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Dienstag, 15.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 17. Februar 2018

Nationalisten dringen in russisches Kulturzentrum ein

Polizei ließ die teils vermummten Rechtsradikalen gewähren

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind Nationalisten gewaltsam in ein russisches Kulturzentrum eingedrungen. Die Demonstranten sprühten unter anderem "Tod Russland" und "Weg mit dem FSB" an die Wände und verbrannten eine russische Flagge, wie ukrainische Medien berichteten. Die Organisation C14 schrieb auf Facebook, man habe das Gebäude ausgewählt, weil es dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB als Stützpunkt diene. Die herbeigerufene Polizei ließ die teils vermummten Rechtsradikalen gewähren. Am Sonntag sollte eine Demonstration mit der Forderung der Schließung des russischen Zentrums stattfinden. Ukrainische Beobachter befürchten, dass im Gegenzug das ukrainische Kulturzentrum in Moskau seine Räume verlieren könnte.

"Spiegel": Für Schloss-Fassade sind Steuergelder nötig

Sprecher der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss dementiert

Für die Finanzierung der Barockfassade des rekonstruierten Berliner Stadtschlosses muss einem "Spiegel"-Bericht zufolge womöglich auf Steuergelder zurückgegriffen werden, weil das Spendenaufkommen nicht reicht. Dies gehe aus einem Bericht des Bundesbauministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, schreibt das Nachrichtenmagazin. Bis Oktober seien erst 43,3 Millionen Euro an Spenden eingegangen, der Förderverein Berliner Schloss hat jedoch 105 Millionen zugesagt. Der Bund gehe jedoch davon aus, dass die fehlenden Spenden noch eingehen. Ähnlich äußerte sich der Sprecher der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Bernhard Wolter. Er sei zuversichtlich, dass das Spendenziel bis zur geplanten Eröffnung des Humboldt Forums Ende 2019 erreicht wird, sagte Wolter. Würde am Ende Geld fehlen, könnte Wolter zufolge auch erst einmal auf die eine oder andere Figur sowie Details beim Fassadenschmuck verzichtet werden, um dies später zu finanzieren.

Brand in 1300 Jahre altem Kloster Jokhang in Tibet

Das Kloster zählt zum Unesco-Weltkulturerbe

Das 1300 Jahre alte Kloster Jokhang in Tibet ist durch ein Feuer beschädigt worden. Der Brand sei gelöscht worden, es habe keine Verletzten gegeben, hieß es in einem kurzen Bericht staatlich kontrollierter chinesischer Medien. Wie es zu dem Feuer kam und wie groß der Schaden am Kloster ist, war zunächst unklar. Das Kloster Jokhang steht in der tibetischen Hauptstadt Lhasa und gilt als spirituelles Zentrum des tibetischen Buddhismus. Es zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Auf Videos im Internet war zu sehen, dass das Dach eines der Klostergebäude in Flammen stand. Der Brand war aus mehreren hundert Metern Entfernung zu sehen. Diskussionen über das Feuer verschwanden rasch wieder aus sozialen Medien, offenbar durch die chinesische Zensur.

Kim Ki-duk zu Vorwürfen: "Ich trage die Verantwortung"

Der Regisseur betonte zugleich, dass der Fall unterschiedlich beurteilt werde

Der südkoreanische Regisseur Kim Ki-duk hat sich bei der Berlinale zu den Gewaltvorwürfen geäußert, die eine Schauspielerin gegen ihn erhoben hat. "Ich übernehme für den Vorfall die Verantwortung", sagte der 57-Jährige bei der internationalen Pressekonferenz. Er erklärte zugleich, dass es sich bei dem "bedauerlichen Vorfall" um ein vier Jahre zurückliegendes Ereignis handele. "Es war vor langer Zeit." Außerdem sei er nach wie vor anderer Auffassung über den Vorfall als die südkoreanische Schauspielerin. Diese hatte dem Regisseur vorgeworfen, sie 2013 bei den Dreharbeiten zu seinem Film "Moebius" mit Gewalt zu nicht im Drehbuch enthaltenen Sexszenen gezwungen zu haben. Festivaldirektor Dieter Kosslick hatte im Vorfeld der Berlinale darauf hingewiesen, dass ein koreanisches Gericht den Vorwurf der sexuellen Nötigung mangels Beweisen zurückgewiesen habe. Deshalb habe die Berlinale-Sektion Panorama sich entschieden, nicht in eine Vorverurteilung zu gehen, sondern Kim Ki-duks aktuellen Film "Human, Space, Time and Human" zu zeigen.

