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Dienstag, 20.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 2. Februar 2017

Deutscher Fernsehpreis für Böhmermann

TV-Satiriker gewinnt "Beste Unterhaltung Late Night"

Jan Böhmermann hat erneut den Deutschen Fernsehpreis gewonnen. Der 35-Jährige setzte sich mit seinem Format "Neo Magazin Royale" gegen die ARD-Sendungen "Luke - Die Woche und ich" (mit Luke Mockridge) auf Sat.1 und "Pussy Terror TV" (mit Carolin Kebekus). "Wir widmen den Preis der Rechtschutzversicherung des ZDF", scherzte Böhmermann bei der Preisverleihung in Düsseldorf. Böhmermann hatte sich im vergangenen Jahr wegen seines Schmähgedichts mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angelegt und den Fernsehpreis im selben Jahr in derselben Kategorie gewonnen.

Christian Nitsche als BR-Chefredakteur bestätigt

Der 45jährige wird erster medienübergreifender CR

Der Rundfunkrat hat dem Vorschlag von BR-Intendant Ulrich Wilhelm zugestimmt: Christian Nitsche wird neuer Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks. Nitsche ist seit 2014 zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell in Hamburg. In München wird er am 1. April Nachfolger des Fernseh-Chefredakteurs Sigmund Gottlieb und der Hörfunk-Chefredakteurin Mercedes Riederer, die beide in Pension gehen. Weil auch der BR sich zu einem trimedialen Sender umbaut, wird Nitsche die Bereiche Fernsehen, Hörfunk und Online-Medien leiten.

Thea Dorn komplettiert das "Literarische Quartett"

Die Schriftstellerin folgt am 3. März auf Maxim Biller

Es sind wieder vier im "Literarischen Quartett" des ZDF: Die Schriftstellerin Thea Dorn wird zukünftig zusammen mit Christine Westermann, Volker Weidermann und einem Gast über literarische Neuerscheinungen diskutieren. Das teilte das Zweite Deutsche Fernsehen mit. "In Zeiten, in denen alles, was mehr als 140 Zeichen hat, schon für einen Roman gehalten wird, ist es mir Freud und Ehr, dem Leser wirkliche Romane ans Herz zu legen", sagte Dorn. Ihr Kollege Maxim Biller hatte vergangenen Monat überraschend erklärt, sich wieder mehr auf sein eigenes Schreiben konzentrieren zu wollen und kurzfristig seinen Abschied von der Sendung genommen.

Trump beschert NYT hundertausende Digital-Abos

Das meldet die Medienplattform "Meedia"

Er wird "Trump Bump" genannt: Der massive Anstieg von Web-Abonnenten bei US-amerikanischen Printmedien. So verzeichnete die New York Times im vierten Quartal 2016 276.00 Neukunden für sein Digital-Abo. Im dritten Quartal waren es noch 116.000. Insgesamt kommt die NYT im vergangenen Jahr damit auf rund 1,6 Millionen Digital-Leser, meldet der Verlag in seiner Bilanz. Bei der gedruckten Ausgabe ging das Anzeigengeschäft um 16 Prozent zurück. Für den Gewinn bedeutet das alles in allem einen Rückgang von 137 Millionen auf 102 Millionen Dollar. Bereits vor der Veröffentlichung der Geschäftszahlen, hatte das Management angekündigt den Newsroom umbauen zu wollen. So sollen mehr Journalisten mit Digitalkompetenz eingestellt und die Doppelkompetenzen abgebaut werden.

