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Kulturnachrichten

Mittwoch, 8. Februar 2017

Grammys würdigen Prince und George Michael

Zwei Auftritte zu Ehren der verstorbenen Stars

Bei der diesjährigen Grammy-Verleihung werden die verstorbenen Sänger Prince und George Michael gewürdigt. Wie die Organisatoren bekanntgaben, wird es zwei Auftritte zu Ehren der Stars geben, die im vergangenen Jahr gestorben waren. Wer dabei auf der Bühne stehen wird, wurde nicht mitgeteilt. Die Musikpreise werden am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles verliehen. Moderator der Show ist der TV-Komiker James Corden. Bei der diesjährigen Grammy-Verleihung treten unter anderen Adele, Alicia Keys, Lady Gaga, John Legend, Bruno Mars und Metallica auf. Prince war im April 2016 im Alter von 57 Jahren an einer versehentlich eingenommenen Überdosis Schmerzmittel gestorben. George Michaels Tod folgte an Weihnachten. Nach Angaben seines Managers starb der 53-Jährige an Herzversagen.

Wettbewerb "Jugend komponiert" kürt Bundespreisträger

Außerdem wurden 16 Förderpreisträger gekürt

Der Wettbewerb "Jugend komponiert" hat für dieses Jahr 14 Bundespreisträger ernannt. Sie stammen aus den Bundesländern Sachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sowie Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und dem Saarland, gab die Kulturorganisation Jeunesses Musicales Deutschland bekannt. Außerdem wurden 16 Förderpreisträger gekürt. Für den neuen Jahrgang hatten knapp 150 junge Leute im Alter von 12 bis 22 Jahren rund 300 Kompositionen eingereicht. Die besten 30 Arbeiten wurden ausgezeichnet. Nach Ansicht des Künstlerischen Leiters Philipp Vandré hat sich die «insgesamt hohe Qualität» erneut bestätigt. Die Preisträger wurden zu einer Kompositionswerkstätten auf Schloss Weikersheim in Baden-Württemberg eingeladen. Dort treffen sie mit namhaften Komponisten zusammen.

Komponist Michael Hirsch mit 58 Jahren gestorben

Seine Oper "Dido" hatte Ende Januar Premiere

Der Komponist Michael Hirsch ist mit 58 Jahren gestorben. Hirsch starb überraschend am Montag, wie die Deutsche Oper heute mitteilte. Seine Oper "Dido" hatte Ende Januar an der Deutschen Oper Berlin Premiere. Der in München geborene Komponist lebte seit 1981 in Berlin und trat auch als Musiker und Performer auf. Hirsch schrieb mehrere Opern, unter anderem das 2000 in Bielefeld uraufgeführte Werk "Das stille Zimmer" sowie die Madrigaloper "Tragicomedia", 2009 in Stuttgart uraufgeführt. Neben Instrumentalmusik, Musiktheater und Oper schrieb Hirsch auch Hörspiele. Nach einer Phase als Autodidakt studierte er danach Komposition bei Josef Anton Riedl und Dieter Schnebel. "Dido" war Hirschs erstes Werk, das an der Deutschen Oper Berlin aufgeführt wurde. Das aus Hirschs Kurzoper "Didone Abbandonata" und seiner neuen Bearbeitung von Henry Purcells "Dido and Aeneas" entstandene Auftragswerk hatte am 28. Januar in der "Tischlerei" des Opernhauses Premiere.

Daniel Brühl und Max Riemelt erhalten Ritterehre

Hoher französischer Orden

Die Schauspieler Daniel Brühl (38) und Max Riemelt (33) werden während der Berlinale mit dem französischen Ritterorden für Kunst und Literatur ausgezeichnet. Die Ehrung wird ihnen bei einem Empfang am Montag in Berlin verliehen, wie es in der Ankündigung heißt. Auch die Filmwissenschaftlerin Birgit Kohler, Co-Direktorin des Arsenal-Filminstituts, wird in der französischen Botschaft mit dem Orden "Chevalier des Arts et des Lettres" geehrt. Dieser würdigt Persönlichkeiten für ihre Verdienste in der deutsch-französischen Kultur.

