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Kulturnachrichten

Montag, 10. Februar 2020

Berlins Kultursenator will Art Week ausbauen

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) will die nach dem Ausstieg der Koelnmesse bedrohte Art Week in Berlin erhalten und ausbauen. "Wir werden die Art Week qualifizieren", kündigte Lederer in Berlin an. Die Art Week solle einen "neuen Drive" bekommen, sagte Lederer. Im Frühjahr solle im Zusammenspiel mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft das Gallery Weekend mit einem Schwerpunkt Kunstmarkt und Distributionsentwicklung stehen. Im Herbst solle die Art Week im Zusammenhang einer "großen thematischen Ausstellung" laufen. Der Veranstalter Koelnmesse hatte im Dezember angekündigt, die Kunstmesse Art Berlin "bis auf Weiteres" einzustellen.

Russische Polizei stoppt Videodreh von Pussy Riot

Die russische Polizei hat die Punkband Pussy Riot bei Dreharbeiten für ein neues regierungskritisches Video gestoppt. Im Kinostudio Lenfim in St. Petersburg sei nach einem Einsatz der Beamten der Strom abgestellt worden, teilte die Musikerin Nadeschda Tolokonnikowa mit. Auf Twitter schrieb Tolokonnikowa, die Beamten hätten 13 Menschen festgenommen. Auch sie sei in Polizeigewahrsam gekommen. Die Punkband veröffentlichte ein Video des Polizeieinsatzes und kritisierte, dass es in Russland an Kunst- und Redefreiheit fehle. Tolokonnikowa, die wegen einer Protestaktion gegen Putin in einer Kirche schon im Straflager saß, gilt als Frontfrau der feministischen Punkband Pussy Riot. Die Band gibt international Konzerte und sorgt immer wieder mit radikaler Videokunst für Aufsehen.

Erich-Fromm-Preis für Journalist Paul Mason

Der britische Wirtschaftsjournalist Paul Mason erhält den Erich-Fromm-Preis 2020. Mason verbinde seine Kritik an wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Missständen mit einem "leidenschaftlichen Engagement für Humanismus", begründete die Erich-Fromm-Gesellschaft ihre Entscheidung. Die Fromm-Gesellschaft verleiht den Preis an Menschen, die Hervorragendes für Erhalt oder Wiedergewinnung humanistischen Denkens und Handelns geleistet haben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen das Ehepaar Christel und Rupert Neudeck, die Journalisten Hans Leyendecker und Heribert Prantl oder die Violinistin Anne-Sophie Mutter. Im vergangenen Jahr wurde die europäische Bewegung "Pulse of Europe" geehrt. Paul Mason erhält die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung am 23. März in Stuttgart.

Eröffnung von Academy Museum angekündigt

Der Termin für die Eröffnung eines "Oscar-Museums" steht fest. Tom Hanks gab während der Oscar-Gala in der Nacht zum Montag den 14. Dezember 2020 für die Eröffnung des neuen Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles bekannt. Los Angeles habe zahlreiche Museen, sogar ein Selfie-Museum, aber bisher keine Filmkunst-Einrichtung, so der Schauspieler. Auf knapp 30 000 Quadratmetern sollen Teile der Sammlung der Oscar-Akademie zu sehen sein, darunter Filme, Drehbücher und Requisiten. Auch ein Kino mit 1000 Plätzen ist geplant. 2012 hatten die Oscar-Akademie und der italienische Stararchitekt Renzo Piano die Pläne für den Bau verkündet. Ursprünglich sollte das Museum 2016 eröffnet werden, doch wegen einer Verdopplung der Baukosten auf rund 400 Millionen Dollar scheiterte dieser Termin. Filmschaffende und Studios haben für den Bau des Museums Millionenbeträge gespendet.

Beitrag für Eurovision Song Contest steht fest

Der deutsche Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) steht fest. Welcher Künstlerin oder Künstler mit welchem Titel beim ESC-Finale im Mai in Rotterdam antritt, wird allerdings erst am 27. Februar bekannt gegeben, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mitteilte. Bisher wurden die Kandidaten meist bei einer Vorentscheid-Show ausgewählt, nach dem vorletzten Platz im vergangenen Jahr verzichtete der NDR auf einen Vorentscheid mit Zuschauerabstimmung. Stattdessen waren laut ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber zwei Jurys für die Auswahl zuständig: eine Jury aus 20 internationalen Musikexperten und 100 Menschen, die aus rund 13000 Bewerbern eines Online-Aufrufes ausgewählt wurden. Sie hatten Platzierungen beim letztjährigen ESC im vergangenen Jahr in Tel Aviv am besten vorhergesagt.

"Parasite" erhält Oscar als bester Film

Die südkoreanische Gesellschaftssatire "Parasite" hat den Oscar für den besten Film erhalten. Erstmals ging damit die wichtigste Kategorie an eine nicht englischsprachige Produktion. Die Tragikomödie von Bong Joon Ho bekam auch die Oscars für die beste Regie, das beste Originaldrehbuch und den besten internationalen Film. Als bester Hauptdarsteller wurde der US-Amerikaner Joaquin Phoenix ausgezeichnet, seine Kollegin Renée Zellweger als beste Hauptdarstellerin. Brad Pitt und Laura Dern gewannen die wichtigste Filmauszeichnung der Welt als beste Nebendarsteller. Mit einem weiteren Oscar wurde die Produktionsfirma des früheren US-Präsidenten Obama und seiner Ehefrau Michelle für den Dokumentarfilm "American Factory" geehrt.