Redaktionelle Fusion von "Stadt-Anzeiger" und "Express"

Die teilt die DuMont Mediengruppe mit

Die Redaktionen der Zeitungen "Express" und "Kölner Stadt-Anzeiger" werden zusammengelegt. Nicht mehr getrennt werden zukünftig Video-, Grafik, Foto, Datenanalyse und Suchmaschinenoptimierung, erklärte das Verlagshaus DuMont. Unterstrichen wurde dabei, dass auch im neuen Newsroom bei den beiden traditionellen Marken bleibe. Möglich werde so aber auch der Austausch von Inhalten in den großen Ressorts wie Lokales und Sport. Für deshalb wegfallende Arbeitsplätze würde ein Sozialplan erstellt. Geleitet werden die News-Teams vom neuen "General Manager" Thomas Kemmerer. Chefredakteure bleiben Carsten Fiedler und Carsten Blaß.

Oksana Lyniv Chefdirigentin der Grazer Oper

Die Ukrainerin ist die erste Frau auf diesem Posten

Oksana Lyniv ist zur neuen Chefdirigentin der Grazer Oper bestellt worden. Die 39-jährige Ukrainerin soll die Stelle in der kommenden Spielzeit antreten. Seit 2013 ist Lyniv Dirigentin und musikalische Assistentin von Generalmusikdirektor Kirill Petrenko an der Bayerischen Staatsoper München. Lyniv folgt Dirk Kaftan, der als Generalmusikdirektor des Beethoven-Orchesters nach Bonn wechselt.

Medien in der Türkei noch weiter eingeschränkt

Das ordnete die Rundfunkbehörde in Ankara an

Die Pressefreiheit in der Türkei wird weiter beschnitten. Ab sofort dürfen Medien bei Terroranschlägen keine Bilder mehr vom Tatort ausstrahlen, die die Tat zeigen oder nach dem Anschlag aufgenommen wurden. Auch Aufnahmen von Rettungswagen, Feuerwehr und Polizeiautos sind verboten, ebenso Zeugenaussagen vor laufender Kamera. Reporter und Nachrichtensprecher dürften nicht "übertrieben" über den Vorfall berichten, heißt es in dem Dekret. Es sei außerdem untersagt, "ständig" die übliche Berichterstattung "zu unterbrechen", um über den Terroranschlag zu berichten. Verboten seien Berichte, die "Angst, Panik und Chaos beim Volk hervorrufen und den Absichten der Terrororganisationen dienen könnten. Die Behörde habe dazu Anfang der Woche ein Treffen mit Vertretern von Fernsehsendern auf Anordnung des Ministerpräsidenten einberufen, berichtete die Zeitung "Cumhuriyet". Bislang hatte die Rundfunkbehörde bei Terroranschlägen jeweils Nachrichtensperren verhängt.

Zentrale Zeitzeugen-Datenbank im Haus der Geschichte

Sie soll sowohl für die Forschung als auch die Öffentlichkeit zugänglich sein

Am Haus der Geschichte in Bonn entsteht eine Datenbank mit Zeitzeugen-Interviews. Unter Federführung des Museums sollen Tausende Zeitzeugen-Interviews gesichtet und aufgearbeitet werden, um zentrale "Grundlagenarbeit" zu leisten, wie Stiftungs-Präsident Hans Walter Hütter erklärte. Die Arbeit umfasst drei große Themenkomplexe: Zweiter Weltkrieg, Holocaust und deutsche Geschichte in Ost und West sowie die Wiedervereinigung. Die Bestände gehören Hütters Angaben zufolge knapp 50 von Kulturstaatsministerin Monika Grütters geförderten und finanzierten Einrichtungen. Die digitale Langzeit-Archivierung soll beim Bundesarchiv in Koblenz angesiedelt sein. Für dieses Jahr stehen für das Projekt Hütter zufolge 500.000 Euro des Bundes und vier Mitarbeiter zur Verfügung.