DOK Leipzig stellt sich neu auf

Neue Leitung der Auwahlkommission übernimt Ralph Eue

Das Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK) stellt sich personell und organisatorisch neu auf. Erstmals werde es einen Vorsitzenden der Auswahlkommission geben, teilte das Festival in Leipzig mit. Die Position übernimmt der Filmpublizist Ralph Eue. Er war unter anderem beim Filmverleih Tobis Filmkunst als Pressechef und für die Berlinale als Berater tätig. Für die Leitung des Filmprogramms beim DOK Leipzig war bisher Grit Lemke zuständig. Sie hatte das Festival überraschend Ende 2016 verlassen, nachdem ihr Jahresvertrag im Zuge der Umstrukturierung nicht mehr verlängert worden war. Zuvor prägte sie das DOK Leipzig 26 Jahre entscheidend mit. Ihr Vertrag endet offiziell Ende Februar. Eue ist seit 2007 Mitglied der Auswahlkommission und als Kurator beim DOK Leipzig tätig. Das DOK Leipzig findet in diesem Jahr zum 60. Mal statt, vom 30. Oktober bis zum 5. November.

US-Auslandssender lanciert russischen Nachrichtenkanal

Alternativangebot zu Auslandssendern

Der US-Auslandssender Radio Freies Europa (RFE/RL) hat einen neuen 24-Stunden-Nachrichtenkanal in russischer Sprache lanciert. Mit "Nastojaschtscheje Wremja" (Gegenwart) solle Fernsehzuschauern und Internet-Nutzern von Litauen bis Kasachstan eine Alternative zu russischen Auslandssendern geboten werden, teilte die Rundfunkstation mit Sitz in Prag mit. Das Programm reicht von politischen Debatten über Wirtschaftssendungen bis hin zu Kultur und gesellschaftskritischen Themen. Es ist über Kabel, Satellit und Internetfernsehen unter anderem in der Ukraine, Georgien, den Baltenstaaten und Deutschland zu empfangen. Das neue Programm ist eine Kooperation von Radio Freies Europa mit der Stimme Amerikas (VOA). Die Sendeanstalten werden vom US-Kongress finanziert und waren während des Kalten Krieges eine wichtige Informationsquelle für die Menschen hinter dem Eisernen Vorhang. Russland hat mit dem Multimedia-Angebot "Sputnik" vor drei Jahren selbst eine Medienoffensive gestartet. Manche Beobachter sprechen von einem Informationskrieg zwischen Moskau und Washington.

Russischer Kultregisseur inszeniert "Hänsel und Gretel"

Serebrennikow-Inszenierung an der Oper Stuttgart

Zwei Jahre nach seiner gefeierten "Salome"-Aufführung inszenier der 47-jährige Kirill Serebrennikow erneut an der Oper Stuttgart - diesmal "Hänsel und Gretel". "Ich musste etwas mit mir ringen, weil doch schließlich jeder Deutsche diese Geschichte kennt. Aber nun: Wir inszenieren das Stück mit afrikanischen Kindern aus einem Dorf in Ruanda", sagte der Film- und Theatermacher. Das unlängst zum "Opernhaus des Jahres" gekürte Theater startet im Herbst mit dem Stück von Engelbert Humperdinck (1854-1921) in die neue Spielzeit. "Es geht um die Träume dieser Kinder, die sich ein besseres Leben wünschen, die sich nach Glück sehnen", sagte Serebrennikow. Die Erfahrungen des Jungen und des Mädchens, wie sie ihr Dorf in Afrika verlassen, das erste Mal ein Flugzeug besteigen und in ein Theater gehen, werden auch in einem Dokumentarfilm festgehalten. Der Streifen soll dann während der Aufführungen Teil des Bühnengeschehens werden.

