Seit 15:05 Uhr Tonart

Freitag, 18.10.2019
 
Seit 15:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Sonntag, 9. März 2014

Gerard Mortier gestorben

Der belgische Opernintendant Gerard Mortier ist tot.

Das teilte das Kulturministerium in Brüssel mit. Laut Medienberichten litt der 70-Jährige an Krebs. Mortier entstammte einer flämischen Bäckerfamilie, studierte zunächst Jura und Kommunikationswissenschaften und begann seine Bühnen-Karriere 1968 als Assistent beim Flandern-Festival. Jahrzehntelang gehörte Mortier zu den prägenden Figuren der europäischen Opern- und Konzertbühnen: Unter anderem leitete er die Salzburger Festspiele, die Pariser Oper und das Teatro Real in Madrid. In Deutschland war er Gründungsintendant der Ruhrtriennale.

Italiener entsetzt: Waffenwerbung mit Michelangelos David

Wenn es um Michelangelo geht, verstehen die Italiener keinen Spaß.

Der Kultusminister des Landes, Dario Franceschini, hat angekündigt, man werde gegen die Marketing-Aktion eines US-Schusswaffenhersteller vorgehen. Der hatte in einer Werbeaktion die berühmte David-Skulptur mit einem Gewehr in der Hand inszeniert. Der italienische Kultusminister protestierte: Diese Darstellung eines bewaffneten David sei beleidigend und verstoße gegen das Gesetz. - Demnach darf der ästhetische Wert der Skulptur nicht verunstaltet werden. Das Urheberrecht an der berühmten Skulptur, die seit 1873 in der Florenzer Galleria dell'Accademia steht, liegt beim italienischen Staat. Für jegliche kommerzielle Nutzung des David verlangt die Regierung in Rom Lizenzgebühren.

Taliban töten Lehrer in Afghanistan

Die Taliban in Afghanistan haben es auf Lehrer abgesehen.

Wie die Behörden der Provinz Ghor im Westen des Landes mitteilten, haben radikal-islamische Kämpfer drei Lehrer getötet und einen weiteren entführt. Die Männer seien gestern nach einem Seminar in der Provinzhauptstadt auf dem Weg nach Hause gewesen. Vermutlich hätten die Taliban den Lehrern aufgelauert. Der verschleppte Mann sei an einen unbekannten Ort gebracht worden.

Wikipedia-Gründer: Nutzung der Online-Enzyklopädie zu 95% verschlüsselt

"Es ist nicht mehr so leicht wie vorher, Wikipedia-Nutzer auszuspionieren."

Das erklärt der Gründer der Online-Enzyklopädie, Jimmy Wales. Er sagte der Zeitung "Welt am Sonntag", die Nutzung von Wikipedia sei inzwischen zu 95 Prozent verschlüsselt. Diese Sicherung war eine Reaktion auf die Ausspähung des Internets durch Geheimdienste. Als das bekannt wurde, hatte Jimmy Wales von einer "fundamentalen Menschenrechtsverletzung" gesprochen. Diese Meinung habe er auch kürzlich im britischen Parlament vertreten, betont der Wikipedia-Gründer. Interessant fände er, dass die Empörung über die NSA-Überwachung in Deutschland am größten sei. Das habe wohl mit der jüngeren Geschichte zu tun.

Der US-Internet-Unternehmer berät seit 2012 unentgeltlich die britische Regierung.

Kardinal Meisner wird in Köln verabschiedet

Gerhard Richters Domfenster war für ihn "entartete Kunst", zuletzt sorgte er mit einer Äußerung über kinderreiche muslimische Familien für Aufregung.

Joachim Meisner, der Erzbischof von Köln, wird zur Stunde offiziell verabschiedet. Der umstrittene Kirchenmann stand ein Vierteljahrhundert an der Spitze des größten deutschen Bistums mit über zwei Millionen Katholiken. Die waren 1988 entrüstet über die Art und Weise, wie Meisner vom damaligen Papst, Johannes Paul dem Zweiten, als Erzbischof von Köln durchgesetzt wurde. - Wer Nachfolger von Joachim Meisner wird, steht noch nicht fest.

Kritik am neuen Til-Schweiger-Tatort "Kopfgeld"

"Der neue Til-Schweiger-Tatort verdient zwei Kritiken - eine ordnungsgemäße und eine empathische."