Ingrid Caven: Computer normieren uns

Die Schauspielerin und Sängerin über Unfreiheiten im digitalen Zeitalter

Die Chanson-Sängerin und Schauspielerin Ingrid Caven kritisiert eine gesellschaftliche Normierung im Computer-Zeitalter. Wir seien heute scheinbar freier, sagte sie im Interview mit Deutschlandfunk Kultur, aber "Big Brother, die große Maschine" habe uns alle in der Hand: "Die Computer bestimmen unser Denken, unser Fühlen und unser Handeln sowieso, und wir kommen da auch nicht raus." Caven wurde in Deutschland vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder bekannt, dessen Filme viele sexuelle Tabus brachen. Diese Entwicklung der sexuellen Befreiung sei nun rückläufig. Die Maschine bringe alle auf eine Linie. "Wir müssen funktionieren und das gleiche Tempo anlegen wie die anderen." Ingrid Caven, die in diesem Jahr 80 Jahre alt wird, ist in dem Stück "Liberté" des katalanischen Filmemachers Albert Serra zu sehen, das am 22. Februar in der Berliner Volksbühne Premiere feiert.

Drehbuchpreis für Visar Morina und "Exil"

Morina bekommt 10 000 Euro, eine Lola-Trophäe und vielleicht weitere Förderung

Der Deutsche Drehbuchpreis 2018 geht an Visar Morina und sein Projekt "Exil". Die nationale Auszeichnung für das beste unverfilmte Drehbuch ist mit 10 000 Euro, einer Lola-Trophäe und der Aussicht auf weitere Förderung verbunden. Sie wird traditionell während der Berlinale verliehen. Kulturstaatsministerin Monika
Grütters betonte laut einer Mitteilung: "Die Fantasie der Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren kennt keine Grenzen und keine Vorschriften." Sie seien es, die mit eben dieser Fantasie die DNA eines jeden Films erschaffen und neue Welten eröffnen, so die CDU-Politikerin. In "Exil" geht es um einen Akademiker und Familienvater albanischer Herkunft, der sich gemobbt, betrogen, verraten und bedroht fühlt.

Bauhaus-Museum eröffnet ohne Fassade

Eröffnungstermin zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum soll aber gehalten werden

Das Bauhaus-Museum Weimar wird zur Eröffnung im kommenden Jahr keine fertige Fassade besitzen. Der Eröffnungstermin zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum im April 2019 solle aber auf jeden Fall gehalten werden, sagte Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar. Es sei zur Zeit noch völlig unklar, ob die Glasfassade, mit der die Architektin Heike Hanada 2012 den Wettbewerb um das Museum gewonnen habe, überhaupt gebaut würde. Mehrere praktische Gründe sprächen gegen eine Glasfassade. Warum dies nicht schon früher bedacht wurde, ließ Seemann offen. Zur Zeit werde über eine alternative Betonfassade nachgedacht.

Berlinale-Filme erstmals online

Allerdings nur 300 Zugänge pro Film

Erstmals bietet die Berlinale eine Auswahl von Filmen für Zuschauer auch online an. Mit dem neuen Streaming-Angebot sollen Berlinale-Fans erreicht werden, die nicht zum Festival kommen können, teilten die Internationalen Filmfestspiele Berlin mit. Nach der Festivalvorführung könnten Internetnutzer in Deutschland die ausgewählten Filme online über die Plattform Festival Scope anschauen. Präsentiert würden so insgesamt acht Filme aus den Berlinale-Sektionen Panorama, Forum, Generation und Perspektive Deutsches Kino. Die Beiträge sollen vom Tag nach der Berlinale-Premiere bis zum 28. Februar auf www.festivalscope.com zur Verfügung stehen. Das neue Online-Angebot soll am Samstag starten und ist begrenzt auf 300 Zugänge beziehungsweise Tickets pro Film, hieß es. Eine einzelne Vorstellung wird zum Preis von drei Euro angeboten, ab fünf Vorstellungen kostet das Ticket jeweils zwei Euro.

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