Seit 12:30 Uhr Die Reportage

Sonntag, 18.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 16. Februar 2017

Frankfurter Musikpreis 2017 geht an David Garrett

Jury: Star-Geiger führt Menschen an klassische Musik heran

Der in Aachen geborene Garrett verkaufte im Laufe seiner Karriere bereits über 2,5 Millionen Tonträger, die ihm allein in Deutschland zwölf Platin- und sieben Goldauszeichnungen einbrachten. Der 36-jährige Geiger führe mit seinen Crossover-Projekten zahllose Menschen an die klassische Musik heran, begründete das Kuratorium die Ehrung. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung wird alljährlich während der Frankfurter Musikmesse (5.-8.4.) vergeben und ehrt Persönlichkeiten, die einen besonderen Beitrag für die weltweite Musikszene und -kultur geleistet haben. Garrett nimmt den Preis am 7. April in der Paulskirche entgegen und gibt live auf der Bühne einen kleinen Einblick in sein Schaffen.

Schinkels Bauakademie wird wieder aufgebaut

Historischer Neubau in Berlins Mitte soll "Denk- und Kreativfabrik" werden

Gut 70 Jahre nach ihrer Zerstörung soll die von Karl-Friedrich Schinkel (1781-1841) errichtete Bauakademie in der historischen Mitte Berlins wieder aufgebaut werden. Der Deutsche Bundestag habe dafür 62 Millionen Euro bewilligt, teilte das Bundesbauministerium am Donnerstag mit. Das zwischen 1832 und 1836 auf dem Alten Packhof zwischen Kupfergraben und Friedrichswerderscher Kirche nach Plänen des preußischen Baumeisters errichtete Gebäude war im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt. "Schinkels rekonstruierte Akademie darf keine bloße Kopie des Originals werden, sondern muss eine Denk- und Kreativfabrik sein, die Wissenschaft und Kunst, Forschung und Lehre, Theorie und Praxis unter einem Dach zusammenführt", erklärte Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) zum Auftakt einer Veranstaltungsreihe, in der Konzepte zur zukünftigen Nutzung des Gebäudes erörtert werden sollen. Bis Anfang Mai sollen nach Angaben des Ministeriums insgesamt drei öffentliche Dialogforen zur künftigen Nutzung der Schinkelschen Bauakademie tagen.

Anna Netrebko zur Kammersängerin ernannt

Russisch-österreichischer Opernstar singt seit 15 Jahren in Wien

Der weltweit gefeierte Opernstar Anna Netrebko ist in Wien mit dem Titel Kammersängerin ausgezeichnet worden. Die 45-Jährige sei seit vielen Jahren besonders eng mit der Wiener Staatsoper verbunden, hieß es in der Begründung. "Sie stehen weltweit für höchste und international herausragende Sangeskunst", sagte Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) zu Netrebko. Die russisch-österreichische Sopranistin zeigte sich sichtlich gerührt. "Es gibt nichts Schöneres für mich, als jetzt gerade hier in Wien zur Kammersängerin ernannt zu werden", sagte Netrebko in einer kurzen vorbereiteten Rede auf Deutsch. Sie singe nun bereits seit 15 Jahren in Wien sowie in Salzburg. "Österreich ist mein Zuhause geworden." Publikumsliebling Netrebko steht zurzeit als Leonora in der Neuproduktion von Giuseppe Verdis "Il trovatore" in Wien auf der Bühne. 2002 schaffte sie als Donna Anna bei den Salzburger Festspielen ihren Durchbruch.

Ehrenbär für Kostümbildnerin Milena Canonero

Canonero schuf Kostüme unter anderem für "Clockwork Orange" und "Jenseits von Afrika"

Die Berlinale feiert die italienische Kostümbildnerin Milena Canonero für ihr Lebenswerk. Zur Verleihung des Goldenen Ehrenbären stand am Donnerstagabend Stanley Kubricks Klassiker "Shining" mit Jack Nicholson auf dem Programm. Die Oscar-Preisträgerin schuf die Kostüme für viele bekannte Kinofilme, darunter "Clockwork Orange", "Dick Tracy", "Jenseits von Afrika", "Marie Antoinette" und "Grand Budapest Hotel". Mit der Hommage aus zehn Filmen wolle die Berlinale eine große Künstlerin ehren und das Augenmerk auf eines der filmischen Gewerke legen, so Festivalchef Dieter Kosslick.