Dt. Filmindustrie erwirtschaftet fast 25 Milliarden Euro

Ergebnis einer neuen Studie zeigen die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung

Die deutsche Filmindustrie hat einer neuen Studie zufolge nicht nur kulturelle, sondern auch große wirtschaftliche Bedeutung. Wie Ressortministerin Brigitte Zypries mitteilte, erwirtschaftete die Branche im vergangenen Jahr mit gut 160 000 Beschäftigten fast 25 Milliarden Euro. Für jeden Euro Wertschöpfung in der Filmwirtschaft wurden zudem 1,60 Euro Wertschöpfung in der gesamten Volkswirtschaft erzielt, heißt es in der vom Bundeswirtschaftministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung. Sie soll am Abend in Berlin vorgestellt werden.
Erarbeitet wurde sie von der Beratungsgruppe Goldmedia in Zusammenarbeit mit der Hamburg Media School und dem Consulting-Unternehmen DIW Econ.

Kinderhörbuchpreis für "Im Labyrinth der Lügen"

Zusammen mit weiteren Hörbuchpreisen wird er am 7. März verliehen

Der Preis für das beste Kinderhörbuch geht in diesem Jahr an Stefan Kaminski für seine Lesung des Romans "Im Labyrinth der Lügen" von Ute Krause. Die Kinderjury des Deutschen Hörbuchpreises lobte, Kaminski gestalte mit seiner Stimme jede Person "so lebendig und glaubhaft, dass man sie vor sich sieht". Die Geschichte handelt von einem Jungen, der nach der Flucht seiner Eltern aus der DDR in den 80er Jahren bei seiner Großmutter bleibt. Mit dem Hörbuchpreis als beste Interpreten werden in diesem Jahr Bibiana Beglau und Ulrich Noethen ausgezeichnet. Der Preis für das beste Hörspiel geht an "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969". Seit 2006 vergibt der Verein Deutscher Hörbuchpreis die Auszeichnung, dem unter anderem noch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie der Norddeutsche und der Hessische
Rundfunk angehören.

Weiter Streit um Kreuz für Nazi-Kriegsverbrecher Jodl

Landgericht München verkündete noch keine Entscheidung

Der Streit um das Kreuz für den Nazi-Kriegsverbrecher Alfred Jodl auf der Insel Frauenchiemsee geht in die nächste Runde. Der Künstler Wolfram hatte es unter anderem mit einer Hinweistafel ("Keine Ehre für einen Kriegsverbrecher") und roter Farbe als Symbol für vergossenes Blut versehen. Daraufhin hatte sich ein Nachkomme Jodl mit einer einstweiligen Verfügung zu wehren versucht. Eine gütliche Einigung kam heute nicht zustande. Alfred Jodl war Chef des Wehrmachtsführungsamtes und wurde im Nürnberger Prozess 1946 als einer der Hauptkriegsverbrecher zum Tode verurteilt. Nach der Hinrichtung wurde der Leichnam verbrannt und die Asche verstreut. In dem Grab sind Angehörige von ihm begraben. Auf einem Kreuz steht aber Jodls Name.

Kommentierte Hitler-Hetzschrift könnte Schulstoff in Bayern werden

Das sagte Kultusminister Spaenle (CSU)

Schülern in Bayern soll die kommentierte Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" nicht vorenthalten werden. Die historisch-kritische Ausgabe der Hetzschrift könne als Quelle in Schule und Unterricht herangezogen werden, erklärte Kultusminister Ludwig Spaenle. Durch eine umfassende und nachhaltige politische Bildungsarbeit solle inner- und außerhalb der Schulen vorbeugende Aufklärung zur menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus geleistet werden, fügte der Christsoziale hinzu. Man wolle auch gegen "Extremismus immunisieren und von den besonderen Chancen von Rechtsstaat und Demokratie überzeugen". Die bayerische SPD signalisierte Spaenle Unterstützung, forderte aber zugleich mehr Zeit im Unterricht für das Thema Nationalsozialismus. Auch in den Berufsschulen solle es verstärkt behandelt werden. Der Bayerische Philologenverband hält es dagegen weiter für ausreichend, im Geschichtsunterricht der Gymnasien mit einigen Zitaten aus "Mein Kampf" zu arbeiten. Nach Ende des Urheberschutzes hatte das Institut für Zeitgeschichte in München eine kritische zweibändige Edition herausgebracht, die sich innerhalb eines Jahres 85.000 Mal verkaufte.

