Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Montag, 23.09.2019
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Kulturnachrichten

Freitag, 16. Februar 2018

Drehbuchpreis für Visar Morina und "Exil"

Morina bekommt 10 000 Euro, eine Lola-Trophäe und vielleicht weitere Förderung

Der Deutsche Drehbuchpreis 2018 geht an Visar Morina und sein Projekt "Exil". Die nationale Auszeichnung für das beste unverfilmte Drehbuch ist mit 10 000 Euro, einer Lola-Trophäe und der Aussicht auf weitere Förderung verbunden. Sie wird traditionell während der Berlinale verliehen. Kulturstaatsministerin Monika
Grütters betonte laut einer Mitteilung: "Die Fantasie der Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren kennt keine Grenzen und keine Vorschriften." Sie seien es, die mit eben dieser Fantasie die DNA eines jeden Films erschaffen und neue Welten eröffnen, so die CDU-Politikerin. In "Exil" geht es um einen Akademiker und Familienvater albanischer Herkunft, der sich gemobbt, betrogen, verraten und bedroht fühlt.

Bauhaus-Museum eröffnet ohne Fassade

Eröffnungstermin zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum soll aber gehalten werden

Das Bauhaus-Museum Weimar wird zur Eröffnung im kommenden Jahr keine fertige Fassade besitzen. Der Eröffnungstermin zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum im April 2019 solle aber auf jeden Fall gehalten werden, sagte Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar. Es sei zur Zeit noch völlig unklar, ob die Glasfassade, mit der die Architektin Heike Hanada 2012 den Wettbewerb um das Museum gewonnen habe, überhaupt gebaut würde. Mehrere praktische Gründe sprächen gegen eine Glasfassade. Warum dies nicht schon früher bedacht wurde, ließ Seemann offen. Zur Zeit werde über eine alternative Betonfassade nachgedacht.

Berlinale-Filme erstmals online

Allerdings nur 300 Zugänge pro Film

Erstmals bietet die Berlinale eine Auswahl von Filmen für Zuschauer auch online an. Mit dem neuen Streaming-Angebot sollen Berlinale-Fans erreicht werden, die nicht zum Festival kommen können, teilten die Internationalen Filmfestspiele Berlin mit. Nach der Festivalvorführung könnten Internetnutzer in Deutschland die ausgewählten Filme online über die Plattform Festival Scope anschauen. Präsentiert würden so insgesamt acht Filme aus den Berlinale-Sektionen Panorama, Forum, Generation und Perspektive Deutsches Kino. Die Beiträge sollen vom Tag nach der Berlinale-Premiere bis zum 28. Februar auf www.festivalscope.com zur Verfügung stehen. Das neue Online-Angebot soll am Samstag starten und ist begrenzt auf 300 Zugänge beziehungsweise Tickets pro Film, hieß es. Eine einzelne Vorstellung wird zum Preis von drei Euro angeboten, ab fünf Vorstellungen kostet das Ticket jeweils zwei Euro.

Brandenburg gibt mehr Geld für freie Theater aus

Freie Theater stärkten das regionale kulturelle Leben

Das Land Brandenburg unterstützt in diesem Jahr die Freie Theaterszene mit 1,4 Millionen Euro. Das gab das Kulturministerium bekannt. Die Fördersumme sei damit 400 000 Euro höher als im vergangenen Jahr. Das Geld soll fünf Theatern zugute kommen. Diese erhalten 715 000 Euro. Projekte von 10 weiteren freien Theatern werden mit 325 000 Euro gefördert. Landesweit gibt es in rund 70 Städten und Gemeinden Aufführungen freier Theater. Die Freien Theater stärkten das regionale kulturelle Leben, sagte Kulturministerin Martina Münch (SPD). Das Land unterstütze diese hervorragende Arbeit gerne.

