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Kulturnachrichten

Dienstag, 4. März 2014

Russland: Moderatorin im staatsnahen TV kritisiert Regierung

"Dass ich hier arbeite, heißt nicht, dass ich keine redaktionelle Unabhängigkeit habe."

Darauf besteht die Journalistin Abby Martin, die für den Kreml-nahen Fernsehsender "Russia Today" arbeitet. Am Ende ihrer Sendung setzte die Moderatorin ein Zeichen und kommentierte den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Ihrer Meinung nach sei die Berichterstattung in den russischen Medien geprägt von Desinformationen. Doch sie werde keinesfalls eine militärische Aggresion Russlands entschuldigen oder verteidigen. Der Sender "Russia Today" hatte in den vergangenen Tagen international Kritik auf sich gezogen, weil er die amtierende Regierung der Ukraine wiederholt als Neonazis bezeichnet hatte.

Achedschakowa: Schauspielerin empört sich über Gehirnwäsche der Medien

Die Schauspielerin Lija Achedschakowa hält die Berichterstattung in den russichen Medien für Gehirnwäsche.

Die in Russland beliebte 78-Jährige gab dem unabhängigen Internetportal "Osobaja bukwa" ein Interview. Darin betonte sie, wie wichtig unerschrockene Künstler und Intellektuelle seien, die offen ihre Meinung über die Politik des Kreml kundtäten. Auch an der russischen Bevölkerung hat Achedschakowa einiges auszusetzen: Selbstständig denkende Menschen seien im heutigen Russland noch immer in der Minderheit. Deswegen habe die Rolle der Künstler im politischen und gesellschaftlichen Leben auch eine solche Bedeutung.

Unicef: Bild von syrischem Mädchen wird Foto des Jahres

Die syrischen Kinder spielen selber Krieg.

Das hat der schwedische Fotograf Niclas Hammarström beobachtet, der vom Kinderhilfswerk Unicef den Preis für das "Foto des Jahres 2013" erhalten hat. Er habe die Kinder in Syrien beobachtet, die auf der einen Seite in Angst lebten, auf der anderen Seite scheinbar unbeschwert spielten, sagte er "Spiegel Online". So sei es den Kindern möglich, zumindest ein wenig Glück zu finden. Hammarström hatte einen Tag lang die Arbeit der Ärzte in einem Krankenhaus in Aleppo dokumentiert. Das Foto eines verletzten elfjährigen Mädchens wurde nun ausgezeichnet.

Mindener Hochaltar: Verschwundene Heiligenfigur kehrt an ihren Platz zurück

Nach über einhundert Jahren kehrt die Heiligenfigur an ihren ursprünglichen Platz zurück.

Wie das Bode-Museum in Berlin mitteilte, ist die 22 Zentimeter hohe Figur im vergangenen Jahr bei Privatleuten in Hildesheim aufgetaucht. Schließlich stellte sich heraus: Der aus Holz geschnitzte Heilige gehört zum Mindener Altar. Dieser Altar entstand um 1220 und gilt heute als eine der wichtigsten mittelalterlichen Stücke der Sammlung. Schon 1909 hatte der Berliner Kunsthistoriker Wilhelm Bode den Altar erworben, damals fehlten aber mehrere geschnitzte Figuren.

Wissen dank Kunst: Psychologen überprüfen Wirkung eines neuen Unterrichtskonzepts

Ein Künstler, eine Lehrerin und Schüler der dritten Klasse, die nicht still sitzen, sondern im Unterricht wie die Elektronen in einem Stromkreis tanzen.

So sieht das Unterrichtsprinzip LTTA aus, das Lernstoff mit Hilfe von Kunst vermittelt. Psychologen der Universität Würzburg haben überprüft, ob das Konzept in Fächern wie Mathematik, Sprachen oder Physik wirklich Vorteile hat. Sie fanden heraus, dass die Kinder, die nach dem neuen Konzept unterrichtet wurden, einen höheren Wissenszuwachs hatten. Und das gelte auch langfristig. So schnitten die Kinder der Künstler-Klassen bei Tests am Jahresende deutlich besser ab als die Kinder aus den konventionellen Unterrichtsklassen.

Neues Theater Riga sagt Russland-Auftritt ab

Das Neue Theater Riga kann keine neutrale Haltung zur Krim-Krise einnehmen.