Intendant Netschajew verlässt Theater der Altmark

Alexander Netschajew verlässt Theater Ende der Spielzeit 2017/2018 aus familiären Gründen

Intendant Alexander Netschajew verlässt das Theater der Altmark. "Das Theater der Altmark künstlerisch und geschäftlich zu leiten und zukunftsfähig aufzustellen, war in den vergangenen fünf Jahren eine gleichermaßen anspruchsvolle wie auch erfüllende Aufgabe meines beruflichen Werdegangs," teilte der 47-Jährige in Stendal mit. Netschajew ist seit August 2012 Intendant in Stendal. Zu seiner Bilanz gehörten Rekordeinnahmen von über 650 000 Euro im Ticket- und Gastspielverkauf im Haushaltsjahr 2016 wie auch die Verleihung des Theaterpreises des Bundes 2015 durch Staatsministerin Monika Grütters. "Dass die Hansestadt Stendal mir im vergangenen Sommer einen weiteren Fünf-Jahres-Vertrag angeboten hat, sehe ich als Bestätigung meines Engagements, dem des Ensembles sowie dem der gesamten Belegschaft des TdA", hieß es weiter in der schriftlichen Erklärung.

US-Restaurants schließen aus Protest

"Day without Immigrants" soll zeigen, dass Gastronomie ohne Einwanderer nicht möglich ist

Wie sieht ein Tag in den USA ohne Einwanderer aus? Um diesen Effekt zu verdeutlichen, findet in den Vereinigten Staaten am Donnerstag der "Day without Immigrants" statt, an dem sich auch eine Reihe von Spitzenrestaurants in Washington beteiligt. Es gehe darum, die "Entmenschlichung und offenkundige Unterdrückung" von Eingewanderten zurückzuweisen, heißt es auf der Facebook-Seite der Kampagne. Der Protest richtet sich gegen die Einwanderungspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Der Aufruf an Einwanderer, am Donnerstag weder zur Arbeit noch zum Einkaufen zu gehen, um die Bedeutung von Einwanderern für die US-Wirtschaft zu verdeutlichen, hatte zunächst als lose Kampagne begonnen. Als aber auch Spitzenlokale in Washington, New York und Philadelphia ihre Teilnahme an der Protestaktion erklärten, erfuhr sie einen enormen Zuspruch.

Shortlist für Leipziger Buchpreis bekannt

Neben vier Romanautoren auch ein Lyriker nominiert

Wie die Jury mitteilte, geht Lyriker Steffen Popp mit "118. Gedichte" ins Rennen. Zudem werden auf der Shortlist Lukas Bärfuss mit "Hagard", Brigitte Kronauer ("Der Scheik von Aachen"), Anne Weber mit "Kirio" und Natascha Wodin ("Sie kam aus Mariupol") als Kandidaten benannt. Im Bereich Sachbuch sind mehrere historische Werke nominiert worden. Darunter Barbara Stollberg-Rilingers Buch über die Kaiserin Maria Theresia und Leonhard Horowskis "Das Europa der Könige", das sich mit höfischer Geschichte des 17. und 18. Jahrhunderts befasst. Aktuell besonders relevant sei "Die autoritäre Revolte" von Volker Weiß, sagt Literaturkritiker Christian Rabhansl im Deutschlandradio Kultur. Darin geht der Autor der neuen rechten Bewegung nach. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird in den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben. Er ist mit insgesamt 60 000 Euro dotiert. Die Preisträger werden am 23. März zu Beginn der Leipziger Buchmesse gekürt.

Börne-Preis für Rüdiger Safranski

"Den Gegenwind der politischen Klasse (...) erträgt er gelassen"

Der Schriftsteller und Philosoph Rüdiger Safranski erhält den Ludwig-Börne-Preis 2017. Das hat Schauspieler Christian Berkel als Preisrichter entschieden. Safranski scheue sich nicht, sich in aktuelle politische Diskussionen in Deutschland einzumischen. "Den Gegenwind der politischen Klasse, die seine Meinungen und Analysen mitunter als störend empfindet, erträgt er gelassen", begründete Berkel seine Entscheidung nach Mitteilung der Börne-Stiftung. Safranski (72) ist einer großen Öffentlichkeit mit Biografien über Goethe, Nietzsche oder Schopenhauer bekannt geworden. Als einer der wenigen deutschen Intellektuellen hat er sich kritisch über die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geäußert. Der mit 20 000 Euro dotierte Preis wird am 28. Mai in der Paulskirche verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Marcel Reich-Ranicki, Peter Sloterdijk, Hans Magnus Enzensberger, Joachim Gauck und Frank Schirrmacher. Zuletzt ging der Preis an den früheren Feuilleton-Chef der "Neuen Zürcher Zeitung", Martin Meyer.

Musikstreamingdienst wächst in den USA rasant

Spotify verlegt US-Zentrale ins neue World Trade Center

Der schwedische Musikstreamingdienst Spotify verlegt seine US-Zentrale in einen Wolkenkratzer im wiederaufgebauten World Trade Center in New York. Mit dem Umzug Anfang kommenden Jahres sichere Spotify gut 830 bestehende Arbeitsplätze und schaffe 1000 neue, teilte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo mit. Das US-Geschäft des Unternehmens ist bisher in Manhattan angesiedelt, also bereits in der Nachbarschaft der neuen US-Zentrale. Spotify zieht in den Wolkenkratzer namens Four World Trade Center, der vom japanischen Architekten Fumihiko Maki entworfen worden war. Das Gebäude ist damit das erste vollständig vermietete auf dem Areal, auf dem einst die bei den Anschlägen am 11. September 2001 zerstörten Zwillingstürme standen. Der Musikstreamingdienst Spotify wächst derzeit vor allem in den USA rasant. Dort hat sich die Zahl der Abonnenten allein im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.

