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Kulturnachrichten

Mittwoch, 24. Februar 2021

Gesperrter "Monitor"-Beitrag wieder online

Facebook hat einen Film des WDR-Politikmagazins wieder freigegeben. In dem Beitrag ging es um den rassistisch motivierten Anschlag mit neun Toten in Hanau. Dabei wurde unter anderen die Frage thematisiert, ob die Behörden und insbesondere die Polizei versagt haben. Nach Veröffentlichung des Beitrages wurde er bei "Facebook" gesperrt und auch bei "Instagram", das zu "Facebook" gehört. Als Grund wurde ein Verstoß gegen Richtlinien der Sozialen Netzwerke genannt. Nun ist der Film wieder aufrufbar. Er sei irrtümlich gesperrt worden, man entschuldige sich für den Fehler, sagte ein "Facebook"-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Can Dündar stellt Gefängniszelle im Gorki-Theater auf

Mit der Adaption einer Gefängniszelle im Garten des Gorki-Theaters macht der im Berliner Exil lebende türkische Journalist Can Dündar auf politische Inhaftierungen in seiner Heimat aufmerksam. Der Raum sei mit beton-farbenen Gegenständen bestückt und mit Spiegelfolie optisch isoliert und an eine Zelle im Hochsicherheitsgefängnis Silivri angelehnt, sagte Dündar. Dort war auch der deutsche Journalist Deniz Yücel inhaftiert. Mit dessen Freilassung habe die Aufmerksamkeit in Deutschland nachgelassen, so Dündar. Die Situation sei aber unverändert schrecklich. Sobald die Corona-Bedingungen es zulassen, soll neben der Zelle auch eine Ausstellung zugänglich sein. In der Videoinstallation werden Texte Dündars zu Gegenständen inszeniert, die Geschichten politischer Gefangener in der Türkei erzählen.

Künstler fordern: Kultur mit Einzelhandel öffnen

Die Initiative "Aufstehen für die Kunst" will den Druck auf die Politik zur Öffnung von Kultureinrichtungen erhöhen und eine zeitgleiche Öffnung mit dem Einzelhandel erreichen. Theater, Opern und Konzerthäuser mit einem guten Hygienekonzept dürften nicht weiter pauschal geschlossen bleiben, bekräftigten in München die Organisatoren, zu denen auch der Opernsänger Christian Gerhaher zählt. Sollten Kultureinrichtungen bei weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen wieder übergangen werden, werde man beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einen Eilantrag stellen. Gerhaher vermutet bei Politikern ein geringes Interesse an den Künsten. Auch Kulturstaatministerin Monika Grütters fordert in einem Artikel in der Zeitschrift "Kultur und Politik" die Länder auf, bei Lockerungen Kultureinrichtungen mitzudenken: "Kultureinrichtungen waren die ersten, die schließen mussten, sie dürfen nicht die letzten sein, die wieder öffnen dürfen."

München erhält Mahnmal zur Bücherverbrennung

In München soll am 6. Mai ein Mahnmal unter dem Titel "Die Schwarze Liste" eröffnet werden. Das an die ersten von den Nationalsozialisten in der Stadt angeordneten Bücherverbrennungen erinnernde Werk stammt von dem US-amerikanischen Künstler Arnold Dreyblatt, wie die Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München, Mirjam Zadoff, bekanntgab. Der Stadtrat hatte dafür 2016 einen Kunstwettbewerb ausgelobt. Seinen Platz wird das Mahnmal am mutmaßlichen Ort der NS-Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 finden. Auf der zentralen Kiesfläche vor den Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz werde eine begehbare Scheibe aus glasfaserverstärktem Kunststoff in den Boden eingelassen. Sie habe einen Durchmesser von knapp acht Metern und trage einen Spirale aus 9.600 Buchstaben: 359 aneinandergereihte Buchtitel von 310 Autorinnen und Autoren, die vom NS-Regime und seinen Anhängern geächtet und verfemt worden seien.

Kinos wollen bundesweit Zeichen setzen

Vor Beginn der Berlinale wollen zahlreiche Kinos in Deutschland für eine Perspektive werben. Mehr als 300 Kinos sollen am Sonntagabend beleuchtet werden. "Nach vier Monaten wartet der Kinomarkt auf eine transparente, evidenzbasierte und verlässliche Wiedereröffnungsperspektive", teilte Christian Bräuer vom Branchenverband AG Kino - Gilde mit. Die Kinos sind wegen der Pandemie bundesweit geschlossen, auch viele andere Einrichtungen in Deutschland sind vorerst zu. Die Berlinale findet zunächst auch online statt - die Filmfestspiele in Berlin werden diesmal geteilt: Am Montag (1. März) beginnt ein digitaler Branchentreff, im Juni ist ein öffentliches Festival geplant.

