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Kulturnachrichten

Dienstag, 2. Februar 2021

Kunsthistorikerin muss Aldi-Erben 980 000 Euro zahlen

Im Rechtsstreit um die Echtheit von vier Bronzeskulpturen des spanischen Künstlers Juan Muñoz hat das Oberlandesgericht Düsseldorf die Kunsthistorikerin Dorothee Achenbach zu einem Schadensersatz in Höhe von 980.000 Euro verurteilt. Die Beklagte hatte die vier Skulpturen nach eigenen Angaben von ihrem früheren Ehemann, dem Kunsthändler Helge Achenbach, geschenkt bekommen und 2009 für eine Million Euro an den damaligen Aldi-Miteigentümer Berthold Albrecht verkauft. Dabei hatte sie sich aber nicht davon überzeugt, dass es sich bei den Werken um Originale handelte, wie das Gericht mitteilte. Weil sie diese Erkundigungspflicht verletzte und dies nicht offenlegte, müsse sie für den "Sachmangel" der Skulpturen einstehen und der Erbengemeinschaft die Differenz zwischen Kaufpreis und Wert ersetzen. Laut Oberlandesgericht handelt es sich bei den verkauften Arbeiten lediglich um ungenehmigte Nachgüsse der Originalarbeiten im Materialwert von etwa 20.000 Euro.

Kommission für NS-Raubgut empfiehlt Rückgabe

Ein Ölgemälde des Expressionisten Erich Heckel soll aus Sicht der beratenden Kommission für NS-Raubgut vom Land Baden-Württemberg an die Erben des jüdischen Vorbesitzers zurückgegeben werden. Es sei von einem NS-verfolgungsbedingten Entzug auszugehen, hieß es in einer Mitteilung. Die Entscheidung des von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden eingesetzten Gremiums erfolgte einstimmig. Das Gemälde "Geschwister", das aktuell zu den Beständen der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe gehört, befand sich bis 1934 im Eigentum des jüdischen Historikers Max Fischer, der von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und deswegen in die USA emigrierte. Die Erben haben der Mitteilung zufolge angekündigt, das Gemälde an das Virginia Museum of Fine Arts zu stiften. "Die Kommission würdigt dies als besondere Geste", hieß es.

Museumsbund fordert Öffnungsstrategie

Der Deutsche Museumsbund hat eine zeitnahe Wiederöffnung von Museen in Deutschland gefordert. Politische Entscheidungsträger müssten schnellstmöglich verbindliche Öffnungsstrategien für die Häuser vorlegen, um ihnen Planungssicherheit in der Corona-Pandemie zu ermöglichen, erklärte der Verband. Die seit Monaten andauernde coronabedingte Schließung verschärfe in den Museen die ohnehin schon angespannte Situation, hieß es. Viele Häuser seien wegen ausbleibender Einnahmen in ihrer Existenz bedroht. Bereits am Wochenende hatte Kulturstaatsministerin Grütters dazu aufgerufen, Museen im Falle von Corona-Lockerungen zuerst zu öffnen. Diese würden mit ihren Angeboten "geistige Anregungen" bieten und so "viele vereinsamte und verstörte Menschen wieder ins Leben zurück" holen.

Museum erwirbt Fotoalben zu Kolonialreisen

Das Deutsche Historische Museum in Berlin hat drei Fotoalben von Reisen durch damalige deutsche Kolonien erworben. Die Alben enthalten rund 300 beschriftete Aufnahmen einer zwei Monate dauernden Reise des Bankiers und Politikers Bernhard Dernburg (1865-1937), wie das Museum mitteilte. Die Reisen fanden in einer Phase der Neuordnung der deutschen Kolonialpolitik statt. Dernburg war von 1907 an Staatssekretär im damaligen Reichskolonialamt. In dieser Funktion bereiste er in den Jahren 1907 und 1908 die Kolonien Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika und das damals britische Südafrika. Begleitet wurde er dabei von Kolonialbeamten, Militärs, Journalisten und Vertretern der Wirtschaft. Ziel der Reise war Profit für das Deutsche Reich durch steigende Exporte aus den Kolonien. Der Sammlungsdirektor des Museums, Fritz Backhaus, sagte, die Fotoalben eigneten sich "hervorragend zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Kolonialismus und können zu einem tieferen Verständnis deutscher Geschichte und Gegenwart beitragen".