Deutsche Grammy-Gewinnerin verschlief Triumph

"Bestes klassisches Soloalbum": die Sopranistin Dorothea Röschmann

Die deutsche Sopranistin Dorothea Röschmann hat in der Nacht zum Montag, als ihr in Los Angeles der Musikpreis Grammy zugesprochen wurde, schon geschlafen. "Ich bin an dem Abend müde in Dresden ins Bett und habe nicht mehr weiter darüber nachgedacht", sagte sie der Zeitung "Die Welt". Sie sei "auf alles gefasst" gewesen und habe es "wohl dem Himmel überlassen". "Dann habe ich aber geträumt, mein lieber Kollege Ian Bostridge, der ja auch für seine Shakespeare-Songs nominiert war, habe gewonnen", sagte Röschmann weiter. "Ich bin aufgewacht, da war es so vier Uhr, und fand auf meinem Handy eine Gratulation von Ian an uns beide, denn jeder von uns hat einen Grammy gewonnen." Röschmann wurde mit einem Grammy in der Kategorie "Bestes klassisches Soloalbum" ausgezeichnet.

Kritischer Journalismus wichtiger denn je

So Verleger-Präsident Döpfner

Angesichts populistischer Strömungen in den USA und Europa ist laut dem Präsidenten des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Mathias Döpfner, kritischer Journalismus wichtiger denn je. Die zentrale Aufgabe von Journalisten sei, die Wahrheit zu recherchieren, sagte Döpfner bei einem Empfang des ZDF in Berlin. Das beste Gegengift gegen falsche Berichterstattung sei die Medienvielfalt. Bei der Veranstaltung wurde zum Thema "Fake News und Social Bots: Meinungsbildung im Wahljahr 2017" diskutiert. Döpfner plädierte in diesem Zusammenhang für mehr Medienkompetenz an Schulen, an Universitäten, aber auch generell in der Gesellschaft. Zudem sprach sich der BDZV-Präsident dafür aus, Facebook bei der Bekämpfung von "Fake News" stärker in die Pflicht zu nehmen. Auch in den Parteien wird derzeit über Maßnahmen gegen Falschmeldungen und Hassrede diskutiert. Unter anderem haben die Union, SPD und Grüne Positionspapiere erstellt. Es geht unter anderem um das sofortige Löschen solcher Beiträge oder um Bußgelder gegen Unternehmen wie Facebook bei Verstößen.

Sommerprogramm der Elbphilharmonie ausverkauft

Ansturm auf Tickets

Binnen kürzester Zeit sind alle Tickets für die Sommerserie in der Hamburger Elbphilharmonie gestern vergriffen gewesen. Online ging nach Veranstalterangaben nach 90 Minuten nichts mehr, an den Verkaufsstellen dauerte es noch etwas länger, bis alle Karten weg waren. "Das Sommerprogramm ist ausverkauft", bestätigte eine Sprecherin der Elbphilharmonie. Insgesamt waren 30 000 Tickets für die Sommerserie und noch einmal 8000 Tickets für das Transatlantik-Festival angeboten worden. Wer online eine Karte bestellen wollte, hatte oft mit Serverproblemen zu kämpfen. Vor den Vorverkaufsstellen bildeten sich Schlangen, so auch vor der Elbphilharmonie. Hier reiche die Schlange bis auf den Vorplatz, sagte ein Sprecher. Passend zum Motto der Sommerserie wurde an die in der Kälte Wartenden Eis am Stiel verteilt.

Schlagzeuger Lillinger erhält SWR Jazzpreis

Auszeichnung gilt als der ältester Jazzpreis Deutschlands

Der mit 15 000 Euro dotierte SWR Jazzpreis geht in diesem Jahr an den Schlagzeuger Christian Lillinger. Er sei eine Ausnahmeerscheinung des deutschen Jazz, begründete die Jury ihre Entscheidung. "Lillingers furioses Schlagzeugspiel ist ebenso klangbewusst wie virtuos und darüber hinaus stilistisch ausgesprochen vielgestaltig." Neben seiner Mitwirkung in mehreren Ensembles habe Lillinger auch als Komponist für sein Sextett "Grund" starke Akzente gesetzt. Der 1984 in Lübben in Brandenburg geborene Lillinger suche beständig nach Erweiterungen seines Ausdrucksspektrums. Überreicht werden soll ihm die Auszeichnung im kommenden Herbst beim Festival "Enjoy Jazz" in Ludwigshafen. Nominiert für den SWR-Jazzpreis waren auch der Pianist Simon Nabatov, die Cellistin Elisabeth Coudoux und die Saxofonistin Anna-Lena Schnabel.

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