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Donnerstag, 14.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 3. Februar 2019

Gottschalk erhält neuen Bayerischen Verdienstorden

Die Auszeichnung verglühte beim Brand seiner Villa in Malibu

Thomas Gottschalk hat nun Ersatz für seinen Bayerischen Verdienstorden bekommen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) überreichte dem Entertainer den Orden samt Urkunde in Gottschalks monatlicher Radiosendung im Bayerischen Rundfunk in München. Die Ehrung hatte der in Bamberg geborene Gottschalk 2001 aus den Händen des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) erhalten. Gottschalk hatte bei dem Brand im vergangenen November viele wichtige Unterlagen verloren. "In dem Safe, in dem alle Urkunden und Dokumente meiner gesamten Familie verglüht sind, befand sich auch mein Bayerischer Verdienstorden", schrieb der Entertainer dem Magazin "Der Spiegel".

Berlinale-Kartenverkauf beginnt

Lange Schlangen werden erwartet

Drei Tage vor der 69. Berlinale startet am Montag der Kartenverkauf. Traditionell bilden sich zum Verkaufsstart lange Schlangen, manche stellen sich schon nachts am Schalter an. Bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin vom 7. bis 17. Februar laufen rund 400 Filme. Eröffnet wird das Festival mit Lone Scherfigs Drama "The Kindness of Strangers".

Cardi B tritt nicht mit Maroon 5 beim Super Bowl auf

Band Maroon 5 stehen für Auftritt in Kritik

Rapperin Cardi B wird trotz ihres Songs "Girl Like You", den sie mit Maroon 5 veröffentlichte, nicht zusammen mit der Popband beim Super Bowl auftreten. "Es würde sich in meiner Seele falsch anfühlen", sagte die 26-Jährige der Website 'ET'.
Fans hatten noch spekuliert, ob Cardi B trotz ihrer Absage wegen der Kontroverse um Proteste innerhalb der Footballliga NFL mit Maroon 5 auf die Bühne kommen könnte. Die einst sehr begehrte Gelegenheit, in der Halbzeitshow bei dem Endspiel im Profi-Football aufzutreten, entwickelt sich für Maroon 5 zum Drahtseilakt. Mit 53 Millionen verkauften Alben und drei Grammys kann die kalifornische Band darauf hoffen, dass viele Fans die Show am Sonntagabend verfolgen. Die Halbzeitshow ist das größte TV-Ereignis des Jahres in den USA, vergangenes Jahr verfolgten es schätzungsweise 103 Millionen Menschen. Zugleich stehen Maroon 5 für den Auftritt in der Kritik. Der Anwalt von Quarterback Colin Kaepernick, der die Proteste gegen Polizeigewalt und Unterdrückung von Schwarzen begonnen hatte, kritisierte Maroon-5-Sänger Adam Levine für dessen Haltung. Der hatte die Zusage am Donnerstag damit begründet, dass er Musiker sei und kein Politiker.

Karikaturist Haderer mit "Göttinger Elch" 2019 geehrt

"Chronist unserer Geschichte" ausgezeichnet

Der Karikaturist Gerhard Haderer ist am Sonntag im Deutschen Theater in Göttingen mit dem Satirepreis "Göttinger Elch" ausgezeichnet worden. "Seit mehr als 30 Jahren ist er der Chronist unserer Geschichte mit all ihren Widrigkeiten und Skandalen", teilte die Preisjury mit. Haderer wurde 1951 im oberösterreichischen Leonding bei Linz geboren. Mit seinen fotorealistischen Cartoons halte er der Gesellschaft einen Spiegel vor, entlarve Missstände und Übeltäter und schaffe aus ernstem Zorn hohe komische Kunst, hieß es in der Begründung der Jury. Der Elchpreis wird für ein satirisches Lebenswerk vergeben und ist mit 3.333 Euro und einer silbernen Elchbrosche dotiert. Haderers Cartoons erscheinen unter anderem in den Zeitschriften "Titanic", "Geo", "Wiener" und "Trend". Bereits am Samstag wurde im Alten Rathaus der Stadt eine Ausstellung mit rund 140 Arbeiten des Künstlers eröffnet.