Aschermittwoch der Künstler

Der "Aschermittwoch der Künstler" soll Begegnungen von Kirche und Kunst ermöglichen. Dazu gibt es zum Auftakt der Fastenzeit in zahlreichen deutschen Bischofsstädten Veranstaltungen. Die Initiative dazu kam nach dem Zweiten Weltkrieg aus Frankreich. Dort strebte der katholische Schriftsteller Paul Claudel nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer solchen Begegnung einen spirituellen Neuanfang für Europa an. Heute gibt es entsprechende Angebote in einer Reihe von Städten weltweit. In Deutschland wird die ursprünglich katholisch geprägte Idee mancherorts ökumenisch begangen. Mit der Begegnung will die Kirche ihre Wertschätzung für Kunst und Künstler bekunden. Sie soll zugleich auch die gemeinsame Auseinandersetzung mit Grundfragen der menschlichen Existenz ermöglichen. Wegen der Corona-Pandemie findet die Veranstaltung erstmals online statt.

Türkei wegen Verletzung der Meinungsfreiheit verurteilt

Ein britischer Künstler, der den damaligen türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit Blick auf dessen Irak-Politik als Hund dargestellt hat, konnte dafür die Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen. So urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg und verwarf damit die Verurteilung des Mannes durch die türkische Justiz. Dem Mann steht eine Entschädigung von 2.000 Euro zu. 2006 hatte der Künstler laut Gerichtshof die Figur eines Hundes mit einem Erdogan-Kopf geschaffen, wobei der Hund an einer Leine gehalten wurde. Der Brite, der damals schon lange in der Türkei lebte, zeigte den Hund auf einer öffentlichen Protestveranstaltung und später vor und in einem Gerichtsgebäude, wie der Gerichtshof für Menschenrechte ausführte. Die türkische Justiz verurteilte den Mann daraufhin wegen Beleidigung des Ministerpräsidenten zu einer Geldbuße von umgerechnet rund 3.000 Euro auf Bewährung.

Orchester fordern an Fallzahlen orientierte Öffnung

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) hat sich in der Corona-Pandemie für lokal differenzierte Öffnungen von Kultureinrichtungen ausgesprochen. So wie bei besonders hohen Inzidenzwerten eine Stadt oder ein Landkreis Schulen und Kitas schließen könne, so müsse es möglich sein, bei niedrigen Werten Konzertsäle, Theater und Museen wieder zu öffnen, sagte der Geschäftsführer der Orchestervereinigung, Gerald Mertens. Er hoffe auf eine baldige Überwindung der Pandemie und einen kraftvollen Neustart des Musiklebens. Die DOV ist der Berufsverband und die Gewerkschaft für Mitglieder professioneller Ensembles. Von den 129 Berufsorchestern in Deutschland sind den Angaben zufolge derzeit 85 Prozent in Kurzarbeit.

Hollywood-Zeichen wird zu "HOLLYBOOB"

Eines der bekanntesten Wahrzeichen von Los Angeles, der "HOLLYWOOD"-Schriftzug in den Bergen über der Filmmetropole, ist kurzzeitig zu "HOLLYBOOB" geworden. Unbekannte drangen in dem steilen Gelände bis zu dem großen Schriftzug vor und verwandelten mit Planen zwei Buchstaben, wie Fotos zeigen. Sechs Personen seien festgenommen worden, teilten die Polizei auf Twitter mit. Laut der Beamten habe die Gruppe erklärt, sie habe mit dem Buchstaben-Stunt Aufmerksamkeit für das Thema Brustkrebs erzeugen wollen. "Boob" ist das englische Wort für Brust. Das Wahrzeichen hat schon gelegentlich für Wortspielereien hergehalten. Papst Johannes Paul II. wurde 1987 mit "HOLYWOOD" begrüßt. Verfechter eines großzügigeren Marihuana-Gesetzes machten in den Siebziger Jahren "HOLLYWOOD" zu "HOLLYWEED". 2017 passierte dies in Anspielung auf das in Kalifornien legalisierte Marihuana ein weiteres Mal.

