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Dienstag, 11.08.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 21. Februar 2020

Roland Tichy unterliegt im Rechtsstreit um Falschbehauptungen

Der Publizist Roland Tichy hat einen Rechtsstreit gegen die grüne Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth verloren. Nach dem Urteil des Landgerichts Stuttgart darf Roth öffentlich die Meinung vertreten, dass das Geschäftsmodell "neurechter Plattformen" (wie "Tichys Einblick") auf Falschbehauptungen beruhe. Die Klage des Publizisten Hendryk M. Broder in gleicher Sache ist noch anhängig.

Wuppertaler Bühnen droht Insolvenz

Der Westdeutsche Rundfunk berichtet: Zum Ende der Spielzeit könnten die Bühnen der Stadt Wuppertal vor dem Aus stehen. Hintergrund sei der verwaltungsinterne Fehler, ein höheres Budget zugeteilt zu haben als der Wirtschaftsplan vorsieht. Demnach sollen für zwei Spielzeiten 1,2 Millionen Euro zu viel verbucht worden sein. Woher nun das Geld zur Deckung der Verluste kommen soll, ist nach Angaben des WDR Stadtkämmerer Johannes Slawig "völlig unklar".

Italien gibt Deutschland NS-Raubkunst zurück

Italien hat die Statue „Heilige Maria Magdalena“ von Andrea della Robbia Deutschland übergeben. Bei dem Kunstwerk aus dem 15. Jahrhundert handelt es sich um NS-Raubkunst. Nazi-Anführer Hermann Göring hatte die Magdalena in seiner Sammlung. Anfang der 50er Jahre wurde sie irrtümlich an die Uffizien in Florenz verschickt. Nun soll sie den Erben der Familie Drey zurückgegeben werden. Die Kulturminister von Italien und Deutschland betonten bei der Übergabe, die kulturellen Beziehungen beider Länder sollten damit gestärkt und der NS-Kunstraub rückhaltlos aufgearbeitet werden.

Copy+Paste-Erfinder Larry Tesler tot

Der US-amerikanische Informatiker Larry Tesler ist im Alter von 74 Jahren gestorben. 1974 hatte er das Textverarbeitungsprogramm "Gypsy" entwickelt. Es ordnete Computertasten Funktionen zu und machte „Kopieren und Einfügen“ sowie „Ausschneiden und Einfügen“ möglich. Tesler hatte die Software zusammen mit einem Kollegen für ein Unternehmen in Palo Alto, Kalifornien, entwickelt. Apple-Gründer Jobs erkannte die Möglichkeiten von "Gypsy" als erster. Als Apple-Mitarbeiter führte Tesler dann 1983 die Tastenkombination "Copy and Paste" bei einem Computer ein.

Bill Ramsey mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Für ein Leben für die Musik und amerikanische Musikfarben für die Deutschen des Wirtschaftswunders ist der Jazz- und Schlagersänger Bill Ramsey mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Der heute 88 Jahre alte Ramsey kam als Soldat der US-Army Anfang der 50er Jahre in die Bundesrepublik. Nach dem Ende seiner Militärzeit bekam er seinen ersten Plattenvertrag bei der Polydor. Sein erster Hit war "Souvenirs". Es folgten "Pigalle" und die "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett". Ab Mitte der 60er Jahre wandte Bill Ramsey sich wieder mehr dem Jazz und Blues zu. Neben Auftritten in deutschen Kinofilmen moderierte er im Fernsehen unter anderem den "Talentschuppen". Seit 1991 lebt der Musiker in Hamburg.

Versicherungsfragen zur Goldmünze bleiben offen

Das Berliner Landgericht hat sich vertagt. Die Zivilkammer konnte nicht klären, wie der Besitzer der aus dem Bode-Museum gestohlenen Goldmünze entschädigt werden kann. Die 100 Kilogramm schwere "Big Maple Leaf" war vom Sammler Boris Fuchsmann mit rund vier Millionen Euro versichert worden. Erhalt hat er bislang aber nur 800.000 Euro. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, an die er die Goldmünze verlieh, schloß sich seiner Klage auf volle Entschädigung an. Während Experten nicht damit rechnen, dass die Münze noch existiert, fragte Richterin Voigt Vertreter des Bode-Museums bei der heutigen Verhandlung, was gegen wiederholte Probleme mit dem Fenster unternommen wurde, durch das die gestern verurteilten Männer im März 2017 eindrangen, um die Goldmünze zu stehlen.

