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Kulturnachrichten

Freitag, 3. Februar 2017

MoMA setzt Zeichen gegen Trump

Werke muslimischer Künstler ersetzen Teile der Dauerausstellung

Um gegen das Einwanderungs-Dekret des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu protestieren, hat das Museum of Modern Art in New York Teile seiner Dauerausstellung abgehängt, um Platz für Werke von muslimischen Künstlern zu machen. In der Galerie im fünften Stock hängen jetzt zum Beispiel Arbeiten des sudanesischen Malers Ibrahim el-Salahi, der irakisch-stämmigen Architektin Zaha Hadid, und des in Los-Angeles lebenden iranischen Video-Künstlers Tala Madani, anstelle von Picasso, Matisse und Picabia. Neben den Arbeiten findet sich jeweils ein Text, in dem es heißt: "Dieses Werk stammt von einem Künstler, der einer Nation angehört, deren Bürger nicht in die USA einreisen dürfen." Und weiter: "Damit wollen wir die Ideale des Willkommens und der Freiheit bekräftigen, die sowohl wichtig für dieses Museum sind als auch für die Vereinigten Staaten."

Foto von Schweden als Antwort auf Trump

"Feministische Regierung"

Die stellvertretende schwedische Ministerpräsidentin Isabella Lövin hat mit einem Foto auf Facebook offenbar Kritik an US-Präsident Donald Trump geübt. Lövin postete im sozialen Online-Netzwerk ein Bild von sich, auf dem sie einen Vorschlag für das neue Klimagesetz Schwedens unterzeichnet. Zu sehen sind neben ihr sieben weitere Frauen, bei denen es sich um Mitglieder ihrer Belegschaft handelt. Schwedische Medien berichteten, das Bild ähnele Fotos von Trump im Oval Office, auf denen er von seinen männlichen Beratern umgeben ist. Lövin sagte, das Foto sollte zeigen, dass "wir eine feministische Regierung sind". Es sei dem Beobachter überlassen, "das Foto zu interpretieren".

Bremer Anti-Kolonial-Denkmal saniert

Ein "unbequemes Mahnmal"

Feuchtigkeit hatte dem denkmalgeschützten Ziegel-Mahnmal schwer zu schaffen gemacht, jetzt steht es wieder auf sicheren Füßen: Nach monatelangen Sanierungsarbeiten ist der rotgeklinkerte monumentale Bremer Elefant am Freitag wieder der Öffentlichkeit übergeben worden. 1932 war die zehn Meter hohe Tierfigur in der Nähe des Hauptbahnhofs als zentrales "Reichskolonial-Ehrenmal" eingeweiht worden; 1990 wurde das Bauwerk nach einem Beschluss der Bremischen Bürgerschaft zum "Antikolonialdenkmal" umgewidmet. Die Sanierung hat nach Angaben der Baubehörde rund 180.000 Euro gekostet. Der Elefant mit dem ihn umgebenden Nelson-Mandela-Park sei ein Ort, an dem Bremen Verantwortung für seine koloniale Vergangenheit übernehme, sagte Bausenator Joachim Lohse. Bremens oberster Denkmalpfleger Georg Skalecki betonte, der nun grundsolide restaurierte Elefant gehöre zu den unbequemen Mahnmalen. Sie seien aber wichtig, um Geschichte erlebbar zu vermitteln.

Letztes Konzert von Black Sabbath

Sie treten in ihrem Gründungsort Birmingham auf

Fast ein halbes Jahrhundert nach ihrer Gründung gibt die britische Band Black Sabbath ihr wohl letztes Konzert. Die Heavy-Metal-Musiker um den 68-jährigen Ozzy Osbourne treten an diesem Samstagabend in Birmingham auf. In der britischen Industriestadt hatte sich die Gruppe 1968 zusammengefunden, zunächst als Polka Tulk Blues Band. Während ihrer Abschiedstournee "The End" war die Band - fast in Originalbesetzung - auch in Deutschland gewesen. Rocksänger Ozzy Osbourne ging schon in den 90er Jahren einmal solo auf vermeintliche Abschiedstour. Mit Blick auf die letzten Konzerte von Black Sabbath sagte er aber vor einigen Monaten: "Das ist nicht eine dieser letzten Touren, wo wir ein paar Jahre warten, und dann noch eine machen." Die Band trat immer wieder in unterschiedlichen Besetzungen auf; insgesamt hatte sie mehr als zwei Dutzend Mitglieder.

Kian Soltani erhält Leonard Bernstein Award

Cellist gilt als Nachwuchsstar

Der Leonard Bernstein Award 2017 geht an den österreichisch-iranischen Cellisten Kian Soltani. Dies teilten die Initiatoren in Kiel mit. Soltani wurde 1992 in Bregenz geboren und stammt aus einer persischen Musikerfamilie. Er gilt als einer der großen Nachwuchsstars unter den Cellisten. Der mit 10 000 Euro dotierte Leonard Bernstein Award wird seit 2002 an Nachwuchskünstler vergeben.