RBB-Intendantin: UKW-Wellen zunächst erhalten

Die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Patricia Schlesinger, hat die UKW-Abschaltung von Radioprogrammen in den nächsten Jahren ausgeschlossen. Sie sagte im Medienausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, immer mehr Zuschauer und Hörer verabschiedeten sich vom klassischen linearen Empfangsgerät, gebrauchten intelligente Bildschirme, und die Angebote von unterschiedlichen Medienformen verschmölzen zunehmend. Dem müsse man mit Angeboten entsprechen. Schlesinger betonte zugleich: "Es heißt nicht, dass wir in den nächsten ein, zwei, drei Jahren eine Welle einstellen." Der RBB sei zurzeit mit seinen linearen Angeboten "extrem erfolgreich". Die Gewerkschaft ver.di hatte die geplante Neufassung des Staatsvertrags für den RBB als intransparent kritisiert und gefordert, dass ausnahmslos alle RBB-Hörfunkprogramme weiter linear erreichbar sind.

Uni Liverpool bietet Beatles-Master an

Die "Beatlemania" in Liverpool hat nun auch die Universität in der Heimatstadt der berühmten Band erreicht. Von September an werde der weltweit erste Master-Studiengang zu den "Fab Four" angeboten, teilte die Hochschule mit. "The Beatles: Music Industry and Heritage" (Die Beatles: Musikindustrie und Erbe) richte sich an Interessenten aus der Musik- und Kreativwirtschaft, aber auch an Beschäftigte von Museen, Galerien sowie aus Tourismus- und Freizeitindustrie. Dabei gehe es mehr um die umfassendere Untersuchung des Erbes, des Tourismus und der Kultur in Liverpool - und Großbritannien - als um die Rolle, die die Beatles dabei gespielt haben. Die vierköpfige Band hatte in den 1960er Jahren die Popmusik geprägt und ihre nordwestenglische Heimatstadt weltberühmt gemacht.

Pariser Gericht bestätigt Plagiatsurteil gegen Jeff Koons

Der US-Künstler Jeff Koons ist in einem Berufungsverfahren in Paris wegen unerlaubter Nachahmung einer Werbung des französischen Bekleidungsherstellers Naf-Naf verurteilt worden. Die Richter bestätigten ein im Jahr 2018 gefälltes Urteil zu Koons Werk "Fait d'Hiver". Zugleich erhöhten sie die Entschädigungszahlungen, die Koons dem geistigen Urheber der Werbung, Davidovici, leisten muss. Die Werbung zeigte ein Schwein vor einer auf dem Rücken liegenden Frau. Das Gericht urteilte, der Urheber dieser Zusammenstellung sei Davidovici. Zwar gebe es "Unterschiede" zwischen der Werbung und Koons Kunstwerk, allerdings seien die Ähnlichkeiten "vorherrschend". Die Arbeiten von Koons zählen zu den teuersten Kunstwerken weltweit.

Viele freischaffende Musiker in Berlin wollen aufgeben

Die Situation für freischaffende Musikerinnen und Musiker in der Corona-Pandemie ist nach Angaben des Landesmusikrates Berlin dramatischer denn je. Fast ein Drittel der Musikerinnen und Musiker in der Bundeshauptstadt erwäge ernsthaft, aus dem Beruf auszusteigen, zehn Prozent hätten es mit Stand Ende Januar schon getan, sagte die Präsidentin des Landesmusikrates, Hella Dunger-Löper, im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Es gebe zwar Corona-Hilfen für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, aber die Höhe sei nicht ausreichend: "Wenn jemand vor einem halben Jahr 5.000 Euro bekommen hat, dann reicht das nicht", sagte die Präsidentin. Dazu kämen "erhebliche" bürokratische Hürden. "Hier bedarf es einer Vereinfachung und einer Beratung", sagte Dunger-Löper.