US-Schauspieler Hal Holbrook ist tot

Der preisgekrönte US-Schauspieler Hal Holbrook ist der "New York Times" zufolge im Alter von 95 Jahren gestorben. Holbrook war vor allem berühmt für die Darstellung des US-Schriftstellers Mark Twain in einer von ihm konzipierten Ein-Mann-Show, für die er 1966 den US-Theaterpreis Tony als bester Schauspieler erhielt. Hinzu kamen diverse Fernsehfilme und TV-Serien wie etwa "Lincoln", in der er den früherern US-Präsidenten Abraham Lincoln spielte. Insgesamt gewann Holbrook fünf Mal den "Emmy Award". Eine Oscar-Nominierung brachte ihm seine Rolle als väterlicher Freund in dem Aussteiger-Drama "Into the Wild" (2007) ein.

"Lockdown" ist Anglizismus des Jahres

Das Wort "Lockdown" wurde zum "Anglizismus des Jahres 2020" gekürt. Das hat die Jury um den Sprachwissenschaftler Stefanowitsch in Berlin bekanntgegeben. Der Begriff sei spätestens seit Oktober mit den Anti-Corona-Maßnahmen fester Bestandteil des Deutschen, hieß es zur Begründung. Überzeugt habe die Jury die schnelle Integration in den deutschen Wortschatz und das für Lehnwörter typische Eigenleben. Auf den zweiten Platz kamen diesmal gleich fünf Begriffe gleichberechtigt: "Social Distancing", "Superspreader", "Homeoffice", "Homeschooling" und "Shutdown" Der "Anglizismus des Jahres" wird in Deutschland seit 2010 gekürt. Im vergangenen Jahr war es "for future" im Zusammenhang mit der Erderwärmung.

Plattenfirma kündigt Marilyn Manson

Der US-Rockmusiker Marilyn Manson hat nach Missbrauchsvorwürfen seinen Plattenvertrag verloren. Loma Vista Recordings erklärte in Beverly Hills im Bundesstaat Kalifornien, aufgrund der Vorwürfe werde man die laufende Produktion eines neuen Albums umgehend stoppen. Außerdem würden auch künftig keine Projekte mit Marilyn Manson mehr geplant. Das Unternehmen reagierte damit auf Vorwürfe der US-Schauspielerin Rachel Wood. Sie hatte auf Twitter geschrieben, während ihrer Beziehung mit dem Musiker jahrelang missbraucht worden zu sein. Drei weitere Frauen erhoben ähnliche Vorwürfe. Marilyn Manson hat mit seiner gleichnamigen Band weltweit mehr als 50 Millionen Tonträger verkauft.

Baselitz schenkt Met in New York sechs Bilder

Der deutsche Maler Georg Baselitz hat dem New Yorker Metropolitan Museum sechs seiner Bilder geschenkt. Dabei handele es sich um 1969 entstandene Porträtbilder, teilte das Museum mit. Sie gehörten zu den ersten, die der 1938 geborene Baselitz auf den Kopf stellte - was später zu seinem Markenzeichen werden sollte. Gemeinsam mit seiner Frau Elke schenkte Baselitz die Bilder dem Metropolitan Museum aus Anlass von dessen 150. Geburtstag im vergangenen Jahr. "New York und das Met haben einen besonderen Platz in unserem Herzen", wurde Baselitz zitiert. "Mit dieser Schenkung möchten Elke und ich auch unsere ganz besondere Verbindung zu den USA zum Ausdruck bringen. Für uns war das Land immer ein Symbol der Freiheit." Bis zum 18. Juli 2021 sollen die sechs Werke unter dem Titel "Georg Baselitz: Pivotal Turn" gemeinsam zu sehen sein.

