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Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. Februar 2017

Dirigent Thielemann will in Dresden bleiben

Musiker lehnte andere Angebote ab

Dirigent Christian Thielemann will seinen Vertrag als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden verlängern. Das sagte der 57-Jährige der Zeitung "Dresdner Morgenpost". "Ich passe gut zum Orchester, das Orchester passt gut zu mir. Das war mir von Anfang an klar." Er habe Angebote von anderen Orchestern bekommen, die er alle abgelehnt habe, sagte Thielann. "Weil ich weiß, was ich in Dresden habe. Wo sonst könnte ich Chefdirigent sein und in der Oper dirigieren? Im deutschsprachigen Raum ist meine Position die tollste, die es gibt." Thielemann, der noch bis Mitte 2019 in Dresden unter Vertrag steht, widersprach damit Darstellungen, wonach die neuen Vertragsverhandlungen ins Stocken geraten seien.

Carsten Brosda neuer Kultursenator in Hamburg

Bürgerschaft bestätigt SPD-Politiker mit klarer Mehrheit

Der bisherige Kulturstaatsrat Carsten Brosda ist offiziell Nachfolger der im Oktober 2016 gestorbenen Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler. Die Bürgerschaft bestätigte den Personalvorschlag von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) mit großer Mehrheit. Von 118 Abgeordneten stimmten 78 für Brosda. Gegen den 1974 in Gelsenkirchen geborenen Politiker votierten bei einer Enthaltung 31 Parlamentarier. Brosda hatte die Kulturbehörde bereits in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Finanzsenator Peter Tschentscher geführt. Sein Amt als Kulturstaatsrat übernimmt die frühere Justizsenatorin Jana Schiedek.

Protest gegen Umgang mit der Garnisonskirche

Architekturexperte Oswalt tritt aus evangelischer Kirche aus

Der frühere Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, ist wegen des Umgangs mit der Potsdamer Garnisonkirche aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Ausschlaggebend für diese Entscheidung sei der Umgang mit der Geschichte der 1945 zerstörten und 1968 abgerissenen Garnisonkirche und dem geplanten Wiederaufbau innerhalb der evangelischen Kirche gewesen, sagte Oswald. Mit dem Projekt werde eine "Verfälschung der Geschichte" betrieben.
Für das im Nutzungskonzept vorgesehene Versöhnungszentrum und als Ort von Friedensarbeit sei der Wiederaufbau der Garnisonkirche in historischer Gestalt nicht nötig, schreibt der Architekturprofessor in einem Brief an die Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein. Der Umgang mit dem Thema Garnisonkirche habe sein "generelles Unbehagen an einer zu eng mit dem Staat verbundenen Kirche" bestätigt.

Im Iran geborene Schauspielerin will zu Oscars reisen

Bahar Pars trotzt Trumps Einreise-Dekret

Die im Iran geborene schwedische Schauspielerin Bahar Pars will trotz des von US-Präsident Donald Trump verhängten Einreiseverbots zur Oscar-Gala in die USA reisen. Dazu habe sie sich trotz der Verwirrung um das Verbot gemeinsam mit ihrem Schauspielkollegen Rolf Lassgård entschlossen, sagte Pars. Ihr Film "Ein Mann namens Ove" ist für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert Die 37-jährige Pars wurde 1995 schwedische Staatsbürgerin. Sie verfügt aber auch über einen iranischen Pass. Zu der Preisverleihung am 26. Februar nach Los Angeles zu reisen werde einen großen Effekt haben. "Dort zusammenzustehen und Hände zu halten ist eine Erklärung für sich", sagte Pars. Trump hatte vergangenen Freitag einen Erlass unterzeichnet, der Menschen aus sieben überwiegend muslimischen Ländern die Einreise verbietet. Pars' Geburtsland Iran zählt zu diesen sieben Staaten.

