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Donnerstag, 18.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 19. Februar 2018

Afrikanischer Filmemacher Ouédraogo gestorben

Er erhielt Filmauszeichnungen in Cannes und Berlin

Der Regisseur und Produzent Idrissa Ouédraogo ist tot. Der Verband der Filmemacher von Burkina Faso teilte mit, Ouédraogo sei in seinem Heimatland mit 64 Jahren einer Krankheit erlegen. Ouédraogo produzierte mehr als 40 Filme - darunter "Tilai" - mit dem er beim Filmfestival in Cannes 1990 den Großen Preis der Jury gewann. 1993 wurde sein Film "Samba Traoré" beim Filmfestival in Berlin mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Ouédraogo war auch Jurymitglied des panafrikanischen Filmfestival Fespaco. Der Präsident von Burkina Faso würdigte Ouédraogo bei Twitter als riesiges Talent. Der Filmemacher habe geholfen, burkinisches und afrikanisches Kino über die Grenzen hinweg bekannt zu machen.

Finanzierung der Klassik Stiftung Weimar gesichert

Großteil der Gelder bis 2021 von Land und Bund

Die Klassik Stiftung Weimar ist bis Ende 2021 finanziell gesichert. Das Land Thüringen, der Bund und die Stadt Weimar haben das entsprechende Abkommen unterzeichnet, wie die Thüringer Staatskanzlei in Erfurt mitteilte. Die Stiftung ist mit rund 20 Museen, Schlössern, historischen Häusern und Parks sowie Kunst- und Literatursammlungen eine der größten Kultureinrichtungen Deutschlands. Elf der Liegenschaften sind in der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgeführt. In diesem Jahr wird die Kulturstiftung rund 25 Millionen Euro erhalten, jeweils 11,5 Millionen Euro von Bund und Land, die Stadt Weimar beteiligt sich mit 2 Millionen Euro. Ab 2019 soll der Gesamtförderbetrag jährlich auf 26 Millionen Euro erhöht werden.

"Journalist des Jahres"-Sonderpreis für Deniz Yücel

Gewürdigt werden auch #FreeDeniz-Unterstützer für Meinungsfreiheit

Der nach einem Jahr Untersuchungshaft in der Türkei freigekommene "Welt"-Journalist Deniz Yücel erhält einen Sonderpreis bei der Auszeichnung "Journalist des Jahres". Er und sein Unterstützerkreis #FreeDeniz werden am Montagabend in Berlin für ihren beharrlicher Kampf für das Recht auf freie Meinungsäußerung geehrt. Das hatte die Jury bereits im Dezember mitgeteilt. Yücel und #FreeDeniz hatten auch die vollständiger Freilassung der in der Türkei zu Unrecht inhaftierten Journalisten gefordert. Deniz Yücel war am Freitagabend in Berlin angekommen, hat Deutschland inzwischen aber wieder verlassen. "Ich bin nicht in Deutschland. Aber ich bin unter Freunden" schrieb Yücel auf Twitter. Ein Istanbuler Gericht hatte letzte Woche seine Haftentlassung verfügt. Das Verfahren, u.a. wegen "Propaganda für eine Terrororganisation", geht aber weiter.

Wikipedia-Programm endet in Entwicklungsländern

Stiftungs-Kooperation ermöglichte Gratis-Zugang zum Online-Lexikon

Die Stiftung hinter der Wikipedia lässt ein seit 2012 laufendes Bildungsangebot in Entwicklungsländern auslaufen, wie die Wikimedia-Stiftung mitteilte. Das Wissensportal hatte gemeinsam mit rund 90 Mobilfunkanbietern erreicht, dass mehr als 800 Millionen Menschen kostenlos mit ihrem Telefon das Online-Lexikon nutzen konnten. Seit 2016 sei das Interesse an dem Projekt durch Veränderungen bei den Datentarifen gesunken aber auch, weil die Wikipedia außerhalb von Nordamerika und Europa weniger bekannt sei. Man wolle mit neuen Projekten und Partnerschaften den Bekanntheitsgrad steigern, so die Stiftung.

Deutsche Band Schiller plant weitere Konzerte in Iran

Moderate politische Führung hatte bereits im Dezember Konzerte zugelassen

Anfang März soll die Band Schiller erneut Konzerte in Irans Hauptstadt Teheran spielen. Nach Angaben des iranischen Musikportals Ritmeno starteten am Montag die Reservierungen für drei Auftritte vom 4. bis 6. März in der Musikhalle des Innenministeriums. Seit Hassan Ruhani zum Präsidenten von Iran gewählt wurde hat die politische Führung den streng islamischen Kurs gelockert. Als erste westliche Band seit rund 40 Jahren konnte Schiller darum bereits im Dezember in Teheran mehrere ausverkaufte Konzerte in der Islamischen Republik Iran veranstalten. Das deutsche Musikprojekt Schiller um Bandgründer Christopher von Deylen gehört unter Elektronik-Fans in Iran schon seit Jahren zu den beliebtesten europäischen Musikgruppen.