Peter Gorschlüter wird Direktor des Museum Folkwang

Der Kurator und Kunstwissenschaftler tritt Leitung zum 1. Juli an

Neuer Direktor des Museum Folkwang in Essen wird Peter Gorschlüter. Der 43 Jahre alte Kurator und Kunstwissenschaftler ist seit 2010 stellvertretender Direktor des MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main. Gorschlüter nannte die Übernahme der Leitung "eine spannende Aufgabe". Das Museum Folkwang ist eines der renommiertesten deutschen Kunstmuseen. Zur Sammlung gehören Werke der Malerei und Skulptur des 20. Jahrhunderts, der klassischen Moderne, der Kunst nach 1945 sowie der Fotografie. Gorschlüter übernimmt die Leitung zum 1. Juli 2018 vom bisherigen Direktor, Tobia Bezzola, der in gleicher Funktion an das Kunstmuseum Museo d'arte della Svizzera italiana (MASI) in Lugano wechselt.

Journalist Deniz Yücel ist aus Haft entlassen

"Welt"-Korrespondent war über ein Jahr in der Türkei inhaftiert

Die Türkei hat den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel freigelassen. Yücel saß ein Jahr ohne Anklage wegen Terrorvorwürfen im Gefängnis. Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge wurde der Journalist nun aus der Untersuchungshaft entlassen, weil die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhob. Die Behörde fordert 18 Jahre Haft. Laut "Welt" verfügte das Gericht in Istanbul aber keine Ausreisesperre für den Reporter. Journalistenverbände reagierten mit Freude und Erleichterung auf die Nachricht von der Freilassung. DJV-Chef Überall wies aber darauf hin, dass noch etwa 150 weitere Journalisten in der Türkei im Gefängnis säßen. Am Tag der Haftentlassung Yücels hat ein türkisches Gericht drei prominente türkische Journalisten wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung zu lebenslanger Haft verurteilt.

WWF beklagt Elfenbeinhandel in buddhistischem Heiligtum

Elefanten sind in Myanmar eine gefährdete Tierart

Die Tierschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) hat der buddhistischen Shwedagon Pagode in Myanmar massenhaften Handel mit Elfenbeinprodukten vorgeworfen. Mindestens 30 Prozent der Läden auf dem Gelände des wichtigsten buddhistischen Heiligtums von Myanmar verkauften unter der Hand Statuen und Schmuck aus Elfenbein sowie andere Wildtierprodukte wie Kämme aus den Panzern von Schildkröten, heißt es in einer aktuellen Untersuchung von WWF. Die Kunden seien vor allem chinesische Touristen. Immer mehr Länder in Asien verbieten den Handel mit Wildtierprodukten wie Elfenbein. In China trat am 1. Februar ein entsprechendes Handelsverbot in Kraft. Jetzt wo China den Wildtierhandel verboten habe, könne sich der Markt nach Myanmar verlagern, so die Warnung des WWF. Elefanten sind in Myanmar, dem ehemaligen Birma, eine gefährdete Tierart.

Bibliothek Ralph Giordanos in Hamburger Gedenkstätte

Bücher seien wertvolle Ergänzung für vorhandene Präsenzbibliothek

In der Hamburger KZ-Gedenkstätte Neuengamme ist die Bibliothek des jüdischen Schriftstellers und Regisseurs Ralph Giordano eröffnet worden. Damit wolle Hamburg das Andenken an "diesen klugen Mahner und streitbaren Journalisten" weiter bewahren, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD). Giordano wurde als Kind einer jüdischen Musiker-Familie in Hamburg-Barmbek geboren und überlebte den Nationalsozialismus mit seiner Familie in einem Keller in Hamburg. Nach dem Krieg war er als Journalist und Filmemacher tätig. 1982 veröffentlichte Giordano den autobiografisch geprägten Roman "Die Bertinis", an dem er fast 40 Jahre lang gearbeitet hatte. Die lebenslange Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus spiegele sich auch in seinen Büchern wider, hieß es. Die rund 3.300 Bücher seien eine wertvolle Ergänzung für die vorhandene Präsenzbibliothek und hätten in der KZ-Gedenkstätte eine gute Heimat gefunden.