Ein Drittel der bildenden Künstler lebt von gut 1000 Euro

Mehr als ein Drittel aller bildenden Künstler in Deutschland lebt von rund 1000 Euro im Monat. Laut Statistischem Bundesamt waren 2019 rund 123 300 Menschen in diesem Bereich tätig - als bildende Künstler, Kunsthandwerkerinnen, Fotografen oder kunsthandwerkliche Metallgestalter. 36 Prozent der bildenden Künstler hatten 2019 ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 1100 Euro. Die Armutsgrenze für Alleinlebende lag im Jahr 2019 bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 1074 Euro. Ein weiteres gutes Drittel befand sich in der Einkommensklasse 1100 bis 2000 Euro netto im Monat. Auf monatlich mehr als 2000 Euro netto kam lediglich rund ein Viertel der Erwerbstätigen. 60 Prozent der Erwerbstätigen in der untersten Gehaltsklasse waren Frauen, obwohl ihr Anteil an den Erwerbstätigen in der Bildenden Kunst lediglich 53 Prozent betrug.

DJ-Präsident warnt vor Sterben der Branche

Der Präsident des Berufsverbands Discjockey, Dirk Wöhler, warnt vor einem Sterben der Veranstaltungsbranche, sollte nicht schnell ein Öffnungs-Szenario mit Antigentests realisiert werden. Die Branche sei tot, wenn gewartet werde, bis alle geimpft seien, sagte der 51-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Künstler seien die Seele der Republik. Theaterchefs und Veranstalter haben jüngst ein umfassendes Konzept vorgelegt, das in mehreren Stufen die Rückkehr von Zuschauern vorsieht. Ein solches Öffnungs-Szenario kann sich Wöhler gut vorstellen. So könnten sich Besucher eines Konzerts zum Beispiel drei Tage vorher per App mit einem Schnelltest-Nachweis anmelden. Denkbar wäre, sich dann bis zu dem Event zu isolieren, sagte der Eventmanager aus Braunschweig.

Ntabozuko statt Berlin: Neue Ortsnamen in Südafrika

Südafrikas Regierung hat offiziell einer Umbenennung von Städte- und Flughafennamen zugestimmt. Die größte Stadt der Provinz am Ostkap heißt künftig nicht mehr Port Elizabeth, sondern Gqeberha. Der zuständige Kulturminister Nathi Mthethwa veröffentlichte die Namenswechsel im Amtsblatt. Das hatte sich wegen diverser Anwohner-Einwände lange hingezogen. Hintergrund ist das Bestreben der südafrikanischen Regierung, sich von alten Kolonialnamen zu trennen. Dazu gehören auch Namen, die Siedler aus Europa einst ihren Wohnorten gaben. So wird aus dem kleinen Ort Berlin künftig Ntabozuko. Schon in den vergangenen Jahren wurden Orte wie Pietersburg (Polokwane), Nylstroom (Modimolle), Witbank (eMahlahleni) oder Warmbaths (Bela-Bela) umbenannt.

Beatnik Lawrence Ferlinghetti ist tot

Der Verleger und Schriftsteller Lawrence Ferlinghetti hat sie alle zusammengeführt: Die Dichter der Beat Generation. Nun ist Ferlinghetti einen Monat vor seinem 102. Geburtstag gestorben. Der studierte Journalist hatte sich der Anti-Vietnamkriegs-Bewegung angeschlossen und nach seiner Promotion an der Pariser Sorbonne einen Buchladen für avantgardistische Literatur in San Franciso eröffnet, um mit einer Gegenkultur antikapitalistische Veränderungen voranzutreiben. Die Werke von Allen Ginsburg, Jack Kerouac und William S. Burroughs verlegte er teilweise selbst und produzierte damit in den 1950er Jahren Skandale. Seit 2003 war Mitglied der American Academy of Arts and Letters.

Verfahren gegen Depardieu wieder aufgenommen

Gegen Gérard Depardieu ermittelt die französische Justiz. Dem Schauspieler werden mehrere Vergewaltigungen einer Kollegin in seiner Wohnung in Paris 2018 vorgeworfen. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP. Die Klägerin habe das eingestellt Verfahren wieder in Gang gebracht. Der 72-Jährige bestreite ihre Anschuldigungen vollständig. Depardieu gehört zu den Großen des französischen Kinos und wurde in seiner langen Karriere mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet. In die Schlagzeilen geriet er auch, als er die Einladung des russischen Präsidenten Putin annahm, um in Frankreich Steuern zu sparen. Seit 2013 ist Depardieu russischer Staatsbürger.

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