Darüber berichtet die lettische Tageszeitung "Diena". Wegen des Ukraine-Konflikts habe die Theater-Leitung alle vorgesehenen Auftritte bei einem Festival in Sankt Petersburg abgsagt. Das Ensemble werde auch nicht zu Aufführungen ins russische Omsk reisen. Nach Angaben der Zeitung versteht das Neue Theater die Krim-Krise nicht nur als eine direkte Bedrohung für die Sicherheit Lettlands, sondern auch für alle in der zivilisierten Welt anerkannten Werte.

Grütters: Humboldts Tagebücher sind wichtiges Kulturerbe Deutschlands

Die Reisetagebücher des Naturforschers Alexander von Humboldt sind ein zutiefst menschlicher Teil unseres preußischen Erbes.

Mit diesen Worten hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Wert der Aufzeichnungen hervorgehoben. Die CDU-Politikerin sagte anlässlich ihrer Präsentation in Berlin, der Erwerb der Tagebücher sei nicht einfach gewesen. Man müsse in Zukunft alles Erdenkliche unternehmen, um die Abwanderung national wertvollen Kulturguts ins Ausland zu verhindern. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hatte die neun in Leder gebundenen Bände im vergangenen Jahr für die Staatsbibliothek zu Berlin erworben. Die Reisetagebücher in Deutsch und Französisch umfassen fast 4.000 Seiten.

Sie waren während Humboldts Expeditionen nach Nord- und Südamerika von 1799 bis 1804 entstanden. Die Dokumente gelten als die zweite, wissenschaftliche Entdeckung Amerikas.

Syrien-Dokumentation: Krieg in den Häusern der Altstadt

"Dieser Film zeigt die ganze Tragödie Syriens wie in einem Zeitraffer."

Mit diesen Worten lobt die "Süddeutsche Zeitung" die Dokumentation "Homs - ein zerstörter Traum", die heute Abend auf Arte gezeigt wird. Der syrische Filmemacher Talal Derki hat Bilder eines Amateur-Kameramanns montiert. Er erzählt damit die Geschichte einer Gruppe junger Männer, die sich von Demonstranten zu bewaffneten Aufständischen entwickelt. Der Dokumentarfilm hat im Januar auf dem amerikanischen Sundance-Festival den Preis der Jury bekommen. Der Kritiker des britischen "Guardian" schrieb damals: "Man vermisst vielleicht Struktur, Kontext und Analyse. Aber die klaustrophobische Konzentration des Films passt zu der Tragödie, um die es geht."

Jüdischer Weltkongress fordert Schutz der ukrainischen Juden

Der Jüdische Weltkongress sorgt sich um die Juden in der Ukraine.

Der Präsident der Organisation, Ronald Lauder, sagte in New York, in der Krim-Hauptstadt Simferopol sei bereits eine Synagoge mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Generell befürchte er, dass antisemitische Kräfte die Unruhen ausnutzen könnten. Für die Zukunft Osteuropas sei es aber entscheidend, dass die verschiedenen Religionsgruppen weiterhin in Frieden miteinander lebten, betonte Lauder. Er rief die Führung der Ukraine auf, die jüdische Gemeinschaft im Land zu schützen.

Krim-Krise: Berliner Völkerrechtler wirft Russland Vertragsbruch vor

Russland hat in der Krim-Krise nach Ansicht des Berliner Völkerrechtlers Gerd Seidel eindeutig bilaterale Verträge mit der Ukraine verletzt.
 
Seidel sagte Deutschlandradio Kultur, im Stationierungsabkommen von 1997 sei verankert, dass Russland seine Schwarzmeerflotte auf der Krim weiter unterhalten könne – allerdings zu genau festgelegten Bedingungen. Das gegenwärtige Vorgehen Moskaus sei nicht durch diesen Vertrag abgedeckt, sondern eine Verletzung der territorialen Unversehrtheit der Ukraine. Seidel hält es aber für - Zitat - "überbewertet, hier von einer Aggression zu sprechen". Davon könne man nur sprechen, wenn auch militärische Gewalt angewendet werde.

Um die Krim-Krise zu entschärfen, brauchten Russland und die Ukraine jetzt schnellstmöglich gute Vermittler, sagte Seidel. Für die russische Seite könne er sich Altkanzler Schröder vorstellen. Die Ukraine müsse jemanden finden, der sowohl den Osten als auch den Westen verstehe.

Bakradse über russische Propaganda in Georgien

"Europa und der Westen werden verteufelt, wo immer es nur geht."