Augsburg kauft Hände und Totenmaske Bertolt Brechts

Helene Weigel hatte Gips-Exponate in Auftrag gegeben

Die Stadt Augsburg hat einen Abguss der Hände und eine Totenmaske Bertolt Brechts erworben. Das Werk stammt aus dem Nachlass des Künstlers Hainer Hill (1913-2001), wie die Stadt mitteilte. Nach dem Tode Brechts hatte laut Mitteilung seine Ehefrau Helene Weigel den Bildhauer Fritz Cremer damit beauftragt, ihrem Mann die Totenmaske abzunehmen. Da er Brecht sehr nahe stand, bat Cremer wiederum seinen damaligen Meisterschüler Gerhard Thieme, dies zu übernehmen. Anders als für die Maske gebe es für die Hände keine gesicherte Dokumentation, erklärte auf Nachfrage Sarah Klein von den Kunstsammlungen und Museen Augsburg. Es bestünden aber gleichwohl keine Zweifel an der Herkunft des Abgusses. Anlässlich des 120. Geburtstags Brechts werden die Gips-Exponate im Augsburger Brechthaus erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Der Dichter und Dramatiker wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren; er starb 1956 in Berlin.

Umstrittener Umbau der Berliner Hedwigskathedrale erlaubt

Berliner Senatskulturverwaltung erteilt "weitgehend" Genehmigung

Die Berliner Senatsverwaltung hat als oberste Denkmalschutzbehörde dem geplanten Umbau der Sankt-Hedwigs-Kathedrale "weitgehend" die denkmalrechtliche Genehmigung erteilt. Das Bauvorhaben des Erzbistums Berlin gilt als umstritten, weil es vorsieht, die zentrale Bodenöffnung mit Freitreppe zur Unterkirche zu schließen. Der renommierte Architekt Hans Schwippert hatte diese Raumfassung beim Wiederaufbau der kriegszerstörten Bischofskirche 1960 angelegt. Nach dem erstplatzierten Wettbewerbsentwurf soll stattdessen der Altar ins Zentrum des Rundbaus rücken. Dies ist nach Auffassung der Leitung und der meisten Gremien des Erzbistums notwendig, um nach den gegenwärtigen kirchlichen Vorgaben Gottesdienst zu feiern. Kritiker wenden dagegen ein, dass die Innengestaltung ein Denkmal von höchstem Wert darstelle und eine Sanierung ausreiche. Konkrete Angaben über die Auflagen für den Umbau machte das Landesdenkmalamt zunächst nicht.

Opfer-Initiative "Speak-Up" verliest Manifest auf Berlinale

Webseite soll schon beim Berliner Festival helfen

Mit der Verlesung ihres Manifests startet die Initiative "Speak-Up" für Missbrauchsopfer morgen auf der Berlinale. "Speak-Up" will Opfern von sexuellen Übergriffen als erste Anlaufstelle dienen, den Dialog fördern und an andere Hilfevereinigungen weiter verweisen. Eine der Initiatorinnen von "Speak-Up", Daniela Elstner, vor 20 Jahren selbst Opfer eines Vergewaltigungsversuchs, war im Deutschlandfunk Kultur überzeugt davon: "Hätte ich damals so etwas gehabt, wäre vielleicht mein Leben danach etwas anders verlaufen". Da es nicht nur darum gehe, einzelne Personen an zuklagen, sondern an den Strukturen etwas zu ändern, wolle "Speak-Up" auch Schulungen für Führungskräfte und für Arbeitnehmer anbieten, um diese für das Thema zu sensibilisieren. Es gehe um den Dialog und das sich Bewusstwerden dessen, was in den Firmen passiere. "Das Problem ist wirklich nicht gehört zu werden und nicht ernst genommen zu werden", so Elstner, die Chefin des internationalen Filmvertriebs "Doc & Film" ist. Am 17. Februar soll das Manifest der Initiative auf der Berlinale verlesen werden.

Kulturnachrichten hören

Februar 2018
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 1 2 3 4

Fazit

Zum Tod von Sigmund JähnDer Kosmonaut der Herzen
Sigmund Jähn, früherer Kosmonaut und erster Deutscher im Weltall, steht im Kosmonautenzentrum in Chemnitz vor dem Modell des Raumschiffes Mir. Jähn besuchte die Einrichtung aus Anlass des 40. Jahrestages der Namensgebung Kosmonautenzentrum "Sigmund Jähn". (Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

"Ein unglaublicher Brückenbauer" sei Sigmund Jähn gewesen, sagt Raumfahrt-Experte Dirk Lorenzen über den deutschen Raumfahrt-Pionier, der nun im Alter von 82 Jahren gestorben ist. In der Bundesrepublik hätte Jähn mehr gewürdigt werden müssen.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur