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Kulturnachrichten

Montag, 10. März 2014

Burgtheater-Intendant Hartmann lässt Funktion ruhen

Die Krise am Wiener Burgtheater hat einen neuen Höhepunkt erreicht.

Intendant Matthias Hartmann lässt ab sofort seine Funktion als Geschäftsführer ruhen - um, wie er sagt, den Weg zur Versachlichung der Diskussion zu ermöglichen. Hartmann erklärte, er sei von den öffentlichen Anfeindungen tief betroffen. - Nach der Finanzaffäre mit Millionenverlusten hatte der Aufsichtsrat den Verdacht auf Urkunden- und Bilanzfälschung geäußert. Die Belegschaft stellte sich jedoch hinter die mittlerweile entlassene kaufmännische Geschäftsführerin Silvia Stantejsky und sprach ihrerseits dem Intendanten und dem Chef des Aufsichtsrats das Misstrauen aus.

Seit Jahrhunderten erstes Konzil der orthodoxen Kirchen

Zum ersten Mal seit Jahrhunderten haben die orthodoxen Kirchen die Einberufung eines Konzils beschlossen.

Das teilten der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., sowie die Oberhäupter von elf Nationalkirchen nach ihrem Treffen in Istanbul mit. Die "Heilige und Große Synode" soll demnach 2016 stattfinden. Als wichtige Themen des Konzils gelten Fragen zur Rangordnung der einzelnen orthodoxen Kirchen sowie Regeln, die eine kirchliche Lehre erfüllen muss, um als eigenständig anerkannt zu werden. - Seit der Spaltung in Ost- und Westkirche waren mehrere Versuche gescheitert, eine gemeinsame orthodoxe Synode einzuberufen.

Streit unter Emiraten: Fernsehsender Al-Dschasira muss in Saudi-Arabien mit Repressalien rechnen

Das Büro des katarischen Nachrichtensenders Al-Dschasira in Saudi-Arabien soll geschlossen werden.

Die Zeitung "Al-Hayat" meldet, saudische Journalisten dürften künftig zudem nicht mehr für Medien aus Katar arbeiten. Hintergrund ist die Unterstützung Katars für die ägyptische Muslimbruderschaft. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate unterstützen im Gegensatz dazu die neue, vom Militär installierte Regierung in Kairo.

Schöpferin der "Mumins": Erben verhindern Tove-Jansson-Straße in Stockholm

Zu ihrem 100. Geburtstag wollte Stockholm eine Straße nach der Kinderbuchautorin Tove Jansson benennen.

Doch daraus wird nichts, denn die Erben der finnlandschwedischen Schriftstellerin sind dagegen. Sie haben eine Verwertungsgesellschaft begründet, die Janssons Namen und ihre Unterschrift sowie ihre berühmtesten Charaktere, die "Mumins", als Warenzeichen eingetragen hat. Man halte die Gegend, in der die Straße liege, für unpassend, teilten sie mit. Außerdem solle Tove Janssons Name nicht zu sehr kommerzialisiert werden. Gegen den Erlebnispark "Mumin-Land", Tassen oder T-Shirts mit den Mumins haben die Erben der Autorin hingegen nichts einzuwenden. - Die Stockholmer Straße wird jetzt übrigens nach der Schriftstellerin Alice Lyttkens benannt.

Connecticut will Film-Lautstärke begrenzen

In den USA wird über die Lautstärke von Filmen diskutiert.

Im Bundesstaat Connecticut liegt ein Gesetzesentwurf vor, der es verbietet, bei öffentlichen Vorführungen 85 Dezibel zu überschreiten. Der Verband der sechs großen amerikanischen Produktionsgesellschaften argumentiert, der Vorstoß untergrabe die Einhaltung freiwilliger Standards. Außerdem würden Zuschauer etwa von Rockkonzerten weit größeren Lautstärken ausgesetzt. Initiator William Young forderte in mehreren Medien, die Verantwortlichen sollten Kinobesucher keinen gesundheitsschädlichen Reizen aussetzen.

