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Kulturnachrichten

Freitag, 24. Februar 2017

Unesco vereinbart Schutz von irakischen Kulturgütern

Ein Aktionsplan soll beschädigte Kulturstätten in ehemaligen IS-Gebieten retten

Die Unesco hat mit dem Irak einen Aktionsplan zum Schutz beschädigter Kulturgüter in den aus der Hand der Terrormiliz Islamischer Staat befreiten Gebieten vereinbart. "Wir wissen, dass der Schaden schwerwiegend ist", sagte der Vizedirektor der UN-Kulturorganisation, Francesco Bandarin, nach einem zweitägigen Expertentreffen in Paris. Kurzfristig stellt die Unesco Mittel bereit, um dabei zu helfen, Plünderungen und weitere Zerstörungen zu vermeiden - einen Geldbetrag nannte Bandarin allerdings nicht. Mittelfristig sollen dann Wissenschaftler die Schäden erfassen, bevor langfristig die Restaurierung beschädigter Kulturgüter in Angriff genommen werden könnte. Man müsse dabei eher in Jahrzehnten als in Jahren denken. Als Beispiele für zu schützende Stätten nannte der irakische Kulturminister das Museum von Mossul und den Tempel von Nimrud.

Shermin Langhoff erhält Bundesverdienstkreuz

Zum Internationalen Frauentag zeichnet Bundespräsident Gauck 16 engagierte Frauen aus

Shermin Langhoff wird zusammen mit 15 weiteren engagierten Frauen für ihr langjähriges, herausragendes Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Intendantin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters sei eine viel beachtete Stimme zu Fragen der Integration, heißt es von der Ordenskanzlei im Bundespräsidialamt. Sie bringe innovativ die Themen auf die Bühne, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland mit bestimmen und mache dabei neue Perspektiven erfahrbar. Bundespräsident Joachim Gauck wird die Auszeichnungen am 8. März überreichen.

Dieter-Hildebrandt-Preis für Josef Hader

Hader spiele mit der Form des Kabaretts und den Erwartungen des Publikums

Josef Hader, österreichischer Kabarettist, Schauspieler und Regisseur, erhält den mit 10.000 Euro dotierten "Dieter-Hildebrandt-Preis" 2017 der Stadt München. Dies teilte die Stadt auf ihrer Internetseite mit. In der Begründung der Jury wird Hader als "großer Menschenkenner" bezeichnet, der seit drei Jahrzehnten Weisheiten für die Ewigkeit beschere. Geerdet mit einem gesunden Grundpessimismus, beherrsche der Künstler die Thomas Bernhard'sche Suada ebenso wie den feinen Hintersinn. Mit dem nach Dieter Hildebrandt (1927-2013) benannten Preis ehrt die Stadt München anspruchsvolles Kabarett. Der Preis ist Nachfolger des bis 2013 verliehenen Kabarettpreises der Landeshauptstadt München.

Guntram Vesper mit Erich-Loest-Preis geehrt

Jury würdigt sein Werk "Frohburg", das die Verlogenheit diktatorischer Regime entlarve

Für seine literarische Zeitreise in die deutsch-deutsche Geschichte ist der Schriftsteller Guntram Vesper mit dem Erich-Loest-Preis geehrt worden. Sein autobiografischer Roman "Frohburg" sei ein "lebendiges Plädoyer für eine Erinnerungskultur", hieß es bei der Preisvergabe in Leipzig. Mit dem 2016 erschienenen Roman habe er eine in Sachsen beheimatete Sittengeschichte der vergangenen 70 Jahre geschaffen. Die von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig erstmals vergebene Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Sie erinnert an den Schriftsteller Erich Loest (1929-2013), der im sächsischen Mittweida geboren wurde und später viele Jahre in Leipzig lebte.