Kölner "Express" bekommt neuen Chefredakteur

Constantin Blaß wechselt an den Rhein

Constantin Blaß wird neuer Chefredakteur des Kölner "Express". Nach Angaben der DuMont Mediengruppe wechselt der bisherige stellvertretende Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung (Halle) an den Rhein. Der 36-Jährige soll den Posten von Carsten Fiedler übernehmen, der bereits seit dem Jahreswechsel das DuMont-Schwesterblatt "Kölner Stadt-Anzeiger" leitet. Herausgeber Christian DuMont Schütte nannte Blaß einen "Chefredakteur der neuen Generation, der die Marke in unserem Sinne weiterentwickeln wird".

Künstler wenden sich gegen Donald Trump

Protestbilder kritisieren die Dekrete des Präsidenten

Seit Tagen formiert sich Widerstand gegen das von Donald Trump verhängte Einreiseverbot für Bürger aus mehreren muslimischen Staaten und den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Nun haben zahlreiche Künstler auf Twitter, Instagram und Tumblr unter dem Hashtag #NoBanNoWall ihre Protestbilder gegen US-Präsident Donald Trump veröffentlicht. Ihr Hauptmotiv ist die Freiheitsstatue. Der US-amerikanische Videoblogger Hank Green rief via Twitter einen Wettbewerb aus und versprach für jede veröffentlichte Zeichnung, die Muslime und Flüchtige unterstützt, fünf Dollar an die "American Civil Liberties Union" (ACLU) zu spenden. Die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation hatte am Wochenende zusammen mit anderen Gruppen vor Gericht Beschwerde gegen Trumps Einreise-Dekret eingereicht.

Roman Ehrlich erhält Döblin-Medaille

Mainzer Akademie würdigt Werke des Schriftstellers

Drei Jahre nach seinem Debütroman "Das kalte Jahr" wird der Schriftsteller Roman Ehrlich mit der Alfred-Döblin-Medaille der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz ausgezeichnet. Wie die Akademie mitteilte, wird der mit 3000 Euro dotierte Preis am 14. März verliehen. Ehrlichs Erzählen bewege sich in den Untiefen der Wirklichkeit, lobte die Jury. Der 1983 geborene Schriftsteller legte 2016 den Erzählband "Urwaldgäste" vor. Die nach dem Romanautor Alfred Döblin (1878-1957) benannte Auszeichnung würdigt Autoren mit ersten vielversprechenden Veröffentlichungen und ihr bisheriges literarisches Wirken. Die bisherigen Preisträger waren 2014 Martin Kordic und 2015 Matthias Nawrat.

ZDF-Reporterin Birte Meier scheitert mit Klage

Richter sehen keine Lohnungleichheit gegeben

Die ZDF-Journalistin Birte Meier ist vor dem Berliner Arbeitsgericht mit einer Klage für mehr Lohngleichheit gescheitert. Die Reporterin hatte argumentiert, sie erhalte allein wegen ihres Geschlechts eine geringere Vergütung als ihre männlichen Kollegen. Das Gericht sah das anders: Die Klägerin habe keine Tatsachen vorgetragen, die auf eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung bei der Vergütung von Männern und Frauen hindeuten würden, sagte ein Sprecher. Die von ihr benannten männlichen Kollegen seien in einem anderen, nicht vergleichbaren Beschäftigungsverhältnis beim ZDF angestellt. Da keine Diskriminierung festgestellt werden könne, stehe der Frau auch keine Entschädigung zu (AZ 56 Ca 5356/15). Mehrere Frauenverbände kritisierten das Urteil als falsches Signal. „Allerdings ist und bleibt der unerklärliche Lohnunterschied aus unserer Sicht eine Diskriminierung von Frauen, die es im Allgemeinen im Jahr 2017 in Deutschland nicht mehr geben sollte.", sagte Rebecca Beerheide, Vorsitzende des Journalistinnenbundes.