Sundance Filmfestival 2019 nach zehn Tagen zu Ende

Erste schwarze Frau mit Großem Preis der Jury ausgezeichnet

Zehn Tage lang haben sich beim Sundance Filmfestival im US-Bundesstaat Utah wieder unabhängige Kino-Produktionen vorgestellt. Bei seiner 35. Ausgabe zeigte sich das renommierte Festival nicht nur besonders politisch, sondern auch unterhaltsam und emotional. Der Hauptpreis ging an das Drama "Clemency" von Chinonye Chukwu, das sich um eine Wärterin in einem Hochsicherheitsgefängnis dreht, die mit den emotionalen Anforderungen ihres Jobs zu kämpfen hat. Die Filmemacherin Chukwu hat eine neue Barriere durchbrochen: Sie ist die erste schwarze Frau, die den Großen Preis der Jury, für ihre US-amerikanische Produktion gewonnen hat. Die deutsche Ko-Produktion "Monos" von Alejandro Landes gewann einen Spezialpreis der Jury.

Dirigent Helmut Steinbach ist tot

Frankfurter Musiker ist im Alter von 90 Jahren gestorben

Der Frankfurter Dirigent Helmut Steinbach ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das bestätigte am Samstag seine Frau Erika Steinbach, Leiterin der AfD-nahen Erasmus-Stiftung. Er starb am Dienstag, wenige Tage nach seinem 90. Geburtstag. Steinbach war 40 Jahre Bestandteil des Frankfurter Musiklebens und dirigierte in dieser Zeit mehrere Tausend Konzerte in der Mainmetropole. Neben großen klassischen und romantischen Werken galt sein Interesse selten gespielten Kompositionen und zeitgenössischer Musik. 1948 gründete Steinbach gemeinsam mit anderen Künstlern das Frankfurter Jugend-Symphonie-Orchester. Von 1955 bis Ende 1994 war Steinbach Chefdirigent der Konzerte im Palmengarten. 2003 zog er sich aus dem Konzertleben zurück.

Frühwerk von Picasso in Basel

Sammlung Beyeler zeigt Picassos Aufstieg zum weltweit gefeierten Künstler

In der Schweiz ist ab heute eine neue Ausstellung zum Frühwerk von Pablo Picasso zu sehen. Wie die Sammlung Beyeler im Kanton Basel mitteilte, sind die Werke aus Picassos früher Schaffensperiode in solcher Dichte und Qualität zum ersten Mal in Europa zu sehen. Bis 26. Mai sind rund 80 Kunstwerke der sogenannten Blauen und Rosa Periode aus den Jahren 1901 bis 1906 zu erleben, allesamt Meilensteine des berühmten Spaniers hin zum berühmtesten Künstler des 20. Jahrhunderts. Zu Beginn seiner Karriere schuf Picasso vor allem in Paris. Er porträtierte Nachtschwärmer wie Prostituierte und Alkoholkranke, suchte nach Sinnbildern für die existenziellen Fragen von Lebenslust und Tod, war fasziniert von der Welt der Gaukler und Zirkusleute. "Und nie wird er sentimental, immer wahrt er die Würde der Porträtierten. (...) Das Frühwerk (...) zeigt Picassos einzigartige emotionale Kraft", so Kurator Raphael Bouvier. "Picasso ist ein Mythos. Aber umso wichtiger ist es, in dieser Ausstellung die Gelegenheit zu haben, Originale zu erleben und einen suchenden und aufstrebenden Künstler zu entdecken", sagte Picassos Sohn Claude.

Rechte am Kertész-Archiv bleiben in Budapest

Furcht vor politischer Indienstnahme des Schriftstellers durch die Orbán-Regierung

Der Rechtsstreit um den Nachlass des 2016 verstorbenen ungarischen Literaturnobelpreisträgers Imre Kertész zwischen der Berliner Akademie der Künste und dem Budapester Kertész-Institut hat sich nun zugunsten Ungarns entschieden. Während der größte Teil seines physischen Archivs auf Kertész' eigenen Wunsch nach Berlin kam und dort auch bleiben wird, gehen die Urheberrechte nun dauerhaft nach Budapest, berichtet "Der Tagesspiegel". Magda Kertész, die Witwe des Schriftstellers, hatte am 30. August 2016 auf ihrem Sterbebett eine Schenkungsurkunde unterzeichnet, die einer regierungsnahen Stiftung sämtliche Nutzungsrechte am geistigen Nachlass ihres Mannes überlässt. Dagegen hatte ihr Sohn Marton T. Sass vergeblich geklagt. Die veröffentlichten Bücher sind von der Situation nicht betroffen, unveröffentlichte Texte wie das in der aktuellen Ausgabe von "Sinn und Form" abgedruckte Tagebuch zur Entstehung des "Roman eines Schicksallosen" bedürfen nun einer ausdrücklichen Genehmigung. Mit dem Auseinanderfallen des 2012 in Berlin eröffneten Archivs und der Erforschung und Edition des Werks in Budapest verbindet sich die Furcht vor einer politischen Indienstnahme des Schriftstellers durch die Orbán-Regierung. Die Akademie der Künste hat für die weitere Erschließung des Nachlasses unterdessen eine neue Stelle eingerichtet und mit Katalin Madácsi-Laube besetzt.