Zum 100. Geburtstag veröffentlicht Vera Lynn neue Platte

Die Britin wurde am 17. März 1917 geboren

Zu ihrem 100. Geburtstag bringt Vera Lynn einige ihrer erfolgreichsten Songs neu heraus. Die Lieder wurden mit der Originalstimme neu eingespielt. Die Sängerin hatte während des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Hits. Ihre Truppenbesuche mit Auftritten vor britischen Soldaten brachten ihr den Spitznamen "Forces' Sweetheart" ("Das Schätzchen der Truppen") ein. 1952 schaffte sie es als erste britische Künstlerin an die Spitze der US-Charts. 2009, im Alter von 92 Jahren, führte sie letztmals die britischen Album-Charts an.

"Nachtkritik" veröffentlicht Umfrage zu besten Inszenierungen 2016

Eine Woche konnten Teilnehmer über 50 Stücke abstimmen

Die Theater-Plattform "Nachtkritik" hat das Ergebnis seiner 10. Leserumfrage veröffentlicht. In das "virtuelle nachtkritik-Theatertreffen 2017" schafften es mehrere Inszenierungen kleinerer Bühnen auf die Spitzenplätze. Zur Auswahl standen 50 Inszenierungen, die die Kritiker von "Nachtkritik" ausgesucht hatten. "Offenbar vermögen diese Häuser nicht nur ihr Publikum zur Abstimmung zu bewegen, sie haben auch Inszenierungen mit hohem Identifikationspotential im Programm" schreiben die Macher der Theater-Plattform. Insgesamt wurden in diesem Jahr 8363 Stimmen von 4562 Wählern abgegeben, das entspricht durchschnittlich etwas mehr als 1,8 Stimmen pro Wähler. Die ersten drei Plätze belegen "Die Schöne und das Biest" in der Regie von Romy Schmidt am Prinzregententheater in Bochu, "Die Räuber" am Münchner Residenztheater (Regie: Ulrich Rasche) und "Die Borderline Prozession" von Kay Voges am Theater Dortmund.

"Kadterschmiede" wird nicht geräumt

Gericht wies Klage gegen Autonomen-Kneipe in Berlin zurück

Das Berliner Landgericht hat mit einem Versäumnisurteil die Klage des Hauseigentümers der Rigaer Straße 94 zurückgewiesen. Die Räumung der "Kadterschmiede" in Berlin-Friedrichshain ist damit ausgesetzt. Der Anwalt des Klägers konnte seine Prozessbefugnis nicht nachweisen. Er gab an, die entsprechenden Unterlagen seien ihm gestohlen worden. Er vermutete als Täter Linksradikale. Der Eigentümer will mit seiner Klage erreichen, dass der Verein in die Räume verlassen muss, die er seit Ende 2013 ohne Mietvertrag nutzt. Gegen das Urteil des Gerichts kann innerhalb von 14 Tagen Widerspruch eingelegt werden. In einem Eilverfahren 2016 hatte das Gericht ebenfalls entschieden, dass die Kneipe vorerst bleiben darf.

Peter Simonischek mit "Toni Erdmann" im Glück

Schauspieler bekommt Preis als bester Hauptdarsteller

Peter Simonischek hat für seine Leistung in der deutschen Oscarhoffnung "Toni Erdmann" den Österreichischen Filmpreis erhalten. "Nichts ist schöner und schwieriger, als zu Hause anerkannt zu werden", sagte der 70 Jährige am Mittwochabend bei der Verleihung im Wiener Rathaus. Er erinnerte an seine Rückkehr Richtung Österreich im Jahr 1999 nach langer Tätigkeit in Deutschland: "Vielleicht ist das heute so etwas wie ein weiteres Ankommen." Der deutsche Film "Toni Erdmann" ist auch für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.

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