Kreml verurteilt Drohungen gegen "Matilda"-Regisseur

Orthodoxe Aktivisten drohten mit Gewalt und Brandstiftung

Der Kreml hat Drohungen orthodoxer Aktivisten gegen den Regisseur Alexej Utschitel und dessen neuen Film "Matilda" verurteilt. Solche Handlungen seien völlig unzulässig, sagte Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. Am Vortag hatte der russische Verband der Filmschaffenden Alarm geschlagen wegen der Angriffe auf den Film, der von der Affäre des russischen Thronfolgers Nikolaus mit der Tänzerin Matilda Kschessinskaja (1872-1971) erzählt. Die Rolle des künftigen Zaren spielt der deutsche Schauspieler Lars Eidinger. Von dem Werk ist bislang nur der Trailer bekannt, doch die orthodoxen Gegner beklagen eine Verletzung ihrer religiösen Gefühle. Die russische Kirche hat den 1918 ermordeten Zaren als Märtyrer heiliggesprochen. Eine Gruppe, die sich Christlicher Staat - Heiliges Russland nennt, hat Kinobesitzern mit Brandstiftung und Gewalt gedroht, wenn sie Utschitels Film zeigen sollten. Es gebe keine registrierte Organisation dieses Namens, sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge. Also handele es sich um "anonyme Extremisten".

Weniger Kinobesucher

Deutsche Filme gut im Rennen

Die Zahl der Kinobesucher in der Bundesrepublik ist im vergangenen Jahr zurückgegangen, Filme aus Deutschland konnten sich in der Konkurrenz zu Hollywood-Produktionen aber weitgehend behaupten. Mit Filmen wie "Willkommen bei den Hartmanns" und "Toni Erdmann" erreichten deutsche Produktionen dabei einen Marktanteil von 22,7 Prozent und lagen damit unter dem Rekordjahr 2015 (27,5 Prozent). Wie die Filmförderungsanstalt am weiter mitteilte, lösten 121,1 Millionen Besucher 2016 eine Kinokarte. Das waren 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Erfolgreichste Produktionen waren die US-Animationsfilme "Zoomania - Ganz schön ausgefuchst", "Pets" und "Findet Dorie", die jeweils 3,8 Millionen Besucher hatten. Mit 3,1 Millionen Zuschauern war "Willkommen bei den Hartmanns" der meistgesehene deutsche Film. Der Kinoumsatz kletterte 2016 mit 1,023 Milliarden Euro zum vierten Mal über die Milliardengrenze.

Mehr Geld für Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Zuschüsse voon Bund und Land steigen

Die geplanten Gesamtausgaben für das Jahr 2017 erhöhen sich gegenüber dem Vorjahr von 290 auf 331 Millionen Euro. Davon sollen 136,2 Millionen Euro in Baumaßnahmen fließen, teilte die Stiftung mit. Die erfreuliche Haushaltssteigerung sei vor allem Kulturstaatsministerin Grütters und dem Bundestag zu verdanken, heißt es weiter. Damit flössen etwa in die Sanierung des Pergamonmuseums weitere 30 Millionen Euro zur Sicherstellung des Bauablaufes. Die Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz verzeichnen dagegen sinkende Besucherzahlen. Im vergangenen Jahr wurden rund 3,65 Millionen Besuche in den etwa 20 Museumsgebäuden gezählt. Das waren knapp vier Prozent oder 149.000 Besuche weniger als im Jahr zuvor, wie Stiftungspräsident Parzinger mitteilte. Angesichts anhaltender Sanierungen und damit verbundener Schließungen wie etwa der Neuen Nationalgalerie und dem teilweise geschlossenen Pergamonmuseum sei dies aber nur ein leichter Rückgang. 2014 gab es noch rund 3,9 Millionen Besuche, 2015 knapp 3,8 Millionen.

Streamingdienst-Abos zukünftig auch im Ausland nutzbar

Nach Einigung im Europaparlament soll Geoblocking aufgehoben werden

Verbraucher können möglicherweise schon ab 2018 Filme, Musik, Spiele und Sportevents über ihre Streamingdienste auch auf Reisen im europäischen Ausland ansehen. EU-Kommission, Mitgliedstaaten und Europaparlament einigten sich auf einen entsprechenden Kompromiss. Bislang verhinderte das sogenannte Geoblocking vielfach die Nutzung der im Heimatland gebuchten Dienste wie Amazon Prime, Netflix oder Maxdome. Nutzer sollen künftig im Urlaub, auf Dienstreisen oder bei Studienaufenthalten im EU-Ausland ihre kostenpflichtigen Abonnements ohne Einschränkung nutzen können. Dies ist bisher wegen der normalerweise auf einzelne Länder beschränkten Lizenzrechte, dem Geoblocking, nicht möglich. Die jetzt getroffene Entscheidung ist Teil der Strategie für den digitalen Binnenmarkt. Um Missbrauch vorzubeugen, soll laut dem nun gefundenen Kompromiss ein Kontrollmechanismus eingeführt werden. Dazu könnten etwa Bezahl- und Steuerdaten, Post- und IP-Adresse benutzt werden. Der Kompromiss muss noch formell von den Mitgliedstaaten im Rat und vom Europäischen Parlament bestätigt werden.