Sinti und Roma fordert Mitbestimmung in den Medien

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert Mitbestimmung in den Rundfunkräten und in der Medienaufsicht der Privatsender. Nur so sei es möglich, "der Normalität des Antiziganismus, wie er sich immer wieder in den Medien zeigt, entgegenzutreten", sagte der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose. Er reagierte damit damit auf die aktuelle Folge der WDR-Fernsehreihe "Die letzte Instanz", für die sich der Westdeutsche Rundfunk inzwischen entschuldigt hat. Zu der Diskussion über das Wort "Zigeunersauce" war kein Betroffener eingeladen worden. Für Rose erfolgte das Bedauern des WDR erst nach öffentlichem Druck. Es ändere nichts am fehlenden Bewusstsein für Antiziganismus, der immerhin aber vielen Zuschauern der Sendung aufgefallen sei, so Rose.

Heeresgeschichte in Wien: Neues Konzept verlangt

Das Haus sei in mehrfacher Hinsicht renovierungsbedürftig. So hat Österreichs Verteidigungsministerin Klaudia Tanner den Bericht einer Kommission zum Heeresgeschichtlichen Museum kommentiert. Er zeige, dass die 7.300 Quadratmeter für eine weitgehend unkritische und das Militär verklärende Schau genutzt und Feindbilder fortgeschrieben würden, erläuterte der Präsident des Museumsbundes, Wolfgang Muchitsch, die Forderung der Kommission, das Haus völlig neu auszurichten. Das Heeresgeschichtliche Museum, das sich mit allen militärischen Ereignissen des Habsburgerreiches beschäftigt, solle den Bedeutungswandel des Militärs, die Frage der Gewalt als Mittel der Macht und die Leiden des einfachen Soldaten thematisieren. Das Haus hatte zuletzt 250.000 Besucher im Jahr.

Musiker Kevin McCutcheon mit 66 Jahren gestorben

Der Pianist und Dirigent Kevin McCutcheon ist an den Folgen einer Covid19-Erkrankung gestorben. Das teilte die Deutsche Oper Berlin mit. Dort hatte der 1955 in Pennsylvania geborene Musiker 1985 sein Debüt gegeben. Später dirigierte er in Berlin unter anderem regelmäßig das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Deutsche Symphonie-Orchester sowie das Berliner Ärzte-Orchester. Mit seiner Vielseitigkeit und universellen Musikalität habe er den Klang der Deutschen Oper in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten nachhaltiger geprägt als viele ungleich prominentere Solisten oder Dirigenten, schreibt das Berliner Opernhaus.

Die Jury der Berlinale steht fest

Einen Vorsitz wird es bei der diesjährigen, digitalen Berlinale nicht geben. Dafür aber eine Jury, die aus sechs Gewinnern eines Goldenen Bären besteht. Das hat das Internationale Filmfest in Berlin mitgeteilt. Unter anderem gehört die rumänische Regisseurin Adina Pintilie dazu, die mit "Touch Me Not" vor drei Jahren den Hauptpreis gewann. Auch ihre ungarische Kollegin Ildiko Enyedi, die Bosnierin Jasmila Zbanic und die Preisträger der letzten drei Jahre, der iranische Regisseur Mohammad Rasoulof, der Israeli Nada Lapid und der Italiener Gianfranco Rosi, werden der Berlinale-Jury angehören. Die Filme des Wettbewerbs 2021 sollen am 11. Februar vorgestellt werden. Vom 9. bis zum 20. Juni sollen Filme aus allen Berlinale-Sektionen an zehn Spielorten gezeigt werden.

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