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Freitag, 13.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 10. Februar 2019

Ehrenpreis der Ökumenischen Jury für Berlinale-Direktor

Kosslick leitet das Festival in diesem Jahr zum letzten Mal

Der scheidende Berlinale-Direktor Dieter Kosslick ist in Berlin für seine Verdienste mit dem Ehrenpreis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet worden. Der Preis wurde Kosslick beim traditionellen Ökumenischen Empfang der Kirchen anlässlich der Filmfestspiele von der Internationalen Kirchlichen Filmorganisation "Interfilm" und der Internationalen Katholischen Vereinigung für Kommunikation "Signis" überreicht. Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Johann Hinrich Claussen, rief beim Ökumenischen Empfang die Filmbranche zu mehr Solidarität auf. "Das deutsche Kino befindet sich in einer Krise, nicht nur wirtschaftlich oder technologisch", sagte Claussen. Als Teil des deutschen Kulturlebens müsse es sich auch inhaltlich und politisch in einem raueren Klima behaupten. Kosslick leitet das Festival in diesem Jahr zum letzten Mal.

US-Maler Robert Ryman mit 88 Jahren gestorben

Ryman gilt als wichtiger Vertreter des Minimalismus

US-Maler Robert Ryman, der mit seinen meist weißen und quadratischen Gemälden zu einem wichtigen Vertreter des Minimalismus wurde, ist tot. Die Galerie Pace bestätigte den Tod Rymans, der laut "New York Times" bereits am Freitag im Alter von 88 Jahren in New York starb. Der in Nashville im Staat Tennessee geborene Ryman war eigentlich Jazz-Musiker und fand im Museum of Modern Art (MoMA) zur Kunst, wo er als Aufseher arbeitete. Rymans Kunst wurde ein "laufendes Experiment mit der Malerei" über fünf Jahrzehnte, schreibt die Pace Gallery, die Ryman seit vielen Jahren vertritt. Ähnlich wie Frank Stella und Sol LeWitt verzichtete er in seinen Gemälden auf Inhalt, um sich fast ausschließlich der Form zu widmen.

Istanbul: Grundstein für Atatürk-Kulturzentrum gelegt

Abgerissenes Gebäude war Symbol der Gezi-Proteste von 2013

Fast ein Jahr nach Abriss des symbolträchtigen Atatürk-Kulturzentrums in der türkischen Metropole Istanbul ist der Grundstein für den Neubau gelegt worden. Der Gebäudekomplex am Taskim-Platz solle in zwei Jahren fertiggestellt sein, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der Feier zur Grundsteinlegung in Istanbul. Das im Volksmund AKM genannte Zentrum ist ein Symbol der regierungskritischen Gezi-Proteste von 2013. Diese hatten sich an der geplanten Zerstörung des Gezi-Parks am Taksim-Platz entzündet und weiteten sich zu landesweiten Protesten gegen den damaligen Ministerpräsidenten Erdogan aus. Die Demonstranten besetzten damals auch das Atatürk-Kulturzentrum und wehrten sich gegen den geplanten Abriss des Gebäudes. Das neue Gebäude soll vor allem als Opernhaus dienen. Architekt ist Murat Tabanlioglu - Sohn des Architekten Hayati Tabanlioglu, der das alte Gebäude entworfen hatte.

Grammy-Gala überschattet von Absage Ariana Grandes

Beste Gewinnchancen haben Kendrick Lamar und Drake

Nach der überraschenden Absage des Auftritts von Ariana Grande bei der Grammy-Verleihung setzen die Veranstalter nun auf andere hochkarätige Musiker. Geplant sind bei der Gala in Los Angeles, die um 2 Uhr MEZ beginnt, Auftritte von Lady Gaga, Cardi B und Travis Scott. Sängerin Alicia Keys, die bereits 15 Grammys gewonnen hat, führt als Gastgeberin durch den Abend. Die Grammys gelten als wichtigster Musikpreis der USA und werden in 84 Kategorien vergeben. In den vier wichtigsten Sparten - bester Song, beste Aufnahme, bestes Album und bester neuer Künstler - treten statt fünf nun acht Künstler gegeneinander an. Damit sollen auch weibliche und nicht-weiße Musiker stärker gewürdigt werden. Beste Gewinnchancen haben dieses Jahr Kendrick Lamar mit acht und Drake mit sieben Nominierungen.

Regisseur Breloer: Brecht-Film wäre fast gescheitert

Erst mit Einverständnis der Brecht-Enkelinnen sei der Film möglich gewesen

Die Produktion des Films "Brecht" ist nach Angaben von Regisseur Heinrich Breloer fast an der Tochter des Dichters gescheitert. Er habe immer wieder mit Barbara Brecht-Schall verhandelt, "was nicht leicht war", sagte Breloer der "Augsburger Allgemeinen". Wahrscheinlich habe sie ihren Vater, an dem sie sehr gehangen habe, vor jeder Kritik beschützen wollen. "Das ist ja verständlich. Aber mein Ansatz war: Ein Denkmal wird lebendig, kommt vom Podest und man kann dem Menschen Brecht begegnen", so der Regisseur. Sein Dokudrama hatte am Samstag auf der Berlinale Weltpremiere. Erst mit den Enkelinnen Brechts sei das Projekt möglich gewesen, denn ohne das Copyright der Texte Brechts wäre es nicht möglich gewesen, betonte Breloer. "Mit Johanna Schall, die ja selbst Regisseurin ist, und ihrer Schwester Jenny sind wir dann zu einer Regelung gekommen."

Nachlassverwalter wollen Jackson-Doku stoppen

Sender HBO soll "fragwürdige Methoden bei der Produktion" angewendet haben

Michael Jacksons Nachlassverwalter wollen eine Dokumentation über alte Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Popstar verhindern. In einem 10-seitigen Brief werfen sie dem TV-Sender HBO, bei dem "Leaving Neverland" am 3. und 4. März ausgestrahlt werden soll, fragwürdige Methoden bei der Produktion vor. Ergebnis sei eine "einseitige, sensationssüchtige Sendung", die gegen journalistische Grundsätze verstoße. Das berichtete der "Hollywood Reporter", dem der Brief vorliegt. Der zum Time Warner-Konzern gehörende Bezahlsender HBO kündigte an, die Dokumentation wie geplant auszustrahlen. Die Menschen sollten sich erst ein Urteil bilden, nachdem sie die Dokumentation gesehen haben.

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