Opernsängerin Mirella Freni gestorben

Die italienische Opernsängerin Mirella Freni ist tot. Sie starb im Alter von 84. Das teilte der Bürgermeister ihrer Heimatstadt Modena am Sonntag mit. Eine großartige Stimme habe uns verlassen, die den Namen der Stadt Modena in die Welt getragen habe, schrieb Gian Carlo Muzzarelli bei Facebook. Nach 50-jähriger Karriere hatte sich die Sopransängerin im Jahr 2005 zurückgezogen. Eine ihrer berühmtesten Rollen war die der "Mimi" in Giacomo Puccinis "La Boheme". Freni arbeitete mit einigen der größten Namen der Opernwelt zusammen, etwa mit dem Tenor Luciano Pavarotti (1935-2007). Er war ein Freund von ihr aus Kindheitstagen und stammte ebenfalls aus Modena.

Audiobeschreibung ersetzt Van-Gogh-Selbstbildnis

In der Bremer Kunsthalle soll eine Audiobeschreibung das "Selbstbildnis mit grauem Filzhut" von Vincent van Gogh ersetzen. "Die Abwesenheit des auratischen Werkes wird so spürbar gemacht und ermöglicht zugleich eine neue Art der Versenkung", teilte das Museum mit. Die Aufnahmen hat der Schauspieler Sky du Mont eingesprochen. Das berühmte Bild, das derzeit in der "Ikonen"-Ausstellung in Bremen zu sehen ist, werde für die Sonderausstellung "In the Picture" ab 21. Februar im Van-Gogh-Museum in Amsterdam benötigt und solle wie in Bremen eine zentrale Rolle spielen, teilte die Kunsthalle mit.

Dresdner Friedenspreis für syrische Bildungsaktivistin

Die syrische Bildungsaktivistin und Unicef-Sonderbotschafterin Muzoon Almellehan (21) ist am Sonntag mit dem Dresden-Preis geehrt worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt ihren engagierten Einsatz für bessere Bildungschancen für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten, wie der Verein Friends of Dresden Deutschland als Mitveranstalter mitteilte. Der Preis wurde der jungen Aktivistin bei einer feierlichen Veranstaltung in der Semperoper übergeben. Almellehan hatte dem Verein zufolge mit ihrem Engagement bereits mit 14 Jahren in einem jordanischen Flüchtlingslager begonnen, wohin sie mit ihrer Familie aus Syrien geflohen war. Dort sei sie von Zelt zu Zelt gegangen und habe Eltern wie Kinder davon überzeugt, wie wichtig Schule sei. Heute lebt die Aktivistin in Großbritannien und setzt ihren Einsatz für bessere Bildungschancen für Kinder fort. 2017 wurde sie zur bis dahin jüngsten Botschafterin von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Strengere Regeln für Internetplattformen gefordert

Behörden aus vier deutschen Bundesländern streben strengere Regeln für politische Werbung und gegen Falschinformationen auf Internetplattformen an. In einem Gutachten im Auftrag der EU-Kommission, das WDR und NDR vorliegt, geht es vor allem darum, wie die Netzwerke mit Falschmeldungen und mit politischer Werbung umgehen. Die Landesmedienanstalten aus NRW, Rheinland-Pfalz, Berlin-Brandenburg und Bayern kommen in dem Gutachten zu dem Ergebnis, dass die Plattformbetreiber ihre Selbstverpflichtungen nicht einhalten, die sie gegenüber der EU-Kommission abgegeben hatten: Falschmeldungen würden nicht ausreichend beseitigt. Nutzer könnten kaum erkennen, wer die Information ursprunglich verbreitet hat. Politische Werbung werde zu selten gekennzeichnet. Das System einer solchen Selbstregulierung sei "gescheitert".

Historiker Winkler: Inflationärer Faschismus-Begriff

Der Historiker Heinrich August Winkler warnt in der Auseinandersetzung mit der AfD vor dem Begriff "Faschismus". Es "haben sich bestimmte Begriffe wie 'faschistisch' als Kampfbegriffe eingespielt", sagte er der "Welt am Sonntag". Aber der inflationäre Gebrauch des Begriffs "Faschismus" führt letztlich zu dessen Verharmlosung. Die AfD ist nach Winklers Verständnis auch nicht mit den Nationalsozialisten gleichzusetzen. "Sie ist am ehesten mit den Deutschnationalen der Weimarer Zeit zu vergleichen. Die Deutschnationale Volkspartei war eine antidemokratische, nationalistische und reaktionäre Rechtspartei mit einem starken völkisch-rassistischen Flügel. Es gehört ein hohes Maß an Geschichtsvergessenheit dazu, in die Fußstapfen dieser Partei zu treten." Die derzeitige Lage ist für Winkler nicht mit der Situation im Deutschen Reich auf dem Weg zur NS-Machtübernahme zu vergleichen, auch nicht die Wahl eines Ministerpräsidenten in Thüringen mit Hilfe der AfD: "Das was in Erfurt geschehen ist, ist alarmierend genug. Aber mit falschen Analogien wird die gegenwärtige Situation der deutschen Demokratie in ein völlig falsches Licht gerückt."

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