Jack Nicholson soll "Toni Erdmann" spielen

Produktionsfirma "Paramount Pictures" sichert sich Rechte am Remake der deutschen Tragikomödie

Der deutsche Oscar-Kandidat "Toni Erdmann" soll einem Medienbericht zufolge neu verfilmt werden - mit dem dreimaligen Oscar-Gewinner Jack Nicholson in der Hauptrolle. Der 79-Jährige hat seit 2010 keinen Film mehr gedreht. Die US-Produktionsfirma Paramount Pictures habe sich die Rechte am Remake der Tragikomödie über einen Vater und seine entfremdete Tochter gesichert. Das berichtet das Branchenmagazin "Variety" und beruft sich dabei auf anonyme Quellen. Die weibliche Hauptrolle soll demnach "Ghostbusters"-Star Kristen Wiig spielen. Die Regisseurin und Drehbuchautorin des deutschen Originals, Maren Ade, solle geschäftsführende Produzentin sein, heißt es weiter. Ein Regisseur stehe noch nicht fest. "Toni Erdmann" (mit Peter Simonischek und Sandra Hüller in den Hauptrollen) ist bei der Oscar-Verleihung am 26. Februar für den Preis in der Kategorie "Bester Fremdsprachiger Film" nominiert. Unter anderem hatte er fünf Europäische und mehrere weitere Filmpreise gewonnen.

"Neue Bilder" von Gerhard Richter in Köln

Museum Ludwig zeigt neue Arbeiten des teuersten deutschen Malers

Am Donnerstag wird Gerhard Richter 85 Jahre alt - doch der aus Dresden stammende Künstler arbeitet fast noch jeden Tag. An seinem Wohnort Köln kann man jetzt die Früchte seines Schaffens in Augenschein nehmen. 26 «Neue Bilder», die alle erst im vergangenen Jahr entstanden sind. Ergänzt werden die abstrakten Gemälde von 30 weiteren Arbeiten aus der Museumskollektion. Dazu gehören berühmte Werke wie "Ema (Akt auf einer Treppe)" von 1966 und "48 Porträts" von 1971/72. Die Bilder sind von Richter selbst ausgewählt und gehängt worden. Anlass für die Ausstellung ist Richters Geburtstag. Die Ausstellung wandert anschließend weiter in die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, wo sie vom 20. Mai bis zum 27. August zu sehen sein wird.

Bob Marleys verschollene Magnetbänder restauriert

Restaurierung dauerte mehr als zwöf Monate

Experten haben in mühevoller Kleinarbeit einen lange verschollenen musikalischen Schatz gerettet: Mehrere über 40 Jahre alte Tonbänder mit einzigartigen Konzertmitschnitten der Reggae-Ikone Bob Marley sind nach britischen Medienberichten restauriert worden. Die Magnetbänder lagen völlig ramponiert in einer Kiste in einem Londoner Hotel-Keller, Wasser hatte ihnen arg zugesetzt. Mehr als zwölf Monate dauerte die Restaurierung. Die Experten sind verblüfft von der hohen Aufnahmequalität damals, wie es weiter heißt. Es soll sich um Mitschnitte von Konzerten in London und Paris zwischen 1974 und 1978 handeln. "Ich war ehrlich gesagt sprachlos", zitierten die Zeitungen den Sänger Louis Hoover. Ihm waren den Berichten zufolge die Bänder von einem Geschäftsmann angeboten worden, der ein Marley-Fan ist. Von den 13 Bändern konnten demnach zehn restauriert werden.