Radio- und TV-Konsum auf Rekordniveau

Medienkonsum bleibt beliebteste Freizeitbeschäftigung

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr täglich über 10 Stunden mit der Nutzung von Medien verbracht. Davon entfielen mehr als sieben Stunden auf die Nutzung von Fernsehen und Radio. Die Nutzung der Audio- und audiovisuellen Medien liege insgesamt auf Rekordniveau, teilte der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) mit. Der Medienkonsum bleibe damit die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Deutschen. Das gelte vor allem für Radio und Fernsehen, die unverändert und mit großem Abstand die meistgenutzten Medien in Deutschland seien. Gleichzeitig wachse die Bedeutung von Audio- und Video-on-Demand, Smart-Radio und Smart-TV.

Rockhaus-Keyboarder Carsten Mohren tot

Musiker starb mit 54 Jahren an Krebs

Der Keyboarder der Band Rockhaus, Carsten «Beathoven» Mohren, ist tot. Der Musiker sei mit 54 Jahren in einer Klinik gestorben, sagte Rockhaus-Manager Falco Richter. Viele Ostrocker hätten sich dort noch von ihm verabschiedet. "Wir vermissen ihn und werden in unseren Herzen einen Platz freihalten", schreibt sein Ziehvater Dieter Hertrampf auf Facebook. "Es war mir eine Ehre mit ihm auf einer Bühne gestanden zu haben", so der ehemalige Puhdys-Gitarrist. Vor zwei Monaten hatten "Beathoven»"und Rockhaus mitgeteilt, dass der Musiker Krebs im Endstadium habe. Der Keyboarder, der auch sang und komponierte, war seit 1986 bei Rockhaus. Er stand noch im November bei der Tour der Band mit auf der Bühne.

Berlin will internationale Forschung vorantreiben

Bundesregierung setzt auf Förderung des internationalen Austauschs

Deutschland will den Austausch des wissenschaftlichen Nachwuchses mit anderen Ländern fördern, um den Anschluss an die internationale Spitzenforschung zu wahren. Nach der von Forschungsministerin Johanna Wanka vorgestellten Strategie soll die Zahl ausländischer Studenten an deutschen Hochschulen von 320.000 (2015) auf 350.000 im Jahr 2020 steigen. Umgekehrt soll in Zukunft jeder zweite deutsche Hochschulabsolvent Auslandserfahrungen vorweisen können. Jeder dritte soll mindestens drei Monate in ausländischen Einrichtungen studiert haben. "Wissenschaftliche Exzellenz lebt vom Austausch und vom Wettbewerb der weltweit Besten", heißt es in dem Papier.

Früherer Intendant Jean-Claude Riber ist tot

Er leitete die Bonner Oper von 1981 bis 1992

Die Bonner Oper trauert um ihren ehemaligen Intendanten Jean-Claude Riber. Der gebürtige Elsässer sei bereits vergangene Woche im Alter von 82 Jahren in seinem Haus in den Vogesen gestorben, teilte die Oper mit. Riber hatte die Bonner Oper von 1981 bis 1992 geleitet. Er holte Weltstars wie Margaret Price, Montserrat Caballé, Mara Zampieri oder Hans Sotin nach Bonn. Riber sorgte aber auch für Schlagzeilen. So versetzte ihm 1985 der damalige Bonner Generalmusikdirektor Gustav Kuhn vor dem Kulturausschuss eine öffentliche Ohrfeige. Riber hatte Kuhn zuvor das Dirigat für eine Wagner-Oper entzogen.

Fatwa gegen "Fake News"

Islamrat in Indonesien bereitet religiösen Erlass vor

Indonesiens führender Islamrat plant einen Erlass, der die Verbreitung von "Fake News" als unislamisch brandmarken soll. "Wir werden ihn so schnell wie möglich veröffentlichen, weil die Lage beunruhigend ist", sagte der Vorsitzende des Indonesischen Rats Ulema, Maaruf Amin. "Hoffentlich werden dann wenigstens Muslime nicht mehr länger an Falschmeldungen beteiligt sein." Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung und gehört zu den Ländern mit den meisten Nutzern von sozialen Netzwerken. Die "Fatwa" wird noch vor der Wahl des Gouverneurs der Hauptstadt Jakarta am 15. Februar erwartet.