Zufriedenheit von Studierenden hat zugenommen

Zeitmanagement bleibt ein Problem.

Das geht aus einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschulforschung über den Erfolg von Bachelor- und Masterstudiengängen hervor. Fünf Jahre nach deren Einführung fällt die Bewertung der Studierenden etwas besser aus als zu Beginn: Sie geben dem Uni-Programm statt einem "ausreichend" nun ein "befriedigend". Weniger als die Hälfte aber finden, dass die Vorgaben der Studienordnung zeitlich gut zu erfüllen waren. Und über die Hälfte halten nach wie vor die Stoffmenge für zu umfangreich. Bei den Master-Studierenden sah es besser aus. Da waren über 60 Prozent insgesamt zufrieden mit ihrem Studium.

Filmproduzenten warnen vor Senkung des Rundfunkbeitrags

Die Mehreinnahmen des neuen Rundfunkbeitrages sollten dem Programm zugute kommen.

Das fordern die deutschen Filmproduzenten in einem offenen Brief an die Ministerpräsidenten der Länder. Darin heißt es, ARD und ZDF hätten in den vergangenen Jahren zulasten der Mitwirkenden und der Programmqualität gespart. Mit den jetzt erwarteten Geldern könnten Freiräume für kreative Ideen geschaffen werden. - Die Ministerpräsidenten beraten am Donnerstag über die Zukunft des Rundfunkbeitrags. Diskutiert wird unter anderem der Vorschlag, den erwarteten Überschuss zumindest teilweise an die Gebührenzahler zurückzugeben.

Der offene Brief zum Nachlesen

Stimmen der Feuilletons zum Tod von Gerard Mortier

"Ein Zeitalter ist zu Ende."

So kommentiert die FAZ den Tod des belgischen Opern- und Theaterintendanten Gerard Mortier. Dreißig Jahre lang habe Mortier die alte Tante Oper immer wieder neu aufgemischt, heißt es weiter. Die "Neue Zürcher Zeitung" schreibt, kaum ein Kulturmanager habe so folgenreich gewirkt wie Mortier. So sei die Erneuerung der Salzburger Festspiele während seiner zehnjährigen Intendanz eine "herkulische Leistung" gewesen, meint die NZZ. Und die Zeitung "Die Welt" würdigt den Belgier als großen Verführer und spitzzüngigen Strategen, als Arbeitstier - und als bedeutendsten Intendanten und Musiktheaterdenker der letzten drei, vier Jahrzehnte.

Deutschland und Großbritannien arbeiten gemeinsam am superschnellen mobilen Internet

Das neue Netz soll 1000-mal schneller sein als bisher.

Deutschland und Großbritannien wollen gemeinsam an der Entwicklung des mobilen Internet-Standards 5G arbeiten. Das teilte der britische Premierminister David Cameron auf der Eröffnungsfeier der Computermesse Cebit in Hannover mit. Dazu sei eine Zusammenarbeit der TU Dresden, des Londoner King's College und der Universität von Surrey vereinbart worden. Das Netz der fünften Generation soll es ermöglichen, beispielsweise einen ganzen Spielfilm binnen einer Sekunde herunterzuladen. - Bundeskanzlerin Merkel betonte, beide Länder arbeiteten zudem an einer Vereinheitlichung des europäischen Binnenmarkts für Telekommunikation und IT. - Ziel sei unter anderem der komplette Wegfall von Roaming-Gebühren, hieß es weiter.

USA geben antiken Steinsarkophag an China zurück

Der Sarkophag gilt als eine der am besten erhaltenen Antiquitäten aus der Tang-Dynastie.

Jetzt haben die USA das rund 1.300 Jahre alte Stück an China zurückgegeben. Vorausgegangen waren lange Verhandlungen im Rahmen eines Abkommens zwischen beiden Ländern, das den Export chinesischer Antiquitäten verbietet. - Bei dem vier Meter langen und aufwändig mit Reliefs verzierten Steinsarkophag handelt es sich um den Sarg einer kaiserlichen Konkubine. Laut Ermittlern war er 2009 von Grabräubern gestohlen und dann für eine Million Dollar an einen US-amerikanischen Antiquitätenliebhaber verkauft worden.