Wörlitzer Gartenreich will mehr internationale Gäste

Brigitte Mang als neue Leiterin ins Amt eingeführt

Die neue Chefin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Brigitte Mang, will das Wörlitzer Gartenreich international bekannter machen. Neben der Pflege des einzigartigen Kulturdenkmals sehe sie den Schwerpunkt ihrer Arbeit darin, Besucher aus der ganzen Welt für die Schätze des Gartenreichs zu begeistern. Dafür sollen Kooperationen mit neuen Partnern außerhalb der Region geschlossen werden. Mang wurde offiziell von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff in ihrem neuen Amt begrüßt. Die studierte Landschaftsarchitektin Mang war zuletzt Direktorin der historischen österreichischen Bundesgärten mit rund 230 Mitarbeitern. Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz mit Sitz auf Schloss Großkühnau verwaltet das Gartenreich, das die Schlösser Wörlitz, Luisium, Oranienbaum und Mosigkau prägen. Die im 18. Jahrhundert entstandene Kulturlandschaft mit denkmalgeschützten Parks, kleinen Tempeln, Brücken und Kanälen gehört seit dem Jahr 2000 zum Unesco-Welterbe.

Philosoph und Essayist Tzvetan Todorov gestorben

Todorov war 25 Jahre lang Forschungsdirektor am Centre national de la recherche scientifique

Der französische Philosoph, Essayist und Wissenschaftler Tzvetan Todorov ist tot. Der Vertreter des Strukturalismus starb im Alter von 77 Jahren an den Folgen einer Erkrankung des Nervensystems, wie die Nachrichtenagentur AFP von der Familie erfuhr. Todorov, der in Sofia in Bulgarien geboren wurde, kam Anfang der 60er Jahre nach Paris. Über 25 Jahre lang war er Forschungsdirektor am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) in Paris. Sein Interesse galt der Literaturwissenschaft, Semiotik, Politik, Soziologie, Geschichte und Philosophie. Einen Namen machte er sich zunächst mit Essays über die Gattung der fantastischen Literatur. Seine Veröffentlichungen erhielten zahlreiche internationale Auszeichnungen, etwa den Prinz-von-Asturien-Preis für Sozialwissenschaften. Auf Deutsch sind von ihm "Die verhinderte Weltmacht. Reflexionen eines Europäers" und "Die Angst vor den Barbaren. Kulturelle Vielfalt versus Kampf der Kulturen" erschienen. Er war bis 2014 mit der französisch-kanadischen Bestsellerautorin Nancy Huston verheiratet.

Störungen bei Eröffnung von Kunstinstallation

Deutsch-Syrischer Künstler will in Dresden an das Leid in Syrien erinnern

Unter massiven Störungen ist die Installation „Monument" des Deutsch-Syrers Manaf Halbouni heute in Dresden vor der Frauenkirche eröffnet worden. Halbouni hat auf dem Neumarkt drei ausrangierte Buswracks hochkant aufstellen lassen. Das Kunstwerk soll an ein Foto aus dem zerstörten Aleppo von 2015 erinnern. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert wurde von Anhängern der fremdenfeindlichen „Pegida"-Bewegung mit „Volksverräter"- und „Hau ab"-Rufen überhäuft. Auch Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt sah sich Beschimpfungen ausgesetzt. Die Polizei hatte Mühe, Demonstranten mit Plakaten und eine Teilnehmerin mit Megafon vom Platz zu verweisen. Halbouni will mit dem Projekt eine Brücke zum Nahen Osten schlagen, an den Krieg in Syrien und das Leid der Zivilbevölkerung erinnern.

Jazzmusiker Svend Asmussen mit 100 Jahren gestorben

Däne trat mit Benny Goodman, Duke Ellington und Django Reinhardt auf

Der dänische Jazzmusiker Svend Asmussen ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Das bestätigte die Familie des weltberühmten Violinisten der Zeitung "Politiken". Der Däne war in seiner langen Karriere mit Jazzgrößen wie Benny Goodman, Duke Ellington und Django Reinhardt aufgetreten. In seiner Heimat war Asmussen häufig auf Revue-Bühnen zu sehen. In der dänischen Version des Disneyfilms "Das Dschungelbuch" lieh er dem Affenkönig King Louie seine Stimme. Am 28. Februar wäre der Däne 101 Jahre alt geworden. Mit 94 Jahren stand er zuletzt noch auf der Bühne.

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