Auswahl für Heidelberger Stückemarkt 2020

Am 24. April ist es wieder soweit: Dann beginnt im Theater Heidelberg der "Stückemarkt". Im Wettbewerb um den mit 10.000 Euro Autor*innenpreis treten vier Dramatikerinnen und zwei Dramatiker an: Sina Ahlers mit "Schamparadies", Natascha Gangl mit "Menschen im Wald",
Philippe Heule mit "Das Haus brennt", Sören Hornung mit "Arche Noa" Johanna Kaptein mit "Un.Orte" und Yade Yasemin Önder mit "Die Worte gehören uns". An den Preis ist wieder die Uraufführung des Siegerstücks gebunden. Der Heidelberger Stückemarkt dauert bis 3. Mai.

Serebrennikov verfilmt Roman über Mengele

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov setzt den preisgekrönten Bestseller des französischen Journalisten und Autors Olivier Guez in Bilder. Das Buch "Das Verschwinden des Josef Mengele", das sich mit dem Leben des berüchtigten Nazi-Arztes beschäftigt, der 1945 nach Argentinien geflohen war, ist eine Koproduktion von Russland, Frankreich und Mexiko. Serebrennikov, der eineinhalb Jahre unter Hausarrest stand und Moskau nach wie vor nicht verlassen darf, hatte vor zwei Jahren seinen ersten Spielfilm "Leto" herausgebracht. Der Roman von Guez erschien 2017 und ist bislang in 15 Sprachen übersetzt worden.

Preußen-Stiftung will Schädel zurückgeben

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat die Herkunft von knapp 1200 menschlichen Schädeln erforscht, die zum Großteil aus der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika stammen. Dies sei in einem Pilotprojekt geschehen mit dem klaren Ziel, die Schädel zurückzugeben, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Parzinger, der Deutschen Presse-Agentur. 900 der Schädel stammten demnach aus Ruanda, circa 250 aus Tansania. Auch aus Kenia, das nicht zu Deutsch-Ostafrika gehörte, waren 30 Schädel dabei. Sie stammten vor allem aus Plünderungen von Grabstätten und Friedhöfen in den Ländern. Unter moralischen Gesichtspunkten hätten diese Schädel nie hierhergebracht werden dürfen, sagte Parzinger.

Berlinale erinnert an Opfer von Hanau

Zum Auftakt der Berlinale hat das Festival der Opfer des mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlags von Hanau gedacht. Die Gäste der Eröffnungsgala im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz erhoben sich für eine Schweigeminute von ihren Plätzen. "Die Ereignisse in Hanau gestern haben uns alle wirklich sehr betroffen gemacht", sagte die neue Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek. Die Berlinale stehe für Toleranz, Respekt, Offenheit, Gastfreundschaft und wende sich "wirklich gegen Gewalt, gegen Rassismus". Ein Deutscher hatte bei einem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Anschließend soll der 43-jährige Sportschütze seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben.

Zwergsaurier aus der Frühzeit der Reptilien entdeckt

Einen 240 Millionen Jahre alten Mini-Saurier haben Forscher bei Vellberg im Kreis Schwäbisch Hall entdeckt. Die neue Art "Vellbergia bartholomaei" helfe, die Geschichte und Evolution der Reptilien besser zu verstehen, erklärte das Naturkundemuseum Stuttgart. Der Mini-Saurier stamme aus der Trias-Zeit. Die Wissenschaftler fanden den Angaben zufolge in Gesteinsschichten ein winziges Schädelchen, das große Ähnlichkeit mit heutigen Echsen und Schlangen zeigt. Der Mini-Saurier soll zehn Zentimeter lang gewesen sein. Er gelte als einer der ältesten Vertreter der Gruppe der Schuppenechsen, die heute über 10.000 Arten umfasst, heißt es in der Mitteilung. In Vellberg wurden bereits eine Ur-Schildkröte, Verwandte der Krokodile und bis zu fünf Meter lange Amphibien gefunden.

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