Goya-Verleihung: "Campeones" als bester Film gekürt

Komödie verändert die Einstellung der Spanier zu behinderten Menschen

Die spanische Komödie "Campeones" (Wir sind Champions) von Javier Fesser ist bei der diesjährigen Verleihung der Goya-Preise als bester Film geehrt worden. Starregisseur Pedro Almodóvar überreichte die Auszeichnung in der Nacht zum Sonntag in Sevilla. "Campeones" handelt von einem Basketballtrainer, der sich wegen privater und beruflicher Probleme dem Alkohol zuwendet und einen Autounfall verursacht. Er wird zu Sozialstunden verurteilt und muss ein Team aus Spielern mit Behinderungen trainieren. "Campeones" war im vergangenen Jahr mit 3,2 Millionen Besuchern ein großer kommerzieller Hit in den spanischen Kinos. Regisseur Fesser sagte, der Film habe die Einstellung der Spanier zu behinderten Menschen verändert. Diese würden nun vielfach als "Campeones" bezeichnet. Den Preis als bester europäischer Film erhielt "Cold War" von Pawel Pawlikowski. Das mexikanische Filmdrama "Roma" von Alfonso Cuarón gewann in der Kategorie "bester iberoamerikanischer Film".

Andreas Gabalier nimmt Valentin-Orden entgegen

Musiker wirft seinen Kritikern Intoleranz vor

Der österreichische Sänger Andreas Gabalier ist in München mit dem Karl-Valentin-Orden der Faschingsgesellschaft Narrhalla ausgezeichnet worden. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass Karl Valentin sich zeitlebens als Volkssänger gesehen habe und Gabalier quasi ein "Volkssänger 2.0" sei. Wie kein anderer verstehe er es, volkstümliche Musik mit Stadionrock zu verbinden. In seiner Dankesrede wies der Sänger erneut alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück: "Wenn alle Leute so tolerant wären wie ich, ich glaube, dann hätten wir auf dieser Welt überhaupt keine Sorgen", sagte Gabalier. Die Verleihung hatte schon vorab Wirbel ausgelöst. Seine Musik habe gar nichts mit der Kunst von Karl Valentin zu tun, kritisierte etwa Sabine Rinberger vom Valentin-Karlstadt-Musäum. Zudem warf sie dem 34-Jährigen - ebenso wie andere Kritiker - rechtspopulistische, homophobe und frauenfeindliche Tendenzen vor. Dagegen nannte Alt-Rock'n'Roller Peter Kraus Gabalier in seiner Laudatio einen "jungen, gut aussehenden Lederhosenfreak". Dieser habe den Rock'n'Roll zu neuen Höhen empor katapultiert, sagte der 79-Jährige.

Binoche: #MeToo-Debatte war notwendig

Französische Schauspielerin schlägt bei Machobemerkungen zurück

Für die französische Schauspielerin Juliette Binoche ist die #MeToo-Debatte so wichtig wie die feministische Bewegung in den 70er Jahren. "Und wir sind noch nicht am Ende", sagte sie dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Es gebe immer noch eine Art von Rassismus gegenüber Frauen. "Bemerkungen können sehr verletzend sein." Viele Männer machten sich das nicht klar, weil ihnen nicht bewusst sei, wie sehr sich Frauen über Generationen unterordnen mussten. "Ich reagiere sofort auf Machobemerkungen, da schlage ich umgehend zurück." Der rote Teppich gehöre zu ihrem Beruf. Es sei ein Ritual, das Stars erst zu Stars mache. "Es verschafft mir aber auch Aufmerksamkeit, Macht. Man hört mir zu, wenn ich mich zu Themen äußere, die mir wichtig sind." Binoche ist Präsidentin der diesjährigen Berlinale-Jury. Das Festival beginnt am Donnerstag.

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