen aberkannt, teilten die Organisatoren heute mit. Troilo habe eingeräumt, eines der Bilder gar nicht in Charleroi aufgenommen zu haben. Er hatte mit seiner Fotostrecke "Das dunkle Herz Europas" in Charleroi für große Empörung gesorgt. Bürgermeister Paul Magnette warf dem Fotografen eine "Verzerrung der Realität" vor. Die Organisatoren des Wettbewerbs machten Troilo nun besonders zum Vorwurf, dass er ein Foto nicht in Charleroi, sondern im Brüsseler Stadtteil Molenbeek aufgenommen hatte. Die World Press Photo Awards sind die begehrtesten Fotojournalismus-Preise der Welt.

Globaler Kunstmarkt wächst weiter rasant

2014 stieg der Umsatz bei Kunstauktionen um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr

Trotz Konjunkturflaute ist der Kunstauktionsmarkt im vergangenen Jahr auf ein historisches Hoch gestiegen, meldet der Kunstinformationsdienst Artprice. Der Umsatz habe weltweit bei 15,2 Milliarden Dollar (13,7 Mrd. Euro) gelegen. Die höchsten Auktionsergebnisse wurden laut Artprice 2014 für Alberto Giacomettis Skulptur "Chariot", Barnett Newmans "Black Fire" und Andy Warhols "Triple Elvis" erzielt. Den Warhol-Siebdruck hatte der NRW-eigene Casinobetreiber Westspiel verkauft. Angeheizt werde das Wachstum auch durch eine "boomende Museumsindustrie". Zwischen dem Jahr 2000 und 2014 seien weltweit mehr Museen eröffnet worden als im gesamten 19. und 20. Jahrhundert. Artprice wertet nach eigenen Angaben mit seinem chinesischen Partner Artron jährlich über 30 Millionen Indizes und Auktionsergebnisse von mehr als 570 000 Künstlern weltweit aus.

Nachhaltige Buchproduktion: Blauer Engel für Reclam

Reclam produziert die Universal-Bibliothek aus vollständig recycelten Materialien

Dafür wird der Verlag zum Auftakt der Leipziger Buchmesse (12.-15. März) mit dem Blauen Engel zertifiziert. Nachhaltigkeit sei seit mehr als zehn Jahren ein Thema bei der Herstellung von rund 3.000 lieferbaren Titeln, teilte der Verlag mit. Die älteste Taschenbuchreihe verwendet seit 2004 für den Innenteil der Taschenbücher ausschließlich Recycling-Papier. Um den Blauen Engel zu erhalten besteht jetzt auch das Umschlagpapier aus Recyclingpapier. Für sein umweltfreundliches Engagement erzielte Reclam bereits 2009 den ersten Platz in dem vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels veröffentlichten WWF-Öko-Rating deutschsprachiger Taschenbuchverlage.

Jüdische Gemeinde zeichnet Psychologen und Politologen aus

Josef-Neuberger-Medaille wird nicht-jüdischen Persönlichkeiten verliehen

Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf zeichnet den palästinensisch-israelischen Psychologen Ahmad Mansour und den deutsch-ägyptischen Politologen Hamed Abdel-Samad für ihr Engagement gegen Antisemitismus aus. Die beiden Autoren werden im Oktober mit der angesehenen Josef-Neuberger-Medaille geehrt, teilte die Jüdische Gemeinde heute mit. Die nach dem ehemaligen NRW-Justizminister Josef Neuberger (1902-1977) benannte Auszeichnung wird nichtjüdischen Persönlichkeiten verliehen, die sich um die jüdische Gemeinschaft verdient gemacht haben. Vergangenes Jahr hatte die Band Die Toten Hosen die Medaille bekommen.

"art Karlsruhe" präsentiert Fotokunst aus Ungarn

210 Galerien aus elf Ländern mit Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

"Ich habe mich immer sehr stark bemüht, der Fotografie ein Gewicht zu geben", sagte Edwald Schrade, der Kurator der Kunstmesse, die von heute bis zum 8. März in Rheinstetten bei Karlsruhe stattfindet. Mit rund 20 Prozent der Aussteller zieht immer mehr internationale Galerien an - vorrangig aus Frankreich und Italien, aber auch aus China und den USA. Die Messe konzentriert sich auf die Bereiche Nachkriegskunst und Pop Art, Street Art und Gegenwartskunst.

Buber-Rosenzweig-Medaille für Hanspeter Heinz

Engagement für die Erneuerung der Beziehung von Christen und Juden

Der Theologe Hanspeter Heinz leitet den Gesprächskreis "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Mit der undotierten Buber-Rosenzweig-Medaille wird er geehrt, weil er sich intensiv mit den antijüdischen Traditionen der Kirche auseinandergesetzt hat.

Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird seit 1968 vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vergeben. Die Laudatio am Sonntag hält der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. Damit wird zugleich die "Woche der Brüderlichkeit" eröffnet.

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