Berliner Mauerstück soll Schutzzaun bekommen

Denkmal momentan von Bauzaun umgeben

Die Berliner East Side Gallery soll besser geschützt werden. Das längste noch existierende Stück der Berliner Mauer soll in den kommenden Jahren mit einem bis zu 90 Zentimeter hohem Schutzgeländer umbaut werden, wie die "Berliner Morgenpost" berichtete. Geplant seien zudem Infotafeln in mehreren Sprachen, die darauf hinweisen, dass das Bemalen, Beschriften oder das Herausbrechen von Mauerteilen nicht erlaubt ist. Die 1,3 Kilometer lange East Side Gallery mit rund 100 Kunstwerken gilt als eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Berlins. Derzeit ist das Denkmal von einem zwei Meter hohem Bauzaun umgeben. Diese Schutzmaßnahme war notwendig geworden, weil sich Farbschmierereien und Kritzeleien auf den Mauerbildern häuften und immer wieder kleine Stücke aus der Mauer herausgebrochen wurden.

Matt Reeves führt Regie beim nächsten "Batman"

Ursprünglich war Ben Affleck vorgesehen

Matt Reeves wird neuer "Batman"-Regisseur. Aufgrund seiner tiefen Wurzeln im Filmbusiness sei Reeves "der perfekte Filmemacher, um "The Dark Knight" auf seiner nächsten Reise zu begleiten", hieß es in einem Statement der Produktionsfirma Warner Bros. Reeves selbst teilte mit, er fühle sich "unglaublich geehrt" und sei aufgeregt, die Superhelden-Figur auf der Leinwand weiterzuentwickeln. Ursprünglich war geplant gewesen, dass "Batman"-Hauptdarsteller Ben Affleck beim nächsten Film auch den Regisseursposten übernimmt. Vor rund einem Monat entschied er sich dann aber um: "Es ist klar geworden, dass ich nicht beide Aufgaben so leisten kann, wie es erforderlich ist", begründete Affleck damals seinen Rückzieher.

Sasa Stanisic erhält Schubart-Literaturpreis

Die Jury würdigt seinen Erzählband "Fallensteller" als kunstvolle Prosa

Der bosnische Autor Sasa Stanisic erhält den Schubart-Literaturpreis 2017 für freiheitliches und aufklärerisches Denken der Stadt Aalen. Der Wahl-Hamburger werde für seinen Erzählband "Fallensteller" ausgezeichnet, teilte die Stadtverwaltung mit. Stanisic sei "die Galionsfigur einer jungen deutschen Literatur, die sich aus fremden Quellen speist", hieß es in der Würdigung.
Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Bisherige Träger des Schubart-Literaturpreises sind unter anderem Alice Schwarzer, Ralph Giordano und Peter Härtling. Die Preisverleihung findet am 22. April in Aalen (Baden-Württemberg) statt.

Street Art bekommt Museum in Berlin

Zunächst startet beine Ausstellung

Im Berliner Stadtteil Schöneberg stellen seit dieser Woche Street-Art-Künstler ihre Werke aus. Die Ausstellung des Projekts Urban Nation soll den Besuchern die Geschichte der deutschen Street Art zeigen. Dafür zeigen 16 Künstler ihre Werke in den Räumen des Projekts in der Bülowstraße sowie an den Fassaden der umliegenden Gebäude. Bei "Radius" sind neben klassischen Graffiti auch Konzept-Kunstwerke zu sehen. Im September eröffnet Urban Nation ein eigenes Museum für "urban contemporary art". Ein klassisches Museum soll es allerdings nicht werden, sagt Projekt-Direktorin Yasha Young. "Klar, wir wollen auch archivieren, aber vor allem aktiv gestalten." So soll auch die Nachbarschaft in Schöneberg weiterhin verschönert werden.

Katie Melua: Musikbranche "entmachtet" Musiker

Sich selbst um alles kümmern sei auch toll

Die Sängerin Katie Melua hat ihr aktuelles Album "In Winter" in ihrem Heimatland Georgien aufgenommen - und dort die Musikindustrie von einer ganz anderen Seite kennengelernt: Im Westen sei die Branche weit entwickelt und die Musiker dadurch mitunter "entmachtet", sagte Melua im ARD-Morgenmagazin. "Man wird umrundet mit tollen Leuten, die alles können, alles tun und natürlich kann man da einfach hingehen, sich hinstellen und singen und sonst macht man gar nichts." In Georgien hingegen habe sie sich selbst um die gesamte Organisation gekümmert. "Das war schon toll." Melua, die sowohl die britische als auch die georgische Staatsbürgerschaft besitzt, hatte 2005 mit "Nine Million Bicycles" einen ihrer ersten großen Hits gelandet. Bei der 2016 veröffentlichten Platte "In Winter" handelt es sich um ihr siebtes Album. Melua singt dort gemeinsam mit einem georgischen Frauenchor.

