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Kulturnachrichten

Samstag, 29. März 2014

Vor Volkszählung in Birma: UN wollen besseren Schutz für Muslime

Vor der heute beginnenden Volkszählung in Birma ist es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen.

Jetzt hat der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen die Regierung zu mehr Schutz für die muslimische Minderheit aufgefordert. Die Organisation kritisierte, buddhistischen Randalierer wollten die Teilnahme der staatenlosen muslimischen Minderheit an der Zählung verhindern. - Radikale Buddhisten hatten in der Stadt Sittwe das Büro der Hilfsorganisation Malteser International sowie ein Lagerhaus des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen angegriffen. Viele Buddhisten sind gegen jede internationale humanitäre Hilfe für die Muslime.

Seit 2012 kam es in der Region Rakhine wiederholt zu Ausschreitungen von Buddhisten gegen die Rohingya. Hunderte Menschen kamen dabei ums Leben, Tausende wurden aus ihren Dörfern vertrieben. Viele Buddhisten sind strikt gegen jede internationale humanitäre Hilfe für die Muslime.

Frauenprotest gegen Fahrverbot während Obama-Besuch in Saudi-Arabien

Am letzten Tag des Besuchs von US-Präsident Obama in Saudi-Arabien haben Bürgerrechtlerinnen zum Kampf aufgerufen.

Sie forderten ihre Geschlechtsgenossinnen auf, sich in Autos demonstrativ hinter das Lenkrad zu setzen und zu fahren. - Das Königreich ist das einzige Land der Welt, in dem Frauen das Autofahren verboten ist. Seit drei Jahrzehnten kämpfen Frauenrechtlerinnen vergeblich dagegen an. - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte Obama auf, sich von einer Frau durch die Hauptstadt Riad chauffieren zu lassen. So könne er seine Solidarität mit den Bürgerrechtlerinnen bezeugen.

Journalistin kritisiert Situation der Frauen in Saudi-Arabien

Sie ist die erste Chefredakteurin in Saudi-Arabien und doch kann sie als Frau nicht selbstständig sein.

Das erzählte die Journalistin Somayya Jabarti im Gespräch mit "Spiegel Online". Frauen in Saudi-Arabien seien von ihrem Vormund abhängig - das könne der Vater, ein Bruder, der Sohn oder der eigene Ehemann sein. Ohne dessen Erlaubnis könne beispielsweise nicht reisen. - Die Umstände in ihrem Land erlebe sie als Zumutung, da sie ein Mensch mit vollen Rechten sei. - Jabarti leitet seit Februar als Chefredakteurin die englischsprachige saudi-arabische Zeitung "Saudi Gazette".

Twitter: Türkisches Gericht hebt Sperre von Account auf

Es geht um das Recht auf freie Meinungsäußerung.

So begründete ein türkisches Gericht seine Entscheidung, die Sperrung eines Twitter-Accounts aufzuheben. Das hat der Kurznachrichtendienst heute Nacht bekannt gegeben. Über den Account war laut Twitter ein früherer türkischer Minister der Korruption beschuldigt worden. - Die umfassendere Twitter-Sperre in dem Land sei von dem Gerichtsentscheid jedoch unberührt, teilte das Unternehmen mit. Türkische Behörden hatten den für Gegner von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wichtigen Kommunikationskanal in der vergangenen Woche blockiert. Am Mittwoch ordnete zwar das Verwaltungsgericht in Ankara an, die Vollstreckung der Sperre auszusetzen. Der Zugang blieb aber zunächst gesperrt. Mittlerweile wurde auch die Videoplattform YouTube blockiert. In der Türkei sind am Sonntag Kommunalwahlen.

Wissenschaftlerin: Wir brauchen Alternativen zur Transplantationsmedizin

"Eines der großen Dilemmata ist, dass man den Menschen weiß macht, dass es sich bei Hirntoten um Tote handelt."

Das sagte Alexandra Manzei im Deutschlandradio Kultur. Die Professorin für Gesundheitsforschung glaubt, dass über Organtransplantation nicht richtig aufgeklärt wird. Hirntot zu sein bedeute, auf einer Intensivstation zu liegen, beamtet zu sein, und bei einem kompletten Ausfall des Gehirns einen lebendigen Körper zu haben, sagte sie. Viele Menschen wüssten nicht, dass man keine Leichenorgane verpflanzen könne. - Die Transplantationsmedizin sieht Manzei als Brückentechnologie. Man müsse nach Alternativen suchen, weil es ohnehin nicht ausreichend Spenderorgane gebe.

Schriftsteller: Kulturschaffende in Ägypten sind gespalten

Die Kulturschaffenden in Ägypten tun sich schwer, zwischen bröckelnden Hoffnungen auf eine Revolution und der politischen Realität ihren Ort zu finden.