So beschreibt der Schriftsteller Lascha Bakradse in der "Neuen Zürcher Zeitung" die russische Propaganda in seinem Heimatland Georgien. Bakradse fürchtet, dass nach dem russischen Desaster auf der Krim der Druck auf die Georgier ähnlich groß wird wie auf die Ukrainer. "Wir dürfen nicht das Gefühl bekommen, gegenüber Russland alleine gelassen zu werden", sagte er der Zeitung mit Blick auf Europa. - Georgien steht vor einem Assoziierungsvertrag mit der EU. Die Europäer müssten dem Land deutlicher machen, dass der Vertrag Türen öffne, sagte der Schriftsteller.

Gute Orchester erkennt man eher am Auftreten als am Klang

Woran erkennt man, ob ein Orchester gut spielen kann?

Forscher vom University College London behaupten, dass das Auftreten der Musiker wichtiger sei als der Klang des Ensembles. Sie haben Musik-Experten und Laien kurze Videoclips von verschiedenen Orchestern gezeigt. Weil die Forscher wissen wollten, wie Menschen Musik beurteilen und mit welchen Sinnen sie das tun, haben sie mal den Ton und mal das Bild weggelassen. Das Ergebnis: Kenner wie Nicht-Kenner haben die Weltklasse-Orchester zu 64 Prozent an dem lautlosen Videomaterial erkannt, jedoch nur zu gut 50 Prozent am Ton. Die Forscher erklären das Ergebnis damit, dass in die Beurteilung von Musik mehr gruppendynamische und Führungselemente einfließen als gedacht - zum Beispiel, wie der Dirigent das Orchester führt.

Musikdrama erinnert an Verdis "Requiem" im Ghetto Theresienstadt

Für die Gefangenen im Ghetto Theresienstadt war Musik ein Element der Selbstbehauptung.

Das Jüdische Museum Berlin zeigt nun das Konzert-Drama "Defiant Requiem". Im Mittelpunkt des Stückes steht der Dirigent Raphael Schächter, der 1941 nach Theresienstadt gebracht wurde. Dort studierte er mit Häftlingen Giuseppe Verdis "Messa da Requiem" ein. Dreimal musste Schächter das Ensemble neu zusammenstellen, weil Chorsänger deportiert wurden. Beim letzten Konzert standen 60 Sänger auf der Bühne. Im Oktober 1944 ließ die SS den Dirigenten und den Chor nach Auschwitz deportieren. Schächter kam später bei einem Todesmarsch ums Leben.

***

Die ehemalige Garnisonsstadt Theresienstadt nordwestlich von Prag war für rund 3.000 Einwohner gedacht. Von 1941 bis 1945 lebten dort bis zu 55.000 Juden im Ghetto.

Türkei verbietet "Nymphomaniac"

Der Film "Nymphomaniac" ist in der Türkei verboten worden.

Wie ein Sprecher der zuständigen Prüfkommision mitteilte, darf der Streifen des dänischen Regisseurs Lars von Trier nicht gezeigt werden. Auch eine Regelung mit einem Mindestalter habe sich nicht durchsetzen können. Mehrere Künstler in der Türkei sprachen von einem erneuten Akt der "Zensur".

Prüfbericht zu Limburg liegt dem Vatikan vor

Im Streit um den Bischofssitz in Limburg ist jetzt der Vatikan am Zug.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat den mit Spannung erwarteten Prüfbericht über die Baukosten an den Vatikan weitergereicht. Zollitsch sagte, bei der Überprüfung sei es darum gegangen, ein objektives Bild zu zeichnen - unbeeindruckt von Spekulationen und Vorverurteilungen der letzten Monate. Der Bericht soll auch veröffentlicht werden, wann steht aber noch nicht fest. Eine Kommission der Bischofskonferenz hatte seit dem vergangenen Oktober an der Sonderprüfung gearbeitet, weil die Baukosten stark angestiegen waren. - Bischof Tebartz-von-Elst wurde bereits vom Vatikan suspendiert.

Weltbild-Betriebsrat: Mögliche Filial-Schließungen haben Folgen für gesamten Konzern

Es stehen nicht nur bis zu 100 Filialen des Weltbild-Verlags auf der Kippe.