Der "César" gibt sich die Ehre

In Paris wird am Abend der französische Filmpreis verliehen

Zwei Tage vor den "Oscars" in Los Angeles wird heute Abend der französische Filmpreis "César" verliehen. Mit elf Nominierungen geht der Thriller "Elle" von Regisseur Paul Verhoeven ins Rennen. Der Film hat in den USA schon zwei Golden Globes gewonnen. Hauptdarstellerin Isabelle Huppert ist zudem für einen Oscar nominiert. Ebenfalls elf Nominierungen hat das Drama "Frantz" von Regisseur François Ozon. Für sieben Preise nominiert ist das Vorstadt-Drama "Divines" der Regisseurin Houda Benyamina. Einen Ehren-"César" gibt es für Hollywood-Star George Clooney. Regisseur Roman Polanski hätte in diesem Jahr eigentlich den Ehrenvorsitz der Jury übernehmen sollen. Nach Protesten von Frauenrechtlerinnen wegen früherer Vergewaltigungsvorwürfe verzichtete er aber darauf.

Kurt-Weill-Fest steht im Zeichen des Luther-Jubiläums

Bis zum 12. März werden über 60 Veranstaltungen geboten

Mit einem Festakt und einem Konzert beginnt am Freitagabend das Kurt-Weill-Fest in Dessau-Roßlau. Zum Auftakt spielt das MDR Sinfonieorchester unter Kristjan Järvi Stücke von Igor Strawinsky, Kurt Weill und Ludwig van Beethoven. Die 25. Auflage des Musikfestes nimmt Bezug auf das Reformationsjubiläum und steht unter dem Motto "Luther, Weill & Mendelssohn". Bis zum 12. März werden 60 Veranstaltungen an 26 Spielstätten in Dessau-Roßlau, Halle, Magdeburg, Wittenberg und Wörlitz geboten. Bereits Anfang der Woche hatte die Kurt-Weill-Gesellschaft das Interims-Team bekanntgegeben, das für das Festival 2018 die Intendanz übernimmt. An der Spitze des neuen Quartetts steht der Kulturmanager Gerhard Kämpfe aus Berlin. An seiner Seite sind der Generalmusikdirektor am Anhaltischen Theater Dessau, Markus L. Frank, der Musikhistoriker Jürgen Schebera sowie der Generalintendant am Anhaltischen Theater Dessau, Johannes Weigand. Der bisherige langjährige Intendant Michael Kaufmann beendet sein Engagement vorzeitig mit dem diesjährigen Weill-Fest. Er sollte ursprünglich bis 2018 bleiben.

Neues Kulturzentrum in Athen eröffnet

Neubau beherbergt Nationalbibliothek und Staatsoper

In Athen haben tausende Einwohner der griechischen Hauptstadt die Eröffnung des neuen Kulturzentrums gefeiert. Es sei ein Haus "für das ganze Volk, für alle, nicht für wenige", sagte Ministerpräsident Tsipras. In dem Gebäude des italienischen Star-Architekten Renzo Piano werden die Nationalbibliothek und die griechische Staatsoper ihr neues Zuhause finden. Finanziert wurde der rund 600 Millionen Euro teure Neubau von der Stiftung des 1996 verstorbenen griechischen Reeders Stavros Niarchos. Mit der offiziellen Übergabe an den Staat wird sich die Stiftung schrittweise aus dem Betrieb und der Verwaltung zurückziehen. Tsipras versicherte, der Staat werde sich um die Erhaltung und Funktion des Kulturzentrums kümmern.

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