Dieser Überzeugung ist der irakische Schriftsteller Najem Wali. In der "Neuen Zürcher Zeitung" schreibt er, dass die Künstler bis zur Absetzung von Präsident Mursi einigermaßen geeint waren. Sie lehnten das Regime der Muslimbrüder ab und forderten eine Verfassung, die ein säkulares Staatswesen und Freiheitsrechte garantieren sollte. - Dieser Ruf sei inzwischen matt geworden, schreibt Wali. Während die ältere Generation Kulturschaffender das Militär und den Sturz Mursis feiert, sprächen die Jüngeren von einem Putsch und seien skeptisch gegenüber der militärischen Macht.

Ägyptische Fotoreporterin bei Protesten in Kairo erschossen

Sie machte Aufnahmen von schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten, Sicherheitskräften und bewaffneten Zivilisten.

Dabei wurde die Fotografin Majada Aschraf der Tageszeitung "Al-Dustur" getötet, berichtete das Nachrichtenportal "ahram". Es ist unklar, wer für den Tod der 23-Jährigen verantwortlich ist. - In Ägypten demonstrierten gestern an mehreren Orten Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi gegen die Präsidentschaftskandidatur des vormaligen Militärchefs Abdel Fattah al-Sisi.

Unterlagen aus eingestürztem Kölner Archiv zurückgegeben

Fünf Jahre sind seit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs vergangen.

Jetzt sind etwa 180 Regalmeter Archivgut zurück in die Domstadt gebracht worden. Die Unterlagen waren zeitweise im Koblenzer Bundesarchiv gelagert. Dort waren die Archivalien nach dem Unglück getrocknet worden, teilte die Behörde mit. Rund zehn Prozent der Kölner Akten seien nicht nur von Schutt und Geröll beschädigt, sondern auch durchnässt worden. - Das Kölner Stadtarchiv war am 3. März 2009 eingestürzt, zwei Menschen kamen ums Leben, es entstand ein Schaden von einer Milliarde Euro.

Tebartz-van Elst bittet um Verzeihung

Der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat für seine Fehler um Verzeihung gebeten.

Der 54-Jährige erklärte nach einem Gespräch mit Papst Franziskus in Rom, er bitte alle um Vergebung, die unter seinen Versäumnissen gelitten hätten oder immer noch leiden würden. Zugleich äußerte er die Hoffnung auf einen Neubeginn nach gegebener Zeit. - Vor zwei Tagen hatte Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch von Tebartz-van Elst angenommen. Der frühere Limburger Bischof sieht in dieser Entscheidung die Chance für einen Neubeginn, für das Bistum Limburg und auch für sich selbst.

Homo-Ehe in England und Wales nun offiziell erlaubt

Seit Mitternacht heiraten in England und Wales homosexuelle Paare.

Seit heute ist es ihnen hier erlaubt, den Ehebund einzugehen. Der britische Premierminister David Cameron sprach von einem "wichtigen Moment für das Land". - Als Zeichen der Gleichberechtigung wehte die Regenbogenfahne, das Symbol der Homosexuellen-Bewegung, über Regierungsgebäuden in London. Cameron erklärte, der Staat sehe alle Beziehungen als gleichberechtigt an. Das sei auch eine Botschaft an junge Menschen, die sich über ihre Sexualität noch nicht klar seien. - Der Politiker hatte die Neuregelung gegen Widerstände in seiner konservativen Partei durchgesetzt. Von der Mehrheit der Bevölkerung wird das Vorhaben unterstützt.

Die Gesetzesänderung gilt nicht für Schottland und Nordirland, wo Homo-Ehen aufgrund von eigenen Gesetzen vorerst unzulässig bleiben. In der anglikanischen Kirche als wichtigster Religionsgemeinschaft in Großbritannien bleibt die gleichgeschlechtliche Ehe ebenfalls illegal.

Kulturprojekt in Buenos Aires soll die Raumerfahrung der Bewohner verändern

In Buenos Aires wollen Künstler neue Raumerfahrungen ermöglichen.

Das Projekt "Changing Places" will leerstehende Gebäude, Brücken und Terrassen der argentinischen Hauptstadt als Veranstaltungsorte nutzen. Es wird von der Siemens-Stiftung durchgeführt. Neben dem Frankfurter Choreografen William Forsythe nehmen Performance-Künstler und Theaterregisseure aus Argentinien, Lateinamerika und Europa teil. Das Projekt in der argentinischen Hauptstadt ist Teil einer internationalen Veranstaltungsreihe, die in Santiago de Chile und Bogotá fortgesetzt werden soll.

Londoner Tate Galerie gibt Raubkunst zurück

In der Londoner Kunstgalerie Tate Britain hängt demnächst ein Bild weniger.

"Beaching A Boat, Brighton" heißt das Werk von John Constable, dass die Tate an die Erben des einstigen Besitzers zurückgeben will. Eine Expertenkommission der britischen Regierung war zu dem Schluss gekommen, dass das Bild während des zweiten Weltkrieges vermutlich von den Nazis aus einem Schloss in Ungarn geraubt worden war. Die Tate sei "moralisch verpflichtet", das Bild zurückzugeben. Der frühere Besitzer des Bildes soll ein ungarischer Künstler mit jüdischen Wurzeln gewesen sein. Die Erben hätten darum gebeten, ungenannt zu bleiben.