Das schreibt der "Tagesspiegel" und erklärt: nüchtern betrachtet sei der zweite Fall des Schweiger-Kommissars Nick Tschiller "zu sehr Dicke-Eier-Fernsehen, zu sehr Effektmaschine". Da gebe es nichts Doppelbödiges, dafür jede Menge Szenen, die an Western und deren Showdowns erinnerten. Allerdings sei gerade das auf den zweiten Blick auch "geil", gibt der Rezensent leicht beschämt zu. - Das sieht die jüdische Gemeinde Hamburg anders. Sie kritisiert laut "Bild am Sonntag", in der "Tatort"-Folge werde ein antisemtischer Song gespielt. Dabei handele es sich um einen Titel des umstrittenen deutschen Rappers Haftbefehl. Die Gemeinde wolle sich beim Rundfunkrat beschweren.

China: größte Monet-Ausstellung im Shoppingcenter eröffnet

Kunst im Einkaufszentrum.

Die gibt es seit gestern in Shanghai zu sehen. Dort wurde die bislang größte Ausstellung mit Bildern des französischen Impressionisten Monet in China eröffnet. Die Menschen standen Schlange, um die 40 Werke zu sehen, darunter auch Bilder aus Monets berühmter "Seerosen"-Serie. Das Einkaufszentrum ist mit Designerboutiquen und Ausstellungsräumen bereits auf Kunst ausgerichtet. Die Monet-Werke sollen dort drei Monate lang gezeigt werden. - Zur Verfügung gestellt wurden sie von dem privaten Pariser Haus "Musée Marmottan Monet". Dessen Direktorin, Marianne Mathieu, erklärte, mit der Ausstellung sollten Menschen erreicht werden, die nicht ins Museum gingen.

Aus Sicherheitsgründen dürfen nur 3.000 Besucher pro Tag die Bilder sehen. Die Organisatoren hoffen auf bis zu 300.000 Besucher.

Australische Schauspielerin Wendy Hughes gestorben

Sie galt als eine der wichtigsten Schauspielerinnen Australiens.

Gestern ist Wendy Hughes im Alter von 61 Jahren an Krebs gestorben. Die Australierin trat seit 1968 regelmäßig in Fernsehproduktion auf, spielte an Theatern sowie in zahlreichen Spielfilmproduktionen. Sieben Mal wurde sie für den höchsten australischen Schauspielpreis nominiert und gewann ihn schließlich 1983. Bei uns war Wendy Hughes unter anderem in dem Spielfilmdrama "Paradise Road - Weg aus der Hölle" zu sehen. Es erzählt die Geschichte von Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs von den Japanern interniert wurden.

Einen Artikel zum Tod von Wendy Hughes können Sie hier beim "Guardian" lesen.

Annäherung bei Tarifverhandlungen für Zeitungsredakteure

Auch die achte Runde hat kein Ergebnis gebracht.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger sowie die Gewerkschaften Verdi und Deutscher Journalistenverband haben wieder erfolglos über die Tarife für 14.000 Zeitungsredakteure in Deutschland verhandelt. Immerhin wurden dabei aber nach Angaben der Verhandlungsführer Missverständnisse ausgeräumt. Fortschritte seien bei der Diskussion erreicht worden, die Gehälter an die Kaufkraft in den jeweiligen Regionen anzupassen und die Online-Journalisten in den Tarifvertrag einzubeziehen. - Die nächste Verhandlungsrunde soll am 26. März in Berlin stattfinden.

Hanf-Museum erinnert an Cannabis-Beschluss vor 20 Jahren

"Hanf sollte als Nutzpflanze ganz normal wieder in den Alltag integriert werden."

Das meint Rolf Ebbinghaus, einer der Gründer und Leiter des Berliner Hanf-Museums. Dort wird ab heute eine Sonderausstellung gezeigt mit dem Titel "20 Jahre Cannabisbeschluss - 20 Jahre Entkriminalisierung?" Denn am 9. März 1994 hatte das Bundesverfassungsgericht unter anderem entschieden, dass der Besitz geringer Mengen Haschisch oder Marihuana zum gelegentlichen Eigenkonsum nicht strafrechtlich verfolgt werden sollte. Zugleich erklärte aber der Zweite Senat, ein Haschisch-Verbot sei mit dem Grundgesetz vereinbar. Es gebe kein "Recht auf Rausch". 20 Jahre später spricht sich der Leiter des Hanf-Museums nun für eine völlige Freigabe aus. Das Cannabis-Verbot fördere Missbrauch und verursache hohe Kosten sowie materielle und ideelle Schäden.

Kulturnachrichten hören

März 2014
MO DI MI DO FR SA SO
24 25 26 27 28 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur