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Sonntag, 15.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 5. Februar 2019

New Yorker MoMA schließt von Juni bis Oktober

Groß angelegte Renovierung, Umgestaltung und Erweiterung geplant

Das Museum of Modern Art (MoMA) in New York wird von Mitte Juni bis Mitte Oktober geschlossen. Hintergrund sind eine Renovierung, Umgestaltung und Erweiterung des berühmten Kunstmuseums, das für viele Touristen zum Pflichtprogramm zählt. Im Rahmen des Umbaus soll das Haus um gut 3700 Quadratmeter Ausstellungsfläche vergrößert werden, teilte das Museum mit. Ziel der 350 Millionen Euro teuren Arbeiten ist auch ein neuer Ansatz dafür, wie moderne und zeitgenössische Kunst dem Publikum präsentiert wird. Nach dem neuen Konzept soll zudem verstärkt Kunst von Frauen, Latinos, Asiaten und Afroamerikanern gezeigt werden. «Der tatsächliche Wert dieser Erweiterung ist nicht nur mehr Fläche, sondern Fläche, mit der wir die Erfahrung von Kunst im Museum neu denken können», sagte Direktor Glenn Lowry. Im Herzen des Museums soll ein Raum für Live-Programm und experimentelle Kunst entstehen.

Kölner Schauspielchef bietet Verlängerung an

Sein Nachfolger Maldeghem hatte sich nach Kritik zurück gezogen

Eine neue Entwicklung im Kölner Wirrwarr um die Leitung des Schauspiels: Der derzeitige Intendant Stefan Bachmann hat eine Verlängerung seines bis Sommer 2021 reichenden Vertrags angeboten. Alexander Vogel, der Sprecher von Oberbürgermeisterin Henriette Reker, reagierte zurückhaltend auf den Vorstoß. Reker hatte im vergangenen Monat den Salzburger Theaterchef Carl Philip von Maldeghem als Nachfolger für Bachmann vorgestellt. Diese Personalentscheidung war jedoch auf ein so negatives Echo gestoßen, dass sich Maldeghem wieder zurückzog. Daraufhin kündigte Reker am Sonntag die Einberufung einer Findungskommission an.

Unbekannte beschädigen Grabstein von Karl Marx

Londoner Betreiber vermuten gezielten Angriff aus politischen Gründen

Unbekannte haben offenbar aus politischen Gründen den Grabstein von Karl Marx in London beschädigt. Der Betreiberverein des Highgate-Friedhofs sprach von einem "gezielten Angriff" auf die Ideologie des deutschen Philosophen und Mitbegründers des Kommunismus. Mit einem stumpfen Gegenstand hätten die Täter auf den empfindlichsten Teil des Grabsteins eingeschlagen: eine alte Marmorplatte, auf der die Namen und Todesdaten von Karl Marx und anderen Mitgliedern seiner Familie stehen. Angriffe auf den Grabstein gab es schon eine ganze Reihe: Mal wurde die Büste vom Sockel gestoßen, mal wurde er mit Farbe bespritzt. In den Siebzigerjahren gab es sogar einen Anschlag mit einer Rohrbombe.

Ein Drittel Raubkunst in der Berliner Landesbibliothek?

Forscher überprüfen Provenienz von über einer Millionen Bücher

Mehr als ein Drittel der Bestämde der Berliner Zentral- und Landesbibliothek könnten Raubkunst sein. Zu dem Schluss kam das Team um den Provenienzforscher Sebastian Finsterwalde. Über eine Millionen Bücher müssen jetzt weiter überprüft werden. NS-Raubgut umfasst nicht nur Objekte, die gewaltsam durch die Exekutivorgane des Dritten Reiches entwendet oder durch diskriminierende Gesetze enteignet wurden. Es geht auch um solche, die von den Verfolgten verkauft werden mussten, um ihre Flucht oder das Überleben zu ermöglichen.

ZDF-Reporterin scheitert mit Klage auf Lohngleichheit

Keine Ungleichbehandlung wegen des Geschlechts nachweisbar

Eine ZDF-Reporterin ist auch in zweiter Instanz mit einer Klage auf Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen im Mainzer Sender gescheitert. Nach dem Berliner Arbeitsgericht wies auch das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg die Klage zurück. Die Reporterin hatte argumentiert, sie erhalte allein wegen ihres Geschlechts eine geringere Vergütung als vergleichbare männliche Kollegen. Das Gericht hielt dem entgegen, sie habe keine ausreichenden Hinweise für eine Benachteiligung wegen ihres Geschlechts vorgetragen. Bereits nach der Entscheidung in erster Instanz hatte das ZDF erklärt, die Reporterin sei "rechtmäßig und tarifkonform" vergütet worden.

Großer Andrang bei geschreddertem Banksy-Werk

Werk ist erstmalig ausgestellt in Baden-Baden

Das absichtlich zerschnittene Werk "Girl with Balloon" des Street-Art-Künstlers Banksy sorgt im Museum Frieder Burda in Baden-Baden für Besucherandrang. Viele gingen geradewegs durch zu dem Raum, in dem das Bild erstmals seit der spektakulären Zerstörung der Öffentlichkeit präsentiert wird. "Girl with Balloon" war während einer Kunstauktion im vergangenen Herbst vor aller Augen mithilfe eines eingebauten Mechanismus zur Hälfte geschreddert worden. Es war kurz zuvor für umgerechnet rund 1,2 Millionen Euro versteigert worden. Seit der Schredderung heißt es "Love is in the Bin" ("Die Liebe ist im Eimer"). Es hängt noch bis zum 3. März in Baden-Baden. Danach wandert es in die Staatsgalerie Stuttgart. Das Museum Frieder Burda hofft auf rund 5000 Besucher pro Woche.

Dänisch-deutsche Grenzregion soll Kulturerbe werden

100. Jahrestag der Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland steht 2020 an

Dänemark will das Zusammenleben von Dänen und Deutschen in der Grenzregion als Modell friedlicher Koexistenz für die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes nominieren. Dies kündigte Kulturministerin Mette an. Dass über den Antrag im kommenden Jahr entschieden werden solle, könne angesichts des 100. Jahrestages der Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland zu keinem besseren Zeitpunkt kommen. "Das dänisch-deutsche Grenzgebiet ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie auf beiden Seiten der Grenze eine friedliche Koexistenz von Minderheit und Mehrheit erreicht werden kann - und das trotz einer Geschichte mit Kriegen und Konflikten", sagte Bock. "Wenn wir in die Welt schauen, ist das ziemlich einzigartig." Die Organisationen der Minderheiten, die Sydslesvigsk Forening (SSF) und der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), hatten Anfang 2018 gemeinsam in Deutschland und Dänemark beantragt, das Zusammenleben von Mehrheiten und Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen. Deutschland und Dänemark haben das Jahr 2020 zum "Deutsch-Dänischen Kulturellen Freundschaftsjahr" erklärt.

Ludwig-Börne-Preis für Eva Menasse

Florian Illies ist alleiniger Preisrichter

Die in Berlin lebende österreichische Autorin Eva Menasse erhält den diesjährigen Ludwig-Börne-Preis. Die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihr von Florian Illies als alleinigem Preisrichter zuerkannt. "Sie schaut hellwach auf die großen gesellschaftlichen Untiefen unserer Zeit mit einer seltenen Mischung aus Scharfsinn, Streitlust, Humor und europäischem Bewusstein", begründete der Verleger und Autor die Auszeichnung. Die 1970 geborene Eva Menasse ist durch Romane ("Vienna", "Quasikristalle") und Essays bekanntgeworden. Die renommierte Auszeichnung erinnert an den aus dem jüdischen Ghetto in Frankfurt stammenden Ludwig Börne (1786-1837), der als Begründer des politischen Feuilletons gilt. Der von der Börne-Stiftung vergebene Preis wird am 26. Mai in der Frankfurter Paulskirche überreicht.

Jury für den Deutschen Buchpreis 2019 berufen

Sieben Literaturfachleute berufen

Die Jury für den Deutschen Buchpreis 2019 steht fest. Wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt mitteilte, hat die Akademie Deutscher Buchpreis sieben Literaturexpertinnen und -experten in die Jury berufen. Es sind die Buchhändler Petra Hartlieb aus Wien und Björn Lauer aus Frankfurt, die Journalisten Jörg Magnau (Süddeutsche Zeitung), Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk) und Margarethe von Schwarzkopf (Die Welt) sowie die Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl und der Leiter des Literaturhauses Frankfurt, Hauke Hückstädt. Die Jurymitglieder entscheiden den Angaben zufolge, wer den Deutschen Buchpreis 2019 erhält. Um eine größtmögliche Unabhängigkeit der Auszeichnung zu gewährleisten, wähle die Akademie Deutscher Buchpreis die Jury in jedem Jahr neu, heißt es in der Mitteilung.

Bestseller-Autor C.Y. Lee mit 102 Jahren gestorben

Er war einer der ersten erfolgreichen Schriftsteller asiatischer Herkunft

Der mit dem Bestseller "The Flower Drum Song" bekannt gewordene Romanautor C.Y. Lee ist tot. Er sei bereits am 8. November in Los Angeles im Alter von 102 Jahren gestorben, teilte sein Sohn Jay Lee mit. Die Familie habe sich damals entschieden, seinen Tod nicht zu publik zu machen. C.Y. Lee siedelte während des Zweiten Weltkriegs vom China in die USA über. 1957 erschien sein Roman "Flower Drum Song", eine Geschichte über chinesische Migranten in San Francisco. Aus dem Stoff machten Richard Rodgers und Oscar Hammerstein ein Broadway-Musical, das von 1958 bis 1960 lief. Ein Jahr später kam eine für fünf Oscars nominierte Filmadaption heraus - eine seltene Hollywood-Produktion mit asiatischstämmiger Besetzung. Lee galt damit als einer der ersten Romanciers asiatischer Herkunft, dem in den USA der kommerzielle Durchbruch gelungen war.

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