Streit um Rap-Nacht - Einladung zum Gespräch

Oberbürgermeister will Rapper Kollegah treffen

Nach der Absage einer Rap-Nacht in Rüsselsheim hat Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) den Rapper Kollegah zu einem Gespräch eingeladen. Der Musiker habe die Einladung angenommen, schrieb Burghardt auf Twitter. In der ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" sagte Kollegah am Donnerstagabend, er fühle sich sabotiert. Die Stadtverordnetenversammlung von Rüsselsheim hatte nach Protesten beschlossen, die Rap-Nacht zu kippen. Für die Absage hatten 18 Abgeordnete votiert, 17 dagegen, 6 enthielten sich. Bei dem Konzert im Juni auf dem "Hessentag" hätten neben Kollegah auch die Rapper Azad, Farid Bang, Eko Fresh sowie Lumaraa und Der Asiate auftreten sollen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland und andere jüdische Organisationen hatten in einem "Offenen Brief" die Stadt aufgefordert, keine Bühne für "Hass, Antisemitismus, Rassismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit" zu geben. Erwähnt wurden Texte des Rappers Kollegah.

Nach Attacke: Louvre geschlossen

Ein Mann hat mit Machete angegriffen

Nach einer Attacke mit einer Machete am Pariser Louvre hat die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung wegen Terrorverdachts eingeleitet. Das teilte die Behörde mit. Ein Mann hatte sich am Vormittag mit einer Machete bewaffnet auf eine Militärpatrouille gestürzt und habe dabei "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Ein Soldat eröffnete anschließend das Feuer und verletzte den Angreifer schwer, teilte die Polzei mit. Der Angriff ereignete sich in einem Treppenhaus, das von einem Platz neben dem Louvre in ein unterirdisches Einkaufszentrum, das "Carrousel du Louvre", führt. Das Museum, das jährlich von Millionen Menschen aus aller Welt besucht wird, wurde nach dem Zwischenfall zunächst geschlossen. Die im Louvre anwesenden Besucher müssten im Inneren bleiben, sagte eine Mitarbeiterin des Museums der Deutschen Presse-Agentur in Paris. Es komme niemand mehr rein oder raus. Inzwischen hat sich die Lage am Tatort entspannt. Straßenabsperrungen wurden wieder aufgehoben, Mitarbeiter durften in das unterirdische Einkaufszentrum unter dem Museum zurückkehren. Touristen strömten gleichzeitig in Scharen aus dem Museumskomplex.

Streit um Düsseldorfer Schauspielhaus beendet

Spielbetrieb soll 2018 wieder aufgenommen werden

Der langwierige Streit um die millionenschwere Sanierung des Düsseldorfer Schauspielhauses und seine spätere Nutzung ist beigelegt. Die Stadt habe alle Rechte an dem urheberrechtlich geschützten Bau und Theatervorplatz erworben, teilte eine Sprecherin des Rathauses mit. Der Stadtrat habe am Vorabend eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Sohn von Architekt Bernhard Pfau und Oberbürgermeister Thomas Geisel gebilligt. Allerdings verpflichtet sich die Stadt nach einem Bericht des WDR auch, den Bau weiterhin als Schauspielhaus zu nutzen. Das seit Anfang des Jahres wegen einer Sanierung geschlossene Theater soll nach derzeitiger Planung den Spielbetrieb 2018 wieder aufnehmen. Angesichts der Millionenkosten war zuletzt ein Streit um die Zukunft des Schauspielhauses entbrannt. Der OB hatte neben anderen Möglichkeiten auch die Existenz der Spielstätte zur Disposition gestellt. Das Land und die Stadt Düsseldorf sind gemeinsam Träger des Theaters. Damit ist das Schauspielhaus das einzige vom Land mitfinanzierte Theater in NRW.

Musical "1984" kommt an den Broadway

Nach Trumps Amtsantritt wurde der Roman in den USA zum Bestseller

Besser hätte das Timing kaum sein können: Nur wenige Monate nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump soll im Sommer das Musical "1984" Premiere am New Yorker Broadway feiern. Das gaben die Produzenten laut US-Medien bekannt. Das Musical aus Großbritannien basiert auf dem gleichnamigen Roman von George Orwell. In dem utopischen Klassiker von 1949 geht es um den Überwachungsstaat von "Big Brother", in dem Lügen als Wahrheiten verkauft werden. Seit dem Amtsantritt von Trump fühlen sich offenbar viele Amerikaner an die Geschichte erinnert, immerhin stand der Roman in der vergangenen Woche zeitweise an der Spitze der Bestsellerliste in den USA. Ein Verlagssprecher sagte, man habe 75 000 Exemplare nachdrucken lassen. Das Broadway-Musical, das 2014 Erfolge in Großbritannien feierte, soll ab dem 22. Juni im Hudson Theatre zu sehen sein. Die Besetzung wird noch bekanntgegeben.