Der Betriebsrat des insolventen Konzerns hat darauf hingewiesen, dass jede mögliche Standortschließung Auswirkungen auf das Gesamtkonzept des Verlags habe. Der Betriebsratsvorsitzende Timm Boßmann sagte in Augsburg, wenn einzelne Weltbild-Standorte geschlossen würden, könnte auch das Digitalgeschäft des Konzerns darunter leiden. Der Absatz von E-Book-Readern sei in Geschäften immer noch am höchsten. Auch die E-Book-Umsätze könnten bei Filial-Schließungen sinken.

Nach mehreren Medienberichten prüft die insolvente Verlagsgruppe Weltbild die Schließung von 60 Standorten. Weitere 40 Filialen stehen unter Beobachtung.

Weltmusikfestival zeichnet Grebe mit Sonderpreis aus

Er liefert ein verknapptes, aber urkomisches Mosaik der deutschen Gesellschaft.

Dafür wird der Kabarettist Rainald Grebe mit dem Sonderpreis auf dem Weltmusikfestival TFF Rudolstadt ausgezeichnet. Wie die Organisatoren mitteilten, treffen Grebes Lieder oft zielgenau den Punkt. Seine Stücke seien dadaistisch und anarchistisch, böse und satirisch. Das Weltmusikfestival findet im Juli in Rudolstadt statt.

Opernsänger Villazón spendet für Obdachlose

Rolando Villazón liest gern mal eine Obdachlosen-Zeitung.

Der Opernsänger berichtete, jedesmal, wenn er in Berlin sei, kaufe er sich dort den "Strassenfeger". Jetzt hat Villazón der Zeitung 25.000 Euro gespendet. Er hatte das Geld am Wochenende beim neu aufgelegten Fernsehklassiker "Einer wird gewinnen" erkämpft. Villazón sagte, das Engagement gegen Obdachlosigkeit liege ihm sehr am Herzen. Der mob e.V. gibt die Berliner Obdachlosenzeitung "Strassenfeger" heraus. Sie erscheint alle 14 Tage mit einer Auflage von 21.000 Exemplaren.

Estland: Russische Schüler wollen auch auf Estnisch lernen

In Estland gibt es Schulen, an denen nur auf Russisch gelehrt wird.

Schüler der russischen Minderheit setzen sich jetzt dafür ein, das zu ändern. Andrei Minejev, Vorsitzender der russischen Schülervertretung, sagte, man habe beim Bildungsministerium in Tallinn einen Vorschlag eingereicht. Dieser sieht vor, dass künftig bis zur 9. Klasse eine Mindestzahl von Fächern auf Estnisch unterrichtet werden soll. Die Schülervertretung erklärte, auf weiterführenden Schulen finde der Unterricht ohnehin zu 60 Prozent auf Estnisch statt. Eine plötzliche Umstellung vom Russischen ins Estnische würde den Schülern schwerfallen. Gute Estnisch-Kenntnisse seien außerdem notwendig, um gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Irene Käosaar, Abteilungsleiterin im Bildungsministerium, räumte ein, dass es derzeit am politischen Willen fehle, den Anteil des estnischsprachigen Unterrichts zu erhöhen. Der Ausbau des Unterrichts in estnischer Sprache führte in der Vergangenheit wiederholt zu heftigen diplomatischen Spannungen mit Russland.

Ökumenischer Rat fordert Weg der Diplomatie in der Ukraine

Der Ökumenische Rat der Kirchen hat sich besorgt über die Lage in der Ukraine geäußert.

Generalsekretär Olav Fykse Tveit sprach in Genf von einer gefährlichen Entwicklung. Die Lage in der Ukraine bringe viele Leben in Gefahr. Tveit rief alle am Konflikt beteiligten Parteien dazu auf, von Gewalt Abstand zu nehmen und auf Dialog und Diplomatie zu setzen. Andernfalls drohe nicht nur eine gesellschaftliche und politische Spaltung in der Region sondern auch in anderen Teilen der internationalen Gemeinschaft.

43 Millionen US-Zuseher verfolgten Oscarverleihung

Die Oscar-Verleihung hat mit 43 Millionen Fernsehzuschauern einen neuen Rekord bei US-Unterhaltungssendungen erreicht.

Diese Schätzung präsentierte das auf die Messung von Einschaltquoten spezialisierte Unternehmen Nielsen Company. Zum dritten Mal in Folge ist damit bei der Oscar-Verleihung die Zahl der Fernsehzuschauer gestiegen. Allerdings liegt die Show damit weit hinter dem herausragenden Sportereignis des Jahres - dem Super Bowl, mit mehr als 111 Millionen Zuschauern.

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