Costa-Literaturpreis für Sebastian Barry

Für seinen Roman "Days Without End"

Der irische Dramatiker und Romanautor Sebastian Barry hat den Costa-Literaturpreis gewonnen. Der 61-jährige wurde für seinen Roman "Days Without End" ausgezeichnet. Das gab die Jury in London bekannt. Der Roman spielt im Amerika der 1850er Jahre. Es geht um zwei Männer, die gemeinsam im amerikanischen Bürgerkrieg kämpfen, zu Zeugen des brutalen Umgangs mit den amerikanischen Ureinwohnern werden - und eine homosexuelle Beziehung führen. Barry ist der erste Roman-Autor, der bereits zum zweiten Mal mit dieser Auszeichnung bedacht wird. 2008 erhielt er den Costa-Literaturpreis für den Roman "The Secret Scripture". Der Costa-Literaturpreis ist mit 30 000 Britischen Pfund (umgerechnet 35 000 Euro) dotiert.

Sänger und Bassist John Wetton gestorben

Wetton spielte bei "King Crimson" und "Asia"

Der Sänger und Bassist John Wetton ist im Alter von 67 Jahren an Krebs verstorben. Berühmt wurde er als Mitglied der Band "King Crimson" in den 1970'er Jahren, später gründete er die Formation "Asia". Sein Bandkollege Carl Palmer ließ verlauten, mit John Wetton habe die Welt einen "weiteren musikalischen Giganten" verloren. "Asia" wollten dieses Jahr auf Tour gehen, aber Anfang des Jahres gab Wetton bekannt, dass er wegen seiner Krebsbehandlung nicht spielen könne.

Lollapalooza-Festival findet auf Rennbahn statt

Mit dabei sind u.a. "Foo Fighters", "Mumford & Sons" und "The xx"

Das Berliner Lollapalooza-Festival findet am 9. und 10. September auf der Rennbahn Hoppegarten vor den Toren der Hauptstadt statt, der dritte Austragungsort in drei Jahren. Das populäre US-Festival wurde 1991 von Jane's Addiction-Sänger Perry Farrell ins Leben gerufen. 2015 feierte es auf dem Tempelhofer Feld in Berlin seine Europa-Premiere. Wegen der dort errichteten Flüchtlingsunterkünfte musste das Lollapalooza im vergangenen Jahr in den Treptower Park umziehen, wo es vorab zu enormen Protesten der Anwohner gekommen war.

Gerichtsurteil deeskaliert Streit um Danziger Museum

Zusammenlegung mit Westerplatte-Museum vorerst gestoppt

Die umstrittene Übernahme des neuen Danziger Museums des Zweiten Weltkriegs durch Polens nationalkonservative Regierung liegt auf Eis. Ein polnisches Bezirksgericht hat die Anweisung des Kulturministeriums zurückgewiesen, das Haus vor dem Ende der gerichtlichen Prüfung der Klage mit dem Westerplatte-Museum zusammenzulegen. Das teilte der Kläger, das Danziger Museum mit. Nach Ansicht der Museumsmacher würde eine Zusammenlegung der Regierung ermöglichen, Änderungen an der Ausstellungskonzeption vorzunehmen. Die seit 2015 regierenden Nationalkonservativen kritisieren, dass die Ausstellung zu wenig die polnische Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg zeige. In dem seit 2016 dauernden Gerichtsstreit war die Zusammenlegung bereits einmal gestoppt und nach Einspruch des Ministeriums wieder aufgehoben worden. Auch das jetzige Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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