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Kulturnachrichten

Mittwoch, 5. Februar 2020

Kulturstaatsministerin entsetzt über Thüringen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters zeigte sich "fassungslos" über die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen. Auf einer Veranstaltung von Deutschlandfunk Kultur und der Klassik Stiftung in Weimar sagte Grütters: "Ich finde, dass dieser Vorgang unser Land spaltet. Ich bin entsetzt, dass auch mit Stimmen der Unionskollegen es möglich geworden ist, dass ein Ministerpräsident mit Stimmen der AfD, also der rechtspopulistischen Demokratieverächter, hier gewählt worden ist. Es verbietet sich jegliche Form der Zusammenarbeit und es widerspricht auch der ausdrücklichen Beschlusslage in der Bundespartei." Grütters forderte schnellstmögliche Neuwahlen.

"Fusion"-Veranstalter lassen Nacktvideos löschen

Die Veranstalter des alternativen Kulturfestivals "Fusion" haben mehrere Nacktvideos im Internet löschen lassen. Diese seien vermutlich im Juni 2019 in Duschen auf dem Festgelände in Lärz in Mecklenburg Vorpommern aufgenommen worden, wie eine Sprecherin des Vereins Kulturkosmos erklärte. Gegen die Veröffentlichung sei Strafanzeige erstattet worden. Zuvor hatten regionale Medien darüber berichtet. Der Verein will nun herauszufinden, wer Urheber der Filme war, und dann über weitere Schritte entscheiden. Solche Vorfälle sollen künftig ausgeschlossen werden. Beim Festival waren rund 70 000 Besucher. Auf dem Gelände sorgt der Veranstalter selbst für Ordnung.

MDR und ZDF gründen gemeinsame Digitalagentur

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und das ZDF arbeiten bei der Entwicklung von Digitalangeboten für ihre Sender künftig zusammen. Eine gemeinsame Innovations- und Digitalagentur (ida) solle Projekte wie digitales Storytelling und Datenjournalismus voranbringen, kündigten die Intendanten Karola Wille und Thomas Bellut an. Die Agentur werde ihren Sitz in Leipzig haben und am 1. April 2020 mit 15 Beschäftigten die Arbeit aufnehmen. Im Herbst solle dann ein Standort in Erfurt dazukommen, der sich am Sitz des Kinderkanals um digitale Angebote für Kinder kümmert.

Regierung möchte Rundfunkgebühren der BBC ändern

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson will seine im Wahlkampf angekündigten Pläne für eine Neuordnung bei der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt BBC vorantreiben. Unter Einbindung der Öffentlichkeit wolle man darüber beraten, ob eine Nicht-Bezahlung der Rundfunkgebühr weiterhin strafbar sein solle, teilte die Regierung in London mit. Wäre sie das nicht mehr, würde das die BBC Hunderte Millionen Euro pro Jahr kosten. Ähnlich wie die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland wird die BBC über Gebühren finanziert. Wer nicht zahlt, riskiert eine Geldbuße oder in seltenen Fällen auch eine Haftstrafe. Johnson und seine Konservative Partei waren unter anderem mit Blick auf die Brexit-Berichterstattung immer wieder mit der BBC aneinandergeraten, der sie eine zu liberale Berichterstattung vorwerfen.

Übersetzerpreise für Wichner und Baskakowa

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den "Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung" an Ernest Wichner für seine Übertragungen rumänischer Literatur ins Deutsche. Den "Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland" erhält die russische Übersetzerin und Kulturvermittlerin Tatjana Baskakowa, wie die Akademie in Darmstadt erklärte. Die Preise sind jeweils mit 15.000 Euro dotiert und werden auf der Frühjahrstagung der Akademie verliehen, die vom 21. bis 23. Mai in Essen stattfindet.

Dresdner Albertinum bekommt US-Leihgabe

Das Dresdner Albertinum erhält das Porträt "Adele im Hamsterpelz" von Oskar Zwintscher (1870-1916) aus den USA. Dessen Besitzer, der Sammler Jack Daulton, konnte nach Angaben der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) im Zuge eines Forschungsprojekts zu dem Künstler für eine längerfristige Leihgabe gewonnen werden. Das 1914 entstandene Bild von Zwintschers Gattin ist ab Samstag im Klingersaal zu sehen. Dort trifft es auf weitere Glanzlichter des Fin de Siècle, darunter Hauptwerke von Ferdinand Hodler, Gustav Klimt, Sascha Schneider und Max Klinger. "Adele im Hamsterpelz" galt lange als verschollen und wurde 2018 von Daulton erworben.

Zeitungsverlage erwarten rückläufige Print-Erlöse

Zeitungsverlage in Deutschland rechnen dieses Jahr mit einem leichten Rückgang ihrer Verkaufserlöse mit gedruckten Zeitungen. Zugleich sehen sie im Digitalen einen wachsenden Markt für sich. Das geht aus einer in Berlin vorgestellten Umfrage des Zeitungsverlegerverbands BDZV hervor. Seit Jahren gehen die Auflagenzahlen von Zeitungen und Zeitschriften auch wegen des digitalen Wandels zurück. In Deutschland wurden im zweiten Quartal 2019 täglich 13,52 Millionen Tageszeitungsexemplare verkauft.