Regisseur Jonathan Demme verkauft riesige Kunstsammlung

Es geht um die Werke von weitgehend unbekannten Künstlern.

Der Regisseur und Oscar-Preisträger Jonathan Demme will einen Großteil seiner Kunstsammlung verkaufen. Nachdem er drei Jahrzehnte lang Kunst angehäuft habe, wolle er im Alter sein Leben straffen und vereinfachen. Viele der Werke stammen aus Haiti, wohin der Regisseur immer wieder reiste. - Ein Teil des Erlöses soll für den Wiederaufbau des Centre d'Art in Port-au-Prince in Haiti verwendet werden, das bei dem Erdbeben 2010 zerstört wurde.

Der Regisseur ist mit Filmen wie "Das Schweigen der Lämmer" berühmt geworden.

Schulen für Internetprojekte mit europäischen Partnerschulen ausgezeichnet

Was passiert, wenn sich Schüler aus unterschiedlichen Ländern gegenseitig Blumensamen schicken?

Das haben Jungen und Mädchen der St. Marien-Schule Moers ausprobiert. Über eine Onlineplattform tauschten sie sich über die Erfolge im Garten aus. Für ihre Internet-Zusammenarbeit mit europäischen Partnerschulen wurde die St. Marien-Schule jetzt mit dem Deutschen eTwinning-Preis ausgezeichnet. In der Altersklasse der 12-15-Jährigen siegte die Nelson-Mandela-Schule aus Dierdorf in Rheinland-Pfalz mit dem Projekt "YES - Young Europeans Speak". Den ersten Platz in der Altersgruppe der 16-21-Jährigen gewann das Marler Albert-Schweitzer-Gymnasium mit dem Online-Projekt "The Book of Life".

eTwinning ist ein Netzwerk für Schulen in Europa. "Twinning" steht für Partnerschaft, das "e" für elektronisch. Europaweit sind rund 120.000 Schulen bei eTwinning angemeldet.

Amerikanischer Impressionismus begann in Monets Gärten

Der amerikanische Impressionismus ist nicht etwa in den Vereinigten Staaten entstanden.

Eine Ausstellung im Impressionsmus-Museum im französischen Giverny zeigt, dass die Strömung in Frankreich ihren Ursprung hat. Alles habe in den Gärten Givernys begonnen - also dort, wo auch der berühmte Künstler Monet seine Gemälde von den Wasserrosen malte. Die Gärten seien am Ende des 19. Jahrhunderts geradezu eine Malerkolonie für amerikanische Künstler gewesen, die die impressionistischen Techniken lernen wollten. Nach ihrer Rückkehr in die USA hätten sie dann auch nach einem eigenen, amerikanischen Stil gesucht.

In der Ausstellung "American Impressionism - A New Vision" werden 80 Werke amerikanischer Impressionisten gezeigt. Sie ist noch bis Ende Juni zu sehen.

Wissenschaftler sehen deutsche Arztserien kritisch

Am Ende ist meistens alles wieder gut - zumindest in deutschen TV-Arztserien.

Die Realität sieht jedoch oft ganz anders aus. Auf einem Berliner Chirurgenkongress diskutierten Mediziner und Medienwissenschaftler gestern darüber, ob Arztserien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mehr für Bildung und Gesundheit leisten können. Vorbild seien US-amerikanische Serien wie "Dr. House". Der Marburger Universitäts-Mediziner Jürgen Schäfer setzt solche Formate in Seminaren für Studenten ein. Der Grund: die US-Gesundheitsbehörde biete Drehbuchautoren medizinische Beratung an. - Die Medienwissenschaftlerin der Technischen Universität, Berlin Marion Esch, kritisierte, dass es hierzulande keinerlei Verständnis für Bildung in der Fernsehunterhaltung gebe. Deutsche Forschungserfolge spiegelten sich in heimischen TV-Produktionen nicht wieder.

Französische Ministerin muss sich für Essens-Tadel entschuldigen

Die französische Küche ist auch nicht immer gut.

Das meint offenbar die Außenhandelsministerin des Landes, Nicole Bricq. Sie hatte sich bei Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault für das Mittagessen bedankt, das er zum Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping auftischen ließ. Das Essen sei viel besser gewesen als das Dinner für Xi im Elysée-Palast am Vortag. Das sei wirklich widerlich gewesen. Dummerweise fingen mehrere Kameras die Lästereien der Ministerin auf. Inzwischen entschuldigte sich Nicole Bricq persönlich beim Chefkoch des Präsidentenpalastes, Guillaume Gomez. Dieser zeigte sich unbeeindruckt von der Aufregung. Man werde die Arbeit mit derselben Leidenschaft und Hingabe fortführen, schrieb Gomez im Internet.

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