Fernsehpreis für Böhmermann und NSU-Trilogie

Acht Auszeichnungen für die ARD

In Düsseldorf ist am Abend der von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 gestiftete Deutsche Fernsehpreis verliehen worden. Der Satiriker Jan Böhmermann wurde wie im Vorjahr für seine Late-Night-Show "Neo Magazin Royale" geehrt. Bester Spielfilm wurde die ZDF-Produktion "Familienfest". Als bester Mehrteiler wurde die ARD-Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU" ausgezeichnet. Der Sender Vox setzte sich wie bereits im Vorjahr mit der Serie "Club der roten Bänder" gegen die Konkurrenz durch. Die Fernsehpreise für die beste Schauspielleistung gingen an Sonja Gerhardt und Martin Brambach. Zum besten Regisseur wurde Lars Kraume ("Terror - Ihr Urteil" und "Familienfest") gekürt. Der Preis für die beste Informationssendung ging an die ARD-Produktion "Panama Papers - Im Schattenreich der Offshorefirmen". Die Moderatorin Christiane Meier wurde für ihre Politiker-Interviews im "ARD Morgenmagazin" geehrt. Der Ehrenpreis ging an die Schauspielerin Senta Berger.

Kehlmanns neues Stück "Heilig Abend" in Wien aufgeführt

Großer Applaus und Bravos für die Darsteller

Das neue Theaterstück von Erfolgsautor Daniel Kehlmann ("Die Vermessung der Welt") ist am Donnerstagabend im Wiener Theater in der Josefstadt uraufgeführt worden. In "Heilig Abend" dreht sich alles um ein mögliches Attentat zu Weihnachten um Mitternacht. In dem Stück wird die Professorin Judith (Maria Köstlinger, "Vorstadtweiber") verdächtigt, einen Bombenanschlag vorbereitet zu haben. Ein 90 Minuten vor der vermeintlichen Explosion beginnendes Verhör soll den Anschlag praktisch in letzter Minute verhindern. Im Kern ist das Stück eine Klage über die Geheimdienste und die Sorglosigkeit vieler Bürger im Umgang mit Smartphones und Laptops. Das in Echtzeit spielende Stück des 42-Jährigen ist phasenweise aber eher unterhaltsam als dramatisch.

George Clooney bekommt französischen Ehren-César

Französischer Filmpreis für den Hollywood-Star

Clooney sei der "charismatischste Schauspieler seiner Generation", er verkörpere Hollywood-Glamour", erklärte die französische Film-Akademie in Paris zur Begründung. Clooneys "Charme, Persönlichkeit und Engagement" seien Quell "ewiger Bewunderung". Sein Name werde "für immer ins Pantheon der legendären Schauspieler eingeschrieben". Der 55-jährige Clooney, der vor rund zwei Jahrzehnten seinen Durchbruch in der TV-Serie "Emergency Room - Die Notaufnahme" hatte, wurde bereits mit zahlreichen Preisen bedacht: darunter waren auch zwei Oscars für die beste Nebenrolle in "Syriana" (2006) und für den besten Film als Produzent von "Argo" (2013). Hinzu kamen mehrere Golden Globes und zahlreiche weitere Oscar- und Golden Globes-Nominierungen.
Die französischen César-Filmpreise werden am 24. Februar verliehen.

Millionen sollen in New York das gleiche Buch lesen

Die Millionenmetropole soll sich zu einem stadtweiten Lesekreis zusammenschließen.

«One Book, One New York» (Ein Buch, ein New York) heißt die Aktion von Bürgermeister Bill de Blasio, bei der so viele New Yorker möglich parallel das gleiche Buch lesen und dann diskutieren sollen. Fünf Titel stehen zur Auswahl, über die diesen Monat online sowie an digitalen Säulen im U-Bahn-System der Stadt abgestimmt werden kann. Vom 1. März an sollen die New Yorker das gewählte Werk dann innerhalb von drei Monaten lesen und bei öffentlichen Veranstaltungen und anderen Begleitprogrammen in allen fünf Stadtteilen besprechen. Eine vergleichbare Aktion war 2002 gescheitert, weil die Organisatoren sich auf keinen Titel einigen konnten. Chicago, Seattle und andere US-Städte haben vergleichbare Lese-Kampagnen bereits mit Erfolg durchgeführt.

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