Britischer Filmpreis Bafta für "Three Billboards..."

Frances Mc Dormand und Gary Oldman erhalten Darstellerpreise

Das Drama "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" des britischen Regisseurs Martin McDonagh ist bei der Verleihung der britischen Bafta-Preise als bester Film ausgezeichnet worden. Die britische Film- und Fernsehakademie (Bafta) verlieh den Machern des Films bei der Gala am Sonntagabend in London die begehrteste Auszeichnung der britischen Filmbranche. Der Streifen setzte sich unter anderem gegen hochgelobten "The Shape oft Water" von Guillermo del Toro durch. Die Hauptdarstellerin von "Thee Billboards", Frances McDormand, wurde zur besten Darstellerin gekürt. Den Preis für den besten männlichen Darsteller erhielt Gary Oldman. Der britische Schauspieler hatte für seine Rolle in "Die dunkelste Stunde" bereits einen Golden Globe erhalten und galt deshalb als Favorit für die wichtigste Auszeichnung der britischen Filmbranche.

Deutscher Kleinkunstpreis vergeben

Höchst dotierter Preis seiner Art in Deutschland

Die politische Kabarettistin Simone Solga, der Musikpoet Marco Tschirpke und Comedy-Schriftsteller Torsten Sträter sind am Sonntag mit dem Deutschen Kleinkunstpreis 2018 ausgezeichnet worden. Der österreichische Kabarettist Andreas Vitásek erhielt den Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz zum Deutschen Kleinkunstpreis. Der Förderpreis der Stadt Mainz zum Kleinkunstpreis wurde Poetry-Slammerin Lisa Eckhart aus Österreich überreicht. Die vom Mainzer Theater Unterhaus gestiftete Auszeichnung ist mit insgesamt 25 000 Euro als der höchst dotierte Preis seiner Art in Deutschland.

"Stark und ehrlich" - Positives Echo für Utøya-Film

Überlebende und Hinterbliebene loben das norwegische Attentatsdrama

Bevor das norwegische Drama "Utøya, 22. Juli" am Montag im Wettbewerb der Berlinale ins Rennen geht, haben Überlebende und Hinterbliebene des Attentats auf der Insel Utøya den Film bereits anschauen können. Es sei ein "sehr starker und authentischer Film", sagte die Leiterin der Opfer-Selbsthilfegruppe, Lisbeth Kristine Røyneland, der Deutschen Presse-Agentur. "Er ist ehrlich und auf eine Art gewalttätig und brutal. Aber in jedem Fall nicht brutaler als das, was ich in meinem eigenen Kopf habe." Røyneland verlor bei dem Terroranschlag am 22. Juli 2011 in Oslo und auf der Fjordinsel ihre Tochter. Der Film von Regisseur Erik Poppe komme nun zum richtigen Zeitpunkte, sagte sie, weil er den Fokus weg von Attentäter Anders Breivik zurück auf die Opfer lenke.

Berlinale-Gewinner Nazif Mujić gestorben

Familie bestätigt Tod des bosnischen Preisträgers von 2013

Es klang einst wie ein märchenhafter Aufstieg, als der bosnische Schrotthändler Nazif Mujić 2013 auf der Berlinale den Silbernen Bären als bester Hauptdarsteller gewann. Heute bestätigte seine Familie, dass Mujić am Wochenende in seinem Heimatdorf gestorben sei. Der bekannte bosnische Filmregisseur und Oscar-Gewinner Danis Tanović hatte Mujić´s tragische Lebensgeschichte verfilmt. Im Winter 2011 erwarteten er und seine Frau Senada ihr drittes Kind. Als es plötzlich im Mutterleib starb, änderte sich ihr Leben dramatisch. Sie hatten weder eine Krankenversicherung, noch genügend Bargeld, um die nötige Operation zu bezahlen. Mit einem illegalen Trick gelang es erst im letzten Moment das Leben der Ehefrau zu retten. Das Paar wirkte an dem halb-dokumentarischen Film in den Hauptrollen mit, der zu einem Riesenerfolg wurde. Auf der Berlinale 2013 erhielt Tanović dafür den Großen Preis der Jury. Aber dem Darsteller Mujić brachte der Silberne Bär für die beste Hauptrolle wenig neues Glück. Ein Asylantrag in Deutschland scheiterte. Er war wegen Geldsorgen gezwungen, den Silbernen Bär für 4000 Euro zu verkaufen. Zu einer letzten, geplanten Reise zur diesjährigen Berlinale kam es nach Auskunft der Familie nicht mehr.