Proteste gegen drohendes Aus des Theaterfestivals "Impulse"

Die Initiative zur Rettung des Theaterfestivals "Impulse" wird lauter.

Auch das NRW-Kultursekretariat als Mitveranstalter der Veranstaltungsreihe schloss sich dem Protest der Kulturschaffenden an. Die Förderinitiative der großen Städte in Nordrhein-Westfalen unterzeichnete den offenen Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Darin fordern mehr als 100 Kreative, Zitat, "eine der wichtigsten Plattformen freien Theaters aus dem deutschsprachigen Raum" dauerhaft zu sichern. - Das Festival "Impulse" zeigt alle zwei Jahre Inszenierungen und Koproduktionen der freien Theaterszene. Es war wegen des Ausstiegs der Kunststiftung NRW in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Der offene Brief zum Nachlesen

FSK-Studie: Filme bei Jugendlichen Identitätsstiftend

Ein bisschen sein wie Katniss Everdeen - das ist durchaus auch was für Jungs.

Die Heldin aus der Science-Fiction-Geschichte "Die Tribute von Panem" taugt laut einer Studie geschlechterübergreifend als Identifikationsfigur. In der Untersuchung der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft - FSK - und des rheinland-pfälzischen Jugendministeriums heißt es weiter, filmische Protagonisten würden häufig in den Prozess jugendlicher Identitätsbildung einbezogen. Außerdem könnten Filme den 12- bis 15-Jährigen helfen, in Konflikten nach Kompromissen zu suchen. - Für die Studie waren mehr als 500 Schüler aus drei Bundesländern befragt worden.

Die Studie zum Nachlesen

"Wir sind Kirche" fordert, die Krise der katholischen Kirche ernst zu nehmen

Die katholische Kirche leidet nicht nur an einer Vertrauenskrise, sondern auch an einer "Kirchenleitungskrise".

Darauf hat der Sprecher der Reformbewegung "Wir sind Kirche", Christian Weisner, hingewiesen. Weisner mahnte im Deutschlandfunk einen anderen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und ein Umdenken in der Sexualmoral an. Diese habe sich weit von dem entfernt, was die Menschen sich wünschten. Unter den katholischen Bischöfen herrscht nach Weisners Worten nach wie vor Uneinigkeit darüber, wie ernst die Krise der Kirche sei. Heute beginnt die Frühjahrstagung der Deutschen Bischofskonferenz in Münster. - Unter anderem soll ein Nachfolger für den bisherigen Vorsitzenden des Gremiums, Erzbischof Robert Zollitsch, bestimmt werden.

Historiker Wolffsohn kritisiert Vereinigung jüdischer Gemeinden in Ungarn

Der Vereinigung jüdischer Gemeinden in Ungarn gehe es nicht um das Holocaust-Gedenken, sondern um die bevorstehenden Wahlen.

Diesen Vorwurf erhebt der deutsch-israelische Historiker und Publizist Michael Wolffsohn, der in einem Brief kritisiert, dass die jüdischen Gemeinden ein Gedenkprojekt der ungarischen Regierung boykottieren. Unter anderem hatte die Vereinigung beklagt, Ungarns Mitverantwortung für den Holocaust werde verharmlost. Wolffsohns Vorwürfe bezeichnete Präsident Andras Heisler als unfair: Man habe die rechtsradikale Partei Jobbik kritisiert, ansonsten aber politisch nie Partei ergriffen. Anfang April finden in Ungarn Parlamentswahlen statt.