Keine Ermittlungen wegen "Umweltsau"-Lied

Das umstrittene "Umweltsau"-Lied des WDR-Kinderchors zieht keine strafrechtlichen Ermittlungen nach sich. "Zureichende Anhaltspunkte für die Begehung von Straftaten durch die Veröffentlichung des Videos konnten nicht festgestellt werden", teilte die Staatsanwaltschaft Köln mit. Das Lied erfülle nicht den Tatbestand einer strafbaren Beleidigung. Das Lied des WDR-Kinderchors auf die Melodie von "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" hatte mangelndes Umweltbewusstsein älterer Menschen angeprangert. Es löste gegen Ende des vergangenen Jahres eine breite Debatte aus. Das entsprechende Video wurde vom WDR gelöscht. Intendant Tom Buhrow bat um Entschuldigung für den Clip.

Disneys neuer Streaming-Dienst startet fulminant

Der Disney-Konzern verzeichnet einen erfolgreichen Start seines neuen Online-Videodienstes Disney+. Der erst seit November verfügbare Streaming-Service hatte nach eigenen Angaben zu Wochenbeginn bereits fast 30 Millionen Kunden. Das habe die höchsten Erwartungen übertroffen, sagte Konzernchef Bob Iger. Disney+ ist bislang nur in fünf Ländern empfangbar. In Deutschland soll der Service am 24. März verfügbar sein. Mit dem Angebot will Disney dem Streaming-Marktführer Netflix Druck machen. Die Kosten für den Ausbau des Streaming-Geschäfts sorgten im jüngsten Quartal aber für einen Gewinneinbruch.

Philologenverband für Vollverschleierungsverbot

Der Deutsche Philologenverband befürwortet ein Vollverschleierungsverbot an Universitäten. Ein Verbot sei "richtig und begründbar", sagte die Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing der "Welt". Im Unterricht und in der Lehre gehe es um Kommunikation. "Dazu gehören neben der Sprache ganz klar auch Mimik, Gestik und Körpersprache, sonst sind Missverständnisse programmiert." Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, hält ein Verbot nur teilweise für zulässig. Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Hamburg planen derzeit ein Verbot von Gesichtsschleiern für Schülerinnen. In Bayern und Niedersachsen existiert ein solches Gesetz bereits. Kritiker sehen eine drohende Ausgrenzung von Nikab-Trägerinnen. In Deutschland gibt es nach Schätzungen von Experten nur sehr wenige Frauen, die Nikab tragen.

"MASH"-Regisseur Gene Reynolds gestorben

Der US-Regisseur und Produzent Gene Reynolds ist tot. Der mit mehreren Emmys ausgezeichnete Reynolds starb im Alter von 96 Jahren, wie der Verband der Hollywood-Regisseure in Los Angeles mitteilte. Internationale Berühmtheit erlangte Reynolds durch die Serie "MASH", die sich auf tragikomische Weise mit dem Korea-Krieg auseinandersetzte. Die Sitcom, die von 1972 bis 1983 im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde, ging als eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten in die TV-Geschichte ein. Der 1923 in Cleveland geborene Reynolds begann seine Filmkarriere im Alter von zehn Jahren als Kinderdarsteller und trat in später in den Serien "The Lone Ranger" und "I Love Lucy" auf.

Al-Sisi muss Opernball-Orden zurückgeben

Der Dresdner Semper-Opernball-Verein macht die umstrittene Verleihung seines St.-Georgs-Ordens an den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi rückgängig. Die Auszeichnung werde ihm wieder aberkannt, das habe Ballchef Hans-Joachim Frey nach einem Treffen mit Rocksänger Peter Maffay entschieden, sagte Pressesprecher Holger Zastrow der Nachrichtenagentur dpa. Zuerst hatte die "Sächische Zeitung" auf ihrer Website darüber berichtet. Maffay, der für den Mitternachts-Act beim Ball gebucht ist, hatte darauf bestanden, dass der Orden aberkannt wird. Die Ehrung von Al-Sisi vor gut einer Woche in Kairo hatte Empörung und Protest ausgelöst. Der Politiker, der nach einem Militärputsch an die Macht kam und hart gegen Kritiker und Oppositionelle vorgeht, war mit dem Orden als "Hoffnungsträger und Mutmacher eines ganzen Kontinents", als "Brückenbauer und Friedenstifter" geehrt worden.

Der spanische Regisseur José Luis Cuerda ist tot

Der spanische Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent José Luis Cuerda ist tot. Wie Angehörige bestätigten, starb Cuerda im Alter von 72 Jahren in seiner Wohnung in Madrid. Zu seinen berühmtesten Filmen gehören "Die Zunge der Schmetterlinge" von 1999 und "Die blinden Sonnenblumen" von 2008, der vielfach ausgezeichnet wurde und auch ins Oscar-Rennen um den besten fremdsprachigen Film ging. Cuerda galt als Pionier und Meister der surrealistischen Komödie und wurde vier Mal mit dem Goya-Preis, dem "spanischen Oscar", ausgezeichnet. Ministerpräsident Sánchez würdigte Cuerda auf Twitter als großen Künstler - ohne ihn sei der spanische Film "nicht zu verstehen".

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