Künstlerin Yoko Ono wird 85 Jahre alt

2018 gibt es zahlreiche Ausstellungen mit ihren Werken

Die Künstlerin und John-Lennon-Witwe Yoko Ono feiert heute ihren 85. Geburtstag. Viele Menschen kennen sie vor allem als Frau des ermordeten Beatles-Sängers, dabei führte sie ein eigenes Leben als erfolgreiche Künstlerin. Erst kürzlich zeigte sie sich beim "Women's March" in New York mit einem "Imagine Peace"-Schild wieder auf ihrer Friedensmission. Seit dem Tod Lennons 1980 verteidigt Ono seinen Nachlass, macht weiter Kunst und kämpft für den Weltfrieden. Onos Kunst ist rund um die Welt zu sehen - für 2018 sind Ausstellungen mit ihren Werken unter anderem in Kanada, Island, den USA, Südafrika und in Deutschland angekündigt.

Jazz-Geiger Didier Lockwood ist tot

Er spielte mit Jazz-Größen wie Miles Davis und Herbie Hancock

Der französische Jazz-Geiger Didier Lockwood ist gestorben. Das berichteten französische Medien. Demnach war der vielfach ausgezeichnete Musiker am Samstag noch in Paris aufgetreten. Nach Angaben seines Agenten erlag der 62-Jährige einem Herzinfarkt. Er veröffentlichte in seiner jahrzehntelangen Karriere 30 Alben, absolvierte rund 4000 Auftritte und spielte mit Jazzgrößen wie Miles Davis und Herbie Hancock. In den letzten Jahren war er auch als Komponist tätig und brachte mehrerer Konzerte und Opern heraus. Frankreichs Kulturministerin Françoise Nyssen (Nüsenn) würdigte ihn auf Twitter als „gewaltigen französischen Jazz-Geiger, der ohne Unterlass neue musikalische Horizonte erforscht hat und sich mit Leidenschaft für die Förderung der künstlerischen und kulturellen Bildung engagiert hat."

Sylvain Cambreling unterzeichnet Vertrag in Hamburg

Nachfolge bei Hamburger Symphonikern geregelt

Der Generalmusikdirektor der Oper Stuttgart, Sylvain Cambreling, hat in Hamburg seinen Vertrag als neuer Chefdirigent der Hamburger Symphoniker unterzeichnet. Der Franzose folgt zur Spielzeit 2018/19 auf Sir Jeffrey Tate, der 2017 gestorben war. "Meine Begegnung mit den Symphonikern Hamburg war eine auf Anhieb beglückende künstlerische Erfahrung", sagte Cambreling. Die Laeiszhalle atme nicht nur eine reiche Tradition, sondern gehöre zu den am schönsten klingenden Sälen der Welt. "Es ist eine Ehre und berührt mich, als Chefdirigent meinem Freund Jeffrey Tate nachzufolgen." Cambreling, 1948 in Amiens geboren, ist seit 2012 Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart. Außerdem ist der 69-Jährige erster Gastdirigent des Klangforums Wien und seit 2010 Chefdirigent des Yomiuri Nippon Symphony Orchestra in Tokio.

Weinstein Company entlässt Studio-Präsidenten

David Glasser muss nach Klage wegen sexueller Übergriffe gehen

Nach einer Klage wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe in der Weinstein Company hat sich das Unternehmen von seinem Studio-Präsidenten David Glasser getrennt. Der Vorstand habe sich einstimmig zu dem Schritt entschieden, berichtete das Portal "Deadline" unter Berufung auf die Firma. New Yorks Staatsanwalt Eric Schneiderman hatte vergangene Woche Klage gegen das frühere Unternehmen von Filmproduzent Harvey Weinstein eingereicht, dem Dutzende Frauen sexuelle Übergriffe vorwerfen. Geschäftsführung und Vorstand wussten laut Staatsanwaltschaft von dessen Verhalten und hätten es dennoch jahrelang hingenommen. Weinstein war bereits im Oktober entlassen worden. Er hatte das Studio zuvor mit seinem Bruder Bob sowie Glasser geleitet. Dieser hatte zuletzt nach einem potenziellen Käufer gesucht, um die drohende Pleite der Firma abzuwenden, und war CNN zufolge auch der Haupt-Ansprechpartner bei Schneidermans Ermittlungen. Der bevorstehende Verkauf der Firma an eine Investorengruppe wurde wegen der Zivilklage in letzter Minute gestoppt.

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Kompressor

70 Jahre FSK Was Kinder sehen dürfen
Ein Filmausschnitt aus "Gier nach Liebe" (1955), mit dem "zu" tiefen Dekolletee von Brigit Bardot und der dazugehörigen Zurückweisung der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Aufgenommen am 10.09.2011 im Deutschen Filmhaus in Wiesbaden. Das Deutsche Filmhaus in Wiesbaden zeigte vom 20. September bis zum 31. Oktober 2011 unter dem Motto "Die erotischen 50er" Filmplakate, Ausschnitte und Werbematerial von "Skandalfilmen" aus den 50er Jahren. Viele der Filme lösten zum Teil politische Debatten über Erotik und Moral aus.  (dpa / Fredrik von Erichsen)

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, die Altersempfehlungen für Filme vergibt, feiert Geburtstag. Als erstes prüfte die FSK vor genau 70 Jahren den Film "Intimitäten". Wie der Prüfalltag heute aussieht, berichtet die Gutachterin Annette Lohse.Mehr

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