Gericht in Mumbai entscheidet: Kein Sex in den Flitterwochen ist kein Akt der Grausamkeit

Kein Sex in den Flitterwochen -

das mag manchem missfallen. Als Akt der Grausamkeit ist es aber nicht zu werten. Das hat ein Gericht im indischen Mumbai entschieden. Wie die Zeitung "Times of India" berichtet, hatte ein Mann die Scheidung beantragt, weil seine Frau bei ihren essenziellen Ehe-Pflichten versagt und ihm so "enorme mentale Qualen" bereitet habe. Auch habe sich der Mann daran gestört, dass seine Frau in Jeans und T-Shirt zur Arbeit gegangen sei. Ein Familiengericht hatte die Ehe daraufhin 2012 geschieden - diese Entscheidung hob die nächsthöhere Instanz jetzt wieder auf.

Online-Satiremagazin "Postillon" kommt ins Fernsehen

Im Internet ist der "Postillon" bereits ein großer Erfolg.

Wie der Norddeutsche Rundfunk bestätigte, bekommt das Satiremagazin jetzt auch einen Sendeplatz im Fernsehen. Ab dem 25. April geht das Format demnach freitags um Mitternacht auf Sendung - mit dem Slogan "Postillon24 - wir berichten, bevor wir recherchieren". - Die Online-Seite des Satiremagazins wird laut NDR täglich von mehr als 50.000 Menschen besucht. Im vergangenen Jahr erhielt "Postillon"-Gründer Stefan Sichermann für sein Projekt den Grimme Online Award. Die Seite erregte im Januar Aufsehen, als sie den Wechsel Ronald Pofallas zur Bahn absichtlich falsch datierte und als Exklusivmeldung ausgab.

Deutscher Kleinkunstpreis verliehen

Sieben Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind in Mainz mit dem Deutschen Kleinkunstpreis geehrt worden.

Auszeichnungen erhielten unter anderem der politische Kabarettist HG. Butzko, das Duo "Knuth & Tucek" und der Liedermacher Franz Hohler. Der mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Preis gilt als einer der wichtigsten der deutschsprachigen Kleinkunst-Szene.

Denkmalschutz für Berliner ICC-Kongresszentrum gefordert.

Das Pariser Centre Pompidou steht unter Denkmalschutz, das Lloyds-Haus in London, und auch das Universitätsklinikum Aachen.

Warum, so fragt die Vorsitzende des Berliner Landesdenkmalrats, Kerstin Wittmann-Englert, gilt das nicht auch für das Internationale Congress Centrum ICC in der Hauptstadt, das architektonisch vergleichbar sei? Jetzt wäre der Zeitpunkt dafür, den Komplex unter Schutz zu stellen, sagte die Professorin der Technischen Universität dem Sender RBB. Das ICC stelle ein wichtiges Zeugnis der Nachkriegsmoderne dar. Das 1979 eröffnete Congress Centrum soll demnächst schließen. Über seine Zukunft ist noch nicht entschieden.

Königsoper Versailles führt lange verschollenes Werk auf

150 Jahre lang war sie verschollen, jetzt wurde die Große Oper "Herculanum" von Félicien David in Versailles wieder aufgeführt.

Das Werk wurde 1859 an der Pariser Oper uraufgeführt und gehört zu den bedeutendsten Werken des Operngenres "Grand opéra". "Herculanum" entstand in Paris nach der Französischen Revolution. Das Stück vereint Elemente der ernsten und komischen Oper. Wiederentdeckt wurde die Partitur von einer französisch-italienischen Stiftung zur Förderung der französischen Oper des 17. bis 20. Jahrhunderts.

Kanadischer Fotoreporter stirbt bei Bombenangriff in Syrien

In Syrien ist erneut ein Journalist getötet worden.

Der kanadische Fotoreporter Ali Moustafa und sieben weitere Menschen sind beim Angriff eines Kampfjets im Norden des Landes ums Leben gekommen. Die Familie des Journalisten hat seinen Tod bestätigt. Moustafa recherchierte offenbar in der von Rebellen gehaltenen Gegend Hadarije. Seit Beginn des Syrien-Konflikts vor zwei Jahren wurden nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten mehr als 60 Reporter getötet.

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